Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 23 (4.6.1915)
- Date
- 1915-06-04
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 23 tr.. Bloch kunft sei und daß sein Vater ein Advokat namens Doktor Rappaport gewesen sei. Die Unterlage zu dieser plumpen Erfindung bot osfenbar der Umstapd, daß der bürgerliche Name d'Annunzios Rapagnetta lautet. Rapagnetta-Rappaport, die Antisenciten haben schon schwierigere Fälschungen vollbracht! Zur Erhöhung der Glaubwürdigkeit beriefe;: sie sich aus kein geringeres Zeugnis als das des ehemaligen Ministers des Aeußern, Grafen Goluchowski, der angeblich erklärt haben sollte, daß der Vater d'Annunzios als Faktor in den Diensten seines eigenen Vaters gestanden sei. Zur Widerlegung dieser im jetzigen Augenblicke doppelt bösartigen Ausstreuung hat die „Oefterreichisch- Jsraelitische Union" den einfachsten und direktesten Weg eingeschlagen und sich an den Grafen Goluchowski selbst gewendet, der die bestimmteste Erklärung abgab, daß er eine solche oder ähnliche Aeutzerung n i e m a l s gemacht habe und daß i h m auch von d e u angeblichen Bezieh un gen s ei nesBaters zu einem Herru Rappaport nichts beranht fei- — Jüdische Vertretung öei der KriedensKonferenz. Die Newyorker jüdische Zeitung „Die Wahrheit" hat'eine Umfrage bei den angesehensten jüdischen Persönlichkeiten in verschiedenen Ländern veranstaltet über ihre Meinung bezüglich des Planes, einen jüdischen Kongreß einzuberufen, der einen Vertreter zu der zukünftigen Friedenskonferenz wählen soll. Die Zeitung veröffentlicht jetzt einige Antworten auf die Rundfrage. Lord Rothschild (London) telegraphierte: „Nach meiner Meinung können die Inden Englands und Frankreichs alles Nötige tun und deshalb bin ich gegen den jüdischen Kongreß." Israel Zangwill telegraphierte: „Der Kongreß ist unpraktisch." Aus Rom kam folgende telegraphische Antwort: „Unsere Meinung bezüglich des jüdischen Kongresses ist durchaus günstig. Ein ausführlicher Brief folgt. Soreni, Präsident des jüdischen Gemeindebundes in Italien." Zur Vertretung der Juden bei den Friedensverhändlungen werden von der Londoner Zeitschrift „Jewish Chronicle" als geeignetste Männer Oskar Straus in Newyork, der frühere amerikanische Gesandte in Konstantinopel, und Sulzberger in Philadelphia vorgeschlagen. . ( . |; : , | Kettertll'aöerstWczrjerzog^Kugen. Die allgemein sympathische Ausnahme der Nachricht, daß unser geliebter Monarch dem genialen Mitglied des Kaiserhauses die Führung der Armee gegen Italien anvertraute und ihm die neue Charge eines Generalobersten verlieh, erweckt nunmehr Erinnerung aus der Jugend dieses leutseligen und beliebten Mannes. — Es sind bereits drei Dezennien, als Erzherzog Eugen in Pardubitz in Garnison lag. Sein schon damals ausgesprochener Sinn für alles Schöne und besonders für die edle Tonkunst ließ in ihm auch den Wunsch aufkommen, jüdische Traditionsmusik kennen zu lernen, und dieses Interesse führte ihn in die dortige Synagoge als Zuhörer mxb machte ihn mit dem damaligen Oberkantor Bader bekannt; ja er wurde; Hessen Schüler und oblag mit Fleiß dem Studium jüdischer Meister. An einem Aufenthalt in Neübydzow, der infolge der Manöver im nordwestlichen Böhmen in den Achtziger- Jahren stattfand, knüpft sich eine kleine Reminiszenz, die von dek'Freundlichkeit des Erzherzogs gegenüber den Israeliten beredtes Zeugnis gibt. Die Bürgerschaft, die sich durch den hohen Besuch hochgeehrt und beglückt fühlte, veranstaltete eine