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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-07-09 · 28 (9.7.1915) · page 2

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
28 (9.7.1915)
Date
1915-07-09
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 512 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 88 „Hochgeehrter Herr Oberstaatsbahnrat! Der schwersten Kameradschaftspflicht folgend, geben wir die traurige Kunde, daß Ihr L-ohn, Oberleutnant Dr. Arthur Löbl, dieser so ungemein pflichttreue, diensteifrige Offizier, im Angriff am 15. Juni gefallen ist und in kurzer Zeit nach seiner schweren Verletzung starb. Wir alle trauern um diesen so überaus pflichteifrigen, tapferen wie bescheidenen Kameraden. Am Nordostrande von Lasky zawiaczany, 26 Kilometer nördlich von Sambor, liegt er im schöngeschmückten Grabe im ewigen Frieden neben 72 Kameraden. Sie haben den Stolz, die Freude Ihres Lebens dem Vaterlande geopfert. Mögen die vielen schweren Opfer, die das bedrängte Vaterland heischte, Ihnen Trost bieten. Wir Soldaten, die dem Tode stündlich ins Auge sehen, strecken Ihnen unsere kampf- und sieggewohnten Hände in tiefstem Mitgefühl entgegen. Möge Gott, der Allmächtige, Sie und Ihre werte Familie stärken und trösten. Im eigenen Namen sowie für das ganze erste Landsturmregiment Oberst." „Sehr geehrter Herr Oberstaatsbahnrat! Tieferschüttert, muß ich Ihnen die traurige Mittellung machen, daß Ihr Sohn Arthur gestern auf dem Felde der Ehre gefallen ist. Ein Bauchschuß machte seinem Leben ein Ende. Es mag ein großer Trost für Sie sein, daß der Tod sofort eintrat und Ihr Sohn gar nicht hat leiden müssen, da er aus der kurzen Bewußtlosigkeit nicht mehr erwachte. Kameraden, Vorgesetzte und Untergebene liebten und schätzten Ihren Sohn aufrichtig ob seiner vorzüglichen Herzenseigenschaften. Sein Andenken wird in Ehren gehalten werden, er hat seine Pflicht bis zuletzt treu erfüllt. Ich selbst beklage seinen Tod auf das tiefste. Möge Gott Sie, Herr Oberstaatsbahnrat, und die Ihren in Ihrem großen Schmerze trösten. In warmer Tellnahme Ihr sehr ergebener O. von Ehren st ein." Leutnant Moriz Kaufmann. Am 17. v. M. erlag in Homonna einer tätlichen Krankheit Leutnant Moriz Kaufmann, Rechtspraktikant aus Pohrlitz, im Alter von 27 Jahren. Wir haben seinerzeit von seiner Auszeichnung mit der silbernen Tapferkeitsmedaille 1. Klasse, die er als Fähnrich erhielt, berichtet. Bereits einmal schwer verwundet, meldete er sich, kaum ausgehellt, freiwillig in die Karpathen, ging als Kompagniekommandant ins Feld, kämpfte mit seltenem Heldenmut und wurde zu einer zweiten Auszeichnung vorgeschlagen. Der Verblichene war ein eifriger Zionist und treuer Anhänger seines Glaubens. Ein ungemein hoffnungsvolles Wesen, ausgezeichnet mit den schönsten Tugenden des Geistes und des Herzens, hat nun leider allzufrüh seinen. Abschluß gefunden. Kefalkene Kelden. Edmund Spiegler, Oberbuchhalter der Kohlengroßhandlungsfirma Samuel Weiß in Steinamanger, hat auf dem nördlichen Kriegsschauplatz den Heldentod gefunden. Hiervon machte der Kompagniekommandant Oskar Schmidt der Schwester des Verblichenen mit folgender Zuschrift Mittellung: „Hochgeschätztes Fräulein! Zu meinem größten Schmerze' muß ich Ihnen mitteilen, daß Ihr geliebter Bruder Edmund anläßlich des gegen die nordöstlich Laborczö gelegene Höhe Revejka gerichteten Sturmes am 7. Mai b. I. den Heldentod fand. Nach