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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-03-12 · 11 (12.3.1915) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
11 (12.3.1915)
Date
1915-03-12
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 206 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 11 Vermischtes. Wien. (Trauerfall.) Allgemeine Teilnahme erweckt das am 4. d. M. erfolgte Hinscheiden des Vorstehers der Chewra-Kadischa und Vorstandsmitgliedes des Mariahilfer Tempelvereines, Herrn Ignaz Klein. Ein Mann der Arbeit, hat es sich der Verstorbene an seiner beruflichen Tätigkeit nicht genügen lassen und widmete seine freie Zeit jüdischen Angelegenheiten. Durch ein Jahrzehnt saß er im Vorstande des Mariahilfer Tempelvereines, in dessen Mitte er eine ersprießliche Tätigkeit entfaltete. Als Obmann der Bezirkskommission für den 6. und 7. Bezirk hat er sein Augenmerk der Wohltätigkeitspflege und der Jugendfürsorge gewidmet. Unter zahlreicher Beteiligung fand am 7. d. M. das Leichenbegängnis statt. Unter den Anwesenden bemerkte man den Präsidenten der Chewra-Kadischa, Herrn Salo Cohn, den Vizepräsidenten Dr. Markus Spitzer, die Vorstandsmitglieder G o l d m a n n, Samuel Steiner, ferner den Präsidenten des Mariahilfer Tempelvereines Herrn Dr. Jakob Engel mit sämtlichen Vorstandsmitgliedern, als Vertreter des Tempelvereines im 4. und 5. Bezirk erschien Herr Präsident Hoffmann und Schriftführer Frankl, vom 8. Bezirk Vorstandsmitglied Hermann Stern und Architekt Leopold Fuchs, vom 10. Bezirk Vorsteher Straßberg, vom 19. Bezirk Herr Vorstand Lion, ferner Herr Amtsleiter Fr ei stad t und eine große Anzahl den besten Gesellschaftskreisen angehörende Leidtragende. Die kantoralen Funktionen versah an Stelle des erkrankten Oberkantors Dünnmann mit gewohnter Meisterschaft Herr Oberkantor Morgenstern. Der Rabbiner des Mariahilfer Tempelvereines, Herr Doktor Drobinsky, hielt die Trauerrede und entwarf ein ungemein treffendes stimmungsvolles Lebensbild des^ Entschlafenen. Hierauf nahm der Präsident Salo Cohn' für die Chewra-Kadischa sowie auch im Namen der israelitischen Kultusgemeinde das Wort, um dem Heimgegangenen für fein verdienstvolles Wirken zu danken und ihm die letzten Grüße der ehrwürdigen Brüderschaft nachzurufen. Dann trat Herr Präsident Dr. Engel an die Bahre und hielt dem verewigten Freurrde und Werksgenossen einen herzlichen, enrpsindungsvollen Nachruf, der bei den Anwesenden eine außerordentliche Wirkung hervorrief. Zum Schluffe verabschiedete sich noch der Obmannstellvertreter der Bezirkskommiffion, Herr Leopold Waller, mit Worten herzlichen Dankes von dem Verewigten. Erster Wiener Jüdischer Turn-Verein. Männer-Abteilung: Montag und Donnerstag von V28—9 Uhr abends; hygienisches Turnen für Herren aller Altersstufen: Dienstag und Freitag von 7—8 Uhr abends; Damen- und Mädchen-Abteilung: Mittwoch und Samstag von V27—3/S Uhr und von 3/ß—9 Uhr abends; Zöglings- Abteilung: Montag und Donnerstag von 1/2S—9 Uhr abends; Kinder-Ab Leitung: Mittwoch und Freitag von 3/45—7*7 Uhr abends. Wien. (Literatur- und Geschichtsvorträge in der Wiener israelitischen Kultus gemeinde.) Am 4. März d. I. wurde mit dem Vortrage Sr. Ehrw. des Herrn Rabbiners Dr. M. Erunwald das 11. Vortragsjahr, wie aus diesem Anlasse der 1. Vizepräses unserer Gemeinde, Herr Landesschulrat Dr. G u st a v Kohn, in seiner Begrüßung des großen Auditoriums hervorhob, in feierlicher Weise geschlossen. Es dauerte lange, bevor die Zuhörerschaft am Schlüsse des geistvollen, besonders zeitgemäßen Vortrages den großen Saal des Ingenieur- und Architekten-Vereines verließ, denn es muß besonders hervorgehoben werden, daß diese Institution der allgemeinen Belehrung sich in allen Schichten unserer Gemeinde eingebürgert hat, wodurch das Interesse für unseren Glauben und unsere Geschichte bedeutend gehoben und gefördert wurde. Für die Hebung des religiösen Bewußtseins in unseren Familien ist dies von besonderer Wichtigkeit, und wer z. V. mit unserer zarteren Schuljugend, die immer das Spiegelbild unserer Familien abgibt, zu verkehren Gelegenheit hat, kann sich hiervon reichlich überzeugen. So ist denn dieser Institution der religiösen und