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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-06-25 · 26 (25.6.1915) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
26 (25.6.1915)
Date
1915-06-25
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Nr. 26 Seite 678 Dr. Bloch'S Mochtttßchrift zündet. Drei Juden, die aus den brennenden Gotteshäusern die Gebetrollen retten wollten, würden niederf schlagen und blieben tot liegen, der Kaufmann Jakob liglcr wurde erschossen; dann würden Gerüchte ausgestreut, daß die Juden diesen Brand gelegt hätten, viele wurden eingezogen und so lange mißhandelt und gemartert, bis sie unterschrieben, daß sie wirklich das Feuer gelegt haben. Sie haben damit ihr Todesurteil unterschrieben, denn am nächsten Tage wurden sie auf dem Marktplatze nebeneinander aufgehängt. Auf diese Weise kamen bei dem Einzüge der Russen ums Leben: Eierhändler Ohringer, Friseur Samson Adler, die Kaufleute Maier Eckerling, Isaak Allerhand, Zew Kaswin, Nuchim Ticker und Laster. Dann mußten sich zehn Juden als Geiseln bereitstellen mit der Widmung, gehängt zu werden, wenn noch einmal Feuer auskommen würde. In dem Protokoll wurde dann behauptet, die Juden hätten ihre eigenen Geschäfte und Häuser angezündet, damit sie den russischen Soldaten nichts von Ihren Vorräten verkaufen müßten. Als dann spÄer durch die Unvorsichtigkeit von Soldaten beim Kochen einer Mahlzeit ein Keines Häuschen in Brand geriet, sollten die erwähnten zehn Juden gehängt werden Sie wären schon versammelt und sprachen ergeben die Sterbegebete, als der russische Kommandant abberufen wurde und nicht mehr zurückked te. Sem Nachfolger sistierte das Verfahren. Durch den früheren Kommandanten hatte die Bevölkerung sehr viel zu leiden, denn er ließ den Soldaten ünd ihren zum großen Teil sehr ungebildeten Führern in der Betätigung ihrer rohen Gelüste freie Hand. So kam es einmal vor, daß auf dem Marktplatze, während dort die Musik des russischen Regiments zur Unterhaltung der Offiziere spielte, einige Männer und Frauen hingebracht, vollständig entlleidet und dann solange mit Nagaiken geschlagen wurden, bis sie bewußtlos liegen blieben. Eines Tages wurden sämtliche Mädchen und Frauen, die in der Stadt aufzutreiben waren, von den Soldaten zuscmimengeholt, in eine Scheune getrieben und dort Mehrere Tage .'festgehalten, während welcher Zeit ihnen Gewalt'angetan wurde. Auch in der Umgebung wurde in ähnlicher Weise gewirtschaftet. Sämtliche Gutsbesitzer wurden ausgeraubt. Das Vieh, die Vorräte und das bare Geld wurden weggenommen. Während dieser"Zeit legten die Rüssen stark befestigte Schützengräben um Horodenka an, die bis in die umliegenden Dörfer .hineinreichten. Schon Anfang Juni - wurde, die Stimmung der russischen Truppen eine sehr deprimierte. Sie hatten vor den Deutschen große Angst. Wiederholt konnte man aus dem Munde der Offiziere hören: „Was können wir da noch machen? Wenn , wir heute mit 800 Mann' irgendwo stehen, haben die Deutschen in einer Stunde 8000 MänN dort." Zu Beginn der zweiten Jüniwoche wurde die Situation der 'Russen offenkundig. Sie hätten den Train bereits Marschfertig gemacht, das Feuer wurde immer heftiger, immer mehr Verletzte wurden durch Horodenka gebracht, erst in der Richtung nach Stanislau und Ottynia, däün tarnen die Trains wieder züruck, um' in der Mchtung nach. Kolomea befördert zu werden. Es herrschte völlige Verwirrung. Die Offiziere und.Mannschaften erzählten von den immensen Verlusten, die sie täglich hätten Am Abend des 9. Juni drangen die Unseren bisindie Dörfer vor, in der Nacht entwickelte sich noch ein heftiges Gewehrfeuer und dann kamen kämpfend die ersten Aufklärer der Tiroler Landesschützen, denen rasch andere Gruppen dieses Regiments folgten und die Stadt vom Feinde säuberten, der nach seinen eigenen Angaben vor Horodenka 7000 Mann verloren hatte. Am darauffolgenden Tage rückte schon eine Jnfanterietruppendivision in Horodenka ein, von der Zivilbevölkerung mit Freudssntränen begrüßt. Auszeichnungen jüdischer Krieger mit dem Eisernen Kreuze. (Bisher wurden 2998 mitgeteilt, in der vorliegenden Nummer 79, zusammen 3077.) *. Ahlem. Lehrer Julius Stein aus Mellrichstadt in Bayern. Berkach, S.