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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-03-26 · 13 (26.3.1915) · page 1

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
13 (26.3.1915)
Date
1915-03-26
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Kr. 13 Dr. Bloch’s Jahrgang XXXII Zentralorgan für die gesamten Unteressen des Judentums. O (j——— — p K. Ii. p o 11 l'jifi r h a Vft’Ua Nit Q Clearings verftebt m. 810.976. Redaktion und Administration: Wien H/1. Praterftraste 9. 45.359. riO - - - On Wien. 26. März 1915 Erscheint jeden § reitag. Brief-Adresse: Wien» II/i, Praterstraße 9. Telegramm-Adresse: Bloch's Wocheuschrist, Wie«. OG , : oO P Dr;»nspreis srir Vrsterrrirtz: Q Halbjährig 8 Kronen. Einzelexemplare 50 Heller. Für das Ausland: Halbjährig 10 Kronen. Ganzjährig 20 Kronen. Anzeigen: Die 2mal gespaltene Petitzeile 48 Heller. oO— - - — - —Oo Inhalt: ^eitartifel: Hungersnot in Palästina. — Pom Iah r m arkt des Lebens: Krtegsdekoralivneii jüdischer Ljsiziere und Soldaten. Jüdisches Heldentum. Oberleutnant Friedrich Rosenthal. Beförderungen. Reserveleutnant SaiouioilJ'lugenjeld. Auszeichnung des gefallen.!! Leutnants Alfred Lombeck. Heldentod des k. u. k. Leutnant i. d. R. Emanuel Paper nt!. Tie jüd iche (Gemeinde in Kun-Madaras. Silberne Tapfe keitsmedaille erster Klasse. Goldene Tapserkertsmedaiüe. Herbert Gnninann. Auf dem Felde der Ehre gefallen. Jüdisches Pflichtbewußtsein. Alexander Keinem). Heldenmut eines galizischen Piarltjuden. Ein jüdischer Matrose auf der ..Kais.riu Elisabeth/' Auszeichnungen jüdischer Krieger mit dem Eisernen Kreuze. Befördert. Sächsischer Orden iür einen österreichischen Krieger. Sonstige Auszeichnungen. Für die jüdischen Soldattu des deutschen Heeres. Eine Bilanz. Biele Rabbiner in Polen. Preisausschreiben. Aus dem Feldpostbrief eines Nichtnaturalisierten. Ein englischer Feldrabbiner über die jüdischen Soldaten. Jüdische Soldaten im russischen Heer. Russische Judengesetze. — Korrespondenzen. — Vermischtes. — Feuilleton: schir Hamaaloß. — L i t e r a t u r. — Briefkasten. — Notiz. — Inserate. __ Hungersnot in Palästina.*) Von Rabbiner I. Horovlcz aus Jerusalem. Frankfurt a. M., den 17. März 1**15. Wer hungert, der komme und esse. Wer bedürftig, der komme und halte Pessach'.' Das Hungersgespenst, das im Heiligen Lande nicht mehr an die Türen pocht, sondern bereits in den Häusern und Hütten seiner Opfer eingedrungen ist, drückt mir die. Feder in die Hand, um die jüdischen Herzen und Hände diesem Jammer zuzuwenden. Der größte Teil derjenigen, an" welche sich diese Darstellung wendet, hat, was Hunger ist, glücklicherweise an sich selbst niemals erfahren und möge auch für alle Zukunft davor bewahrt bleiben. Die Entbehrung an Speise und Trank, welche unsere Fasttage für uns vorgesehen, verliert viel an ihrem schmerzlichen Empfinden schon durch das Bewußtsein, daß nur der Tag zur Neige zu gehen braucht, um die schwindenden Lebensgeister wieder znrückzurufen. Das Verlangen nach Nahrung, welches das freiwillige Fasten begleitet, verdient den Namen Hunger nicht. Er fängt erst zu nagen an, wenn er gegen unseren Willen uns niederzwingt und jede Aussicht auf seine Befriedigung fehlt. Die religionsgesetzlich gegebenen Fastrage beschränken sich zudem auf die Erwachsenen, auf die Gesunden und Starken. Der Hunger, wie er zurzeit im Heiligen Lande wütet, kennt keinen Unterschied deS Alters. Die unmündigen Kleinen, die Kranken