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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-05-21 · 21 (21.5.1915) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
21 (21.5.1915)
Date
1915-05-21
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 390 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 2t nteinöe", sondern der jeweiligen Vertretung der aschkenasischen Gesamtgemeinde in Jerusalem durch das dortige österr.-ungar. Konsulat ausgefolgt wird. Die Ueberweisung wurde diesmal — wie mir der Kultuspräsident Herr Dr. Adolf Stern mitteilte — dem Vorstande der Wiener Kultusgemeinde übertragen. Die Anregung des Herrn Oberrabbiner R e ich halte ich für sehr zeitgemäß. Selbstredend bin ich gerne bereit, mit werktätigem Interesse mitzuarbeiten. Dieser Tage erhielt ich vom hiesigen österr.-ungar. Generalkonsulat die Mitteilung, daß vom österr.-ungar. Konsularamt in Saffed folgende Depesche eingegangen ist: „Bitte um gef. Verwendung beim Rabbiner Horovicz, feine tatkräftige Wirkung zur Linderung der hier unter der israelitischen Gemeinde herrschenden drückenden Not durch dortiges Komitee fortzusetzen, da Gemeinde der Unterstützung bedürftig ist." In Saffed, der zweitgrößten Stadt Palästinas, gibt es Tausende Angehörige der österreichischen Gemeinden aus Galizien und der Bukowina. Sowohl hier als in Jerusalem und Liberias ist die Not und die Armut größer denn je. Tue jeder seine Pflicht, um diese so schwer betroffenen Landsleute nicht verhungern zu lassen. Unsere führenden Männer, die sich für diese große Mizwah bemühen wollen, werden keine Täuschung erfahren. Der Notschrei aus Erez Jisroel ist noch niemals unerhört geblieben. Frankfurt a. M., 10. Mai 1915. Rabbiner I. Horovicz. Die Notlage der Juden in Palästina. Die Anregung des Herrn Bernhard Hofbauer, daß in Palästina ein internationales Komitee bestehen müßte, welches die Hilfe für die notleidenden Juden ohne Rücksicht auf die Landsmannschäft Zu leiten hätte, zeigt, daß man in den Kreisen der frommen Juden, aus welchen in normalen Zeiten die sehr beträchtlichen Spenden für das Heilige Land fließen, gar keine Vorstellung davon hat, wie wenig die Verwaltungen der verschiedenen „Gemeinden" in Jerusalem den Intentionen der Spender entsprechen und wie unheilbar die Zustände nach dieser Richtung sind. Ich habe diese desolaten Verhältnisse mit großer Schonung, aber doch obiektiv in meinen: im Jahre 1913 erschienenen Buche „Meine Reise nach Jerusalem" dargestellt. In dem Kavitel über die Chaluka schrieb ich da (Seite 68): „In Jerusalem fehlt es an bürgerlicher Solidarität, an einem inneren Bande zwischen den zahlreichen Gruppen, den Fragmenten einer jüdischen Bevölkerung aus aller Herrenländer, die doch hier wenigstens, wo die Augen der ganzen Welt auf sie gerichtet sind, sich zu einer festen, stolzen, das Judentum den anderen Körperschaften gegenüber würdig vertretenden Einheit zusammenschließen sollten. Jedes Häuflein lebt wie auf einer Insel für sich, es kennt nur seine kleinlichen Interessen, seine Einnahmen, seine Gönner und Spender in Europa. Klienten dieses oder jenes europäischen Vereines, Gelehrte und einfache Bettler, Fromme upd Indifferente, religiöse Eiferer und Gegner aller Religion — jeder sucht auf seine Weise reichliche Gaben aus dem Auslande zu bekommen. „Achab!ging auf einem Wege, Obadja auf einem andern Wege": beide suchten den Elias. Der Elias für Jerusalem — das ist der unterstützende Wohltäter." Die genannte Schrift wurde unter anderem gerade zu dem Zwecke