Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 26 (25.6.1915)
- Date
- 1915-06-25
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 26 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 4?3 AeldmarschaikeuLnanL Kornhaber von Mrkis. Der Kaiser hat den Feldmarschalleutnant mit Titel und Charakter Adolf Kornhaber v. P i l i s in der Gruppe der auf Mobilisierungsdaner aktivierten Offiziere des Ruhestandes zum Feldmarschalleutnant ernannte Weitere Auszeichnungen. Oberleutnant Dr. .Schmierer, Advokaturs-Kandidal aus Lemberg, 29. Jägerbataillon, erhielt das Militärverdienstkreuz 3. Klasse mit der Kriegsdekoration. Oberleutnant W i t r l i n, Infanterieregiment 80, Kaufmann aus Lemberg, erhielt das Eiserne Kreuz zweiter Klasse und das Signum laudis. Der bekannte Kunst- und Paarläufer auf dem Eise Leo .Horwitz wurde für jc:u tapferes Verhalten vordem Feinde zum Fähnrich befördert und mit der silbernen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Der absolvierte Jurist Bernhard Fränkel aus Czernowitz, Fähnrich im 58. Infanterieregiment, wurde wegeu tapferen Verhaltens vor dem Feinde mit der silbernen Tapferkeitsmedaille zweiter Klaffe ausgezeichnet. Durch Verleihung des Signum laudis für tapferes Verhaltet: vor dem Feinde wurde ausgezeichnet der Oberleutnant d. R. im k. u. k. Infanterieregiment Nr. 3 Paul Läufer aus Wien. Ein besonderer Held scheint der jetzt zum Leutnant beförderte Kaufmann Fritz Krebs zu fein. Als Sohn des Kaufmanns Carl Krebs in Kattowitz geboren, meldete ,er sich bei Ausbruch! des Krieges Äs .Kriegsfreiwilliger und rückte als gemeiner Soldat mit seinem Regiment (Rcs.-Jnfanterieregiment Nr. 224) ins Feld. An: 5. Mai wurde er zum Gefreiten, am 6. Mai zum Unterosfizrer und am 7. Mai zum Vizefeldwebel befördert. Am 22. Mai erhielt er das Offizierspatent. Der junge Leutnant ist 24 Jahre alt. Seine schnelle militärische Laufbahn dürfte wohl allgemeines Interesse verdienen. Er ist bereits schwer verwundet, rückt aber wieder ins Feld. In seiner Kompagnie waren 130 Aspiranten, von denen 25 avancierten; er war der einzige Jude und der einzige Kaufmann in seiner Kompagnie. Fähnrich Hans Petschek, Sohn des Herrn Doktor I. Petschek in Prag, Vizepräsidenten der Brüxer Kohlenbergbaugesellschaft, wurde für tapferes Verhalten vor dem Feinde durch Verleihung der silbernen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Vor kurzem ist auch sein älterer Bruder, Leutnant Dr. Paul Petschek aus Prag, mit dem Signum laudis ausgezeichnet worden. Ein Kriegsfreiwilliger aus Uatästina. In einem der Krakauer Festungsspitäler befand sich durch einige Wochen der Korporal Scharfsoh n, dessen bisheriges Oairienlum vitae: ebenso interessant als rühmlich erscheint. Seine Eltern waren infolge der russischen Judenverfolgungen nach Galizien geflohen, wo sich der Vater als Handwerker redlich durchbringt. Der junge Scharfsohn wanderte vor drei Jahren nach Palästina aus und arbeitete als landwirtschaftlicher Arbeiter in der Kolonie Merchawja. Zu Beginn des Krieges meldete er sich, obwohl noch russischer Untertan, freiwillig zur Dienstleistung in: österreichisch-ungarischen Heere und wurde vom österreichisch-ungarischen Konsulat in Jerusalem mit anderen Wehrpflichtigen auf dem Landwege über die Türkei nach der Monarchie befördert. Die Reise dauerte mehrere Wochen und war mit großen Schwierigkeiten verbunden. S ch a r f s o h n wurde beim Infanterieregiment