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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-04-02 · 14 (2.4.1915) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
14 (2.4.1915)
Date
1915-04-02
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 14 Dr. Bloch s Wochenschrift Seite 36b Konzert Don Fuchs. Der Abend des 24. März versammelte im mittleren Saale des Konzerthauses ein zahlreiches Publikum, um dem Konzerte beizuwohnen, welches der Oberkantor Don Fuchs unter dem Protektorate der Gräfin Johayna von Hartenau zu Gunsten der Prothesenfürsorge und der geflüchteten Kantoken veranstaltete. Wenn auch die politischen Verhältnisse durch den Fall von Przemysl und ein mehrtägiges Unwohlsein des Konzertgebers, das gerade vorausgegangen war und die Abhaltung des Konzertes beinahe in Frage stellte, dem präsumtiven Erfolge entgegenzuwirken schienen, so war es umso erstaunlicher, daß der Saal nahezu voll besetzt war. So sehr hatte die Persönlichkeit des Konzerlgebers seine Bewunderer und Verehrer' in ganzen Zügen herbeigelockt. Gleich mit dem „Jmproviso di Chenier" hatte der beliebte Konzertsänger den Kontakt mit dem Publikum hergestellt, das gespannt den melodienreichen Arien folgte und mit rauschendem Beifall die Leistung seines Lieblings quittierte. Das große Können des Oberkantors zeigte sich dann in den Liedern von Rubinstein, Grünfeld und Sucher, die, obzwar der Sänger merklich indisponiert war — hatte der ihn behandelnde Professor ihm das Auftreten doch untersagt — mit so hoher künstlerischer Vollendung zum Vortrag gebracht wurden, daß jedes einzelne mit einer wahren Applaussalve bedacht wurde. Einen Sturm von Beifall löste die Eralserzählung aus „Lohengrin" aus, und nur der gewiegte Fachmann konnte erkennen, daß viele Farben nur angedeutet waren, die sonst mit vollem Glanze vorgesührt zu werden pflegen. Den Schluß bildete eine Arie aus „Gioconda" in italienischer Sprache, die stürmisch akklamiert wurde, und das Publikum hätte den Gastgeber gewiß nicht schon ziehen lassen, wenn es nicht menschliche Rücksicht auf die von ihm selbst angedeutete Indisposition hätte nehmen müssen. Eine. außerordentliche Ueberraschung bot den andächtigen Zuhörern Fräulein Margarethe G e l b a r d, derzeit schon eine große Künstlerin, die Größeres noch für die Zukunft erwarten läßt. Sie entlockte dem Klavier wahre Gesänge und konnte, nachdem sie ihr Programm unter ununterbrochenem Beifalle des Publikums gebracht hatte, nach mehrmaligen Rufen eine lebhaft applaudierte Zugabe leisten. Das Publikum wurde nicht müde, sie immer wieder aufs Podium zu rufen. Fräulein Eugenie Stahl brachte Lieder von Mar und Artur Wolf. Ihr großes, an weitere Räume gewöhntes Organ, das gleichfalls unter einer Indisposition litt, hatte trotzdem einen solchen Wohlklang, daß sie als Siegerin, den Kampfplatz, verließ und großer Applaus des Publikums jedes einzelne Lied begleitete. Besonders das von dem Konzertsänger Artur Wolf komponierte, von dem Amerikaner R o s e n f e l d verfaßte Lied „Der Tränenmillionär", dessen rührender Inhalt in wunderbarer Steigerung von dem Komponisten illustriert ist, wurde lebhaft akklamiert. Ein besonderes, nicht auf den Applausfang berechnetes, für Kenner aber außerordentlich geschätztes Programm hatte sich Herr Artur Wolf erwählt und die Arie aus Haendel's ..Aleranderfest": „Gib Ruhe, heult alles laut", ein für den Schager außerordentlich schwer zu bewältigendes Gesangsstück, riß o.e sachverständigen, musikalischen Gourmands zü wahrer Bewunderung hin. Auch mit den zwei folgenden Liedern von Schubert und Kaun erzwang sich der den Saal mit Leichtigkeit füllende Baß die Anerkennung und stürmischen Beifall der Zuhörer. So klang der, in materieller Beziehung außerordentlich ergiebige Abend — kann man doch mit Sicherheit auf einen Reinertrag von 4000 Kronen rechnen — auch in künstlerischer Beziehung in ein volles Gelingen aus und wir müssen mit besonderer Anerkennung und hohem Danke des Konzertgebers gedenken, dieses Meisters auf dem Gebiete der Wohltätigkeit, der selbstlos weder Mühe noch