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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-07-16 · 29 (16.7.1915) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
29 (16.7.1915)
Date
1915-07-16
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 29 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 535 seliger Vater, Herr Samuel Deutsch, wurde im Kriegsjahre 1866 mit hohen Auszeichnungen dekoriert, während sein jüngerer Bruder Franz Josef, Vormeister im Feldhaubitzenregiment Nr. 14, vor kurzem die belobende Anerkennung des Armee-Oberkommandos erhielt. Weitere zwei jüngere. Brüder stehen ebenfalls in Vaterlandsdiensten, so daß sich seiner mit einer Tochter nunmehr alleinstehenden Mutter, Frau Emma Deutsch, welche ihre Söhne strenggläubig erzogen hat, allgemeine Sympathien zuwenden. _ Der bekannte Wiener Zahnarzt, Oberarzt Dr. Leopold Sofer, Kommandant der k. u. k. Krankerlhalt-- station Krakau, der zu Kriegsbeginn mit den 10 er Dragonern nach Russisch-Polen ging und bereits in Anerkennung vorzüglicher und aufopferungsvoller Dienstleistung vor dem Feinde mit dem goldenen Verdi enstkre uz mit der Krone am Bande der Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet wurde, erhielt für besondere Verdienste um die Sanitätspflege im Kriege das E h r e nzeichen zweiter Klasse mit der Kriegsdekoration. Dr. med. Josef Plautus, Sekundararzt im Allgemeinen Krankenhause in Wien, welcher seit Kriegs«- beginn als Chefarzt des Festungsartilleriebataillons Nr. 5 im Felde steht, wurde wegen tapferen Verhaltens vordem Feinde vom k. n. k. Armeeoberkommando außertourlich zum k. u. k. Oberarzt befördert. Iamilie» im Ietde. Herr Josef Unger, Direktor der im Jahre 1836 gegründeten k. k. landesprivilegierten Spiritusraffinerie, Spiritus-, Rum- und Likörfabrik H. Perlbergers Sohn in Klasno bei Wieliczka, hat fünf Söhne auf dem Kriegsschauplätze: Hugo (Kaufmann), Leutnant beim 16. Landwehrregiment; Walter (Ingenieur), Elektrogast aus Sr. Majestät Schiff „Saida"; Konrad Friedrich (sind, jur.), Fähnrich 'beim 45. Landwehr-Feldkanonenregiment. ist seit Kriegsbeginn im Feuer und hat sich schon drei Auszeichnungen erkämpft, und zwar die belobende Anerkennung des Armeeoberkommandos, die bronzene Tapferkeitsmedaille und die silberne Tapferkeitsmedaille erster Klasse; Robert Viktor (stud. Phil.), Kadett beim 56. Infanterieregiment, wurde wegen stärker Kurzsichtigkeit kriegsdienstuntauglich befunden, meldete sich aber freiwillig zur Marschkompagnie und kämpft auch schon an der Front. Der fünfte, Oswald Erich (stud. techn.h beim 8. Pionierbataillon, machte Dienst bei den polnischen Legionen, und wurde wegen eines kleinen (Gebrechens nicht an die Front gelassen; er ließ sich nun freiwillig ins k. u. k. Heer einreihen. Wach flinffachem Sturm. Dem „Egyenlöseg" wird berichtet: Anläßlich unserer Verteidigungskämpfe in den Karpathen geschah es, das; einer der wichtigsten Punkte, welche dem Uszoker Paß deckten, und zwar der Ceremha-Berg, in den Besitz der Russen gelangte, wodurch nicht nur unsere ganze Verteidigungsposition erschüttert, sondern auch der Verkehr auf der am Fuße des Berges sich hinziehenden Eisenbahnlinie unmöglich gemacht wurde. Mit Rücksicht auf die außerordentliche Wichtigkeit dieses Punktes erließ die Armeeleitung den Befehl, die Höhe unter allen Umständen zurückzuerobern. Im Sinne dieses Befehles haben das 26. und 83. gemeinsame Regiment am 10., 11. und 12. Zlpril vier Angriffe durchgeführt, welche jedoch von den Russen zurückgeschlagen wurden, wobei wir erhebliche Verluste erlitten. Am 13. April erhielt