Nr. 30 abgerichtet und meldete sich nach ganz kurzer Zeit zu der eben abgehenden Marschkompagnie. Er verbrachte vier Monate im Schützengraben und machte die Offensivaktion im Mai mit. Trotzdem er in den letzten Wochen an heftigen Fieberanfällen litt und ihn der Rementsarzt ins Spital schicken wollte, weigerre er sich, die Truppe zu verlassen. In kurzer Zeit wußte er sich durch seine Tüchtigkeit, Strammheit und Unerschrockenheit die Sympathien seiner Vorgesetzten zu erwerben. In einer schweren Situation meldete er sich freiwillig zur Brotfassung hinter der Schwarmtinie und versorgte die Kompagnie unter Lebensgefahr mit Proviant für die nächsten Stunden. Er wurde hiefür zum Korporal befördert und für die silberne Tapferkeitsmedaille in Vorschlag gebracht. Als er infolge des immer heftiger auftretenden Fiebers nicht mehr weiter konnte, wurde er nach Krakau transportiert, von wo er, nachdem sich sein Befinden gebessert hat, in kurzem zum Kader seines Regiments abgehen wird. DeLoriernngsfeier. Am Mittwoch, den 9. Juni 1915, fand in Anwesenheit mehrerer Offiziere und des Feldrabbiners Professor Dr. M. Tauber vor einer Ehrenkompagnie die Dekorierung des Feldwebels Salomou Schmerler des 31. Landsturm-Regimentes statt. Salomon Schmerler, geboren in Ber Kolusz in Galizien, ist ein gediegener Talmudkenner, der sich unter den schwierigsten Verhältnissen auch eine klassische Bildung anzueignen verstand. Er kam als Buchhalter nach Prag und brachte es durch fleißige Arbeit zum Filialleiter der allg. österr. Viehverwertungsgesellschaft. Als der Krieg ausbrach, ging er mit Begeisterung ins Feld — „galt doch der Kampf Rußland! Galt es doch, nicht nur das Vaterland, nicht nur die Kulturgüter des 20. Jahrhunderts, sondern auch für unsere Brüder im Reiche der Knutenherrfchaft zu kämpfen!" (Aus seinem Tagebuch.) Dank seiner Intelligenz, avancierte er sehr schnell und brachte es nach vier Wochen zum Feldwebel, die höchste Charge, die er erreichen konnte. Aber er erwarb sich das vollste Vertrauen und die Liebe der Vorgesetzten, und nun wurde er mit der Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Der Kommandant, Oberleutnant N e m e t s ch k e, hob in einer feierlichen Rede die Verdienste des Ausgezeichneten hervor und zum Schluß beglückwünschte ihn Feldrabbiner Prof. Dr. Tauber. Sechs Söhne eines Wabbirrers beim Militär. Herr Rabbiner B. L ö w y in Budin a. d. E. (Böhmen) .hat von acht Söhnen, von denen sieben im militärpflichtigen Alter stehen, sechs beim Militär. Der älteste, Karl, ist am 15. Februar eingerückt; Rudolf war achteinhalb Monate-im Felde und liegt jetzt krank in einem Prager Spital; Wilhelm ist seit Kriegsbeginn in Bosnien beim Eisenbahnsicherungsdienst; Otto ist nach Ausheilung seiner Wunden mit dem 7. Landwehrinfanterieregiment zum zweitenmale an die Front abgegangen; Josef dient aktiv, ist in Serbien an der Hand verwundet und jetzt beim Kader dem Wachdienst zugeteilt worden; Hermann rückte am 21. Juni als Landsturmmann ein. Von dem Klosterneuburger Vorstandsmitgliede Hermann Erber dienen seine drei Söhne beim Militär. Der älteste, Norbert Erber, der seit August 1914 beim k. u. k. Hoch- und Deutschmeister-Infanterieregiment 4 im Felde steht, wurde in Anerkennung pflichttreuer Dienstleistung vor dem Feinde zum Feldwebel befördert und mit dem silbernen Berdienstkreuz mit der Krone am Bande der Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Sein Bru-