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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-07-02 · 27 (2.7.1915) · page 17

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
27 (2.7.1915)
Date
1915-07-02
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Nr. 27 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 5V5 Wien. (Jüdischer Handlungsgehilfen-Verband, Wien, 2. Bez., Obere Donau st ratze Nr. 65.) Samstag, den 3. Juli, 8V2 Uhr abends, findet im,„Saale der Literaturfreund e", Wien, 1. Bez., Postgasse 13, eine Konzertakademie zu Gunsten des Unterstützungsfonds statt. Regiebeilrag Kr. —.60 und Kr. 1.—. Gäste willkommen. Wien-MarMhilf. Der am 26. v. M. im Tempel in der Schmalzhofgasse veranstaltete feierliche Dankgottesdienst anläßlich der Wiedereroberung Lembergs nahm einen ungemein erhebenden Verlauf. In dem mit österreichisch-ungarischen und deutschen Fahnen dekorierten Tempel hatten sich zahlreiche Vereinsmitglieder mit dem Gesamtvorstande des Tempelvereines eingefunden; als Vertreter des Bezirksvorftehers war Herr Bezirksrat Späth erschienen. Die Feier wurde durch Sulzers „Hallelujah", vont Chor und Orgel trefflich exekutiert, eingeleitet. Beim Verlesen der Thora wurde als erster der Präsident, Herr Dr. Jakob Engel aufgerufen, der den verbündeten glorreichen Herrschern und deren siegreichen Armeen einen solennen „Mischeberach" machen ließ, der von Herrn Oberkantor Dünmann verfaßt und mit gewohnter Meisterschaft vorgetragen wurde. Sowohl der Präsident wie die anderen zur Thora Vorgerufenen spendeten namhafte Beträge für Kriegsfürsorge- und andere Wohltätigkeit^wecke. Den Mittelpunkt der erhebenden Feier bildete die Festrede Sr. Ehrwürden des Herrn Gemeinderabbiners Dr. I. Drobin sky, der die Bedeutung der glänzenden Waffentat unserer unvergleichlichen Heere für uns als Patrioten, Juden und Menschen in überaus fesselnder und ergreifender Weise zu beleuchten wußte. Hierauf betrat der gesamte Vorstand die Estrade, es erklangen von der Orgel die machtvollen Akkorde des „Gott erhalte" und der deutschen Hymne, die von allen Anwesenden begeistert mitgesungen wurden, und damit schloß die schöne, eindrucksvolle Feier. Wien. (Mäd chen-Unter st ützungs-Verein.) An den Handelsschulen dieses humanitären Vereines finden die Einschreibungen für das Schuljahr 1915/16 Mittwoch, den 30 Juni, von 3 Uhr nachmittags an und Donnerstag, den 1. Juli, von 8 Uhr früh an statt. Für die Frauengewerbeschule werden sie am 5. Juli nachmittags und am 6 Juli vormittags vorgenommen. Die Aufnahmswerberinnen (bedürftige israelitische Mädchen, die das 14. Lebensjahr zurückgelegt haben) mögen sich in der Schulkanzlei, JX.. Seegasse 16 a, in Begleitung ihrer Eltern oder deren Stellvertreter melden. Mitzubringen sind Geburts- und letztes Schulzeugnis, sowie letzt erhaltener Impfschein. Austritte aus dem Judentum vom 12. bis 26. Juni 1915. Brann Felix, Schriftsteller, geb. 4. November 1885 in Wien, VII., Breitegasse 17. Brann Hedwig, geb. 29. Mai 1891 in Wien, XIII., Beckmanng. 1. Brüll Ednard, Realschüler, geb. 27. August 1900 in Wien, 1. Bez., Esslinggasse 9. Friedmann Wilhelm, Kaufmann, geb. 28. Mai 1874 in Wien, XIV., Reichsapfelgasse 35. Gorniak Belle Mindel geb. Helfer, Kaufmannsgattin, geboren 14. Oktober 1877 in Rzeszow, I., Kärntnerstr. 1 u. 28. Grünwald Helene, geb. 20. Feb. 1885 in Wien, VII., Schottenfeldg. 89. Kaiser Alexander Dr., Arzt, geb. 1. September 1871 in Esseg, XIII., Altgasse 21. Kaiser Klara, Arztensgattin, geb. 29. Oktober 1876 in Wien, XIII., Altgasse 21. Korolany Hans Theodor, Rechtshörer, geb. 24. Jänner 1896 in Wien, VII., Halbgasse 16. Hassarik Melitta, geb. 16. Jänner 1889 in Wien, III., Untere Weissgärberstrasse 45. Weiss Isidor, Schauspieler, geb. 1. Juni 1881 in Wien, dz. Jägerndorf, Zucker Otto, Rechtshörer, geb. 14. Mai 1893 in Strakonitz, Böhm.. XIX., Döblinger Hauptstrasse 23. Dank der Flüchtlings-Mädchen. Wir werden um Aufnahme nachstehender Dankeskundgebung ersucht: „Am Schlüsse des Jahres, wo so viele Schüler und Schülerinnen ihren