veröffentlicht, um die Auffnerksamkeit weiter Kreise der Judenbeit aus die unhaltbaren und für uns geradezu schimpflichen Verhältnisse, welche sich infolge der Zerklüftung der Judenheit in Jerusalem herausgebildet haben, zu lenken. Mr. Jacob Schiff in Newyork schrieb mir damals, daß er die Lage in Jerusalem bei seinem Besuche genau so gefunden, nur daß sie ihm noch hoffnungsloser erscheine. A. E. Franklin in London, der selbst einer der eifrigsten Wohltäter der Juden Palästinas ist, und sich dort persönlich bereits viel Mühe gegeben hat, einen Zusammenschluß der verschiedenen Kolelim herbeizuführen, hatte einige Wochen vor Ausbruch des Krieges beabsichtigt, einen Auszug aus meiner Schrift in englischer Uebersetzung zu verbreiten, um dadurch auf eine Verbesserung der Zustände durch ein internationales Komitee hinzuwirken. Herr Hofbauer würde der Sache sehr nützen, wenn er in den ihm nahestehenden Kreisen mit großer Energie und Entsch red eit h e i t dafür Eintreten würde, daß zunächst die Kreise der Spender in Europa und Amerika mit dem System der Selbsttäuschung brechen, sich ganz genaue Kenntnisse über die. in Palästina notwendige Hilfe (ich spreche da nicht von dem gegenwärtigen Ausnähmszustand, sondern von dem bei Beendigung des Krieges wieder eintretenden normalen Verhältnissen) verschaffen, gemeinsam über Mittel und Wege eines rationellen. Beistandes beraten und dadurch die Empfänger zwingen, die mehrere Millionen Franken jährlich ausmachenden Spenden unter Kontrolle der'gesamten jüdischen Oeffentlichkeit im Interesse der ganzen Judenheit Palästinas, unter Berücksichtigung aller Humanitären Anstalten zu verwenden. Wien, 16. Mai 1915. Dr. Arntand Kaminka. Für die notleidenden galizischen Juden in Palästina. Drahotusch, am 15. Mai 1915. An die Redaktion der .Dr. Blochs.„Oesterreichische Wochenschrift", Wftn..,.^Tl Um auch etwas zur Linderung der Notlage der armen galizischen Juden in Palästina betzutragen, habe ich unter den Regimentskameraden des Ersatz-Bataillons Nr. 56 in Drahotusch eine Sammlung eingeleitet. Den Erlös derselben im Betrage von 300 Kronen übersende in der Anlage mit der Bitte, den Betrag dem bestimmten Zwecke gefl. zuführen lassen zu wollen. Für Ihre Bemühung besten Dank. Hochachtungsvollst Emil Huppert, Feldwebel im Jnf.-Reg. Nr. 56, Drahotnsch. Für die Notleidenden in Palästina sind uns ferner nachstehende Spenden zugegangen: Mihaly Kutscher, Nagytapolcsany Kr. 10.—, Rabbiner Dr. G. R o s e n m a n n, Mähr.-Schönberg 6.—, Sigm. Berger, Mähr.-Schönberg 3.—, Ignaz Ziegler, Mähr.-Schönberg 2.—, Moritz Thaler, Mähr.-Schönberg 1.—, durch Herrn Doktor Grunwald von Herrn Samson Reischer, Wien 3.— und Herrn Sabbat 6.—, Markus Kammer m a n n, Wien 3.—, Sabine Templer aus Krakau, derzeit Wien, anläßlich Pessach-Haskara 5.—, Lazar Ep ping er, Budapest 25.—. Generalversammlung des Vereines zur Errichtung von Volksküchen. Am 29. April d. I. fand unter sehr zahlreicher Beteiligung im Sitzungssaale der israelitischen Kultusgemeinde die Generalversammlung des seit 46 Jahren hervorragend wirkenden Vereines in Verhinderung des Präsidenten Herrn Oberrabbiner Dr. Moritz G ü d e - mann unter Vorsitz des Vizepräsidenten Herrn Architekten und Stadtbaumeister Wilhelm Fränkel statt. Nach Begrüßung der Delegierten und Anwesenden hob der Vorsitzende die besonderen Verdienste des zum Ehrenmitgliede ernannten und durch Krankheit am Erscheinen verhinderten Herrn Wolf Singer hervor, der Hoff-

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