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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-05-14 · 20 (14.5.1915) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
20 (14.5.1915)
Date
1915-05-14
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Sk. 20 Dr. Bloch s Wochenschrist Seite 373 t i g e n" genau zu unterscheiden, um uns zum Schmerz nicht noch der Demütigung grundlos auszusetzen. In dieser Beziehung aufklärend zu wirken, ist ein- Gebot der Pflicht und Zweck dieser Zuschrift. Hochachtungsvoll' Redakteur Isidor O b st g a r t e n. 1; Armeu-Ambulatorium des Zionistischen Zentral-Komitees für die Flüchtlinge aus Galizien und der Bukowina, 2. Bez., Taborftr. 20 a. Dritter Tätigkeitsbericht. In den Monaten März und April 1915 wurden behandelt in der Ambulanz für Augenkranke 1223, Brillenbestimmungen 36, Chirurgie 1058, Frauenkrankheiten 225, Haut- und Geschlechtskranke 842, 1. In-' terne 537, 2. Interne 616, 3. Interne 668, Kinder 701, Nasen- und Kehlkopf 832, Nerven 122, Ohren 657, Orthopädie 331, Sprachstörungen 7, Zahnheilkunde und Zahnersatz 726, zusammen 8581 Patienten, seit dem Bestände des Ambulatoriums 17.692 Patienten. Dieses glänzende Resultat konnte nur erreicht werden durch die außerordentliche Opserwilligkeit der an der Anstalt tätigen Aerzte, durch das Entgegenkommen des hohen k. k. Ministeriums des Innern und durch beit Wohltätigkeitssinn werter Bevölkerungskreise. Die Bedeutung des Ambulatoriums für die öffentliche Sanitätspflege erhellt nebst diesen Ziffern auch deutlich daraus, daß der Prozentsatz der Scabies- (Haütkrätze-)leidenden, der anfangs 80 Prozent der Hautkranken betrug, auf etwa 12 Prozent zurückgegangen ist. Sämtliche Patienten des Ambulatoriums wurden gemäß der Weisung des Magistrats zur I m p s u n g, resp. Wiederimpfung verhalten. In den Ambulanzen für innere, für Kinder- und für Hautkrankheiten wurde je ein Fall von Variola festgestellt, was die Eruierung und Unschädlichmachung bis dahin unbekannter Infektionsherde ermöglichte. Der zahnärztlichen Ambulanz wurde anfangs März eine 'zahntechnische Abteilung angegliedert. Die infolge Einberufung des Ordinarius geschlossene Ambulanz für Nervenkranke konnte nach seiner Rückkehr wieder eröffnet werden. Primarius Dr. Ludwig Stricker, verantwortlicher Leiter. Dr. Karl P o l l a k, Präsident des Kuratoriums, Leiter-Stellvertreter. Allgemeines öfterr. israelitisches Taubstummeninstitut in Wien, 3. Bez., Rudolfsgasse 22. Eben versendet der Vorstand des Instituts, an dessen Spitze seit vielen Jahren der Hof- und Gerichtsadvokal Herr Dr. Arthur Kuranda steht, seinen 61. Jahresbericht. Wir entnehmen demselben, daß das Jnstitui auf einen 70 jährigen Bestand zurückblicken kann. Die kriegerischen Ereignisse verhinderten aber die festliche Begehung des wichtigen Ereignisses, zumal da das Institut seit dem 7. September 1914 als Lazarett in Kriegsdiensten steht. Es erscheint aber als Pflicht der Oeffentlichkeit, auf die ruhmreiche Geschichte dieser Humanitätsanstalt hinzuweisen. Am 1. November 1844 nahm der Kaufmann Hirsch Kollisch den ersten Zögling in das neue Taubstummeninstitut zu. Nikolsburg auf. Im April 1852 übersiedelte die Anstalt schon mit 32 Zöglingen nach Unter-Meidling. Am 11. Januar 1856 gestattete unser gnädiger Kaiser den Ankauf von Grund und die Errichtung eines Gebäudes innerhalb der Linien Wiens und. am 17. Oktober 1858 konnte schon auf den sogen. Barich-Gründen das noch heute bestehende Gebäude eingeweiht werden. Und der erste Direktor des Instituts, Joel