Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 18 (30.4.1915)
- Date
- 1915-04-30
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 18 Dr. Bloch's Wochenschrift S-nv 335 Einlauf für die Plenarsitzung des Kultusvorstandes am 22. April 1915. Im Einlaufe befinden sich: Spendenliste für die Plenarsitzung des KultusvorstandeS am 22. April 1915. An Spend i n sind eingelaufen: Bon Herrn Dr. Otto Mahler namens der Erben nach dem sel. Herrn Moriz Weiß: Legat für das Spital der israel. Kultusgemeinde' zur Errichtung einer „Moriz Weiß-Duschinsky- Bett-Stistung" .K 12.000.— Von Herrn Dr. Hans Adler: Legat nach dem sel. Herrn Moritz Glück für Arme..„ 1.000.— Von Herrn David und Frau Emmy Cahn-Speier zur Verteilung an Arme und Soldaten anläßlich Bestach. „ 1.000.— Von Herrn Prof. Heinrich Spitzer anläßlich des Ablebens seiner Mutter für das Jeiteles-Pfründnerinnenhaus Kr. 150.— für Familien mit zahlreichen Kindern, welche ihre Ernäher verloren haben . . . „ 150.— „ 300.— Bon Herrn k. u. k. Leutnant Dr. Karl Trinczer: für jüdische Arme...„ 100.— Bon Herrn Ferdinand Reich: anläßlich des 75. Geburtstages des Herrn Vize-Präsidenten Dr. Gustav Kohn für die Dr. Gustav Kohn-Stiftung.„ 50 — Von dem Personale der Firma I. V. Mautner: als Kranzablösungsspende für die sel. Frau Helene Töpfer zugunsten der Witwen und Waisen nach gefallenen jüdischen Kriegern.„ 27.— Von Herrn Gustav S lern: für Arme ... . . . . „ 20.— Von Fräulein Julie Reich: für rekonvalszente Soldaten „ 10.— Bon Frau Julie Squarenina: Spende von monatlich Kr. 12.— zur Unterstützung armer isr. Mütter, die einen während des Krieges geborenen Säugling haben und deren Ernährer abwesend ist. Für unsere notleide n d en Glaubensbrüder in Pa lä st in a. Bon den Kindern des sel. Herrn Baruch Kohn anläßlich des Sterbetages ihres sel. Vaters.K „ Herrn Max Klamper ....... ,, Frau Regine Pollak .. 'V Bethaus-Berein Bet-Hamidrasch, Ohel Abraham.•. Von Frau Marie Kann. „ Frau Karoline Lichtenstern. Tauber trt Bethaus-Bereiu, III., Erdbergstraße 15 Herrn Sigmund Hahn, als Sühnebeitrag Lina Körmendi . K 200.- 10.— .k 20.— 30.— 50.— . „ 50.— n . K 4.— 51.— 1 30.— . K 20.— 10.— 2::0.- 210.- 200. 30. 88. 30. 10. 20. 223. 1.451.66 „ Anonymus: in Gedenken an Dr. Maxim. Steiner s. A. ... -.. Von Frau Leontine Neurath. Vom Tempelverein Wieden-Margareten., Entnahme der Sammelbüchsen im Bethause Stadt: Für den Waisen-Verein.K 711.37 „ die Chewra-Kadischa.„ 168.72 „ „ Armen-Anstalt. . 154.19 „ „ Notleidenden in Jerusalem . . „ 10517 ,, das Jeiteles-Armenhaus.„ 97.04 „ den Frauen-Berein I.. 71.60 „ die Kinderbewahr-Anstalt . ... „ 58.10 „ „ „Israelitische Allianz" . . . „ 46.65 „ den Wöchnerinnen-Verband . . . . „ 38.82 . Weiters eine Zuschrift des Herrn Dr. Jakob Deutsch, wir welcher er die Kooptation in den Kultusvorstand lannimmt. Ferner ein Schreiben der B e z i r k s k o m m i s s i o n und des Bethausvorstandes für den 16. und 17. Bezirk, welche der Befriedigung über die erfolgte Kooptierung des Herrn Dr. Jakob Deutsch Ausdruck geben. Dankschreiben der Frau Rosa Weil für die Teilnahme des Vorstandes anläßlich des Ablebens ihres Gatten, des ehern. Mitgliedes des Kültusvorstandes Herrn kais. Rat