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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-01-29 · 5 (29.1.1915) · page 17

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
5 (29.1.1915)
Date
1915-01-29
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Nr. 5 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite VT Austritte aus dem Jude» tarn vom 16. Januar bis inkl. 23. Januar 1915. Adler Maria, geb. 20. Dezember 1872 in Wien, XX., Rauscherstr. 10. Ivanovsky Elsa Verkäuferin, geb. 31. August 1887 in Wien, VI., Grabnergasse 10. Lichtenstein Gustav, Ingenieur, geb. 26. November 1882 in Wien, 11., Taborstrasse 66. Mechlowitz Berta geb. Röder, Korr« spondentin geb. 29. Januar 188ü in Wien, derzeit in Salzburg. Nassau Arthur, Direktor-Stellvertreter des Erziehungs-Instituts in Nassau, geb 24. Juli 1884 in Wien, II., Czerninplatz 4. Neugeboren Karoline, geb. 23. Januar 1889 in Czernowitz, Am Tabor 22. Salomon Antonie geb. Landau, Beamtensgattin, geb. 26. Mai 1858 in Tarnop ‘1, VI., Laimgrubengasse 12a. Sonnenschein Friederike, Modistin, geb. 27. Januar 1892 in Wien, Ii I., Löwengtsse 8. Spitzer Olga, geb. 3. Januar 1894 in Wien, XVI., Wattgasse 61. Stern Abraham Elchanan, Ingenieur, geb. 2. Januar 1889 in Tarnow, XVIII., Währingerotrasse 137. Stern Ignaz, geb. l4. November 1879 in Wien, X., Laxenburger , str sse 42. GUmann Ga tav, Dr., Privatier, geb. 24. Januar 1886 in Wien, 111., Seidigasse 28. Vasak Maria Hedwig, Näherin geb. 17. Oktober 1889 in Wien 11., Sterneckplatz 21. Wiener-Neustadt. Herr Oberkantor Landau hat einen schweren Verlust erlitten. Durch Vermittlung des Herrn Oberrabbiners Dr. Ehrenpreis in Stockholm erhielt er die Nachricht, daß seine Mutter, Frau Rösel Landau, in den letzten Tagen des Dezember v. I. in Lemberg gestorben ist. Frau Landau, die bis vor zwei Jahren hier gewohnt hat und stets den Wunsch äußerte, an der Seite ihres gottseligen Mannes, des gelehrten Rabbiners Moses I. Landau in Lemberg begraben zu werden, ist in einer bewegten Zeit gestorben. Bei ihr weilte bloß ihr Sohn, der Direktor des Lazarus-Spitales und Stadlarzt Dr. Landau, der Lemberg nicht verlassen hatte, sondern trotz Eindringen des Feindes bei seinen Kranken und Verwundeten geblieben war.' Frau Landau, die ein Alter von 77 Jahren erreichte, war eine gottesfürchtige, edle Frau, von jedermann hochgeachtet, eine esches chajil, wie sie immer seltener werden, die nie ein Gebet versäumte und alle Gebete wie auch Thillim auswendig kannte. Um sie trauern vier Söhne: Oberkantor Religionsprosessor Landau in Wr.'-Neustadt, Stadtarzt Dr. Friedrich Landau in Lemberg, Privatier Hermann Landau aus Lemberg, zurzeit in Wr.-Neustadt, der Chief-Rabbi von Süd-Afrika Master of Arts Dr. I. L. Landau in Johannisburg und zahlreiche Enkel und Urenkel. Sie ruhe in Frieden! Salzburg. Freitag, am 22. Januar, verschied hier Herr Gustav Schwarz, einer der ältesten" Juden Salzburgs, im 78. Lebensjahre und wurde. Sonntag unter Beteiligung der ganzen Gemeinde zu Grabe getragen. Der Verblichene, Schwiegervater unseres Kantors Herrn H. K o h n, erfreute sich großer Wertschätzung in allen Kreisen. Er hat sich um die Gemeinde Verdienste erworben, da er in der Zeit ihres Anfanges selbstlos den Kultus versehen half, später im Vorstande wirkte. Der Chewra- Kadischa gehörte er von ihrem Entstehen an und zeichnete sich durch eifrige Erfüllung ihrer Obliegenheiten aus, die er als Obmannstellvertreter noch bis in die letzten Tage betätigte. Seinen Heimgang beklagt, mit seiner Familie unsere ganze Gemeinde aufs tiefste. Erlös der Broschüre „Weinende Berge" von Dr. H. E. Kaufmann, Rabbiner in Birovitiea zugunsten der galizischen Flüchtlinge. 