Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 7 (12.2.1915)
- Date
- 1915-02-12
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3020846-3022142-3022150--23861-3049081- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 120 Dr. Bloch's zum besten gab. Leider müssen wir seine Ansichten als ernst betrachten, denn er ist eben jetzt Landesausschuß. Getreu dem Beispiele, das ihm sein Parteiführer und Bürgermeister von Wien erst jüngst, ebenfalls in einer Versammlung gab, gefiel sich Herr Bielohlawek auch in dieser für unser teures Vaterland so ernsten Zeit in der Rolle eines Hetzers. .Die jGelehrten, auf die er übrigens schon seit langem nicht gut zu sprechen ist, ineinte er, üben einen verderblichen Einfluß auf das öffentliche Leben und dies deshalb, weil sie alle bezahlt sind. Jawohl, Herr Landesausschuß, in diesem Belange sind auch wir Ihrer Meinung, auch wir sind der Ansicht, daß alle diejenigen, deren Tätigkeit im jöffentlichen Leben reichlich dotiert wird, nichts Ersprießliches für die Allgemeinheit leisten können, und dafür bieten Sie und Ihre Partei uns ein sehr konkretes Beispiel. Hoffen wir, daß der Krieg, der eine Umwertung aller Werte hervorbringt, auch auf das öffentliche Leben seine Wirkung ausüben wird, und wir uns dann mit der Vertretung unserer öffentlichen Interessen wiederum dorthin wenden werden, wo wir uns einst hingewandt haben. Dann wird wieder an Stelle eines Bielohlawek ein Mitglied der niederöfterreichischen Advokatenkammer treten, das uns so vertreten wird, wie einst ein Dr. Ko pp. Aber auch für den kurulischen Stuhl des Wiener Bürgertums hat die niederösterreichische Advokatenkammer glänzende Personen gefunden, uird Männer wie Dr. Prix einer war, werden ebenfalls dort noch zu finden sein. I. Grob tu ch. Vom Zabrmarkt des Lebens. Kriegsdekorationen jüdischer Offiziere nnd Soldaten. Seine Majestät der Kaiser hat verliehen für tapferes Verhalten vor dem Feinde das Militärverdienstkreuz dritter Klasse mit der Kriegsdekoration dem Leutnant d. R. Rudolf Singer, Jnf.-Reg. Nr. 94; das Signum laudis am Bande des Militärverdienstkreuzes (allerhöchste belobende Anerkennung) dem Leutnant d. Res. Siegfried Schneck, Jnf.-Reg. Nr. 20; dem Landsturmleutnant Dr. Felix Kohn, 27. ung. Landst.-Reg.; dieselbe Auszeichnung für tapferes und aufopferungsvolles Verhalten vor dem Feinde den Regimentsärzten d. R. Dr. Erwin Horner und Dr. Joachim Frist, Jnf.- Reg. Nr. 20; dem Oberarzt Dr. Friedrich Deutsch. Landw.-Jnf.-Meg. Nr. 6. Das Signum laudis am Bande des Militärverdienstkreuzes (allerhöchste belobende Anerkennung) für tapferes und aufopferungsvolles Verhalten vor dem Feinde erhielt auch Oberarzt d. R. Dr. Friedrich Deutsch. Für viele unserer Leser dürfte es von Interesse sein, zu hören, daß der ausgezeichnete Arzt, der im bürgerlichen Leben Kurarzt in Karlsbad ist, ein Sohn des ,verstorbenen Rabbiners und Predigers der Wiener israelitischen Kultusgemeinde Dr. Moritz.Deutsch und der Bruder des sehr gekannten Obmannes der Bezirkskommiffion für den 16. und 17. Bezirk, Dr. Jacob -Deutsch ist. Belobende Anerkennung: Mittels Dekretes des Reichskriegsministeriums wurde belobt der Stabsarzt des Ruhestandes Dr. Emil Wiener für seine hervorragende und aufopferungsvolle Tätigkeit auf dem Gebiete der Gefangenenfürsorge. Silberne Tapfe-rkeits Medaille erster Klasse: Kadettaspirant Franz P o l l a k, Jnf.-Reg. Nr. 81; Fähnrich d. Res. Siegmund K i ß, Jnf.-Reg. Nr. 39; Tit.-Zugsführer Jakob Schwager, Jnf.-Reg. Nr. 61; Fähnrich d. Res. Karl Berger, >Jnf.-Reg. Nr. 71; Feldwebel Anton De'utsch, Jnf.-Reg. Nr. 60: Wochenschrift Nr. 7 Feldwebel Moses Loboncz, Jnf.