Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 6 (5.2.1915)
- Date
- 1915-02-05
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 111 Nr. 6 stelle funktioniert. Wenn hinzugefügt wird, daß noch mit Naturalspenden aller Art, wie Kleidungsstücken, Strohsäcken u. dgl. für die Flüchtlinge gesorgt wird, so ist damit noch keineswegs das Feld der Tätigkeit der Zentralstelle abgeschlossen. Freilich das Elend der galizischen Flüchtlinge vermag auch das Zentralbureau nicht aus der Welt zu schaffen. Es so weit als möglich zu lindern, ist die Pflicht aller Gutgesinnten. Dieser Aufgabe sucht das Zentralbureau gerecht zu werden. Die Sammeltätigkeit wird fortgesetzt, um für alle Anforderungen der Zukunft gerüstet zu sein. Vermischtes. Vortrag aus jüdischer Geschichte, Literatur und Kultur. Donnerstag, den 11. Februar 1915, L/& Uhr abends, findet im Festsaale des Ingenieur-- und Architektenvereines, 1. Bez., Eschenbachgasse 9, ein Vortrag des Herrn Professors Dr. M. iB a l a b a n aus Lemberg statt. Thema: „Die polnischen Juden während der Kosaken-, Russen-' und Schwedenkriege 1648—1660." Eintritt frei — ohne Karten. Wien. Mittwoch, am 10. Februar 1915, findet im Restaurant „zum weißen Engel", XIII,', Hietzinger Hauptstraße 3, die 11. Generalversammlung des „Tempelvereines des 13. Bezirkes der Stadt Wien" statt. Beginn 8 Uhr abends. Bereit, „Oesterreichisches Scehosprz". Sonntag den 7. Februar 1915, um 11 Uhr vormittags, findet in den Räumen des Israelitischen Humanitätsvereines B'nai B'rith, IX., Universitätsstraße 4, die G e n e r a l v e r s a m m l u n g des Vereines „O e st e r r e i ch i s che s Seehospiz" statt. Wien. Donnerstag den 4. d. M. wurde vom „Wiener- Hilfskomitee für Flüchtlinge aus Galizien und der Bukowina" unter Leitung der Frau Sofie Grünfeld in Wien, XX., Wallensteinstraße 72, eine rituelle Speisehalle unter Rabbinatsaufsicht für einen größeren Betrieb eröffnet. Die Ausspeisung findet täglich von 11—1 Uhr statt. In denselben Räumen wird die Errichtung einer Teestube in großem Stil geplant. Nachahmenswert! Aus Anlaß einer gut überstandenen Operation hat Frau R. M. Veranlassung getroffen, daß in unseren Speisehallen ein Jahr hindurch am Dienstag jeder Woche zehn Personen auf ihre Kosten ausgespeist werden. Wir sprechen ihr öffentlich namens der Armen, denen ihre Wohltat zugute kommen wird, unserer: innigsten Dank aus. Jüdischer Verein „Einheit". Wien. Am 26. Januar 1915 verschied nach mehrwöchentlicher Krankheit Herr Jacob Kann. Der Verstorbene, einer angesehenen Familie in Preßburg entstammend, gehörte seit mehr als einem Jahrzehnt dem Vorstände der Wiener Chewra-Kadischa an. Im Sinne einer letztwilligen Verfügung wurde das Begräbnis in einfachster Weise vollzogen. Im Trauerhause hielt der greise Präsident der israelitischen Kultusgemeinde, Dr. Alfred Stern, einen Nachruf, in welchem er der von dem Verblichenen in Uebereinstimmung mit seiner gleichgesinnten Gattin errichteten großen Stiftung für das Waisenhaus der Kultusgemeinde und seiner aufopferungsvollen Tätigkeit für das von der Chewra-Kadischa im Vorjahre gegründete Erholungsheim in Baden rühmend gedachte. Am Zentralfriedhof würdigten Präsident der Chewra-Kadischa Salo Cohn und Vizepräsident Doktor Markus Spitzer das vorbildliche hingebungsvolle Wirken des Dahingefchiedenen für die Chewra, deren Gedeihen ihm so sehr am Herzen lag und die ihm ein treues Andenken bewahren wird. Außer den Präsiderrten der Kultusgemeindc Dr. Alfred Slerrr und der: Präsidenten der Chewra-Kadischa Salo Cohn nahmerr an dem Leicherrbegängnisse u. a. teil Oberrabbiner Dr. Güdemann, Rabbiner Dr. Gr unwald, Dr. Rose n m a n u, Pap o und F l e s ch, Vizepräsident Dr. Gustav Ko hu, Kultusvorsteher kaiserl. Rar Adolf Schrämet mit den Sekretären der Kultusgemeinde kais. Rat Dr. Lieben und Tr. A d l e r, der Gesamtvorstand der Chewra-Kadischa i Moriz B reit n e r, S. G o l d m a n n, Philipp K o h n, Carl L e m berge r, Leopold Otto, kais. Rat Leopold Sachs Edler von S a ch s e n h a l l, 'S. Simon und S. Stein e r, Berhausvorfteher Carl Freund, Rudolf Kohn und S. A. Wasservogl, der Präsident des Waisenvereines Doktor Arthur- Kur an da, in Vertretung der Preßburger Äul tusgemeinde und Chewra-Kadischa David Krausz. Josef Grünberg und Adolf Kunstadt. Hygienisches Turnen für Herren im mittleren und im vorgerückten Alter. Geschloffene Abteilung i'n erste n Wiener Jüdischen Turnverein, IX, Liechtensteinstr. 