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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-07-02 · 27 (2.7.1915) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
27 (2.7.1915)
Date
1915-07-02
Page
– (sequence 14)
Language
German
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T-. i 502 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr 27 gewande und der Tempel war bis auf das letzte Plätzu-en von festlich gekleideten Andächtigen ge-üttt. Als Vertreter der Bezirkshauptmannschaft erschien Kommissär Dr. Johann Karl Vogl. Die von Herrn Oberrabbiner W. Reich gehaltene Festpredigt wirkte auf die Anwesenden tief und gewaltig und löste zugleich in allen Herzen eine freudige Stimmung aus. Mit dem von Herrn Obcrrabbiner Reich vor offener Bundeslade gesprochenen Kaisergebete, nach dem die Kaiserhymne intoniert wurde, schloß der feierliche Dankgottesdienst. Nitolsburg. Die Stadtgemeinde II in Nikolsburg und die israelitische Kultusgemeinde Nikolsburg haben am 23. Juni l. I. anläßlich der Eroberung Lembergs nachstehendes Huldigungstelegramm an Se. Exzellenz dem Herrn k. k. Statthalter in Brünn eingeseudet: „Hochbeglückt durch die fortschreitenden Siege unserer glorreichen Armeen, die zur glücklichen Wiedereroberung Lemberg führten, gestatten wir uns im Namen der Stadtgemeinde Nikolsburg II und der israelitischen Kultusgemeinde Nikolsbürg die herzlichsten Glückwünsche zu übernritteln mit der Bitte, diese Kundgebung, als Ausdruckunserer unwandelbaren Anhänglichkeit an unser erhabenes Herrscherhaus an die Stufen des allerhöchsten Thrones gelangen zu lassen. Gott beschütze Se. Majestät, das a. h. Kaiserhaus, 'unsere glorreichen Heerführer, die tapfere Armee und den treuen Verbündeten. Franz Deuts ch, Bürgermeister, Gustav Pisk, Kultuspräsident." — Am 25. Juni fand zur Feier der großen Waffenerfolge unseres und des verbündeten Heeres in der hiesigen, festlich geschmückten Altschul-Synagoge ein Dankgottesdienst mit Festpredigt statt, an welchem der Vertreter der k. k. Bezirkshauptmannschaft. Oberlandesgerichtsrat W u s ch k e, Bürgermeister und Landtagsabgeordneter Alois W i n t c r, die Schulleitung, der Lehrkörper der Baron Hirsch-Schule, der Kriegerverein, die Vertretungen beider Gemeinden, eine große Anzahl von Festgästen und die hierorts wohnhaften Flüchtlinge teilnahmen. Herr Rabbiner Dr. Moriz Lew in hielt eine schwungvolle Huldigungsrede, die er mit einem Gebet für den Kaiser, für das Gedeihen der Monarchie und für die verbündeten tapferen Armeen schloß. Mährisch-Ostmu. Zugunsten der Witwen und Waisen nach Kriegsgefallenen stiftete die Stadtgemeinde Mähr- Ostrau einen „Wehrschild", der am 21. Juni unter überaus großer Beteiligung aller K-reise der Bevölkerung, der staatlichen und militärischen Behörden, feierlichst enthüllt und benagelt wurde. Bürgermeister Dr. Fiedler eröffnete die Feier mit einer patriotischen Ansprache. Bezirkshauptmann Dr. v. Gschmeidler schilderte in begeisterten Worten die Einigkeit der Bevölkerung im Dienste der Kriegsfürsorge. Hierauf begaben sich die ofsü zielten Persönlichkeiten zu dem Wehrschilde, um die ersten sechs von der Stadtgemeinde gestifteten goldenen Ehrennägel einzuschlagen. Den ersten Nagel schlug der Bürgermeister ein, nach ihm der Vertreter der Militärbehörde, General Moulik. Ihm folgten Bezirkshauptmann Dr. v. Gschmeidler namens der staatlichen Behörden, dann Kanonikus Spieka, evangelischer Pfarrer Michalik und Rabbiner Dr. Spira. Dieser erfreut sich der allgemeinen Anerkennung durch seine außerordentliche Rednergabe, durch seinen Edelmut, seine Herzensgüte und Pflege der Humanität. Sämtliche jüdischen Vereine und die Vertretung