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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-04-30 · 18 (30.4.1915) · page 3

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
18 (30.4.1915)
Date
1915-04-30
Page
– (sequence 3)
Language
German
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vli 18- Dr. Bloch's Wochenschrift I. 337 ihren Kindes kindern als Vermächtnis Zurücklassen werden. Die Flüchtlinge werden aber auch viele bittere Tropfen in ihrem Kelch der Leiden niemals vergessen können und zu diesen bitterftcn Tropfen haben ihre Glaubensbrüder jenseits der Leitha reichlich beigetragen. Was darüber von Flüchtlingen in einwandfreier Weise erzählt wird und was übrigens auch scholl in diversen jüdischen Journalen publiziert wurde, wollell >vir hier ans begreiflichen Gründen nicht wiederholen, die Zeit wird erst dafür kommen, wo man im Interesse der Ehre des Gesamrjudentumes diese Vorgänge zur Diskussion stellen wird. I. G r o b t u ch. Da» Hilfswerk für die österreichischen und ungarischen Gemeinde« in Palästina. Geehrte Redaktion! Unter Bezugnahme auf meinen Palästinaausruf im Interesse der notleidenden öfterreichiichen und ungarischen Gemeinden in Jerusalem macht Herr W. aus Berlin in einer Korrespondenz in Nr. 15 Ihres gesch. Blattes darauf aufmerksam, daß „die österreichpch-ungarische Jsraelitengemeinde, der nähezu sämtliche Chalutagelder aus Oesterreich zufließen, ihre Beteilung fast ausschließlich, auf ungarische Staatsangehörige beschränke". Diese Erklärung entspricht nicht den wirklichen Tatsachen. Die „Ungarische Gemeinde" in Jerusalem umfaßt hauptsächlich die Familien, die' aus den ungarischen Heimarsge- Imeinden stammen. Sie führt aber offiziell den Titel „Oesterreichischk-ungarische Gemeinde", weil auch die Gemeinden in. Böhmen, Mähren, S ch l e s i e n und. Riede rösterreich, und auf Grundlage eines Uebereinkommens mit der Oesterreich i scheu (Drohobyez) Ko lel gemeinde auch, die Gabaim der Wiener Kultusgemeinde, die offiziellen Erez Jisroel-Spenden dieser Verwaltung zu führen. Wenn jüdische Familien aus diesen Gebieten nach Palästina kommen, erhalten sie daher auch laut statutarischen Bestimmungen nach Ablauf von zwei Jahren von der ungarischen, bezw. „Oesterreichifch-ungarischen Gemeinde irr Jerusalem" die festgesetzten Chalukabezüge. Daß diese Einteilung keine willkürliche ist und mit den geographischen Rechtsverhältnissen der beiden Staaten in keinem! Zusammenhänge steht, beweist auch der Umstand, daß auch die aus Ungarn stammende Judenschaft in Palästina in vier von einander ganz unabhängige ungarische Gemeindebezirke eingeteilt ist. Es gibt einen U n g a r i s ch e n, einen Siebenbürger, einen Munkacser und einen Marmaroßzigeter Kolel. Nach einer für die herkömmliche Erez Jisroel-Zedokoh zu Recht bestchenden Norm sollen auch speziell durch Aufstellung von Erez Jisroel-Büchsen und Zuweisung von Rabbi Meir bal Neß-Spenden re. keine Kompetenzverschiebungen in diesen Wohltätigkeitsverwaltungen stattfinden. Das würde als Hätzogas Gewul angesehen Werden. So verhält es sich auch mit den österreichischen Landsmannschaften, die in Kolelangelegenheiten in mehrere selbständige Gemeindebezirke eingeteilt sind. Da ist die Drohiobyozer Gemeinde, die Kossower, die Wischnitzer, d'.e Ottynier und die Bukowinaer Gemeinde. Angesichts der in Palästina herrschenden außerordentlichen Notlage wollte sch die führenden jüdischen Kreise sowohl in Ungarn als in Oesterreich, die sich auch sonst für Palästina interessieren, zu einer besonderen Hilfsaktion zugunsten ihrer unglücklichen Landsleute veranlassen. Zu diesem Zwecke habe ich in einer ungarischen Zeitung die speziellen V e r h ä l t n i s s e d e r ungarischen K