20 Ausninfte jeden Abend von 7 — V29 Uhr oder schriftlich Wien. Der Kaiser Franz Josef I.-Zubiläums-Frauenverein veranstaltete am 17. v. M. im Hotel Continental zugunsten der im Felde erblindeten Soldaten eine Wohltätigkeitsakademie, deren Reinertrag von Kr. 1125.32 der Sammlung der „Neuen Freien Presse" überwiesen wurde. Zu der im wahrsten Sinne gelungenen Akademie waren auch einige verwundete Soldaten eingeladen worden, die mit einer Zause und Zigaretten vom Komitee bewirtet wurden. Der gute Zweck der Veranstaltung wurde durch eine Reihe namhafter Kunstkräfte gefördert, welche in selbstloser Weist mitwirkten. Den Anfang machte Herr Lenz vom Tonkünstlerorchester, der durch seine Violinvorträge reichen Beifall erntete, Frau Dr. Adler sang mit schöner Stimme einige Lieder, Herr H ö b l i n g vom Burgtheater rezitierte mit vollendeter Meisterschaft Verse aus unseren Tagen und wurde durch frenetischen Beifall zu Zugaben veranlaßt. In Fräulein A l t e n st e i n lernte man eine sympathische Künstlerin kennen; Beda (Dr. Löhner) kritisierte geistvoll die Kriegsnörgler und Besserwisser und ließ seinen kaustischen Witz sprühen. Frau Paroli löste durch ihre entzückende Erscheinung und ihr herrliches Organ stürmischen Beifall aus, den sie durch Lieder zur Laute belohnte. Frau Pohl- M e i s e r riß alle Zuhörer durch ihr feuriges Temperament und ihre drollige Mimik fort. Fräulein B l a h a von der Volksoper sang mit ihrem warmen Alt einige Opernarien; Frl. Hellbron rezitierte ernste und heilere Gedichte. Frau Mela Mars wirkte wie immer durch ihre geniale Eigenart und durch ihren feinsinnigen Vortrag. Den Schluß bildeten Gesangsarien von Frl. Bilgrey, die vom Publikum lebhaft akklamiert wurden. Wien-Jssefstadt. Samstag den 30. Januar feierte Herr Philipp Weiß, Vorstandsmitglied des Tempelvereins im Wiener 8. Gemeindebezirke, seinen 70. Geburtstag. Die Sympathien, welcher sich der Jubilar in der Zosefstadt erfreute, kamen auch anläßlich der Feierlichkeit im Gotteshause voll zum Ausdrucke. Es erschien der gesamte Vorstand mit dem Präsidenten kais. Rat Herrn Albert Frankl an der Spitze. Zn Vertretung des Margaretener Tempelvereins Herr Vorsteher Franz Frank! und viele andere illustre Gäste. Beim Gottesdienste, den die Kantoren N e u m a n n und Grob in würdigster Weise versahen, wurde der Zubilar zur Schiroh aufgerufen und spendete in gewohnt humaner Weise größere Summen für verschiedene wohltätige Zwecke. Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Bauer hielt sodann an den Zubilar eine feierliche Ansprache, in welcher er den Wohltätigkeitssinn und im besonderen die Verdienste des Gefeierten um den Zosefstädter Tempel hervorhob und übermittelte namens der ganzen Gemeinde die herzlichsten Glückwünsche. G. Wien. Freitagabend-Vortrag im Bet-Hamidrasch „Talmud- Thora", 2. Bez., Malzgasse 16, auch Frauen zugänglich: Am 5. Februar: Herr M. Hönigsbeer über „Sancheribs Eroberungszug gegen Jerusalem". Beginn um - x/ß Uhr. Vorträge irr der ToyndeehaÜe (XX., Denisgasse 33. Josefine Mendl-Wohlfahrtshaus). Freitag den 5. Februar: Bibelvortrag. Samstag den 6. Februar: Musikalisch-deklamatorischer Abend, veranstaltet von Fräulein Fanny Frcystädt. Sonntag den 7. Februar: ..Ter ewige Frieden", Vortrag von Rabbiner Dr. Feuchtwang Mittwoch den 10. Februar: Literarischer Abend, Schriftsteller Otto Eisenschitz Donnerstagchen 11. Februar:?Dr. Otto Landsberger (Jugendbund) Bortrag „Impfschutz und Blatternseuche."