der israel. Kultusgemeinde beteiligten sich korporativ an der Feier und stifteten Ehrennägel. Die Trauer um Max Szabolcsy. Das Leichenbegängnis des in Baraton-Füred, wie bereits berichtet, plötzlich verstorbenen Begründers und Chefredakteurs des ungarisch-jüdischen Blattes „Egyenlöseg" Max Szabolcsy war eine imposante Kundgebung der aufrichtigen Trauer der gesamten fortschrittlichen Judenschaft ^Ungarns aber den Verlust ihres Führers und Beraters, dem die ungarische Judenschaft so viel Dank schuldet. Zahlreiche große und kleinere Gemeinden hatten ihre Vorsteher und Rabbiner entsendet, sämtliche jüdischen Organisationen, Anstalten, Wohlfahrts- und kulturelle Einrichtungen, von denen die meisten einer Anregung Szabolcsys ihre Existenz und seiner Propaganda ihre Entwicklung verdanken, waren vertreten. Der Vorstand der Budapefter Kultusgemeinde gab ihm vollzählig das letzte Geleite. Als der Sarg in Baraton-Füredzur Bahn gebracht wurde, hielt der orthodoxe Rabbiner der Gemeinde Esra G o l d st e i n eine sehr eindrucksvolle Rede, in welcher er, bei aller Aufrechterhaltung der Meinungsverschiedenheiten, welche zwischen den Orthodoxen und dem Verstorbenen bestanden haben, dessen große Verdienste stm bas' Judentum anerkannte. In Budapest 'wurde der Sarg von dem Ofner Oherrabbiner Dr. Arnold Kisch nach einer poetisch gehaltenen Rede in Empfang genommen. Die eigentliche Trauerfeier fand anläßlich der Bestattung der Leiche auf dem Neuer: Friedhofe statt, wo die Chewra-Kadischa, als Eigentümerin des Friedhofes, dem Verstorbenen auf dem für berühmte' Juden reservierten Ehrenplätze ein Ehrengrab widmete. Hier hielt zunächst Dr. Elias Adler, Rabbiner in Budapest, ein intimer Freund der Familie, die Trauerrede, welche einen mächtigen Eindruck hervorrief. Nach ihm sprachen Rabbiner Dr. Simon H e v e s i, ferner der Präsident der israelitischen Pandeskanzlei Moritz Mezei,. der Präsident.der Pester Chewra-Kadischa Hofrat Julius Winterberg, der Präsident des Landesrabbinerverbandes Oberrabbiner Dr. Eduard Neu mann, Groß- Kanisza, namens des Verbandes der Budapefter Journalisten Ernst Mezei, ferner Dr. Alexander Lederer und Dr. Josef F e l d m a n n. Sämtliche Gemeindehäuser, Synagogen und öffentlichen jüdischen Gebäude in Budapest wie auch in zahlreichen Provinzstädten hißten die Trauerfahne. Ebenso wurde beschlossen, zum Andenken, an dm Verstorbenen in den Synagogen Requiem abzuhalten. Der ungarische israelitische Landesfonds. beschloß, zum Andenken. an Max S z a b o l c s y eine Stiftung von 5000 Kronen zu errichten, deren Zinsen jährlich an einen vorzüglichen Schüler des Budapests Rabbinerseminars verliehen werden soll, ferner aus seiner Mitte ein Komitee zu wählen, dessen Aufgabe es sein wird, im ganzen Lande eine Sammluüg einzuleiten, um namens der gesamten fortschrittlichen Judenschaft Ungarns dem Verstorbenen ein würdiges monumentales Grabdenkmal zu errichten. Der Redaktion des „Egyenlöseg" sowie der trauernden Familie sind Tausende. von Beileidsdepeschen und Zuschriften zugekommen. Schließlich sei noch erwähnt, daß nach einer Beratung der Redaktionsmitglieder die Leitung des Blattes auf den Sohn des Verstorbenen, Dr. Ludwig S z a - bolcsy, welcher seinen Vater während der Krankheit vertreten hatte, und auch sonst eifrig an dem Blatte mitarbeitete, übergegangen ist. Vermischtes. Spende izuMnstenr des WnVulLtoriums für Flüchtlinge. Durch Feldrabbiner Dr. Tauber sendet Sanitätschef Dr. Karl Brenner Kr. 20.— als Spende für das zionistische Ambulatorium Der Betrag ist ein Honorar, das er für die erste einem jüdischen Mädchen geleistete Hilfe erhalten hat.

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