o l e l g e!m e i n d e n betont und in meinem Pessachartikel. in der „O e st e r r. W o ch e n s ch r i f t" hoffte ich. den schwerbedränglen österreichische n Gemeinden, die in normalen Zeiren voll freu pus Galizieti und der Bukowina fließendeil, jetzk fast vollständig verlagenden, Unterstützungen leben, einen Liebesdienst erweisen zu kötlnen. Selbitredend foilien auch in dreier schtveren Zeir die üblichen Komperenziragen gebührende Berücksichligung |inben. sch habe auch deswegen auf die speziellen Berhälmijse und die offiziellen Zeniralftellen und Leirer dieser Kolelim hingewiesen, damit die Unierstützungen aus diesen bekannten offiziellen Wegen chrer Bepimmung zugesührt roerden. Im übrigen durfte ich voraussetzen, oaß namentlich die Herren Overrabbiner Dr. M. G ü d e m a n n und sRabbiner Dr. M. Grunwald von diesen Berhältnisseir genau unrerrichret sind, und andererseits auch die Namen der Wiener Erez Jisroet-Gabaim, die Herren B. Schiff, David Cohn und Adolf Schrämet, dafür bürgen, daß bei einer eventuellen Verteilung, der außerordenrlichen Eingänge sowohl den Angehörigen der österreichischen als auch der ungarischen Gemeinden eine ungebührliche Verkürzung nicht Vorkommen wird. Offenbar har auch der geehrten Redaktion diese Rücksichtnahme vorgeschwebt, als sie in einer Fußnote die besondere Aufmerksamkeit der in Betracht kommenden Palästina in stanzen auf diesen Gegenstand lenkte. Rach alldem ist es klar, daß Ihr Korrespondent sich im großen Irrtum befindet, wenn er behauptet, daß nahezu sämtliche Chalukagelder aus Oesterreich den: ungarischen Kolel zusließen. Mit Rücksicht auf die außerordentliche Notlage, in welcher sich naturgemäß zurzeit die österreichischen Gemeinden in Jerusalem und. in den übrigen Städten Palästinas befinden, ist es daher gewiß sehr berechtigt, wenn der Einsender eine intensive Unterstützung der Armen aus Oesterreich ins Auge faßt, und das von ihm erwähnte, unter dem Vorsitze des. Herrn Kommerzienrates G. Simon zu diesem Zwecke gebildete „Palästina-Hilfskomitee in Berlin" übt ein verdienstliches Werk, wenn es nach dieser Richtung hin sein Hilssmerk in Wirksamkeit setzt. Um etwaigen Mißverständnissen vorzubeugen, möchte ich jedoch der Wahrheit gemäß konstatieren, daß es mir nichr bekannt ist, daß die Bildung dieses Hilfskomitees über Anregung der „Deutsch-Holländischen Palästinaverwaltung" erfolgte, und daß ich von dein Vorhandensein dieses Komitees erst aus der Notiz des Einsenders Kenntnis erhielt. Daß die Wiener Kultusgemeinde trotz der großen Aufgaben, die sie auch auf humanitärem Gebiete in diesen ernsten Zeitläuften zu erfüllen hat, auch dem Hilfswerke für die notleidenden Landsleute in Palästina in liebevoller Fürsorge chre volle Aufmerksamkeit zuwenden wird, unterliegt gewiß keinem Zweifel. Schließlich möchte ich noch der geehrten Redaktion herzlich danken für das publizistische Wohlwollen, welches sie auch den Anliegen für Erez Jisroel angedeihen läßt. Wien, 25. April 1915. Rabbiner J^ Horovicz. Nachschrift der Redaktion: Indem wir die Zuschrift des hochgeschätzten Herrn Einsenders vollständig abdrucken, erlauben wir uns die kurze einfache Anfrage: „Wer unterstützt die notleidenden, hungernden galtzischen Juden in Palästina?" Herr W. aus Berlin hat darauf hingewiesen, daß die österreichisch-ungarische Jsraelitengemeinde in Jerusalem, der ncchezu sämtliche Spenden und die Erträgnisse der Palästina-Stiftungen aus ganz Oesterreich zufließen, die notleidenden und hungernden Juden aus Galizien nicht unterstützt. Das geschieht geroiß nicht aus Böswilligkeit, sondern kraft alter Traditionen, gegenseitiger, einverständlicher Abmachung, was ja in der vor-

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