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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-05-21 · 21 (21.5.1915) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
21 (21.5.1915)
Date
1915-05-21
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 21 Dr. Bloch's Wochenschrift Sette 387 mit Gabel von dem treuen Soldaten angeboten wurde, und daß der heldenmütige Kampf nicht drei, sondern fünf Tage währte unter den entsetzlichsten Gefahren und Beschwerden, die sich einer näheren Beschreibung entziehen. Das muß persönlich, gehört werden, wie es, mit einer selbstverständlichen Anschaulichkeit wiedergegeben, aus dem Helden geradezu herausgelockt werden muß. Weiter ist nächzutragen, daß Leutnant Hahn mit seiner Handvoll Helden im weiteren Verlauf des Gefechtes 167 Gefangene machte, diese nach achtstündigem Marsch in Przemysl ablieferte und dann erst auf Drängen des Arztes in das Spital ging, wo er infolge der durchgemachten Aufregungen und Entbehrungen drei Tage in einem apathischen Dämmerzustände dalag. Nach Angaben des Leutnants Hahn waren unter seiner tapferen Mannschaft verhältnismäßig viele jüdische Soldaten, welche treu, tapfer und mit großer Selbstverleugnung ihre 'Pflichten erfüllten. Lin kelckposlbriek. Russisch-Polen, am 10. Mai 1915.. Herr Sandor Weiner in Wien erhielt von 'seinem . in Russisch-Polen stehenden Freunde, Oberleutnant Ludwig Regedüs vom k. u. k. Feldkanonenregiment Nr. 35/5, folgenden Feldpostbrief: Es wird Sie freuen, zu erfahren, daß ich am 1. Mai d. J. als einziger Reserveoffizier von meinem Regimente zum Oberleutnant befördert wurde. Einige Tage früher erhielt ich das »Signum laudis«. Sie können sich vorstellen, wie mir zu Mute war, als mein Oberst persönlich in unsere »Stellung« erschien und umgeben vom Offizierskorps und Mannschaft das »Signum laudis« mit dem Bande der Tapferkeit auf meine Brust heftete. Inmitten dieser Dekoration war ein Kanonenschuß als Zeichen einer Ehrensalve zu den russischen Stellungen abgefeuert worden — gemengt mit Schrapnells — daß die Russen auch spüren mußten, welch schöner Akt bei uns abgelaufen ist. — Auch bei uns wächst die »Saison«, doch die südlichen Aktionen beeinflussen unsere Tätigkeit nicht so sehr, doch ist nicht ausgeschlossen, daß wir sehr bald »Grosses« leisten werden. Wir arbeiten täglich und geben den Russen sehr viel zu - tun, doch sie uns aber - auch. — Ich möchte Ihnen gerne mitteilen, wofür ich die hohe Auszeichnung erhielt, es sind aber eine Reihe von Tapferkeiten anzuführen, was ich momentan nicht vermag niederzuschreiben wegen Mangel an Zeit. Beste Grösse von Ihrem Freunde Ludwig H e g e d ü s, k. u. k. Oberleutnant. Auszeichnungen ungarischer Juden. Desider Halasz aus Seiend im Araber Komitate, welcher bei Kriegsausbruch als Einjährig-Fretwilligen-Gefreiter in den Krieg zog und seitdem ununterbrochen an der Front ist, wurde für seine hervorragende Tapferkeit und seinen Heldenmut zum Fähnrich befördert. und jüngst für sein heldenhaftes Verhalten mit der silbernen Tapferkeitsmedaille zweiter Klasse ausgezeichnet. Emil Krausz, Tischlermeister aus Papa, der seit Kriegsbeginn bei den 30 5 Motor-Batt. dient, erfuhr die hohe Auszeichnung, daß Se. kaiserlich-königliche Hoheit der Thronfolger Karl Franz Josef ihm die Taperkeitsmedaille persönlich an die Brust heftete, welche er für sein heldenmütiges Verhalten vor dem Feinde sich verdient hat. Geza Leßlauer, Drogist aus Neuhäusl, erhielt in Anerkennung seiner ausgezeichneten Dienste.gegen den Feind das goldene Verdienstkreuz am Bande der Tapferkeitsmedaille. Der Stabsfeldwebel Ignatz Sichermann im Husarenregiment Nr. 15 hat bei jeder Gelegenheit, besonders aber bei Patrouille- und Verbindungsdiensten große Tapferkeit und Geschicklichkeit an den Tag gelegt. Als seine Kompagnie