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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-05-07 · 19 (7.5.1915) · page 1

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
19 (7.5.1915)
Date
1915-05-07
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Nr. 19 Dr. Bloch $ Jahrgang XXXII Zentralorgan für die gesamten Interessen des Judentums. WieiH°Mai 1915 LrsiLeLnr jeden Freitag. Brief-Adresse: Wie«, H/r, Praterstraße 9. Telegramm-Adresse: Bloches Wochenschrift, Wien. Redaktion und Administration: Wien II,i, Praterstraße 9. Telephon 45.359. A. K. Postsxsrkraffenamt Clearing-VerKebr oo . ■ =oo Drrugsprri» für Vesterreirtz: Q Halbjährig 8 Kronen. Einzelexemplare 50 Heller. Für das Ausland: Halbjährig 10 Kronen. Ganzjährig 20 Kronen. Anzeigen: Die 2mal gespal- •j ' tene Petitzeile 48 Heller. _ OQ-.- Oo Inhalt: Leitartikel: Ausweisung der galizischen Kriegsflüchtlinge aus Budapest und den ungarischen Provinzstädten.— »Wer unterstützt die notleidenden und hungernden galizischen Juden in Palästina?" — Kriegsdekorationen jüdischer Offiziere und Soldaten. Goldene Tapferkeitsmedaille. Tapferkeitsmedaille erster Klasse. Nach dem Tode ausgezeichnet. Otto Stern. Ein Opfer perfider russischer Kampfesweise. Ein Stimmungsbild aus Russisch-Polen. Russifizierung Englands. Sehnsucht am Sederabend. Eine Bewegung der italienischen Juden. Im Dienste des Vaterlandes gestorben. Ein katholischer Pfarrer an einen jüdischen Kantor. Auszeichnungen jüdischer Krieger mit dem Eisernen Kreuze. Eisernes Kreuz für einen Oesterreicher. Befördert. David und Goliath. — Korrespondenzen: Das Jubiläum der Ringstraße im Lichte der «Reichspost". Bei der Firma S. Kary u. Co. Dank der Kriegsflüchtlinge in Eger. Franzensbad im Zeichen des Krieges. Bad Nauheim. Pessachfest der verwundeten jüdischen Soldaten in Hohenems. Die Begründer der jüdischen Farmgemeinde Woodbine gestorben. — Vermischtes. — Feuilleton: Die Juden in Polen während der Kosaken-, Tataren-, Russen- und Schwedenkriege. — Literatur. — Briefkasten. — Notizen. — Inserate. Ausweisung der galizischen Kriegsfiuchlliuge aus Budapest und den ungarische« Vroninzstadlen. Die „Neue Freie Presse" publizierte am 27. April folgendes Communique: Vereinbarung der beiden Regierungen über die Behandlung der galizischen Flüchtlinge.in Ungarn. Die Mitglieder des reichsrätlichen Polenklubs Doktor G r o h, Dr. Äolischer, Dr. v. L ö w e n st e i n, Rauch und Dr. Steinhaus unternahmen eine Aktion bei der österreichischen Regierung zugunsten der jüdischen Flüchtlinge aus Gallien, die sich in Ungarn befinden. Dank der wohlwollenden Behandlung seitens der österreichischen Regierung, namentlich des Ministeriums des Innern und des Referenten der Flüchtlingsfürsorge Sektionsrats v. M a r q u e t, und dank dem Entgegenkommen, welches die königlich ungarische Regierung, insbesondere der dortige Fachreferent ""Sektionsrat Jekel, den Ansprüchen der ansuchenden österreichischen Abgeordneten und den Wünschen der österreichischen Regierung erwiesen haben, ist diese schwierige Frage einer endgültigen Erledigung zugesührt worden, welche unter Berücksichtigung aller Umstände als eine für die betroffenen Flüchtlinge relativ günstige angesehen werden kann. Auf Grund der getroffenen Vereinbarungen der Regierungen der beiden Reichshälften werden die gallischen Flüchtlinge auch weiterhin in Budapest belassen, wo sie nach wie vor die von der österreichischen Regierung gewährten Unterhaltsbeiträge beziehen werden. Ein Abtransport österreichischer Flüchtlinge aus Budapest nach Oesterreich wird in Hinkunft nur insoferne stattfinden, als es sich um solche Elemente