Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 9 (26.2.1915)
- Date
- 1915-02-26
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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Seite 164 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 9 Weinberger; »Frl. Flora Alt; Frau David Landeis; Frau N.N.; Frau 3E. I.; Frau Dr. Hermann Löwi; 7.50 Kr. Herr E. Sch.; 6 Kr. E. B. aus Lemberg; je 5 Kr.: Frau Fanny Goldberger; Frau Friedman n und Frl. Paula Freund „Gedenktag"; 4 Kr. Frau Groß (Hietzing); 4 Kr. I. B. aus Lemberg; 1 Kr. Frau Schlesinger; hierzu die ausgewiesenen 868 Kr., im ganzen 1675.50 Kronen. Aufruf! Der humanitäre Verein „Leopoldstädter Kinderschutz" hat sich in dieser schweren Zeit zur Aufgabe gemacht, sich nicht nur der frierenden, sondern auch der hungernden Kinder der buchstäblich mit der Not ringenden Armen, darunter der so schwer heim gesuchten, hauptsächlich in der Leopoldstadt und Brigittenau befindlichen Flüchtlinge anzunehmen. Dem erhabenen Opfersinn edler, hilfsbereiter Wohltäter ist es zu danken, daß der Verein in die Lage kam, nebst der im heurigen Winter bereits vorgenommenen Bekleidung von 325 hilflosen, zumeist verwaisten Kindern auch die Ausspeisung einer größeren Anzahl dieser Verlassenen durchzuführen. Nun darf der Verein, da seine Mittel schon versiegen, nicht erlahmen, um den unglücklichen, mit oder ohne Eltern herumirrenden Kindern, die zu ihm ihre Zuflucht nehmen, noch weiterhin wenigstens ein warmes Mittagessen darreichen zu können. An diejenigen, denen ein gütiges Geschick in dieser stürmisch bewegten Zeit, die wenngleich! schmerzliche, so doch erhebende und beglückende Rolle des Helfers und Retters zugewiesen, richtet daher der gefertigte Verein seinen Appell mit der Bitte, das chm jetzt auch obliegende Werk der Verköstigung hungernder Kinder nach Kräften zu fördern. Gütige Spenden, für die der Verein im voraus wärmstens dankt, werden von der Administration der „Neuen Freien Presse" entgegengenommen oder wollen direkt an den Verein „Leopoldstädter Kinderschutz", II., Aspernbrückeng. Nr. 2, eingesendet werden. Der humanitäre Verein „Leopoldstädter Kinderschutz", Wien, II., Aspernbrückeng. Nr. 2. Mazzoch für jüdische Soldaten. Aus Budapest wird uns geschrieben: Im Kreise des orthodoxen ungarischen Judentums äußerte sich das vom patriotischen und religiösen Standpunkte lobenswerte Bedürfnis, anläßlich des herannahenden Osterfestes die im Felde stehenden jüdischen Soldaten mit Osterbroten und Liebesgaben zu bedenken. Um die praktische Durchführung dieser Angelegenheit zu beraten und einheitlich zu organisieren, haben sich die Delegierten der ungarischen Machsike-Hadath-Vereine unter Vorsitz des tön. Rates Koppel Reich und des Landeskanzleipräsidenten Adolf Frankl kürzlich in Budapest zu einer Konferenz zusammengesunden. Landespräsident Frankl berichtete, daß er bei den kompetenten Militärbehörden die nötigen Schritte zur Ermöglichung des ungestörten Versandes eingeleitet habe, und bei der aufmerksamen Fürsorge, welche das oberste Kriegskommando für alle Soldaten ohne Unterschied des Glaubens zur Förderung ihrer religiösen Bedürfnisse bekundet, ist das weitestgehende Entgegenkommen von Seite der maßgebenden Faktoren sicher zu gewärtigen. Delegierter Paskuß (Csorna) stellte bezüglich der Sammlung und Beschaffung der Mazzoth konkrete Anträge, auf Grund deren die Organisation der Aktion in Angriff