Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 23 (4.6.1915)
- Date
- 1915-06-04
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 23 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 419 seines heldenmütigen Verhaltens erhielt der 25 jährige Oberarzt das golbcne Verdienstkreuz mit der Krone am Bande der Tapferkeitsmedaille. Dr. Ernst Blumenfeld, Reserveleutnant des 44. Infanterieregiments, sowie der vor dem Feinde gefallene Reserveleutnant im 64. Infanterieregiment Ladislaus Schwarz erhielten das Militärverdienstkreuz dritter Klasse mit der Kriegsdekoration. Desider Löffler, Oberleutnant des 72. Infanterieregiments, erhielt für seinen auf dem Kriegsschauplätze bekundeten Heldenmut das Militärverdienftkreuz dritter Klasse. Löffler befindet sich seit Kriegsausbruch auf dem Kriegsschauplätze. Im Zivilleben bekleidet er eine Beamtenstelle bei der ungarischen Bank- und Handels- Aktiengesellschaft in Budapest. Im November wurde er außertourlich zum Oberleutnant befördert. Seine Auszeichnung verdiente er sich, als er mit 280 Mann gegen eine in Uebermacht befindliche russische Abteilung einen Sturmangriff richtete und 308 russische Soldaten mit 4 Offizieren und vieler Munition zu Gefangenen machte und die Beute hereinbrachte. Heinrich L e b o w i c s, Reserveleutnant, Sohn des jüdischen Lehrers Isaak L e b o w i c s in Olaszliszka. wurde für sein während achteinhalb Monate zum Teile auf russich-polnischem Gebiete, zum Teile in den nördlichen Karpathen vor dem Feinde an den Tag gelegtes heldenmütiges Verhalten von Sr. Majestät mit denl Siglium laudis ausgezeichnet. Die langen Kriegsstrapazen machten Lebowics krank, er rückte jedoch nach vierwöchiger Erholung abermals zu seinem Regiments ein. Lehrer Lebowics hat außerdem noch zwei dröhne im Felde, von denen einer seit dem 27. März sich in russischer Gefangenschaft in Orenburg befindet. Josef Kürt, Mitchef der Firma Weigl & Komp, in Budapest, als Landsturmleutnant dem 26. Honvedinsanterieregiment zugeteilt, wurde für sein tapferes Verhalten vor dem Feinde mit dem Militärverdienstorden dritter Klasse mit der Kriegsdekoration ausgezeichnet. Josef Fülöp, Pionier im 37. Infanterieregiment, welcher seit fünf Monaten in den Karpathen kämpft, wurde flir sein tapferes Verhalten vor dem Feinde mit der Tapferkeitsmedaille zweiter Klasse ausgezeichnet. Fülöp hat überdies noch zwei Brüder im Felde. („Egyenlöseg".) Kie gerettete Wora. Feldwebel Roth von der 17./V. Feldverpflegskornpagnie schreibt vom Bukowinaer Kriegsschauplätze an ben „Egyenlöseg": „20. Mai. Bukowinaer Kriegsschauplatz. Sehr geehrte Redaktion! Ein sehr interessanter Fall ereignete sich bei unseren! Regiineute, den ich mich beeile, Ihnen bekanntzugebcn. Aus einem Dorfe hatten wir soeben die Russen verdrängt und als wir die Juden, welche am meisten gelitten hatten, trösteten, klagte einer unter ihnen, daß die Russen ihnen ihre Thora weggenommen hätten, welche sich gegenwärtig in dem Hause eines Ruthenen befände. Sie wagten es nicht, die Thora zurückzufordern, da sie spätere Rache befürchteten. Gefreiter Alexander F ü r e d i aus Kapolnasnyek nahm zwei Leute mit sich, forschte das Haus des Ruthenen aus und brachte die Thora zurück. Der Dank der Juden war unbeschreiblich. Sie küßten ihm die