erfolgreich durchgeführtem Angriff haben wir ihm auf dem Kriegsschauplatz zur ewigen Ruhe bestattet. Wir haben in Edmund Spiegler den besten Freund, den pflichtbewußtesten und wackersten Offizier verloren, dessen Andenken für immer in unserem Herzen leben wird. Empfangen Sie unser tiefstes Beileid." Edmund Spiegler, der auch in Friedenszeiten einer der tüchtigsten und rechtschaffensten kommerziellen Beamten von Steinamanger war, ist anläßlich der Mobilisierung als Kadettaspirant zum 43. gemeinsamen Jnfanterierregiment eingerückt und hat an dessen sämtlichen Gefechten tellgenommen. In dem verblichenen Helden beklagt der'Kaufmann Ludwig Spiegler in Steinamanger seinen einzigen Sohn. Alexander Waldmann, Fähnrich im 33. Infanterieregiment, welcher nach fast ununterbrochenem zehnmonatigem Kampf für seine Tapferkeit Verschiedentliche Anerkennungen fand und mit der silbernen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet wurde, ist am 19. Mai auf dem nördlichen Kriegsschauplatz im jugendlichen Alter von 20 Jahren den Heldentod gestorben. Er war das Musterbild eines tapferen Soldaten, kämpfte bis zu seinem letzten Atemzug für seinen König und fein Vaterland und opferte sein junges, hoffnungsreiches Leben. Er fühlte sich glücklich, so äußerte er sich vor "seinem Tode, daß ihn der Tod in siegreichem Vordringen erreicht hat. Der junge Held wurde im eigenen Grabe bestattet. Ernst H a v a s, Kadett, fand infolge Verletzung auf dem nördlichen Kriegsschauplatz den Heldentod. Ernst H c v a s hat sich im Verlaufe der Kämpfe, an denen er beteiligt war, wiederholt ausgezeichnet. So rettete er das Leben feines Abteilungskommandanten dadurch, daß er geistesgegenwärtig und entschlossen einen russischen Infanteristen niederschoß, als dieser ausunmittelbarer Nähe den ^Kommandanten aufs Ziel hrahm. Anläßlich eines späteren Gefechtes wurde sein Kommandant abermals schwer verwundet und stürzte auf dem Kampfplatz zur sammen. H a v a s sammelte sofort einige Leute und ließ ihn in das acht Kilometer vom Kampfplatz entfernt gelegene Spital transportieren. Er vollzog diesen Transport inmitten des heftigsten feindlichen Geschützfeuers und nur seinem entschlossenen Eingreifen ist es zu danken, daß sein Kommandant nicht verwundet in russische Gefangenschaft geriet. Für diese seine Tat erhielt Havas damals die silberne Tapferkeitsmedaille 2. Klasse. Armin Rosenzweig, Kadettaspirant des 23. Infanterieregimentes, ist am 23. Mai d. I. heldenmütig' kämpfend auf dem nördlichen Kriegsschauplatz gefallen. Er war im Zivil Beamter der Zomborer Waldmühle. Sein tiefgebeugter Vater, Max Rosen zweig in Zombor, erhielt durch folgende das Andenken seines Sohnes ehrende Zuschrift Nachricht von dem Heldentode desselben: „Sehr geehrter Herr! Ich erfülle eine traurige Pflicht, indem ich Ihnen mitteile, daß Ihr Sohn Armin am 23. d. M. bei Krukienica, als er seine Abteilung im Sturme führte, den Heldentod fand. Seinen Leichnam haben wir heute Nacht aufgefunden und bestattet. Ich erlaube mir, Ihnen meine aufrichtige Tellnahme zum Ausdruck zu bringen, und gleichzeitig den Wunsch auszusprechen, daß Sie Beruhigung darin finden, mögen, daß der Verblichene inmitten der treuen Erfüllung seiner Pflicht als! hervorragender Soldat und Kamerad seine irdische Laufbahn beschloß. 31. 5. 1915. . Hochachtungsvoll Bertalan m. p., Oblt." __ („Egyenlöseg")

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