Lehrern den Dank für ihre große Mühe und Aufopferung aussprechen, drängt es ganz besonders uns Flüchtlingsmädchen aus Galizien, unseren innigsten Dank für den genossenen Unterricht im Pensionate Altschul an dieser Stelle auszudrücken. Die verehrte Leiterin desselben, Frl. Altschul, hat sich gleich zu Beginn unseres Hierseins in hochherziger Weise erboten, uns Mädchen im Alter von 16 bis 18 Jahren Gelegenheit zu verschaffen, uns auf eine gediegene und zweckmäßige Art und Weise fortbilden zu können, wofür wir ihr sowie ihren verehrten Lehrkräften, die sie darin unterstützten, nicht genug dankbar sein rönnen. Möge dies edle Werk den Lohn finden, den es verdient! Flüchtlingsmädchen aus Galizien. Karlsbad. (Fe st gottesdien st anläßlich der Einnahme vonLemberg.) Im israelitischen Tempel zu Karlsbad fand am Samstag, den 26. v. M., in Verbindung mit dem Mussaph-Gebete ein Festgottesdienst statt, welchem der gesamte Vorstand sowie ein großer Teil der Gemeindemitglieder und Kurgäste im Festgewande beiwohnten. Rabbiner Dr. Ignatz Ziegler hielt eine Predigt, in welcher er in beredten Porten unserer heldenmütigen Armee gedachte und die ruhmreichen Taten unseres geliebten Kaisers, seine väterliche Fürsorge für Volk und Heer, sowie seine hervorragenden Tugenden hervorhob. Nach Schluß der Predigt wurde die Volks- Hymne gesungen. Das Gotteshaus war bis zum letzten Platze gefüllt. Der Vorstand der Kultusgemeinde sandte ein Huldigungstelegramm an die allerhöchste Kabinettskanzlei. _ Wiener-Neustadt. Am Sonntag, den 27. Juni, fanden in den hiesigen Gotteshäusern aller drei Bekenntnisse feierliche Dankgottesdienste anlätzlich der glorreichen Siege der verbündeten Heere statt. Die meisten Honoratioren hatten sich von den Kirchen in die Synagoge begeben, wo Herr Kultusvorsteher Chefarzt Dr. Wilhelm Wolf in Paradeuniform eines Regimentsarztes die Gäste empfing. Man sah Vertreter der Bezirkshauptmannschaft, des Stadtrates, Monsignore Flocken von der Leopoldskirche, Zisterzienserpatres vom Neukloster, Vertreter der Militärakademie, des Stationsksmmandos, L. -G.-R. Straßgjchavandtner in Vertretung des Kreisgerichtes, Dr. Eberstaller von der Staatsanwaltschaft, Seminardirektor Doktor Beneßch, Vertreter der evangelischen Gemeinde, der Schulen, zahlreiche jüdische Verwundete und Soldaten, Vorsteher-Stellvertreter und Fabrikant Ehrenhaft, Kultusrat Dr. Wilder und viele andere. Den Gottesdienst versah in erhebender Weise Herr Oberkantor M. A. Landau, die Festpredigt, die einen mächtigen Eindruck ausübte, hielt Herr Gemeinderabbiner Dr. Moritz Bauer aus Wien, 8. Bez. (Josefstadt). Nach dem Kaisergebete sprach Herr Oberkantor Landau einen Mischeberach für die im Felde stehenden Soldaten, worauf die ganze Festversammlung die Volkshymne sang. — Biel bemerkt wurde, datz zum erstenmal auch Vertreter der katholischen Geistlichkeit in der Synagoge erschienen. Rokitzan. Am verflossenen Sonntag fand in der hiesigen Synagoge anlätzlich der Wiedereroberung Lembergs ein solenner Gottesdienst statt, an welchem sich die Kultusgemeindeangehörigen sowie die im Bezirke untergebrachten Kriegsflüchtlinge beteiligten. Im dichtgefüllten Gotteshause hielt nach abgrhaltenem Minchagebtte der Ortsrabbiner eine dem freudigen Anlasse entsprechende patriotische Festrede mit anschließendem Kaisergebete. Daraus bestieg der Kriegsflüchtling Rabbiner Joel Günsberg aus Bursztin die Kanzel, um in einer äußerst geistreichen Rede die Freude über die Wiedereroberung Lembergs und die daran sich knüpfenden Hoffnungen der Flüchtlinge Ausdruck zu verleihen. Mit einem hebräischen Gebete für das Wohl unseres geliebten Monarchen und dem Absingen der Volkshymne schloß die erhebende Feier. Danksagung. Die jüdischen Soldaten aus der Bukowina und Ostgaliziens, welche das Glück hatten, durch die lange Reihe von Monaten Gäste der schönen und gastfreundlichen Stadt Leoben zu sein, haben im Laufe dieser Woche mit ihren Kommanden die Stadt und Umgebung verlassen und sind nach Ungarn gezogen.

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