Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 23 (4.6.1915)
- Date
- 1915-06-04
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 422 Dr. BLoch's Wochenschrift Nr. 23 Mmberg. Offizier-Stellvertreter Ernst Gutmann; Oskar Rvsenfeldcr, Mitinhaber der Verein. Klosettpapiersabr. G. m. b. H. Oberehnheim (Elsaß). Kriegsfreiwilliger David Bloch, Sohn des Rabbiners Dr. A. Bloch. Ortelsburg. Dr. ing. Emil H e n e» Vizefeldwebel im Maschinengewehr-F. Paderborn. Unteroffizier in einem Husarenregiment Res. Erich Loewenberg. Plauen. Josef Müller, Angestellter im Hause Jul. Tietz. Posen. Unterarzt Dr. Simon, Sohn des Stadtverordneten Herrn Simon. Schocken (Posen). Julian Fuchs. Stratzburg (Elsaß). Unteroffizier Pros. Albert D r e y s u s, inzwischen auf dem Felde der Ehre gefallen. Stroppen. Dr. Hans Markus, Assistenzarzt. Stuttgart. Unteroffizier Siegfried Haas, unter gleichzeitiger Beförderung zum Feldwebel; wurde außerdem mit der Friedrich August-Medaille in Silber ausgezeichnet.. Trier. Julius Schiff, unter gleichzeitiger Beförderung zum Vizefeldwebel. Zülpich. Sanitätsgefreiter Leo Sommer, im Infanterieregiment Nr. 168, 3. Kompagnie. * * * Befördert. Zu preußischen Offizieren: Berlin. Dr. jur. Hugo Ehrlich, im Mörserbataillon „Königsberg"; Karl Hauser, Inhaber des Eisernen Kreuzes, bei der 8. Kavallerie-Kraftwagen-Kolonne, 8. Kavalleriedivision. Cassel. Vizewachtmeister Dr. Richard Wolfs, bei der Ersatzeskadron des Husarenregiments (7. Kurhess.) Nr. 14. * * * Sonstige Auszeichnungen. Berlin. Der Prokurist der hiesigen Banksirma Siegfried Rebenwurzel, Herr Karl Guggenheim in Schöneberg, der in eineni Feldartillerieregiment an der Westfront Dienste tut, hat die hessische Tapserkeitsmedaille erhalten. Cannstadt. Manfred P i ck, Offizier-Stellvertreter im 12. bayerischen Infanterieregiment, Inhaber des Eisernen Kreuzes, wurde auch mit der Württembergischen Silbernen Verdienstmedaille mit Schwertern ausgezeichnet. Cassel. Schwester Sabine, Pflegeschwester der israelitischen Gemeinde zu Cassel, zurzeit aus dem östlichen Kriegsschauplatz, erhielt die Rote Kreuz-Medaille. Frankfurt a. M. Dr. Hans Nassauer, Vizewachtmeister der Reserve im Magdeburger Dragonerregiment Nr. 6, erhielt die Hessische Tapferkeitsmedaille. Hamburg. Leo Wolfs, Sohn der Witwe Pauline Wolfs, wurde die Rote Kreuz-Verdienstmedaille verliehen. Limburg. Adolf Leopold, Meldereiter beim Stabe des Großherzoglich Hessischen Landsturinbataillons .Darmstadt 4,. verdiente sich die Hessische Tapserkeitsmedaille. Ludwigsburg. Robert Mandelbaum, Unteroffizier im Feldartillerieregiment Nr. 65, erwarb sich die Württembergische Silberne Verdienstmedaille für Tapferkeit. Mainz. Dr. Paul Simon, Leutnant der Landwehr im Fußartillerieregiment. Generalseldzeugmeister (Brandenburgisches) Nr. 3, erwarb sich die Hessische Tapserkeitsmedaille. .. Meiningen. Justin Haas, Sohn des Herrn Arnold Haas, ist mit der Sachsen-Meiningenschen Verdienstmedaille ausgezeichnet worden. NiederwoUstadt. Landsturmgefreiter Herm. Stern, im Landsturmbataillon Breslau I, erhielt die Hessische Tapferkeitsmedaille. Regensburg. Mar Rosengold erhielt das Bayerische Verdienstkreuz dritter Klasse mit Schwertern. Worms. Rechtsanwalt Siegmund B a r u ch, bereits Inhaber des Eisernen Kreuzes, wurde mit der Hessischen Tapserkeitsmedaille ausgezeichnet. Würzburg. Feldwebel Siegfried Borchheimer erwarb