-Reg. Nr. 64; Fähnr. d. Res. Alois Frankl, Jnf.-Reg. Nr. 72; FHnrich d. Res. Julius Rotten stein, Jnf.-Reg. Nr. 79; Zugsführer Karl Stein, Jnf.-Reg. Nr. 24. Silberne,Tapferkeitsmedaille zwerter Klasse: Fähnrich d. Res. Josef Deutsch, Jnf.-Reg. Nr. 49; Unterjäger David Löwy, Feldjäger-Bat. 10; Kadett d. Res. Jakob Keßler, Patrouilleführer Ernst Pollak, beide vom Feldjäger-Bat. Nr. 25; Pionier Juda Hersch. Klein, Divis.-Telegraphen-Wteilung Nr. 4; Unterjäger Emanuel Glaser, Feldjäger-Bat. Nr. 17; Korporal Jakob Guth, reit. Art-Divis. Nr. 7; Korporal Bernat Klein, Gefreiter Julius Simon und Korporal Josef Schreiber, alle vom Jnf.-Reg. Nr. 39; Korp. Samuel B i r o, Jnfant. Samuel Asztalos, Infanterist Defiderius M o s k o v i tz, alle drei vom Jnf.- Reg. Nr. 46; Fähnrich d. Res. Moriz Schäffer und Korporal Victor Singer, beide vom Jnf.-Reg. Nr. 72; Zugsführer Jakob Herzka, Feldkanonen-Reg. Nr. 14,; Fähnrich d. Res. Hermann Schiefer, Fest.-Art.-Reg. Nr. 1; Pionier Korporal Leopold B a r asch> Telegr.- Regiment; Kadett d. Res. Rudolf Großmann, Jnf.- Reg. Nr. 38; Zugsführer Josef Herzig, Gefreiter David Popper, beide vom Jnf.-Reg, Nr. 49; Tit.- Korporal Mendl S i m o n, Jnf.-Reg. Nr. 50. Mit der silbernen Tapferkeitsmedaille würde auch der Kriegsfreiwillige berittene Landesschütze Ludwig Mayer vorletzten Samstag vor der Front dekoriert. Mayer -ist in Innsbruck geboren, Sohn der vor einigen Jahren verstorbenen Eheleute Alexander und Fanni M a y e r, geb. Bauer. Er wurde zum Korporal befördert. .. Belobende Anerkennung des Oberkommandos: Zugsführer Jakob D r e s n e r, . Jnf.-Reg. Nr. 45; Jnfant. Moses Turian, Jnfant. Abraham Schönfeld, beide vom Jnf.-Reg. Nr. 66; Rechnungsunteroffizier Karl' Pol lack. " - - Kirr Keldpostöries. Herr Hof- und Gerichtsadvokat Dr. Siegfried Halb er st am in Wien stellt uns einen interessantes Feldpostbrief des Feldrabbiners Herrn " Dr.' Michael Halber st am zur Verfügung. In dem Briefe heißt es: „Diesmal kann ich Ihnen sogar etwas mitteilen, was Sie hoffentlich freuen wird. Als Feldrabbiner der k. u. k: Balkanstreitkräfte (ich bin jetzt der einzige Feldrabbiner im Süden) hatte ich die hohe Ehre, am 28. v. M. neben dem katholischen Feldsuperior (VII. Rangsklasse) und anderen hohen Offizieren zur Tafel Sr. kaiserl. Hoheit des Erzherzogs Eugen, des Oberkommandierenden der Balkanstreitkräfte, geladen zu sein. Se. kaiserl. Hoheit war sehr zuvorkommend, unterhielt sich mit mir während der Tafel über verschiedene synagogale Bräuche (Schofar, Chanukkalichter usw.) und bewies durch seine Fragen eine auffallende Versiertheit in diesen Dingen. Der Adjutant, dem ich mein Erstaunen darüber ausdrückte, sagte mir, daß Se. kaiserl. Hoheit auch im Talmud Bescheid wisse. Die äußere Erscheinung des Erzherzogs ist wahrhaft majestätisch. Hochgewachsen, von kerzengerader Haltung, überragt derselbe wie König Saul seine Umgebung um Kopflänge. Mit Gottes Hilfe wird Oesterreichs tapfere Südarmee unter diesem erlauchten Oberkommandierenden die heihumstrittene Siegespalme erringen." Auszeichnungen jüdischer Krieger mit dem Eisernen Kreuze. (Bisher wurden 1898 mitgeteilt, in der vorliegenden Nnmmer 197, zusammen 1905.) Altona, Elbe. Musketier Ado lf Selig mann, im Infanterieregiment Nr. 163. Bad Homburg v. d. H. Unterarzt Doktor Willy Braunschwei g im Reserve-Fußartillerieregiment 14. Berlin. Dr. med. Auerbach, Stabsarzt, Mitglied d. K, C. u. A. H. der Verbindung „Sprevia"; Dr. phil.. A r t h u r Aufrecht, Unteroffizier der Landwehr, Mitglied u. A. H. der Verbindung ^Sprevia"; Dr. Eugen Aronson, Assistenzarzt in einem Infanterieregiment; Arnsdorf, Oberveterinär, Mit-