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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-02-05 · 6 (5.2.1915) · page 1

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
6 (5.2.1915)
Date
1915-02-05
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Mr. 6 Dr. Bloch's Iluhrgang XXXII Zentralorgan für die gesamten Interessen des Judentums. Wien, 5. Februar 1915 LrsiDeLnt jeden Freitag. Brief-Adresse: Wie«, Hl. Praterstraße 9. Telegramm-Adresse: Bloches Wochenschrift, Wien. OG DO Q K. k. PofispÄrkalsrnsrnt Llearing-Verkebr Mr. S10.S76. Redaktion und Administration: Wien H/1, Praterstraße 9. Telephon 45.359 <1 OG: Do OU- - ■ -- =^)Ö p Ve;ngspreis für Oesterreich: C Halbjährig 8 Kronen. Einzelexemplare 50 Heller. Für da« Ausland: Halbjährig 10 Kronen. Ganzjährig 20 Kronen. Anzeigen: Die 2mnl gespall) tene Petitzeile 48 Heller. Q O—.— - -QO Inhalt: Leitartikel: Die Flugapparate „Taubeu". — Ter Zwischenhandel im Kriege. — Die galizischen Flüchtlinge in Ungarn. — Vom Jahrmarkt des Lebens: Kriegsdekorationen jüdischer Offiziere und Soldaten. Hauptmann Josef Kellner. Tie Heldentat eines Wiener jüdischen Studenten. Silberne Ehrenmedaille mit der Kriegsdekoration für Schwester Fräulein Viola Neumau n. Die Mutter und ihre sieben Söhne. Ein Grab am Wegrande. Bor dem Feinde gefallen. Ten Heldentod auf dem Schlachtfelde. D ie ein Jude einen katholischen Feldkaplan rettete. Auszeichnungen jüdischer Krieger mit dem Eisernen Kreuze. Zum preußischen Reserreoffizier befördert. Sonstige Auszeichnungen. Der erste jüdische Reserveoffizier in der sächsischen Armee. Auszeichnung eines jüdischen Soldaten. Kardinal und Rabbiner. Pogrombilder zum Beweis deutscher Grausamkeit. Frankreich. Rußlands Wünsche an Palästina. Ein trauriges Kapitel. Errichtung eines zionistischen Bureaus im neutralen Auslande. Proklamationen des Kommandanten vrn von Palästina. Kriegsstatistik. — Korrespondenzen: Warme Unterkleidung als Liebesgabe für deutsche und österreichistUe Soldaten im Felde. An alle guten Menschen. Aufruf an edle Wohltäter. Flüchtlingsfürsorge — Hilferuf! Ausruf! Brotverteilung. Borsorgungskomitee fiir jüdische Flüchtlinge. Brief aus Pilsen II. Tie Hilfsaktion zum Schutze der galizischen Flüchtlinge in Brünn. — Vermischtes. — Feuilleton: Im Tode versöhnt. — Literatur. — Briefkasten. — Notiz. — Inserate. Ute Flugapparate „Tauben". Der Oberrabbiner von.England, Dr. Hertz, ein geborener Ungar, aus Nordamerika über Südafrika importiert, hat, wie aus der interessanten Notiz in Nr. 4*} dieses Blattes ersichtlich ist, einen Bittgottesdienst angeordnet, für den er ein hebräisches Gebet verfaßte, in denl auch von den sehr gefürchteten Fliegern, den „Taub e n", die Rede ist. Abgesehen davon, daß „Jonah" in dem gebrauchten Sinne einem anderen Wortstamme angehört, als „Jonah" (Taube), da jenes, das sich nur Jeremija 25, 38; 46, 16; 53, 16 und Zephanja 3, 1 findet, „Verderben" bedeutet — kann eine solche Verwendung als eine gelungene humoristische gelten, aber ein Witz gehört nicht in ein furchtbar ernstes Gebet. Sollte nicht bei diesem Anlasse für die Tatsache, daß erst nach Meiner Anregung, „die