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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-01-29 · 5 (29.1.1915) · page 19

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
5 (29.1.1915)
Date
1915-01-29
Page
– (sequence 19)
Language
German
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Nr. 5 Dr. Bloch's ^Wochenschrift Seite 95 late vorbereitet werden, mit seinen korrupten Beamten und zweischneidigen Polizeispitzeln, dieses Rußland zieht an unserem Auge so lebendig vorüber, daß unser Interesse an dem Kamps gegen dieses Barbarentum höchlichst gestärkt und die Hoffnung aus die baldige Niederwerfung dieses letzten Stückes finsteren Mittelalters gesteigert wird. Das Buch ist unentbehrlich zur vollen Erschließung des Verständnisses für das, was jenseits der weiß-blau-roten Grenzpfühle jetzt des göttlichen Strafgerichtes harrt. Sefer Mas'ath Vinjamiu al ha-Thora, 5. Teil, von E. R e i ch, Rabbiner in Tyrnau (Nag'yszombat). Druck von Kohn Mor in Väcz, Ungarn, 1914. Dieser letzte Teil der Betrachtungen und Homilien zu den Abschnitten der Thora des aus seinen früheren Publikationen bekannten Autors reiht sich den vorausgegangenen vier Teilen würdig an, sowohl Interpretationen des Textes wie auch Erklärungen und Auslegungen dunkler Midraschstellen betreffend. Ein klares, logisches Denken, das nicht künstlich über den genauen Wortsinn hinaus will, charakterisiert diese Homilien, denen allen aber mächtige Eesühlswärme, tiefe Religiosität und innige Gläubigkeit eigen ist. Wir haben es nicht mit uck boe gemachten Exegesen zu tun, vor uns liegt vielmehr der Ertrag emsiger, langjähriger, gewissenhafter Geistesarbeit, es sind regelrechte Deraschoth, vor einem zahlreichen, lernbegierigen Publikum gehalten, die nun zu einem schönen, abgeschlossenen Ganzen vereint, aus dem Büchermärkte erscheinen und allen Freunden von alljüdischem Maggiduth sowohl wie auch modernen Rednern Freude und Anregung gewähren. Im Anhänge finden wir Responsen von hervorragenden Rabbinern und Talmudgelehrten der Jetztzeit auf rituelle Anfragen des Autors, nannte Q2H t)ie von der Gelehrsamkeit, dem des Fragenden ebenso zeugen wie von der Sicherheit im Urteile derjenigen, deren Urteil angerufen wird. Dieses rn^'wTn DIEJip umfaßt die mannigfachsten Gebiete des religiös-praktischen Lebens; und jeder Rabbiner kann in die Lage kommen, von den gegebenen Dezisionen Gebrauch zu machen. Schon um dieser Responsen willen kann das Werk wärmstens empfohlen werden. Wien. Dr. M. Baue r. Dr. M. Grunwald, Rabbiner der isr. Kultusgemeinde in Wien. Mitteilungen zur Iüd. Volkskunde. (17..Iahrg., 4. Heft. Der ganzen Reihe 52. Heft.) Diese Mitteilungen erscheinen zugleich als Organ der Gesellschaft für jüdische Volkskunde in Hamburg. Wien 1914. Inhalt: Dr. S. Weißenberg: Die Familiennamen der Karäer und der Krimtschaken. — Das Testament Wolf Wertheimers. — Rabbiner Ed. Duckesz: Zum Testament Wolf Wertheimers. — S. Goldschmidt-A. Marmor st ein: Zeena ureena. (Fortsetzung.) — Bücherschau. — Alle Sendungen werden erbeten an die Adresse des Herausgebers: Wien, 2. Bezirk, Ferdinand st raße 23. Ein sehr charakteristisches Porträt Hei n r i ch Heines aus seinen ersten Mannesjahren krach einer Radierung des Müncheners Ludwig Emil Grimm vom Jahre 1827 ist jetzt in Folio-Handpressen-Kupserdruck auf China im Vertage von F. Bruckmann A.-G., München, erschienen und trägt als Unterschrift ein Faksimile des dargestellten Poeten. Briefkasten. Schriftstellerin Rahel Edelstein-Friedmann. Sie überschätzen vielleicht Herrn Alpheus, den Feuilletonschreiber des „Morgen", Wenn Sie hinter seiner antisemitelnden Manier oder Ilnmanier irgend einen Zweck, z. B. die Absicht suchen, irgendwo sich lieb Kind zu machen. Diese Methode soll lediglich den Mangel an Geist verdecken. Wem der Witz ausgeht, der behilft sich mit dem antisemitelnden Jargon. Dazu bedarf er keiner geistigen Anstrengung. Wenn er z. B. den englischen Sozialpolitiker Lloyd George mit dem Vornamen „David" nennt, so hat er ihn vollständig erledigt und braucht sich weiter um ihn nicht zu bemühen. Das erspart, die Gedanken anzustrengen. Daß manchem „Schornalisten" das Nachdenken beschwerlich wird, beweist allerdings die Briefkastennotiz des „Morgen" vom 25. d. M., wo mit jener überheblichen Unwissenheit des Wiener Sozialpolitikers offenbar in bezug auf die Anwendung von Repressalien