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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-05-21 · 21 (21.5.1915) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
21 (21.5.1915)
Date
1915-05-21
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 392 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 21 strafen wir mit unserer Verachtung. Diejenigen unter ihnen, die unserem 'Glauben angehören, betrachten wir nicht mehr als Juden, denn sie haben die größte, die s ch w e r st e Sünde begangen. Die Predigt machte tiefen Eindruck. Preszburg. (Erzherzog Albrecht im hiesig e n o r t h. i s r. Tempe l.) In Begleitung eines Oberstleutnants und einiger Herrschaften erschien vorige Woche Erzherzog A l b r e ch t im orth. isr. Tempel und nahm diesen in Augenschein. Le. k. u. k. Hoheit geruhten mehrere Personen anzusprechen und bediente sich hiebei nur der ungarischen Lprache. Der Rabbinerverband in Böhmen beim Statthalter. Die Rabbiner Prof. Dr. Stern in Saaz, Prof. Dr. i s ch in Prag und Prediger Dr. S ch w a r tz in Prag erschienen kürzlich beim Statthalter, um ihn im Namen des Rabbinerverbandes zu begrüßen. In seiner Erwiderung betonte der Statthalter, daß er schon in seinem früheren Wirkungskreise die Israeliten als patriotische, friedliche und .tüchtige Mitbürger kennen gelernt habe und daß er nach wie vor den Wünschen dieser Glaubensgemeinschaft vorurteilsfrei gegenübertreten werde. Dann berührte der Statthalter die Flüchtlingsfrage und äußerte seine Anerkennung für die opferwillige Fürforgetätigkeit im Dienste der Unglücklichen. Murau, 10. Mai' 1915. Verehrliche Redaktion! Die jüdische Mannschaft des Ersatzbataillons Nr. 95 in Murau ersucht höslichst um gütige Veröffentlichung nachstehender Danksagung: Die kriegerischen Verhältnisse brachten es mit sich, daß die jüdischen Soldaten von der Beobachtung der rituellen Vorschriften längst absehen mutzten. Dies empfanden sie besonders schwer, als sie die Ostern herannahen sahen und hier in Murau keine Aussicht bestand, das Pessachfest rituell zu begehen. Wohl hat das hohe Kriegsministerium in edler Absicht angeordnet, datz den jüdischen Mannschastspersonen nach Tunlichkeit rituelle Kost verabreicht wird, aber hier in Murau, wo daselbst und in weitem Umkreis keine jüdische Gemeinde existiert, bestand nicht die entserteste Möglichkeit, diese Anordnung durchführen zu können. Und doch fanden sich Männer, die das Unmögliche möglich machten und trotz der fast unüberwindlich scheinenden Hindernisse es zuwege brachten, datz die jüdische Mannschaft das schöne Osterfest rituell und feierlich begehen konnte. Der Hauptanteil an diesem Verdienste gebührt dem Herrn Zugsführer M M. Gottfried (Kaufmann in Wien, 2.Bez., Taborstratze 61) und Herrn Buchdruckereibesitzer Alois K r o n f e l d, Wien, 1. Bez., Kohlmessergasse 3, die sich in geradezu aufopferungsvoller Weise dieser edlen, gottgefälligen Sache widmeten. Sie setzten sich mit den Kultusgemeinden Graz und Wien 'und einem Wiener Wohltätigkeitsverein in Verbindung, die ein größeres Quantum Mazzes und Wein beistellten. Herr KronseId verwendete auch seine kostbare Zeit darauf, alle nötigen Viktualien einzukausen und hieher zu expedieren. Herr Gottfried ließ hier einen eigenen Herd bauen, besorgte Geschirre und Bestecke und bewog den Herrn Religionsweiser D u k s aus Judenburg hieher zu kommen, um die rituelle Schlachtung zu besorgen, kurz war unausgesetzt tätig, um dies schöne Werk zustande zu bringen. Und es gelang ihm vollends, denn als der Abend des 44. Nissan heranbrach, waren über 200 jüdische Soldaten in einem großen Raum versammelt, die sich nach vorangegangenem Gebet an weitzgedeckte Tische setzten, um den Sederabend abzuhalten. Gesättigt und froh erhoben sie sich dann und dankten dem Geschick, daß es ihnen trotz der kriegerischen Zeit möglich geworden war, das Pessachfest rituell zu begehen. Es ging alle acht Tage hindurch mit der Befpeisung