einmal unerwartet in Abwesenheit der Offiziere in ein Schrapnellfeuer geriet, .hielt er seine Mannschaft in der größten Ordnung beisammen und brachte sie mitsamt dem Kriegsgepäck über einen Sumpf an eine sichere Stelle. Seine Kaltblütigkeit verhinderte den Ausbruch einer Panik und bewahrte die Kompagnie vor schwereren Verlusten. Er erhielt die silberne ^apferkeitsmedaille erster Klasse. Dieselbe Auszeichnung erhielt der Fähnrich Anton Ballar, welcher überdies inzwischen zum Leutnant befördert wurde. Das kaiserliche und königliche Armee-Oberkommando hat dem Oberleutnant Ernst Ban, einem Sohne des Präsidenten der Chewra-Kadischa in Heves Jakob Klein, für seine ausgezeichneten Dienste vor dem Feinde die belobende Anerkennung ausgesprochen. Dies ist bereits die zweite Auszeichnung, welche Oberleutnant Ban im Verlaufe des Krieges erhielt. _ („Egyenlösseg".) Kriegssürsorge eines Kuttusvorsiesiers in Kakizien während der russischen Invasion. Aus Sniatyn meldet die ,,N. Fr. Presse": „Der Vorsteher der hiesigen israelitischen Kultusgemeinde, Herr David Goldes, hat während der sechsmonatlichen Besetzung von Sniatyn durch die Russen in Berücksichtigung der bedrängten Lage, in welche die Beamten, Lehrer. Gendarmen, dann die Beamten und Arbeiter der Tabakfabrik in Zablotow, ferner die Privatbeamten und Familien der Einberufenen geraten mußten, da sie von der russischen Regierung keinen Gehalt und keine Unterstützung erhielten und auch eine solche nicht ansprechen wollten, größere Beträge für diese Personen flüssig gemacht, und zwar 70.000 Kronen für die Beamten des Gerichtes, des Steuerinspektorates, der Evidenzhaltung, des Steueramtes, der Eisenbahn, der Post und der Finanzwache, sowie für die Pensionisten, die Real- und Volksschullehrer und die Privatbeamten von Sniachn, 28.000 Kronen für die staatlichen und autonomen Beamten sowie für das Personal in der Zablotower Tabak-. fabrik, 42.000 Kronen für die Familien der Einberufenen, Belehnung von Spareinlagenbücheln der hiesiaen und anderer nicht funktionierenden Sparkassen und Genossenschaften sowie für offene Darlehen und Darlehen auf Faustpfänder. Diese Summen wurden zinsenfrei zur Auszahlung aebracht. Nach dem Einmarsch unserer Truppen in Sniatyn Mitte Februar hat der Kommandant des elften Armeekorps, als ihm dies berichtet wurde, Herrn Goldes in freundlichen und warmen Worten den Dank für seine Kriegsfürsorge während der russischen Invasion ausgesprochen und sobald die normalen Verhältnisse in Sniatpn wieder bergesteltt waren, erstattete die Regierung dem fürsorglichen Präsidenten der Kultusgemeinde die verausaabten Beträge mit Ausnahme der Darlehen dankend zurück." Auszeichnungen jüdischer Krieger mit dem Eisernen Kreuze. (Bisher wurden 2692 mitgrtelt, in der vorliegenden Nummer 60, zusammen 2752.) Alzey. Karl Levi. Unteroffizier im Feldartillerieregiment Nr. 27. . Aschaffenburg. Oberleutnant d. R. Alfred Grünebaum. im 21. Infanterieregiment. Stabsarzt Dr. Friedrich Rosenthal. Berlin. Richard Chrambach, Vizewachtmeister in einer Fernsprechabteilung, Kandidat der Volkswirtschaft. Dr. Sigmar Glaser, Unterarzt. Hugo Hausmann. Off'zierstellvertretsr in einem Grenadierregiment. Dr. Leo H i r s ch f e l d, Bataillonsarzt im Ostheer. Nervenarzt. S. Hans Kaufmann. Mitglied der Berliner Turngemeinde Dr. jur. Siegfried L i e b e ck, Rechtsanwalt, Offizierstellvertreter. Dr. Kurt Mendel. Neoenarzt. Werner Schwarz, Cinj-Freiw.. Untcroff'zier im Kaiser Franz Grenadier- Regiment. Dr. Mos. Strauß, Alsiste^arzt. Techniker Georg Grund, Unteroffizier in einer Fernsprechabteilung. Leo Sternfeld, Unteroffizier d. R. in einem Infanterieregiment. Berlin-Britz. Paul Spiegel, Gefreiter d. R., Angestellter der Chem. Fabrik I. D. Riedel. '

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