Arbeit scheute, Wochen hindurch sein Bestes gab, um den wohltätigen Zwecken aus patriotischer Begeisterung und in vaterländischer Nächstenliebe einen umso größeren Betrag den von ihm geförderten wohltätigen Zwecken zuführen zu können. Wenn auch der Fall von Przemysl für das Konzert materiell einen- Entgang bedeutete, die Erschienenen hatten den hohen Genuß, einem intimen musikalischen Abend anzuwohnen und sich zu erfreuen an dem süßen Klang der melodienreichen Kehle des Oberkantors Don Fuchs. Professor Ludwig Mahler. Heinrichjsgafse Nrl" 5. Der Aufsatz in der Nummer 13 unter obiger Spitzmarke wendete sich an die Herzen edler Spender und wer voll den freundlichen Lesen: eine Liebesgabe, gleichviel ill Geld, Ware oder Kleidern, zuwenden will, ist höflichst gebeten, die richtige Adresse zu benützen, und zwar: Kleidersammelstelle, Wien, I., Heinrichsgasse 5, oder I., Franz Josefs-Kai 47. Woyltätigkeils-Mtion des „Hefterr.-ungar. Kantoren-Dereines in Wien". Der Vorstand des „Oesterr.-ungar. Kantoren-Vereines in Wien" hnt eine Wohltätigkeits-Aktion zugunsten der durch den Krieg in Not geratenen Kantoren-Flüchtlinge und deren Familien eröffnet, und haben sich an derselben Gemeinden, Vereine, Kantoren und hochgeehrte Philanthropen und Wohltäter beteiligt und uns namhafte Spenden gewidmet. Wir gestatten uns, auch an dieser Stelle allen Gönnern neuerdings den tiefgefühltesten Dank auszusprechen. Der Vorstand des „Oesterr.-ungar. Kantoren-Bereilles" hat 35 Familien größere Unterstützungen gewährt und neuerdings fast sämtlichen Flüchtlingen und stellenlosen Kantoren für NOL Beträge zugesendet. Wir appellieren daher an die löbl. Gemeinden, sowie ai: unsere Kollegen, die Sammlungen sortzusetzen, damit wir die Mittel zur Verfügung haben, weitere Unterstützungen diesen in großer Not sich befindenden Kantoren-Familien, welche als Flüchtlinge hier existenzlos leben, geben zu können. Spenden erbeten an den Präsidenten, Oberkantor I. Bauer, II., Novaragasse 27, sowie an den Vizepräsidenten, Oberkantor I. Morgenstern, II., Ferdinandsftraße 23. Für den Vorstand d. , Oesterr.-ung. Mntoren-Pereines : Obertanwr I. Bauer, Präsident. Oberkantoren S. Dünn mann, Jos. Morgenstern, Vizepräsidenten. Erster Kantor Sal. Jurbergcr. Kassier. Wien. Die für das Sommersemester 1915 vorgenommenen Wahlen der „Theologia", Verein jüd. Hochschüler an der isr. iheol. Lehranstalt in Wien, ergaben folgendes Resultat: Präsident: Dr. Julius Augapfel; Vizepräsident: Dr. Albert Weiner; Kassier: Hirsch Koretz; 1. Schriftführer: Salo Baron; 2. Schriftführer : Alfred W i l l m a n n; Nationalfondskommissär: Josua Rubin. _ Hilfsaktion für die in Ottakring und Hernals wohnhaften Flüchtlinge. Ueber Anregung des Obmannes des BethauSvorftandes für den 16. und 17. Bezirk, Herrn k. u. k. Hof Photograph S. Weitzmann, und des Obmaunes der Bezirkskommission, Herrn Dr. Jakob Deutsch, wurde der von Herrn Rabbiner Doktor Bach am 3. Februar 1915 in der „Urania" gehaltene Vortrag: „D'e Kriegspsychologie der Bibel und unsere Zeit", welcher bei den Zuhörern dieses Vortrages ungeteilten Beifall fand, in Druck gelegt und ergab die Versendung dieser Vortragsbroschüre einen Ertrag von 2000 Kronen, von welchen 1560 Kronen für Flüchttinge aus Galizien und der Bukowina, 500 Krone:: für den AuSspeiseverein für Ottakring und HernalS verwendet wurden. Spende für die hungernden Juden in Palästi. a. Von Herrn Hermann König, Wien, sind uns für die Notleidenden in Palästina Kr. 50.— zugekommen. Jung-jüdischer Abend. Die Direllion der „Jüdischen Bühne", 2. Bezirk. Taborstraße 12, veranstaltet unter der Leitung des Schriftstellers I. A. Loubetzky eine Reihe jungjüdischer literarischer Abende. Der erste Abend findet Donnerstag, den 8. April, um 8 Uhr abends, statt. Zur Auffrchrung gelaugt „Sch'ma JiSroel" von Ofsip Dymow. Eingeleitet wird der Abend mit einer Konferenz des Herrn I. A. Loubetzky, Karten ä Kr. 3. -, 2. , 1.40 und —.80 erhältlich in der Buchhandlung Löwit, 1. Bezirk, Rotenturmstraße, und an der Tageskasse.

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