in flotter Ordnung, wozu noch in ganz besonderer Weise hinsichtlich der Speisenbereitung und -Sexpierung Herr Zugsführer Fürst beitrug. Wir danken somit allen diesen Herren für ihre aufopferungsvolle .Tätigkeit aus innigstem Herzen und ganz besonders den Kultusgemeinden Wien und Graz und allen sonstigen Spendern für diesen Zweck. . Hochachtungsvoll ergebenst Die , jüdische Mannschaft des k. u. k. Ersatzbataillons Nr. 95 in Murau (Steiermark). Vermis Wien. Die öffentliche Plenarsitzung des Vorstandes der israel. Kultusgemeinde findet Dienstag, bi'it 25. Mai 1915, 6 Uhr abends, 1. Bez., Seitenstettengasse 4, 2. Stock, statt. Tagesordnung: Prüfung und Erledigung der Rechnungsabschlüsse über die Einnahmen und Ausgaben der Kultusgemeinde und sämtlicher unter Gemeindeverwaltung stehender Fonds und Anstalten für das Jahr 1914. Spenden für galizische Flüchtlinge. Namens der Beamtenschaft der Petroleumprodukte- Vertriebsgesellschaft m. b. H., Wien, 1. Bez., Renngasse Nr. 6—8, sind uns für die galizischen Flüchtlinge 25 Kr. zugekommen. Für das k. u. k. Rekonvaleszentenhaus in Tifchnowitz sind zu Händen des Vereines „Ferienheim" in Wien, 9. Bez., Türkenstratze 17, folgende Spenden eingelaufen: Johann Garber & Sohn 45. Waschlappen; Frau Leopold von May Kr. 50.—; Frau Ella Stolper Pantoffeln; A. Meinl's Erben 38 Meter Frottierstoff; Gebrüder Stollwer? 5 Kilogramm Kakao; Herr Felix Bloch, Brünn Kr. 100.— für Zigaretten; M. Grab Söhne 12 Meter Futztapete, 12 Meter Mosaik-Linoleum; Sig. Weitz 1 Fatz Essig, Oel, Himbeersaft; Bergrat Ritter von Gutmann 1 Waggon Kohle; Frau Sofie Deutsch Kr. 50.—; Fanny Tiring 400 Zigaretten, 20 Stück Kämme; Frau Doktor Friedmann 1000 Zigaretten, Spielkarten und Scharpie; Jakob Förster 93 Pfeifen; Eödinger Zuckerfabriken 1 Kiste Würfelzucker; Frau Jenny Schur 3 Dutzend Handtücher; Medizinisches Warenhaus G. m. b. H. leihweise Skalpelle, 1 Pslasterscheere, 1 Gypsmesser, 1 Verbandstoffscheere; Albert Paul 25 Ausreibtücher, 3 grotze aPkete Zündhütchen; Kojeteiner Zuckerfabriken 1 Kiste Würfelzucker; Friedrich Schönau 25 Kilogramm Staubzucker; L. & T. Hardtmuth 1 /Paket Bleistifte; L. Waldmann 4 Pakete Fußlappen; Brüder Czeczowiczka Kr. 134.75, Kosten der Näharbeit für 137 Garnituren; Frau Ella Sauerbrunn 30 Stück Seife, 500 Stück Zigaretten, Erbsen; Frau Emma Tiring Kronen 10.—; Frau Bettelheim 2 Liegestühle; S. Kreisler 10 Kilogramm Bacillol; Dr. Raupenstrauch 5 Kilogramm Lysol; Josef Voigt & Co. 1 Krug Karbolsäure, 10 Kilogramm Antibacterion „Herculin"; Johann Kotanyi 2 Kilogramm Paprika, 1 Kilogramm Tarhonya; Abadie-Papier-Ges. m. b. H. 1000 Zigarettenhülsen, 1 Stopfer. Wien. (Spende.) Für die Familie Abraham Schreier sind uns von Jda Mahler, Kemmelbach, Niederösterreich, Kr. 10.— zugekommen. Wien. (Spenden.) Zwecks Beschaffung von Ritualien (Gebetriemen, Schaufädenkleider, Taschengebetbücher) für verwundete israelitische Soldaten sind eingegangen bei Frau Dr. Ludwig Rietz, 9. BH., Alserstratze 50: Herr Sittich 3 Paar Tefilin, 2 Talesim, 4 Bände Feiertagsgebetbücher; Ungenannt 3 Paar Tefilin; N. N., durch den Patriotischen Hilssverein vom Roten Kreuz 3 Paar Tefilin, 25 Taschengebetbücher. Alte Talesim und Tefilin sind zu senden an Frau Dr. Ludwig Rieß, 9. Bez. Alserstratze Nr. 50. Liebesgaben für Verwundete und Kranke im Felde. Weitere Liebesgaben haben zugeschickt: Arnold Grunwald 10 Taschentücher; Alois Kronfeld Kakes und Zeitungen; Viktoria Lille (Karlsbad) Marmelade; Jakob Ehrlich (Karlsbad) Zeitungen; Fräulein R. Winkler (Mißlitz) Kakes; N. N. jüdische Zeitungen; Rabbiner Bela Fische r, Gebetbücher; Rabbiner Dr. D. Spiegel Schemaruf im Felde (vier Exemplare); N. N. „Pesti Hirlap"; Frau Erna Bodek (Berlin) Kakes und Seife; Karl Guttmann (Schüttenhafen) Zigaretten und Schokolade; E. Bergmann (Wien) Zigaretten. Allen Spendern dankt im Namen der Soldaten. Dr. M. Taube r, Feldrabbiner.

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