geschichtlichen Vortragsabende, als einer in jeder Richtung segenbringenden — selbst auf unsere Provinzbevölkerung, .bic bei jeweiligem Aufenthalte in Wien mit Vorliebe diese Vorträge sich anhört — von besonders vorteilhaft einwirkender allgemeiner Belehrung, auch für weiterhin der beste Erfolg zu wünschen. Unserem Wiener israelitischen Kultusvorstande und den Vortragenden sei hiermit der aufrichtigste Dank auch am Schlüsse dieser Vortragssaison wieder ausgesprochen. M. A. Ter Todestag Moses ein Requiem für die Kriegsgefallenen. Den Todestag Moses' benützten die Israeliten, um an demselben sich der im Iahreslaufe Verstorbenen zu erinnern. Diesmal war es am 21. Februar. In der Synagoge der israelitischen Religionsgemeinde fanden aus diesem Anlasse zwei Gottesdienste statt. Der erste für die Mitglieder der Gemeinde. In der bei dieser Gelegenheit gehaltenen Predigt w.dmete Feldrabbmer Doktor Funk den Kriegsgefallenen einen Nachruf, in welchem er ausführte, daß ein anerzogenes Bewußtsein der Vergänglichkeit alles Irdischen die sicherste Grundlage für ein wirklich inhaltreiches Leben sein könne. Dieser Inhaltsreichtum offenbare sich im patriotischen Idealismus, weil er sich über das materialistische Alltagsleben erhebt — die auf dem Felde der Ehre gefallenen Soldaten haben ihrem Erdendasein den heiligsten Inhalt verliehen, darum -werden in allen Synagogen der Monarchie auf einer Marmortafel die Gemeindeangehörigen Helden verewigt, damit die Jugend der Gegenwart und Zukunft zu diesen Lichthöhen des patriotischen Idealismus sich erhebe. In der am Nachmittag an eine sehr zahlreiche Mannschaft aller hiesigen Truppengattungen gerichteten Worte gedachte er des Heldentodes des Sohnes Conrad v. Hötzendorf und der spartanischen Worte des Vaters „Weiterarbeiten", und hob er die hervorragenden Charakterzüge der Gemeinde ungehörigen Helden, welche am Felde der Ehre ihr inhaltreiches Leben aushauchten, hervor. Bei der Nennung der Namen: Julius Morberger, Hugo G r ü n h u t, Desider Lönart, Salam. Steiner und Ignaz Gellei, erhob sich die Mannschaft, worauf der Feldrabbiner ein Gebet für alle Helden ohne Unterschied, der Konfession verrichtete. Die Mann? schaft stimmte den „Hymnus" und das „Gott erhalte" an. Worauf vor geöffneter Bundeslade der Feldrabbiner das Gebet für den obersten Kriegsherrn, Wilhelm II., Mohammed V., den FM. Erzherzog Friedrich und ein Dankgebet für die Gesundung des Korpskommandanten Puhallo v. B r l 0 g verrichtete, womit das Requiem endigte. Die Chorgesänge verrichteten in ehrwürdiger Weise die Herren Oberkantoren Bender und Chilf. _ Spenden für galrzische Flüchtlinge. Von der isr. Knltus'gemeinde Iglo, durch, den Präsidenten Herrn Simon Pollak sind uns für galizische Flüchtlinge 25 Kronen und unter „Dardel-Partie Döbling-Währing" 10.80 Kronen zugegangen. Spenden-Anstveis kür die notleidenden flüchtigen Kantoren Für die notleidenden Kantoren unter den Flüchtlingen sind noch eingelaufen: Beim Oberkantor Don Fuchs: Sammlung der Kultusgemeinde S ch a f f a 40.— Kr., und zwar: David Nürnberg Kr. 4.—, Siegfried Scheuer 2.—, Alois Scheuer 2.—, Adolf Scheuer 2.—, Siegmund Kubin 2.—, Kantor Leopold Löwy 2.—, Wilhelm Ventsch 1.—, Ignatz Fürst 1.—, Moritz Spitzer 1.—, Moritz Guttmann 1.—, Mar Majer 1—, Leopold Mar 1.—, Jakob Schick 1.—, I. Listenfeld 2—, Joel Kristiampola 1.—, Fräulein Regma Kohn 2.—, Nathan Sag! 1.—, Samuel Schön 1.—, Samuel Fleischmann 1.—, Frauenverein 2.—, Wilhelm Kollmann 1.—, Adolf Kamler 1.—, Fräulein Mali Kollmann 2.—, Fräulein Lina Kohn 1.—, Fräulein Jeanette Nürnberg 1.—, Frau Halberstamm 1.—, W.lhelm Hirsch 1.—, Fräulein Minna Guttmann 1.—. Sammlung durch Herrn Oberkantor Leo Wolfensohn und Herrn Josef Spiegler, Koprivnica (Kroatien) 127.— Kr., und zwar: I. Hirschler Kr. 10.—, Scheuer 10.—, Volkssparkasse 10.—, F. Neufeld 10.—, Schwarz 5.—, Grünwald 5.—, M. Reich 5.—, 1. Groß 5.—, Koloman BijliS 5.—, Händler 6.—, Hirschler 3.—, Fürst 2.—, D. Hirschler 2.—, Rosenfeld 2.—, Grünfeld 2.—, Salomon 2.—, £ ... . 2.—, M. Bremer 2.—, B. Schayer 2.—, Fische! 2.—, H. Schwarz 2.—, D. Koloman 2.—, Sternseld 2. —, Dr. Scheuyr 2.—, Moses.2.—, S. Steiner 2.—,

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