Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 27 (2.7.1915)
- Date
- 1915-07-02
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 27 Dr. Bloch's Wochenschrift Sette 493 Samuel Pfeifer, Feldkanonenregiment Nr. 14; Zugsführer Samuel Guthis, ung. Landwehrregiment 2; Zugsführer 'Godel Lieblich, Korporal Joachim Reizes, Jnfanterie-Divisionssanitätsanstalt Nr. 43. In dieser Zusammenstellung sind verzeichnet: 4 Ritterkreuze des Franz Josef-Ordens, 4 Militärverdienstkreuze 3. Klasse, 20 Signum laudis, 6 goldene Verdienstkreuze mit der Krone, 4 goldene Verdienstkceuze, 10 silberne Verdienstkreuze mit der Krone, 2 silberne Verdienstkreuze, 6 silberne Tapferkeitsmedaillen 1. Kl., 24 silberne Tapferkcitsmedaillen 2. Kl., 22 bronzene Tapferkeitsmedaillen, zusammen 102 Auszeichnungen; davon entfallen 32 auf Offiziere und Kadetten, 15 auf Militärärzte und Militärbeamte, 55 auf Personen des Mannschafts standes. Weitere Auszeichnungen. Dr. Fritz Freund, Ausschußmitglied des Jüdischen Volksvereines in Saaz, ist nach seiner im Winter erfolgten Verwundung an die Front zurückgekehrt, dort zum Oberleutnant und Kompagniekommandanten ernannt und jetzt mit dem Signum laudis ausgezeichnet worden. Herr Oskar Reach, Oberleutnant einer Landwehrhaubitzendivision, ein Sohn des gewesenen Großkausmannes in Prag Ludwig H. Reach, wurde wegen seines tapferen Verhaltens vor bem Feinde mit dem Signum laudis ausgezeichnet. Oberleutnant Reach wurde von dem kommandierenden Generalmajor durch eine Ansprache geehrt, die sein heldenmütiges Verhalten vor dem Feinde hervorhob. Der General schloß seine Ansprache mit einem Hoch auf den tapferen Offizier. Die Rede wurde auch als Kommandobefehl der Mannschaft vorgelesen. Oberleutnant Reach war bereits im November vorigen Jahres durch einen Granatsplitter am Kopfe verletzt worden und hat acht Wochen im Offizierssanatorium Dr. Off er zugebracht, um sich nach seiner Heilung wieder an die Front zu begehen. Auszeichnung eines Wiener Arztes. Der Kommandant des k. u. k. Rekonvaleszentenheimes in Heinzendorf bei Bielitz, Herr Garnisonschefarzt k. u. k. Landsturm-Oberarzt Dr. Ferdinand Rosenthal, wurde für aufopferungsvolles und vorzügliches Verhalten vor dem Feinde laut Verordnungsblatt Nr. 86 mit dem goldenen Verdienstkreuz mit der Krone am Bande der Tapferkeitsmedaüle ausgezeichnet. Der Dekorierte ist ein in den Wiener Kreisen bestbekannter und überaus beliebter Arzt. Als Mitglied der jüdischen Vereine „Union", „Allianz". „Mensa akademica;udaica", „Hort", „Bikur Cholim" usw. ist er ein treuer Bekenner des Judentums, dessen Humanität hochgeschätzt und unter den Armen seines Glaubens schon so manche Träne getrocknet hat. Seine Auszeichnung wird umso freudiger begrüßt, als er seit Beginn des Krieges im Felde steht und laut Zeitungsberichten vom September v. I. als verwundet und von den Russen gefangen galt. Fähnrich Alexander Timföld aus Szakolcza (Skalitz, Ungarn) erhielt „in Anerkennung besonders pflichttreuer Dienstleistung vor dem Feinde" das goldene Verdienstkreuz am Bande der Tapferkeitsmedaille. Alexander Timföld ist der Sohn des Herrn Wilhelm Timföld, Großgrundbesitzer und Präses der isr. Kultusgemeinde in Szakolcza, und steht seit Kriegsbeginn im Felde, zugeteilt dem Honved-Jnfanteriebataillon Nr. 29. Ein zweiter Sohn des Herrn Kultuspräses, der Einjährig- Freiwillige Julius Timföld, wird zurzeit in Tyrnau militärisch ausgebildet. Ehrung eines jüdischen Kelden. Wie in diesen Blättern bereits mitgeteilt wurde, erhielt der jüdische Stabsfeldwebel Leo Lustig, welcher schon früher für sein heldenmütiges Verhalten ausgezeichnet worden war, für seine neuerlichen Beweise todesmutiger Tapferkeit die goldene