Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 18 (30.4.1915)
- Date
- 1915-04-30
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 18 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 331 der Firma I. Sp ri nz e l s Söhne, geboren, absolvierte daselbst seine Studien. Vor seiner Niederlassung in Wien als Spezialist für Dermatologie fungierte er an den Kliniken in Breslau (Prof. Neisser), München, Heidelberg (Prof. Czerny), Frankfurt a. M., Paris, London und beim Prof. Schweninger in Berlin, dann Wirkte er mehrere Jahre als Schiffarzt der österreichischen Lloyd-Gesellschaft. Bis zum Kriegsbeginn wirkte er auch als Assistent an der Wiener Klinik und war nahe daran. Universitäts- Dozent zu werden. Ende Juli wurde er als Landsturinarzt nach Brczka inv Bosnien einberufen. Anfangs Februar d. I. erkrankte er an Fieber und wurde nach Ujverbacz bei Neusatz an der Donau versetzt. Anstatt Urlaub zu nehmen, widmete er sich, getrieben von dem immer in ihm lebhaften Pflichtgefühl, immer weiter der Pflege der Kranken und Verwundeten, bis er an Flecktyphus erkrankte, dem er auch im Alter von kaum 35 Jahren erlag. Er wurde mit allen militärischen Ehren daselbst beigesetzt. Doch wird von den Verwandten, die sich infolge der drohenden Infektionsgefahr an dem Begräbnisse nicht beteiligen konnten, die Ueberführung nach Prag in Aussicht genommen. Mit Dr. Heinrich Sprinzels wurde ein aufstrebender, hilfsbereiter und idealdenkender Arzt in der Blüte des Lebens, das zu den schönsten Hoffnungen berechtigte, zu Grabe getragen. Ein älterer Bruder des Verblichenen, Emil Sprinzels, Gesellschafter der Prager Handelsfirma I. Sprinzels Söhne, ist als Oberleutnant des Landsturmes nach einem blutigen Gefechte in Nisch in serbische Gefangenschaft geraten? Der älteste Bruder, kais. Rat Alfred Sprinzels, Chef der obgenannten Firma, wirkt auch als Präsident des Verbandes dr Prager Kaufmannschaft. Ihr Vater stamnit aus Drosau, früher eine größere isr. Kultusgemeindc im sogenannten Böhnierwalde bei Neuern, resp. Klattau, wo dessen Großvater H. M. Sprinzels als hochgelehrter Rabbiner wirkte, und seinerzeit als in Böhmen noch selbständige Judengerichte für Ehesachen bestanden, die Funktion eines Mitgliedes des für den Pilsner Kreis bestandenen Gerichtshofes fungierte. - Auf dem Ketde der Ehre gefallen. Heinz Koch, Kadett im Feldjägerbataillon Nr. 23, Beamter der Kredit-Anstalt und Professurs-Kandidat, welcher während seines Studiums in selbstloser Weise mehrere Jahr als Sekretär des „Elternvereines Pestalozzi" tätig war, hcff im 23. Lebensjahre in den Karpathen den Heldetttvd gefundent Kauptmann Kellner. In der „Neuen Freien Presse" vom 16. April schreibt der Kriegsberichterstatter Roda-Roda: „Die Unternehmung gegen Rarancze kan: nicht recht von: Fleck, da waren die Russen allzusehr überlegen. Man iitufjic den Ort umgehen und einschließen. Hauptnzann Kellner (von dem ich gelegentlich noch mehr erzählen werde — einer unserer Kühnsten fern im Osten) vollendete um 8 Uhr abends die Niederlage der Russen. Wir hatten an diesem Tage neun russische Offiziere und UOO Mann gefangen — zur größten Genugtuung der Landstürmer, die damit 5500 Kronen Prämie erwarben. Der Train der Russen wurde erbeutet, chre Reserve zersprengt." Kellner ist Jude. Silbernes Merdienstkreuz mit der Krone am Wände der Tapferkeitsmedaille. Herr Benjamin