sich das Bayerische Militäroerdienstkreuz dritter Klasse mit Krone und Schwertern; Dr. Adolf Natzler, Oberarzt im 5. Feldlazarett des 2. bayerischen Armeekorps, wurde der Bayerische Militäroerdienstorden vierter Klasse ntii Schwertern verliehen. Anonyme Kelden. Die „Wiener Morgenztg." berichtet voll einer neuen russischen Liebenswürdigkeit für die Juden. (Gefallene jüdische Loldaten haben nicht das Recht, mit ihrem vollen Namen in den Verlustlisten zu erscheinen. Demzufolge muß der „Nowi Woschod", das Organ der jüdischen Assimilanten, eine Liste auf dein Schlachtfelde gefallener jüdischer Soldaten bringen, die nichts enthält als die Anfangsbuchstaben der Namen! Russische Kreuettatm in der Bukowina. Aus dem Kriegspressequartier wird gemeldet: Wegen angeblichen Verrats haben die Russen die siebzig ältesten Juden von Sadagora nach Rußland weggeschleppt. Die Veranlassung zu dieser Gewalttat boten die Auffindung eines Telephonapparates und das erfolgreiche Feuer unserer Artillerie. In Schipenitz wurden wegen Begünstigung und Benachrichtigung unserer Truppen 132 Häuser niedergebrannt und der Ort furchtbar geplündert. 130.909 Juden aus Kowno und Kurland aögeschoken. Zahlreiche Todesfallan Hungertyphus. Nach zuverlässigen Angaben sind bis jetzt aus Kowno und dem Gouvernement Kurland von der russischen Regierung rund 130.000 Juden abgeschoben worden. Die Kaufleute dürfen ihre Waren und die Handwerker ihr Werkzeug nicht mitnehmen. Die jüdischen Hilfskomitees in Rußland sind diesen immer noch wachsenden Zahlen gegenüber ohnmächtig. Zahlreiche Fälle von Hungertyphus und Hungertod fiub bereits unter den abgeschobenen Juden vorgekommen. Jüdische ZiViköevMerung als Deckung der russischen Jront. Der aus Czernowitz hieher zugereiste Herr David Oberländer erhielt von seiner dort verbliebenen Tochter Frau Emma Gutmann zwei Postkarten vom 23. und 24. Mai, in welchen die Frau in einer Reihe von privaten Mitteilungen die Tatsache bestätigt, daß die Russen durch Vortreiben wehrloser Frauen und Kinder sowie alter und hilfloser Männer vor die Front ihren Angriff zu markieren suchten und die Zivilbevölkerung als Deckung für ihre Vorrückung benützten. In der einen Karte wird Mitteilung gemacht, daß ein in Walawa, Bezirk Kotzman, ansässiger Schwager mit einem sechsjährigen Kinde gesund in Czernowitz eingetroffen ist. Dann heißt es: „Wie es gekommen ist? Durch ein Wunder und infolge der russischen Barbarei. Er und viele andere Inden, Frauen und Kinder, wurden von den russischen Barbaren in die Front gestellt und vor den Truppen unseren Soldaten entgegengetrieben. Darunter waren Kinder, von zwei Jahren angefangen, die zu Fuß laufen mußten. Einer Mutter, die ihr Kind säugen wollte, wurde dies unter Peitschenhieben verboten und sie wurde mit den anderen zusammen in den Kugelregen getrieben, wobei sie von den Russen beschimpft wurde. Laut betend, die'^Sterbegesänge schreiend und mit dem Gebete „Höre Israel!" zogen die Unglücklichen dem Verderben entgegen, das ihnen durch der Feinde teuflischen Plan von den eigenen Freunden bereitet werden sollte. Aber Gott erhörte ihre Gebete und ihren Hilferuf. Auf den, einen Flügel wurde unseren Truppen durch einen Flieger Kenntnis von dem Wesen der herannahenden Gruppe gegeben und diese wurde nicht beschossen, sondern in den Schützengräben freundlich ausgenommen und in Sicherheit gebracht, auf hem anderen