Hand, Frauen und Kinder umarmten ihn. Diese herrliche Szene wird mir unvergeßlich bleiben, trotzdem ich schon Zeuge vieler erschütternder Szenen gewesen bin. Wir haben auch in aller Schnelligkeit eine kleine Sammlung veranstaltet, deren Ergebnis es möglich machte, daß diese armen Dorfjuden ihr Bethaus von dem Schmutz und Unflat, den die Russen dort verursacht hatten, reinigen zu lassen. Wir bitten den Allmächtigen, daß es uns vergönnt fei, wieder gesund in unser Vaterland zurückzukehren." Nachrichten von unseren Gefangenen. An die Familie des hier weilenden Lemberger Finanzrates Dr. Gr ab scheid langte ein Telegramm mit der Nachricht ein, daß dessen Bruder, Stabsarzt Doktor Michael Gr ab scheid, der bereits wegen aufopferungsvollen und tapferen Verhaltens vor dem Feinde mit dem Ritterkreuz des Franz Josef-Ordens am Bande des Militärverdienstkreuzes ausgezeichnet morden ist und nach der zweiten Belagerung von Przemysl, wo er Kommandant eines Garnisonsspirales war, in Gefangenschaft geriet, sich gesund in Taschkent befindet. Ans einer Ietdpostkarte des Urzemyster ILaßviners. Einer .Karte des Herrn Rabbiners Gedalje Schmelkes an seinen derzeit in Wien sich befindenden Vater, Herrn Markus Schmelkes, entnehmen wir nachstehende interessante Mitteilungen: „.Trotz allem bedaure Hierbleiben nicht. Habe mit 2 cheinba ch und anderen etwas geleistet. Volksküche für tausend Personen auch für heute abend beginnende Pessachseiertage. Auch sonst Bemittelre benützen Volksküche. .Das Rabbinat hat mit Zuziehung vieler Kundigen aus dem Laienstande Heuer H ü l s e n f r ü ch t e erlaubt. "Auch gewöhnliches Mehl zum Verbacken gestattet. Allen Gegrüßten seien Grüße übermittelt; ihre Angehörigen befinden sich wohl, bitte, ihnen mitteilen." Nor dem Aeinde gefasten. Standort, am 23. Mai 1015. Löbliche Redaktion! Am 19. Mai ist am Felde der Ehre Herr Oberlt. des Landst.-Jnfanterieregiments Nr. 31, Emanuel L u stgarten aus Bielitz gefallen. Ein tapferer Offizier, getreuer Kamerad und lieber Kollege, wurde er vom ganzen Offizierskorps geschätzt und geliebt und sein Verlust wird von allen schmerzlich empfunden. Er wurde, seinem Wunsche gemäß, am jüdischen Friedhofe in L. begraben. Am 20. Mai wurde Herr Oberleutnant des Landst.- Jnfanterieregiments Nr. 31 Leo Spitz, Ingenieur aus Brünn, von einer feindlichen Kugel tätlich getroffen und ist bald darauf verschieden. Auch er wurde am jüdischen Friedhofe in L. begraben. Beide haben lange Zeit zusammen gekämpft, nun liegen sie friedlich nebeneinander in ewige Ruhe gebettet. Ihnen folgt die Trauer des ganzen Offizierkorps, das den getroffenen Familien auf diesem Wege sein herzlichstes Beileid ausdrückt. Dem eingeteilten Feldrabbiner war beim Begräbnis besonders behilflich Moses Verständig, Vizepräsident der isr. Kultusgemeinde in L. Standort, am 24. Mai 1915. Löbliche Redaktion! Am 23. Mai 1915 ist am Felde der Ehre, von einer feindlichen Kugel in die Brust getroffen. Leutnant der 10. Pionierabteilung Adolf M u n d, Ingenieur aus Lemberg, gefallen. Seine Kollegen, die in ihm einen tüchtigen Mitkämpfer verloren haben, und der zugeteilte Feldrabbiner haben sich bestrebt, ihm ein ehrenvolles Begräbnis zuteil werden zu lassen. Sein Grab befindet sich am jüdischen Friedhof lMilitärabteilung) in L. und