Wender, Rechnungsunteroffizier l. Klasse des Infanterieregiments Nr. 43, 13. Kompagnie, Garnison Czernowitz, eihielt für tapfere und vorzügliche Dienstleistung vor dem Feinde das silberne Verd'ieastkreuz tnit der Krone am Bande der Tapferkeitsmedaille. Herr Benjamin Wender hat stets trotz der ihm drohenden Gefahr der Mamrschaft die Verpflegung zugeschoben. Iriedrich Senders der anläßlich der ersten Mobilisierung als Fähnrich der Reserve in den Krieg!zog, stand bei Rawaruska mit seinem Zuge im heftigsten Feuer mit den Russen, wobei er die Mannschaft derart geschickt führte, daß ec dem Feinde sehr große Verluste beibrachte, währenddem die eigene Mannschaft verhältnismäßig wenig litt. Für diese hervorragende Leistung wurde er mit der Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet und bald darauf im Felde zum Leutnant befördert. Gegen Ende November, bei den Kämpfen in Russisch»- Polen, stürnrte er an der Spitze seines Zuges ein russisches Dorf, wofür er das Signum Imidis am Bande des Militärverdienstkreuzes erhielt. Wiederholt in den Kämpfen und heftigsten Gefechten in den Karpathen, erhielt er anfangs Februar einen Schuß oberhalb des Auges, war zur Heilung in einem Wiener Spitale, aus welchem er nach zwei Monaten als geheilt zu seinem Truppenkörper einrückte. Leutnant Friedrich Senders ist der Sohn des Herrn Nathan Senders in Wien, Glockengasse 6, der noch einen zweiten Sohfu jals Leutnant im Felde stehen hat. Herr Josef Spitzer aus Strasnitz in Mähren, derzeit Feldwebel des 90. Inf-Regimentes, zeichnete sich beim Sturm auf eine befestigte serbische Höhe am 16. November derart aus, daß ihm die große silberne Tapferkeitsmedaille verliehen wurde. Dem tapferen Feldwebel eelaug es, an der Spitze der Kompagnie, die Offiziere waren verwundet oder gefallen, die feindliche Stellung zu erobern, wobei 90 Gefangene gemacht und ein Maschinengewehr erbeutet wurde. Aürs Watertand gestorben. Am 31. Dezember v. I. ist der Leutnant i. d. R. Herr Ernst Zwillinger des „Kaiser"-JnfanterieregO mentes Nr. 1 einer auf dem nördlichen Kriegsschauplätze erlittenen Verwundung erlegen. Seine sterbliche Hülle rvurde über Wunsch der Angehörigen nach Troppau überführt. Sonntag, den 25. d. M., fand von der Zeremonieithalle der israelitischen Abteilung des städtischen Friedhofes aus die Beisetzung im Familiengrabe statt. Ernennung zum Ketdraöbiner. Der königl. ungarische Landesverteidigungsminister hat den Rabbiner Hirsch L e b o v i c s zum aktiven Feldrabbiner ernannt. Das Eiserne Kreuz für einen Ketdrabbiner. Wie soeben bekannt wird, ist nun zum zweiten Male — nächst dem jüngst hier erwähnten Dr. Lev y, der sich u. a. durch seine Berichte über die Leiden der Juden auf dein russischpolnischen Kriegsschauplatz verdient gemacht hat, — ein zweiter deutscher Feldrabbiner Ritter des Eisernen Kreuzes geworden. Es ist Herr Dr. Jacob Sonderling aus Hamburg, der sich nicht nur der jüdischen Glaubensgenossen sondern auch der Angehörigen anderer Bekenntnisse fürsorglich angenommen hat. Liebesgaben für Werwundete und Kranke im Ketde. Wir veröffentlichen.eine Reihe uns bekanntgewordeuer Adressen von Feldrabbinern, denen Liebesgaben für die Soldaten zugesendet werden mögen: Feldrabbiner Adler, Feldpost 99. Feldrabbiner Dr. Schweiger, Divisionsseelsorger, Feldpost 26. Feldrabbiner Dr. Tauber, Divisionsseelsorger, Feldpost 6.