absonderliche Flugweise der Tauben im Altertume" flugtechnisch nachzuahmen, den bewährte st enFlugfahrzeugen der Name „Taube" beigelegt wurde, aus dem Aufsatze „Die Aviatik vor 30 Jahren und gegenwärtig" in Nr. 32 vom 9. August 1912 in diesem Blatte (und auch in verschiedenen anderen Blättern) einiges hier reproduziert werden?! Die „Neue Freie Presse" vom 31. Oktober 1883 enthielt im Beiblatte „Natur- und Völkerkunde" folgende Studie von Dr. B. Placzek unter dem Titel „Absonderliche Flugart der Tauben im Altertume": „In einem bedeutsamen alten Buche, das aus dem sechsten Jahrhundert n. Chr. stammen mag (Bereschith Rabba, Kap 39), findet sich eine noch viel ältere, als etwas ganz Bekanntes angeführte Beöbachtung...’." „Alle anderen Vögel ruhen vom Fliegen aus auf einem Baume oder auf einem Felsen. Die Taube hingegen, wenn sie im Fluge ermattet, hält nur abwechselnd einen Flügel in Ruhe (ausgespannt), indes sie sich mit dem anderen Flügel weiterschwingt." Diese Tatsache ist eine Auslegung des Psalmverses 55, 7, die sich dem *) Entnommen dem „Israelit", 1915, Nr. 3. Wortlaute: „daß ich fliegend ausruhen könne," besser anpaßt, als die gewöhnliche Uebersetzung." Charles Darwin, dem ich im Jahre 1880 diese alte Notiz mit Bezug auf die hohe Wichtigkeit, die der Großmeister der Entwicklungslehre den geringsten Abweichungen in Struktur und Gewohnheiten der Tauben in seinen Werken beilegt (vornehmlich das „Variieren ufw.", 1., Kap. 6), mitteilte, sprach in seinem Antwortschreiben vom 24. November den Zweifel an der mechanischen Möglichkeit dieser seltsamen Flugart aus. Ebenso äußerten sich andere Fachautoritäten. Ich beharrte dennoch auf meiner mit physikalischen Beweisen versehenen Ansicht von der aerodynamischen Möglichkeit des alternierenden Flügelgebrauches und erklärte d e r e n k o n st r u k t i v e Nachbildung als die g ü n st i g ft e Lösung des F l u g p r o b l e m s. — „Die Heraldik wird für die Beherrscher der Lust-- region auch in der Folge wie bisher (Taube, Möve, Schwalbe, Albatros, Spatz, Storch, Bussard, Adler u. a.j Wappentiere aus der Vogelwelt wählen.*) — Seit 1880 beschäftige ich mich, ohnehin als Ornithologe und Entomologe tätig, intensiv mit dem Nachweis, daß seit Leonardo da Vinci die Entwicklung der Aviatik mit der konstruktiven Nachbildung der Tierflugorgane, besonders Mit der Nachahmung des Vogelfluges, gleichen Schritt halte. . . ." Wenn man die Ehoragen der „Vogelmenschen" aufzählen wird, dann sollen die Namen der österreichischen Helden der Luft in der ersten Reihe nicht fehlen. . . Oberleutnant Franz Blich arski, dessen Apparat beim Flugmodellwettbetriebe in der „Jfa" den Preis errungen und dem in der „N. Fr. Pr." vom 17. Juli 1912 unter dem Titel „Das Luftfahrzeug der Zukunft" ein sieghafter Erfolg prognostiziert wurde, stellt den ersten Typ eines S chw i n g e n fti e ge rs im Gegensätze zu allen bisherigen Drachengleitfliegern dar, wodurch ein vehementer Umschwung in der ganzen Aviatik herbeigeführt werden kann. Blicharski ist dem- *) Die Benennung „Tauben" hat schon alle anderen Vogelnamen fast verdrängt.

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