-M. Rudolf Goldschmidt, Feldwebel im Landwehr-Infanterieregiment Nr. 71. ' Berlin. Baumstr. Siegfr. Kl sch er; Mar B e n d i r, Offizier- Stellvertreter und Ernennung zum Leutnant; Ingenieur Mar Goldschmidt, ernannt zum Feldwebel einer Kavallerie-Kraftwagen-Kolonne, Sohn, des Kaufmannes Karl Goldschmidt in Posen; F. Hey mann, Leutnant der Reserve, Adjutant beim Stabe einer Fußartillerie-Munitionskolonnen-Abteilung im Osten; Dr. Willi Jona, s, Oberarzt im 3. Reservekorps; Georg Leopold in der 32. Feldflieger-Abteilung; Georg Licht enfeld, Gefreiter im Landwehr-Infanterieregiment 66; Kaufmann- Martin Lubowski, ungedienter Landsturmmann, zurzeit schwer verwundet in Laz; Prinz, Unteroffizier in der 2. Feldluftschiffer-Abteilung, Flaschenkellerarbeiter; Stabsarzt Dr. M a n k i e w i tz; Stabsarzt Dr. Edmund Werner; Fritz Cals, Vizewachtmeister; Dr. James Cohn, Assistenzarzt; Telegraphist Alfred Gold st ein; Stabsarzt Dr. Rud. Katz,' Sohn des Rittergutsbesitzers Julius Katz in Goldschmieden, Kreis Breslau; Dr. Rich. Lamm, Gerichtsasiessör; Erich Lindeman n, Unteroffizier und Flugmeister (auch die österreichische große Silberne Tapferkeitsmedaille 1. Kl.); Leutnant Viktor Mannheimer, Mitinhaber der Firma Fraenkel und Roer; Jakob Mendelsohn, Vizefeldwebel; Ohrenarzt Dr. Albersheim, Stabsarzt; Gerichtssfsessor Felir Le sser, Ofsizier-Stellvertreter; Rechtsanwalt Dr. Ernst Ruß, Unteroffizier. Berlin-Friedenau. Felir Meyer, Feldunterarzt, Sohn des verstorbenen bekannten Geigers Felir Meyer. Berlin-Lichterfelde Dr. Mar Philipp Tichau, Oberleutnant; Harry Ruß, Diplom-Ingenieur. Berlin-Neukölln. Mar Schneider, Unteroffizier. Berlin-Nitolasfee. Dr. Walter Peltafon, Offizier-Stellvertreter, Sohn.des Direktors Peltafon. Berlin-Schönebrrg. Kammergerichtsreferendar Memmelsd o r f f, 'Leutnant d. R.> Führer einer Munitionskolpnne; Dr. Julius Michalski, Vizewachtmeister im 2. Garde-Feldartillerieregimenl, Referendar. . Berlin-Steglitz. Georg H e l l m a n n, Unterarzt. Berlin-Wilmersdorf. Dr. Felir Jakobi, Regimentsarzt bei einem Infanterieregiment im Osten; Paul Prausnitz, Unterarzt, zurzeit beim Stäbe einer Munitionskolynne im Osten; Dr. Erich Reuß, Bataillonsarzt; Dr. med. Mar Schönfel dt, Assistenzarzt beim 16. Reserve-Jägerbataillon; Karl Siegmund Mahler, Inspektor eines Feldlazarettes, Fabrik. (Güntzelstraße Nr. 35); Dr. med. Artur Pappenheim, Professor; Rechtsanwalt Dr. Ernst Rieß, bei einer' Etappen-Jnspektion, Sohn von Moritz Rieß in Breslau. Beuthen (Ober-Schlesien). Nathan Sittenfeld, Grenadier. Bonm Ludwig Philipp so n, Sohn des Herrn Professors Dr. Alfred. Philippson. Breslau. Fritz Lewy, Sohn des Herrn Gustav Lewy, Trebnitzerstraße 9, Bruder der gefallenen Hans und Herbert Lewy; Oberapotheker Willy Rosenthal, Sohn des Oberkantors Rosenthal. Charlottenburg. Architekt Alfred B i e b e r, Kriegsfreiwilliger; Leopold Prinz, Wehrmann. Chemnitz. Dr. Mar Sichel, beim Sanitatskommando der 53. Reservedivision. Czarnika«. Offizier-Stellvertreter Salomon ,C o h n. Dortmund. Ernst Brandes, Diplomingenieur, Leutnant. Elberfeld. Fritz Weyl, Unteroffizier der Reserve im Feldartillerieregiment Nr. 21, Sohn des Herrn ersten Gemeindevorsitzenden Albert Weyl; Alfred Meyer, Vizefeldwebel der Reserve bei einer Radsahrabteilung. Erfurt. Siegfried Bibo, Unteroffizier im Landwehrregiment Nr. 36, Sohn des Herrn Otto Bibo, der im Feldzüge 1870/71 dieselbe Auszeichnung erhalten hat. Erstein. Josef Weil!, Gefreiter im Feldartillerieregiment Nr. 225, Sohn des Getreidehändlers Herrn Ph kipp Weil!.. Fürth i. B. Willy B e n d i t, Unteroffizier, Sohn des Inhabers. der Firma. Ludwig Bendit. Gera (Reütz). Freiwilliger Leo Kirschen, zurzeit verwundet ' in Halle, Sohn des Herrn Eh. David Kirschen. Greiffenberg. Rechtsanwalt G l o g a u er.

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