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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-05-21 · 21 (21.5.1915) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
21 (21.5.1915)
Date
1915-05-21
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 21 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 389 Nürnberg. Dr. med. Ludwig Frank erhielt den Bayerischen Militärverdienstorden. Oberstabsarzt der Reserve Dr. Leonhard Rosenfeld, Rittter des Eisernen Kreuzes, wurde der Bayerische Militärverdienstorden vierter Klasse mit Schwertern verliehen. Feldwebel Joseph Eutmann, Sanitätskompagnie des 3. Armeekorps, wurde durch das Bayerische Militärverdienstkreuz zweiter Klasse mit Schwertern ausgezeichnet. Oppeln. Georg Falkenberg, Kaufmann, Wehrmann, im Landwehr-Regiment dir. 11, R. d. E. K., erhielt die Oesterreichische Tapferkeitsmedaille. Regensburg. Vizewachtmeister der Reserve Wilhelm Solomon vom 2. Chev.-eRgiment verdiente sich das Bayerische Militärverdienstkreuz zweiter Klasse mit Schwertern. Verzeichnis der in der Zeit vom 16. März bis 36. April 1915 auf dem Zentralfriedhose (Israelitische Abteilung) bestatteten Offiziere und Mannschaften. Beerdigt am 16. März 1915: Siegfried Hausner, Landsturm-Infanterist; am 17. März: Dr. Adolf Biel, Dr. Salomon Kellner; am 19. März: Emanuel Papernik, k. k. Leutnant der Landwehr; am 21. März: Ephraim Goldschmidt, Infanterist des k. u. k. Infanterieregiments Nr. 24; am 28. März: Wilhelm Löwy, Korporal des königl. ung. Honved-Jnfantsrieregiments Rr. 71; am 1. April: Friedrich Singer, Infanterist; am 2. -April: Richard Wässervogel, k. u. k. Oberleutnant; am 7. April: Dr. Hugo Ehrlich, Arzt; am 11. April: Julius Holzer, Infanterist des Landwehr-Infanterieregiments 24/1, Bruno Berger, I. k. Leutnant; am 12. April: Franz Braun, Infanterist des Infanterieregiments Nr. 32, 15. Kompagnie; am 15. April: Rudolf W e i z n e r, Landsturmmann; am 21. April: Bernhard Lichten st ein, Infanterist des Infanterieregiments 72; am 18. April: Oskar Grün, Landsturmfeldwebel; am 22. April: Bernat Hermann, Korporal des Infanterieregiments Rr. 22, 1. Kompagnie; am 25. Eugen Fürst, Infanterist des Infanterieregiments Nr. 32; am 27. April: Rudolf Flor, Reserveinfanterist des 9. Landwehr-Infanterieregiments, 2. Kompagnie. Erich Rosenkranz. Am 27. April 1. J. starb in Metz, wo er als Chefarzt eines Festungslazaretts tätig war, der Chirurg Dr. Erich Rosenkranz aus Barlia im 34. Lebensjahre an den Folgen eines Wagenunfalls. Der Verstorbene hat länger als 8 Jahre erst den Bund Jüdischer Korporationen (ß. J. K.), dann das aus diesem unter Verschmelzung mit dem Kartell Zionistischer Verbindungen (K. Z. V.) hervorgegangene Kartell Jüdischer Verbindungen (K. J. V.) als Vorsitzender des Präsidiums geleitet. Als solcher hat er sich außerordentliche Verdienste um die Entwicklung und Organisierung der national-jüdischen Akademikerschaft in Deutschland, die in ihm einen ihrer vorzüglichsten Repräsentanten erblickt, erworben. Seinen frühen Tod muß mit der großen Schar seiner Bundesbrüder, die an ihm mit besonderer Liebe und Verehrung hingen, das gesamte deutsche Judentum beklagen, das in der Entwicklung des national-jüdischen Gedankens die Bürgschaft der Erhaltung des Judentums sieht. Der Märtyrerlod eines Mnööiners. Die amerikanisch-jüdische Zeitung „Vorwärts" berichtet von folgendem ergreifenden Märtyrertod eines greisen Rabbiners in Rußland: In Kruschuck (Gouv. Lublin) hatte der Kommandant — ein Kosakenoffizier — 200 Juden verhaften lassen und wollte sie als „Freunde der Deutschen" erschießen lassen. Daraufhin eilte der Rabbiner des Städtchens, ein alter Mann, zum Kommandanten, fiel ihm zu Knien und bat um Gnade für die Unschuldigen. „Hängen Sie mich," erklärte er, „und