gegen Angehörige feindlicher Staaten ex kathedra verkündet wird, daß „sittlich Höherstehende" das alttestamentarische. „Auge um Auge", „Zahn um Zahn", verwerfen. Allein die Heranziehung jenes Bibelsatzes, IIh. M., 24, 17—21, würde nichts anderes bedeuten, als — wie Sie richtig hervorheben — „die englischen Behörden seien ebenfalls im Konzentrationslager einzusperren, und die russischen Behörden seien Pogroms und Massakern auszuliefern, — eine Justiz, die wirksam genug wäre, allen Schündlichkeiten ein baldiges Ende zu bereiten und somit des Beifalls aller „sittlich Hochstehenden" wert wäre. Nur der Täter selbst, nicht aber sein Volksgenosse oder sein Bruder oder Verwandter, ist zur körperlichen Buße heranzuziehen, nur dem Missetäter selber, nicht aber einem Unbeteiligten, wird die rächende Verletzung angedroht." Der Prophet Ezechiel wendet sich gegen die, welche die Schuld der Väter an deren Kindern ahnden lassen wollen, mit dem Satze: „Die Väter aßen Herlinge und die Zähne der^ Kinder sollen stumpf werden?" Nur der das Verbrechen verübt hat, hat die Strafe zu erdulden. Und wahrlich Sie haben recht: in unserer Zeit beispielloser Grausamkeit wäre die Anwendung jenes Grundsatzes: „Auge um Auge", „Zahn um Zahn", wohl angebracht. Korporal E. Sch., F. A. R. 4t. 3. Ein Kultusvorsteher, der bei der Regierung Schritte unternimmt, um den Eintritt galizischer Flüchtlinge in die otabt zu verhindern, ist ein Verräter und Judenfeind und verdient öffentliche Verachtung. Rabbiner Dr. K. in B. Hervorragend orthodoxe Rabbinen haben für diese schwere Kriegszeit den Genuß von Hülsenfrüchten an den kommenden Pessachfeiertagen ohne weiteres gestattet. Es erübrigt sich somit jede Diskussion über diese nunmehr erledigte Frage. Notizen. Jüdische Bühne. Hotel Stefanie, 2. Bezirk, Taborstr. 12. Direktion: M. Siegler. Regie: Leresku. Freitag den 29. und Samstag den 30. Januar 1915 Gordins Meisterwerk „E l i s ch e Ben A w u e". Sonntag den 31. Januar 1915, nachmittags „Der komische Herrsche r". Sonntag den 31. Januar (abends) und Montag den 1. Februar 1915 „Kronprinz Alerande r". Dienstag den 2. Februar 1915, nachmittags „B e n H a d o r". Dienstag den 2. Februar (abends) und Mittwoch den 3. Februarr 1915 „Das Leben in N e w y o r k" von S. Feinmann. Donnerstag den 4. Februar 1915 „S ch i r - H a s ch ir i n" von A. Schorr. Israelitische Kultusgemeinde Wien. Kundmachung. Im Sinne der Bestimmungen, betreffend den von Herrn D o n a t T a u ß i g s. A. im Spitale der israel. Kultusgemeinde in Wien begründeten Bettplatz hat aus diesen, bezw. im Falle des Platzmangels auf den Betrag von täglich einer Krone in erster Linie ein um die Ausnahme daselbst ansuchender armer, mit dem obgenannten «tifter verwandter Kranker, ohne Unterschied der Konfession, Anspruch, vorausgesetzt daß er den für dieses Spital geltenden Ausnahmsbedingungen entspricht. Als Verwandter des Herrn Donat Taußig sind in Hinsicht aus diesen Bettplatz Personen anzusehen, welche mit demselben nicht über den 6. Grad der Seitenverwandtschast hinaus — von dem Erblasser an gerechnet — verwandt sind. Unter mehreren Verwandten entscheidet der nähere Grad, unter gleich nahen Verwandten die Abstammung von väterlicher Seite des Erblassers. Bewerber um diesen Freiplatz, bezw. um den angegebenen Geldbezug, haben ihre mit den erforderlichen Beilagen versehenen Gesuche bis 20. Mär; 1915 im Einreichungsprotokolle der israel. Kultusgemeinde, Wien, 1. Bez., Seitenstettengasse 4, 2. Stock, während der Amtsstunden zwischen 9 und 12 Uhrvorm, zu überreichen. Sachdienliche Auskünfte werden im Stiftungsamte der israel. Kultusgemeinde, Wien, 1. Bez., Seitenstettengasse 2, 2. Stock, während der Amtsstunden zwischen 9 und 12 Uhr vorm, erteilt. Wien, 20. Januar 1915. Der Vorstand der israel. Knltusgemeinde Wien. Israelitische Kultusgemenide Wien. Kundmachung. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien gibt hiermit bekannt, daß die Privatistenprüfungen aus israelitischer Religion für Schüler an Mittelschulen im 1. Semester des Schuljahres 1914/15, Donnerstag, den 4. Februar l. I., von 4—6 Uhr nachmittags in der Religionsfchule der israelitischen Kultusgemeinde (1, Bez., Seitenstettengasse 2, 2. Stock) durch Herrn Professor Dr. Heinrich Pollak stattfinden. Der Vorstand der israel. Kultusgemeinde Wien.

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