genommen wird. Es werden zu diesem Zwecke im ganzen Lande Sammlungen eingeleitet. Oberrabbiner Reich (Verbo) lenkte in längerer Auseinandersetzung die Aufmerksamkeit der Versammelten darauf, daß es vom patriotischen sowohl wie vom konfessionellen Standpunkte sich empfehlen, würde, ein orthodox-jüdisches Kriegssürsorge-Landeskomitee zu organisieren, welchem die Aufgabe zufiele, in allen mit dem Kriege im Zusammenhänge sich ergebenden Angelegenheiten konfessionellen und Humanitären Charakters, wie Soldatenfürsorge, Krankenpflege, Waisenversorgung rc., die Initiative zu ergreifen und einheitlich durchzuführen. Die Versammlung nahm den Antrag als zweckentsprechend an, worauf der Präsident erklärte, denselben ehestens unter Heranziehung weiterer Kreise zu verwirklichen. Hierauf wurde ein Komitee, bestehend aus den Oberrabbinern Herzog (Stomfa), Duschinsky (Rakosspalota) und Reich (Verbo) sowie den Herren Paskuß (Csorna) und Schwarz (Bonyhad), mit der Ausarbeitung des erforderlichen Organisationsplanes betraut. Aufruf! Das untengenannte Komitee wurde zu Beginn des Krieges begründet und verdankt feinen Bestand der unermüdlichen Mühe einzelner arbeitswilliger und edler Menschen. Während dieser Zeit haben wir mehr als eine halbe Million Frühstücke ausgeteilt und Tausende und Abertausende unverschuldet in. Not geratene Flüchtlinge — arme Frauen, hilfsbedürftige Kinder, Greise, Kranke und Hungernde — täglich gelabt. Wer eine richtige Vorstellung von dem Elend dieser Unglücklichen haben will, komme zu uns und schaue einmal der FrühMcksausteitung (in unserem echens dazu eingerichteten Lokale, Wien, II., Schiffamtsgasse 20j zu. Nun stehen wir aber vor der traurigen Tatsache, keine Mittel mehr zu besitzen. So wenden wir uns denn in dieser schweren Zeit an den vielfach betätigten Wohltätigkeitssinn der Bevölkerung mit der ebenso dringenden als höflichen Bitte, uns gütigst durch rascheste Zuwendung einer entsprechend großen Spende, oder durch wöchentliche oder monatliche Beiträge die Möglichkeit zu bieten, die Aktion — wenigstens bis zum Eintritt der wärmeren Jahreszeit — fortsetzen zu können. Tausend Dank namens der unglückseligen Flüchtlinge im vorhinein! Gütige Spenden wollen an den Obmann des Komitees, Bezirksrat Dr. Leopold Brady, Wien, II., Praterstraße Nr. 24, gesandt werden. Interkonfessionelles Hilfskomitee zur Frühstücks- und Jausenausspeisung an Flüchtlinge aus Galizien und der Bukowina. Jubiläumsverfammlung des Elternvereines „Pestalozzi". Am 21. Februar a. c., nachmittags, fand im Saale der Börse für landwirtschaftliche Produkte unter zahlreicher Beteiligung der Mitglieder und offizieller Persönlichkeiten die 10. Jahres-Hauptversammlung des durch seine humanitären Werke bekannten Elternvereines „Pestalozzi" als Festversammlung statt. Der Präsident, Herr Arnold Lemberger, begrüßte als Festgäste die Herren: Reichsratsabgeordneten Dr. Julius Ofner, die Gemeinderäte Georg Emmerl in g, Sigmund K o d i c e k, Ernst Neustadtel; die Bezirksräte Doktor Leopold Brady, Medizinalrat Dr. B. Glattauer, Franz Günther, Edmund Hoffmann und Oberinspektor- Josef Schlüsselberger; Se. Ehrwürden Herrn Rabbiner Dr. Max G r u n w a l d und Frau, Landesschulrat Dr. Gustav Kohn, Bezirksschulrat Dr. Markus Spitzer, Bezirksschulinspektor Professor Kanitz; die Ortsschulräte Professor A n t f ch e r l und S p r i n z e l e s; den Obmann des Armeninstitutes Franz Junghoser