und Schwachen, Greise und Greisinnen, hilflose Witwen und Waisen, denen die sittliche und körperliche Kraft zum Ertragen von Entbehrüngen abgeht, sind seine ersten, sichersten Opfer. Selbst in normalen Zeiten haben Armut * und Elend im Heiligen Lande die davon Betroffenen an eine Genügsamkeit, an ein Ertragen von Entbehrungen ge¬ *) Diesen Aufsatz des Herrn Rabbiner I. Horovicz, dem Jerusalemer Leiter der deutsch-holländischen Palästinaverwaltung für die Gemeinden des Heiligen Landes, zurzeit in Frankfurt am Main, der seit acht Jahren zum Besten der palästinensischen jüdischen Bevölkerung eine segensvolle Tätigkeit entfaltet, möchten wir auch unsererseits der besonderen Aufmerksamkeit der in Betracht kommenden Palästina-Instanzen wärmstens empfehlen. Die Red.) wöhnt, die gerade zur Fristung eines ärmlichen Daseins hin reicht. Setzt aber die Hungersnot ein, dann fallen ihr die so Geschwächten als sichere Beule zu. Wohl find heute Not und Elend durch die Verheerungen deS Krieges leider auch in unseren Landen heimisch geworden, Aber in der Größe dieser allgemeinen Not, die uns allenthalben entgegenstarrt, liegt eine beglückende Gewähr für ihre Milderung. Ungezählte Tausende von patriotischen und mitleidigen Herzen und Händen rühren sich, um die Wunden zu lindern, die der Krieg an den Grenzen unseres teuren Vaterlandes geschlagen und noch täglich schlägt. Dieser ^Leltjamiucr, der vor unseren Augen laut um Hilfe schreit, drangt jedoch die Fürsorge zur Steuerung oer ft i l l e n Not zurück, unter der unsere Brüder und Schwestern im heiligen Lande der Väter dahinsiechen. Und doch leiden sie unter demselben .Krieg, der die ganze zivilisierte Welt heimsucht, ja, sie leiden noch viel schwerer darunter. Als bei Ausbruch des Krieges plötzlich jeder geschäftliche Verkehr stockte, bedurfte eS in Ungarn, Deutschland oder Oesterreich nur kurzer Zeit, um die Lähmung zu bannen und Handel und Wandel, wenn auch in reduziertem Maße, wieder neu zu beleben. Blieb auch der Verkehr mit feindlichen und überseeischen Ländern unterbunden, so bewegten sich doch inländischer Handel und Industrie wieder in bewährter und nutzbringender Regsamkeit. Im Heiligen Lande jedoch, das ausschließlich auf das Ausland angewiesen ist. ist die KrisiS bis zum heutigen Tage verblieben und sie verschärft sich von Stunde zu Stunde. Wohl sind einzelne Zionsfreunde und Körperschaften mit vieler Hingebung bestrebt, der größten augenblicklichen Not entgegenzutreten. Besonders waren es unsere Glaubensgenossen in Amerika und Deutschland, die sich das Rettungswerk angelegen sein ließen. Durch den amerikanischen Botschafter in Konstantinopel, Herrn Henry Morgen t h a u. war es möglich, größere Summen für die Wohltätigkeitsbestrebungen nach dem Heiligen Lande zu befördern, obwohl jede Verbindung durch den Krieg unterbrochen ist. Auch die auswärtigen Regierungen von iv* flNalaafltia sPrivattelegramm.) Die jüdische« Gemeinden Deutschlands einigte« fick mit llJlinQvlöriUl. Ul 11^(11(10111 lei* sämtliche« Rabbiverberbäudeu zur Abhaltung einrs große« Palüsiinertages Ferner wurde beschlossen, den Erlös aller Spende« anden beide» letzten Peffachtagen für Palästina z» widme». Die Not im heilige« Lande ist unbeschreiblich. Möchte« doch anch österreichische Gemeinden an der Rettungsaktion sich beteilige«. Rabbiner Horowitz aus Jerusalem. Frankfurt a. M., Friedbergeranlage 13.

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