Festlichkeit, verbunden mit einem Unterhaltungsabend. Den Tanz eröffnete der Wochenschrift Seue 417 erlauchte-Gast mit her Tochter des-jüdischen Arztes'Dr. Kraus, der er, entzückt von ihrer Anmut, den ganzen Abend seine vollste Aufmerksamkeit zuwaudte, was damals des allgemeinen Aufsehens nicht errtbehrke. . Kriegsdekoratilmen jüdischer Offiziere und Soldaten. Se. Majestät der Kaiser hat verliehen: das Ritterkreuz des Franz Josef-OrdensDam Bande des Militärverdienstkreuzes für vorzügliche nkd aufopferungsvolle Dienstleistung vor dem Feinde dem Oberstabsarzt 1. Klasse Julius Rottenberg, Sanitätschef in Sarajewo; dem Stabsarzt Dr. Oskar Löwenbein, Infanterieregiment Nr. 38; dem Regimentsarzt Dr. Adolf Schwarz, Landwehrregiment Nr. 37; das Militärverdienstkreuz 3. Klasse, am Bande des Militärverdienstkreuzes für tapferes Verhaltenvor dem Feinde dem vor dem Feinde gefallenen Leutnant d. R. Dr. Philipp E h r l i ch, Landwehrregiment Nr. 36; den Oherleutnants Samuel F i s ch e r, Gend.-Landst.-Batai lon Nr.. 1, Erich Stein, Infanterieregiment Nr. 86; den Leutnants d. R. Siegmund Berger, Landst.-Bataillvn Nr. 1/22, Rudolf Geschwind, .Infanterieregiment Nr. 26, und Karl Braun, Infanterieregiment Nr. 71; das Signum landis am Bande des Militürverdienstkreuzes (kaiserliche belobende Anerkennung) für tapferes und aufopferungsvolles Verhalten vor dem Feinde dem Stabsarzt Dr. Josef Arnstein, Feldkauonenregiment Nr. 24; den Regimentsärzten Dr. Ernst Stein, Infanterieregiment Nr. 96, Dr. Mendel Grööel, Landw.- Ulanenregiment Nr. 1, Dr. Artur Schwär z, Infanterieregiments Nr. 63; dem Oberarzt Dr. Moses Heilpern, Ulanenregiment Nr. 7; für tapferes Verhalten den Oberleutnants d. R. Dr. Alois Großmann, Drain- Division Nr. 14, Alfred Rosenbaum, Festungs- Arti.lerieregiment Nr. 2, Otto Bergmann, Gebirgs- Artillerieregiment Nr. 3, Gustav W e i n m a n n, Train- Division Nr. 3, Adalbert Frankfurt e r, Feldkanonenregiment Nr. 18, Dr. Llpolf Sajo (Schönfeld), Infanterieregiment Nr. 72, Marzell Wender, schwere Haubitzendivision Nr. 11, Sigismund Hero l d, Traindivision Nr. 14; den Leutnants d. R. Dr. Jaro Bondy B e y, Husarenregiment Nr. 4, Desiderius Friedmann, ung. Landwehrregiment Nr. 16, Leo Bloch, Infanterieregiment Nr. 102, Friedrich Goldzieher, Festungs- Artilleriebataülon Nr. 4, Karl R o s e n b a u m, Infanterieregiment Nr. 15, Dr. Samuel Berner, ung. 128. Jnsanteriebrigade; dem Astistenzarzt Dr. Heinrich K atz, Landwehrregiment Nr. 1; für vorzügliche Dienstleistung im Eisenbahnsicherungsdienste dem Leutnant d. Ev. Samuel Wittlin, FAdtelegraphenleitung Nr. 5; das goldene Verdienstkreuz mit der Krone am Bande der Tapferkeitsmedaille für vorzügliche und aufopferungsvolle Dienstleistung vor dem Feinde hem Oberarzt Dr. Siegmund Pollak, mob. Reservespital Nr. 1/5; dem Landsturmtierarzt Richard P ollak, 10, Korps kommando: das goldene.Verdienstkreuz am Bande der Tapfer- . keitsmedaille dem Militärrechnungsakzessisten Arnold Schwarz, Infanterieregiment Nr. 2. Silbernes Verdienstkreuz mit der Krone am Bande der Tapferkeitsmedaille für hervorragend pflichttreue Dienste vbr dem Feinde dem Feldwebel Abraham Schiffmann, Div.-Sanitätsanstalt Nr. 26; Rechnungsunterofsizier 1. Klasse Nachmann Grünberg, Infanterieregiment -Nr. W; den LMdft.-Rechnungsunteroffizieren Artur H ä t s ch e k, Traindibisivn Nr. 2, und Hermann Lichtenstein, Landst.-Jnfanterieregiment Nr. 33; dem Tit.-Fel8webel Jakob Meisel, Landst.-Jnfanterieregi-