Deutsch, verstand es, dem Institute einen Weltruf zu verschaffen und Lehrer heranzubilden, die dann in Niederösterreich, Ungarn und England grundlegend wirkten. Mit Recht konnte der große Arzt Theodor Meynert in das Gedenkbuch des Instituts schreiben: „Unterricht schließt hier als Wünschelrute die Quellen geistigen Lebens auf". Möge das alte Institut unter der Leitung seiner edlen Vorsteher und Vorsteherinnen weiter blühen und gedeihen! _ Wien. Der Verein „Israelitische Kinderbewahranstalt", 2. Bez., Schiffamtsgasse 15, welcher die israelitische Kinderbewahranstalt im zweiten Bezirke, den israelitischen Volkskindergarten im zwanzigsten Bezirke und eine Bildungsanstalt für Kindergärtnerinnen (mit Oeffentlichkeitsrecht) erhält, hielt am Lvnntag, den 2. d. M., unter dem Vorsitze des Reichsratsabgeordneten Hofrat Kuranda seine Hauptversammlung ab. Außer dem Vorstand unter Führung seiner Präsidentinnen v. Stern, Hofrätin Gomperz und Baronin Königswarter waren zahlreiche Mitglieder und Gäste erschienen, unter denen wir den Landtagsabgeordneten Dr. Ritter von Gomperz, Bezirksrat Philipp Bak in Vertretung der Bezirksvorstehung, Frau Rabbiner Dr. G r u n w a l d, Inspektor Prof. Kanitz. Professor Antscherl, Frau Direktor Ul mann in Vertretung des Vereines „Weibliche Fürsorge". Frau Professor Benedikt für den „Frauenhort", Frau Simon für den Elternverein „Pestalozzi" u. a. bemerkten. Aus dem vom Vereinssekretär Direktor Fischer erstatteten Berichte heben wir hervor, daß der Verein im 73. Jahre seiner Tätigkeit steht, welche er im heurigen Kriegsjahre bis zur Grenze seiner Leistungsfähigkeit gesteigert hat, indem er trotz der Ferien sofort nach Kriegsausbruch seine Anstalten wieder erösfnete, die Zahl seiner Schützlinge bedeutend vermehrte und zahlreichen Flüchtlingskindern Zuflucht bot, für welche Fürsorgetätigkeit ihm auch seitens des Landesschulrates der Dank ausgesprochen wurde. Der Verein führt heuer auch in Gemeinschaft mit dem Mädchen-Unterstützungsvereine einen Flüchtlingskurs für galizische junge Mädchen, die zu Erzieherinnen herangebildet werden. Nach Erstattung des Kassaberichtes durch die unermüdliche Kassaverwalterin Frau Pauline K a u d e r s wurde über Antrag des Mitgliedes Frau Ingenieur L e n g dem Vorstande das Absolutorium erteilt und dieser wieder einstimmig zu seiner bisherigen Funktion berufen. ^Die Hauptversammlung ernannte weiter die Präsidentin Frau Sara v. Ster n, welche durch 47 Jahre dem Vereins- Vorstände angehört, sowie Frl. Nelly v. Gomperz für ihre außerordentlichen Verdienste um die Zweiganstalt im 20. Bezirke, Othmargasse 46, zu Ehrenmitgliedern. Bezirksrat Bak gab unter lebhaftem Beifall seiner Bewunderung für die Leistungen des Vereines Ausdruck und versicherte demselben seiner steten Unterstützung bei der Vorstehung des Bezirkes, in welchem der Verein seine Haupttätigkeit entfaltet. Nächstenliebe-Verein zur Unterstützung für verschämte Israel. Hausarme. Prag. Der Nächstenliebe-Verein zur Unterstützung verschämter israelitischer Hausarme in Prag hielt Sonntag, den 9. Mai, seine ordentliche Generalversammlung im Sitzungssaale des Altstädter Rathauses, um 10 Uhr vormittags, ab. Dem 74. Jahresbericht entnehmen wir, daß seit dem Bestehen des Vereines es zum erstenmale geschieht» daß er sich gezwungen sah, als Schuldner bei der Filiale der Anglo-Bank in Prag zu erscheinen. Inmitten eines Krieges, wie ihn die Welt noch nie in gleicher Größe und Furchtbarkeit gesehen, ist es be-

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