Jonas Weil s. A. Kondolenz des Vorstandes des Synagogenvereines „Beth Israel" und des Vereines „Adas Jisroel" anläßlich des Ablebens des Vorstandsmitgliedes der israel. Kultusgemeinde Herrn kais. Rates Jonas Weil f. A. Dankschreiben des Herrn Bechausvorstehers S. A. Wasservogl für die Teilnahme des Vorstandes anläßlich des Ablebens seines Sohnes, des Herrn Oberleutnants Richard Wasservogl s. A. Dankschreiben der Frau Sofie Klein für die Kondolenz des.Vorstandes anläßlich hes Wlebens ihres Gatten, des Herrn Ignaz Klein s. A. Dankschreiben der Familie des verstorbenen Herrn Karl Suchmann anläßlich der Kondolenz des Vorstandes. Zahlreiche Dankschreiben von Soldaten und Zivilpersonen für die Beistellung der Pesfachkost. Vorstandsmitglied Kais. Wal Jonas Weit. Ein Nachruf von dessen Kollegen S. Brod. Kultusvorsteher, Präsident des Vereines zur Hebung der Gewerbe. In der Plenarsitzung des Kültusvorstandes vom 22. d. M. hielt der Präsiden! der Kultusgemeinde einen tiefempfundenen, warmen Nachruf dem zu früh dahingeschiedenen Kollegen Herrn kais. Rat Jonas Weil s. A. Schon bei diesem feierlichen Anlasse hatte ich das seelische Bedürfnis, aus der M i r t e der Kollegenschaft selb ft einige Worte dem Nachrufe Hinz uz u,- fügen; doch hielt ich mich zu dieser Ausnahmsstetlung nicht berufen, und so trage ich meine Schuld aus diesem Wege nach. Kollege Weil war larsächlich eines der w ürdi gsten Mitglieder unserer Körperschaft, der aber auch den denkbar tiefsten Ernst dieser Würde jederzeit entgegengebracht. Kollege Weil war auch ein guter Jude, weniger mit dem Munde, als mit dem.Herzen. So oft ich Gelegenheit hatte, mit ihm zu verkehren, so oft wußte er imnier das Gespräch auf jüdische Einrichtungen, Sitten und Gebräuche zu lenken, auch ließ er sich mir Vorliebe hebräische Worte in die Landessprache übertragen und machte sich dieselben zu eigen. Er beendete solche Gespräche immer mit dem Bedauern seinerseits, in der Jugend nicht genügend Gelegenheit gehabt zu haben, sich ein tieferes, hebräisches Wissen anzueignen. Eine Episode aus seinem bekannt stillen Wirken für das öffentliche Wohl möchte ich Vorbringen: Vor zirka einem Jähre trat ich an-.ihn und an unseren verehrten Kollegen Herren Ernst H i r s ch mit der Bitte heran, die Herren mögen einer Vorstandssitzung des Wiener Kredit - und Vorschuß-Vereines für Handel- und Gewerbetreibende anwohnen, um ein Votum bezüglich der zu erweiternden Tätigkeit desselben abzugeben. Der Kreditverein, der jährlich einen Umsatz von einigen Millionen Kronen erzielt, ist nämlich — wenn auch nicht offiziell — unter dem Patronate der Kultusgemeinde geschaffen worden. In mehreren Sitzungen, welchen die bedeutendsten Financiers und Bankdirektoren anwohnten, ist seinerzeit der Verein nach einem von mir entwickelten Programme gebildet und Herr Hofrat T a u s f i g zum Präsidenien ernannt worden. Nach dessen Tode wählten wir den jüngst verstorbenen Gottlieb Bettelheim zum Obmann desselben. Die beiden Herren Weil und Hirsch sprachen sich nach zwei bis drei von ihnen besuchten Sitzungen sehr lobend über die Führung des Vereines aus, nur wäre behufs E r w etter u n g der Tätigkeit eine Verstärkung der Reserven eine Wohltat.