handelt, welche wegen unerlaubter Geschäfte oder wegen anderer Vergehen abgestraft oder schwer verdächtig sind, ferner um Personen, die freiwillig in österreichische Flüchtlingsgemeinden übersiedeln woUen. Auch Wir.haben ein gleiches Communique erhalten, dem nachstehende hioffnungsfreudige Anmerkung beigefügt war: Auf Grund der getroffenen Vereinbarungen der Regierungen der beiden Reichshälften werden die galizischen Flüchtlinge grundsätzlich auch weiterhin in Budapest belassen, wo sie nach wie vor die von der österreichischen Regierung anzuschassenden Unterhaltsbeträge beziehen werden. Es kann zuversichtlich erwartet werden, daß die entscheidenden Faktoren der ungarischen Regierung die Lokalbehörden anweisen werden, jede Einwirkung auf die galizischen Flüchtlinge zu unterlassen, welche als Beeinflussung zu jeweiligen Uebersiedlungsanmeldungen erachtet werden könnte; vielmehr denjenigen Flüchtlingen, welche in Budapest zu verbleiben wünschen, deren Beistand und jede Fürsorge angedeihen zu lassen, um derart das Schicksal und die Lage der Flüchtlinge tunlichst zu erleichtern. Ein Abtransport österreichischer Flüchtlinge aus Budapest nach Oesterreich wird in Hinkunft nur insoferne stattfinden, daß es sich um solche Elemente handelt, welche wegen unerlaubter Geschäfte oder wegen anderen Vergehen abgestraft, oder ihrer schwer verdächtig sind, oder auch sich in keiner Weise legitimieren können; ferner um Personen, die freiwillig in österreichische Flüchtlingsgemeinden übersiedeln wollen. Der letztere Fall wurde ausdrücklich nur deshalb festgelegt, weil infolge der in den österreichischen Gemeinden den Flüchtlingen zur Verfügung gestellten kulturellen und religiösen Einrichtungen, sowie der billigeren Lebensverhältnisse in österreichischen Provinz-Städten und Landgemeinden viele derzeit in Budapest weilenden Flüchtlinge den Aufenthalt und die Unterstützung in Oesterreich und zwar, wie bereits vorgesorgt wurde, derart, daß untereinander Verwandle oder befreundete Flüchtlingsfamilien in derselben Gemeinde Zuflucht finden, anstreben. Sollte sich in Zukunft infolge von heute selbstverständlich noch nicht vorauszusehenden Umständen die dringende Notwendigkeit einer Erleichterung Budapests ergeben, wird ein Teil der jetzt dort wohnhaften österreichischen Flüchtlinge in Ungarn selbst, außerhalb Budapests untergebracht und auch weiterhin von der k. k. Regierung fortlaufend unterstützt werden. Es steht nun zu erwarten, daß durch die Verständigung der Regierung beider Reichshälsten die Frage der galizischen Flüchtlinge in Ungarn endgültig geordnet ist und daß die Flüchtlinge endlich für die hoffentlich bald vorübergehende Zeit ihrer vom Feinde erzwungenen Wanderschaft, die gewiß verdiente Stätte ruhigen Aufenthaltes auf dem Boden der gemeinsamen Monarchie finden werden. Wie wenig diese Hoffnung berechtigt war, zeigte sich bald. Die in Budapest erscheinende „Allgemeine jüdische Zeitung" berichtet in der Nummer vom Donnerstag, den 29. April, daß das Budapester „offizielle Flüchtlings- Hilfskomitee in seiner heute mittags abgehaltenen Sitzung beschlossen habe, die staatliche Unterstützung nur denjenigen Flüchtlingen auszufolgen, welche sich bis zum 15. Mai zum Abtransport meld e n". Die Nummer vom 1. Mai der genannten jüdischen Zeitung in Budapest bringt nun eine amtliche Verlautbarung, die eigentlich nichts Geringeres meldet, als daß sämtliche Kriegsflüchtlinge in Budapest nach und nach entweder nach Oesterreich in Gruppen oder aber nach der Provinz in zu diesem Zwecke errichtete Barackenlager übersiedelt werden. Die Redaktion fügt mit Recht

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