das 68. Infanterieregiment den Befehl, den Berg unbedingt zurückzuerobern. Der Regimentskommandant hat, um die Expedition erfolgreicher zu gestalten, die Offiziere zur freiwilligen Meldung aufgefordert. Kaum war diese Aufforderung erklungen, meldete sich der Fähnrich Tibor Gl aß, und tatsächlich wurde er auch mit der Führung betraut. In der Nacht vom 13. auf deu 14. April hat das 68. Infanterieregiment mit seiner fünften und siebente» Kompagnien die in einer Höhe von über 1000 Meter gelegenen russischen Stellungen fünfmal gestürmt, bis endlich bei dem fünften Sturmangriff die Aufgabe gelöst und die Stellung genommen war. Sie erbeuteten hierbei 252 Gefangene, 2 Maschinengewehre und sehr viel Munition und Gewehre. Der tapfere heldenmütige Fähnrich wurde von Seiner Majestät mit der großen goldenen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Zwei Gräber. Aron Jutko witsch aus Kalleno bei Mezölaborc wurde noch im Februar dieses Jahres, bevor er aus seinem Wohnorte nach Galszecs geflüchtet ist, von eine»» Offizier unserer durchmarschierenden Armee angesprochen und in den Garten eines anderen Bewohners der Ortschaft geführt, wo er ihm zwei mit den: Davidschild bezeichnete Grabhügel wies, indem er hinzufügte, daß dort zwei jüdische Soldaten begraben liegen, welche für ihr Vaterland den Heldentod starben. Die Namen dieser Soldaten sind: l. Infanterist Zchulem Becher v. Horowitz, Infanterieregiment Nr. 77, 3. Ersatzkompagnie, geboren 1886, gestorben 25. Januar 1915. 2. Infanterist Abraham K i r s ch b a u m, Infanterieregiment Nr. 40. geboren 1895, gestorben am 25. Januar 1915. Beide starben an einem und demselben Tage und wurden in zwei Grabstätten nebeneinander beerdigt. Diese Grabinschriften werden vom „Egyenlöseg" mit dem Hinzufügen. veröffentlicht, daß die Angehörigen der Gefallenen sich, wenn sie diese Mitteilungen lesen, wegen eventueller weiterer Informationen an Herrn Aron I u ikowits ch, per Adresse Lazar Birnbaum in Galszecs (Ungarn), wenden mögen. MMchllreil bis in den Jod. Am 2. Juni war es, als das 32. Landsturmbataillon vom heftigstell feindlichen Schrapnell- und Granatenfeuer umgeben lvar. Beim Kommando der einen Kompagnie lvar daS Telephon berdorben. Der Telephonist Samuel Herzl war beim Stabe dem Hauptmann P. zugeteilt. Für das bezeichnete Kompagniekommando lvar es unbedingt notwendig, daß die Telephonverbindung nlit dern Stabe wieder in der allerkürzesten Zeit hergestellt werde. H e r z l meldete sich freiwillig beim Bataillonskoinrnandanten, das Telephon in Ordnung zu bringen. Der >tom- Mandant nahm das Anerbieten mit den Worten entgegen: „Mein Sohn, dieses dein Unternehmen ist sehr schön voll dir, aber ich wünsche es ilicht, denn die Situation ist sehr gefährlich!" Herzl ließ jedoch nicht locker, brachte tatsächlich inmitten des heftigsten Granatenfeuers das Telephon wieder in Ordnung, und gerade während er seinem Hauptmann hierüber die Meldung erstattete, schlug eine zufällige Granate in die Deckung und warf den armen Herzl nieder. Dort fand auch dieser unerschrockene Junge seinen Heldentod. Gegen Abend, als die Situation sich etwas ruhiger gestaltet hatte, würben einige jüdische Soldaten zusammengerufen, unter ihnen aucü der Honved Desider Abrahamfohn, Buchhalter der Budapester Firma Emil Abel es, welcher in früheren Jahren Theologe war. Dieser hielt dem heldenmütigen Kameraden einen kurzen 'Nachruf, verrichtete leise ein Gebet, uild nachdem sie ihn begraben hatten, sprachen sie alle das Gebet JiSgadal, wejiskaddasch. . . („Egyenlöseg".)

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