möge mein Leben auslösen das Leben von so vielen jüngeren Juden." „Derne Bitte gefällt mir!" erwiderte lachend der brutale Kosakenhauptmann, befahl sofort, die 200 Verhafteten vorzuführen, und in ihrer Anwesenheit ließ er den greisen Rabbi aufhängen. Darnach schenkte er ihnen die Freiheit. Aehnliches — bevidjtct dieselbe Zeitung auf Grund von Privatbriefen — soll in vielen anderen Orten in Rußland vorgekommen sein. Man mache sich auf Grund solcher Einzelfälle ein Bild von '.eit namenlosen Leiden, welche die russischen Juden in diesen Monaten von ihrer eigenen Regierung zu erdulden haben. Wudoff Meicht. Unter den allerersten Opfern des Krieges war der Einjährig-Freiwillige im 4. Ulanenregiment Rudolf Reichl, Sohn des angesehenen Wiener Kaufmannes Herrn Ludwig R e i ch l/Bereits neun Monate sind seit seinem Tode verflossen. Rudolf Reichl fiel auf dem nördlichen Kriegsschauplatz im Vorgefecht bei Krasnik bei einem Patrouillenritt. Wie aus der Benachrichtigung seiner Angehörigen durch den Regiments- und durch den Eskadronskommandanten hervorgeht, hat sich Rudolf Reichl um die Erhaltung seiner Eskadron und der Batterie, deren Geschützbedeckung dieselbe bildete, hervorragende Verdienste erworben, indem er unter besonders gefährlichen Verhältnissen mit zwei Ulanen einen Aufklärungsritt durchführte und rechtzeitig seiner Eskadron das Herannahen überlegener Kosakenabteilungen zu melden vermochte. Durch den infolge dieser rechtzeitigen Meldung unternommenen Gegenangriff der Eskadron gelang es, den Feind in die Flucht zu schlagen und das Vorrücken des Ulanenregiments sowie der Batterie zu ermöglichen. Rudolf Reichl fiel als erstes Opfer seines Regiments bei der Attacke, an der er, von dem PatrouillenriA zurückgekehrt, sofort in der vordersten Reihe teilnahm. Korrespondenzen. Zeichnet Kriegsanleihe! Wir Daheimgebliebenen können nicht mit den Waffen gegen den Feind kämpfen wie unsere tapfer vorwärtsstürmenden Brüder auf den Schlachtfeldern Polens und Galiziens. Es ist daher unsere Pflicht, dem Feind mit jenen Hilfsmitteln des Angriffes zu Leibe zu gehen, die uns zur Verfügung stehen. Ein solches Hilfsmittel ist die Zeichnung auf die Kriegsanleihe, denn ein glänzender Erfolg dieser Zeichnung wirkt auf unsere Gegner ebenso entmutigend wie eine Niederlage auf dem Schlachtfelde. Jede Milliarde, die wir zeichnen, bekräftigt unseren Entschluß, in diesem Kampfe durchzuhalten bis zu dem erstrebten Erfolge und straft die Verbreiter jener Nachrichten Lüge, die mit unserer beginnenden Erschöpfung den sinkenden Mut unserer Gegner beleben wollen. Gleich dem deutschen Volke werden auch die Oesterreicher und die Ungarn den Beweis liefern, daß sie den großen Aufgaben und Forderungen gewachsen sind, welche die große Zeit an sie stellt. Auch wir werden eine Milliardenzeichnung zustande bringen, die neben der deutschen sich sehen lassen kann und aller Welt beweisen wird, daß die Völker und Stämme der Monarchie, in treuer Entschlossenheit um Habsburgs Thron geschart, mit Gut und Blut ihre Ehre und ihre Zukunft verteidigen. Zeichnet Kriegsanleihe! Wer unterstützt die notleidenden und hungernden galizischen Juden in Palästina? Geehrte Redaktion! Der loyalen Haltung Ihres geschätzten Blattes wird es zu danken sein, wenn bei Behandlung der aufgeworfenen Frage irrtümliche Anschauungen zerstreut werden und auch Uneingeweihte ein klares Bild über die tatsächlichen Verhältnisse sich bilden können. Nach den zutreffenden Ausführungen der Herren David K o h n und Wolf Pappen heim bleibt nur noch zu berichtigen, daß die Erträgnisse der vom Auswärtigen Amt verwalteten „Oe ste rreich ischen Stiftung" — es handelt sich wohl um das S. Wertheimer'sche Legat — nicht der „Oesterr.-ungar. Ge-

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