Tapferkeitsmedaüle. Die feierliche Ueberreichung dieser hohen Auszeichnung fand, wie erinnerlich, im Stefaniespitale in Anwesenheit Angehöriger des allerhöchsten Herrscherhauses statt, wo Stabsfeldwebel Leo Lustig infolge schwerer Verwundungen in Pflege stand. Am Tage vor seiner neuerlichen Einrückung ins Feld fand im Präsidium der Wiener isr. Kultusgemeinde eine herzliche Ehrung des ausgezeichneten jüdischen Helden statt, an welcher die beiden Vizepräsidenten Dr. Gustav K o h n und Hofrat Dr. Benjamin Rappaport, k. k. Feldrabbiner Dr. Arnold Frankfurter, sämtliche Oberbeamten der Kultusgemeinde unter Führung des Sekretärs Dr. Emil Adler teilnahmen. Hofrat Dr. Rappaport überreichte eine vom Vorstande der Wiener israel. Kultusgemeinde dem Ausgezeichneten gewidmete goldene Uhr mit folgender Ansprache: „Der Vorstand der Wiener israel. Kultusgemeinde hat einem Berichte Sr. Ehnvürden des Herrn Feldrabbiners mit großer Genugtuung entnommen, daß Sie in Anerkennung Ihres überaus tapferen und todesmutigen Verhallens vor dem Feinde von Sr. Majestät dem Allerhöchsten Kriegsherrn mit der goldenen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet wurden. Die Feierlichkeit, mit welcher Ihnen diese hohe Auszeichnung überreicht wurde, war Ihnen ein Beweis, daß Ihre hervorragenden Leistungen als Soldat in den höchsten Kreisen Würdigung und Bewunderung gefunden haben. Wohl hat Se. Ehrwürden bei diesem Anlasse Ihnen bereits die Glückwünsche des Kultusvorstandes verdolmetscht und wenn der Vorstand sich veranlaßt sieht, Ihnen jetzt, da Sie wieder genesen, abermals ins- Feld ziehen, um Ihre Pflicht weiter zu erfüllen, eine besondere Ehrung zuteil werden zu lassen, so geschieht dies, um Ihnen damit zum Ausdrucke zu bringen, daß Sie durch Ihre außerordentliche Pflichterfüllung nicht nur dem Vaterlande treu gedient, sich selbst eine innere Befriedigung verschafft, sondern auch dem Judentums, dem anzugehören Sie stets mit Stolz erfüllen möge, einen hervorragenden Dienst geleistet haben. Mit Freuden kann ich es hier hervorheben, daß gleich Ihnen eine beträchtliche Anzahl von Glaubensbrüdern in diesem furchtbaren Kriege durch ihre beispielgebende Tapferkeit und hinreißende Todesverachtung die goldene Tapferkeitsmedaille errungen hat. Möge Ihnen dieses Zeichen unserer Anerkennung ein Ansporn sein für die Zeit Ihres ganzen Lebens, dem Vaterlande und unserem Glauben ein gleich treuer, hingebungsvoller Sohn zu bleiben! Der Allmächtige geleite Sie auf Ihrem Wege der Pflicht, lasse Sie teilhaben an den Siegen unserer glorreichen Waffen und an der Erringung eines ehrenvollen Friedens und lasse Sie wohlbehalten heimkehren in den Kreis Ihrer Familie." Stabsfeldwebel Leo Lustig dankte gerührt mit einigen Worten, womit die Feier ihren Abschluß fand. Ing. Semmy Berliner. Am 23. v. M. fand in Wien (Zentralfriedhof) die Beisetzung der Leiche des am 10. Mai gefallenen Ingenieurs Semmy^ Berliner, Vizewachtmeister im Hannoverschen Feldartillerieregiment „von Scharnhorst" Nr. 10, statt, der in der großen galizischen Schlacht bei B e s k o den Heldentod gefunden hat. Die überaus große Beteiligung legte Zeugnis ab von der Wertschätzung, der sich der so früh Verblichene in weitesten Kreisen erfreute. Herr Rabbiner Dr. Dobrinski vom Tempel in der Schmalzhofgasse, welchen der Schwiegervater des Verstorbenen, Herr Leopold Waller, als Vorstandsmitglied angehört, entsprach in seiner Rede wohl der allgemeinen Auffassung, wenn er hervorhob, daß die glänzenden Siege der letzten Tage einen Glorienschein auch über die Hinterbliebenen der Helden erstrahlen, wie die Großtaten der gefallenen Lieben als ewig glänzendes Licht in ihren Herzen leuchten läßt und die Schrecknisse des