3. A u s w e i s. Philanthrop, Spanovica Kr. 10. -, Bernhard Pilpel, Birovitica .10.—-, Artur Reich, Virovitica 2.—, Siegmund Weiß, Daruvar 2.— , Salomon Groß, Daruvar 2.—,- I. Feischel, Daruvar 2.—, Leon Groß, Daruvar 2.—, Oberrabbiner Doktor M. Frankfurter, Vinkovci 1.50, Mito Simic, Zagreb 1.—. Wilhelm Steiner, Daruvar 1.--, S. Löwinger, Daruvar 1.—, Lipot Löwy, Daruvar 1.—, Mar Deutsch, Daruvar 1.—, Karl Pollak, Daruvar 1.—, Julius Morgenstern, Daruvar 1.—, Frau Grete Morgenstern, Daruvar 1.— , Mar Pfeiffer, Daruvar 1.—. Frl. Adele Grünwald, Daruvar 1.—, Hugo Alt, Daruvar 1.—. L. Neugebauer, Daruvar 1.—, Josip Epstein, Daruvar 1.—, M. Weinberger, Daruvar 1.—, S. Mautner, Daruvar 1.—, S. Effenberger, Daruvar 1.—, M. Rechnitzer, Daruvar 1.—, zusammen Kr. 48.50; früher ausgewiesen Kr. 116.80, insgesamt Kr. 165.30. Feuilleton. Ginfalte und Ausfälle. Äiegenangebinde eines zukunstsfrohen Achtzigjährigen für fein einmonatliches Ilrenkelchen, auch ein Labemittel für hoffnnngswunde ältere Lenke. Kindlein, Kindlein, im Kriege geboren, der schick salsschwer, schreckensvoll, wie keiner je, von höllischem Hasse angeschürt, alle Grundfesten des Bestehenden erschütternd, alle Tiefen aufwühlend, bis aus den Trümmern auf Gottes Gnadenwink eine neue sittliche Welt ordnung ersteht. Kindlein, schlummere saust und süß in den Armen der holdseligsten Mutter, von ihr unter dem glücklichsten Lächeln und zärtlichst innigem Blicke genährt, gehegt, gepflegt, bewacht, von der reinsten, selbstlosen Liebe, die der Himmel auf die Erde niedergesandt, wilden Widerstreit zu sänstigen, Gehässigkeit zu bändigen, Feindseliges auszusöhnen. Kindlein, schlummere sanft und süß! Dein Vater kämpft mit int Heldenkampf für Kaiser und Vaterland, zum Schutze auch der Zeinen. Kindlein, in deinem lieblichen Engelsköpfchen find Sonnenstrahlen und Zlernenfchimmer noch nicht zu des Traumes Fäden angesponnen für das Gewebe des Erkennens und Denkens. Nach Jahrzehnten, wenn du zurrt frischen, frohen, bewußten Leben längst erwachtest, wirst du als ein Kriegsgeborener geweckteren Zinn und tieferes Verständnis als andere für diese Worte haben. . . . „Zahlreicher als die Haare aus meinem Haupte sind, die mich hassen unverschuldet" (titii.mmi bedeutet nicht nur „unverdient", sondern auch „v e r g e b l t ch, wirkungslos")' Eine höhere allgerechte Vorsehung, die auch mit der irdischen Vergeltung ihr Auslangen findet, wird sich hossentlich an die letzteren Bedeutungen halten. „Wer ist wahrhaft weise? Wer aus das Geborene sieht lauf das, was zur Welt kommt)", d. h. wer sich durch die Geburtswehen, durch die furchtbaren Kämpfe, die jeder unermeßlich großen Umwälzung und Neugestaltung vorangehen, nicht beirren und abschrecken läßt. „Welch ein Zcheusal ist der Mensch, der den Undank an der Ztirne trägt!" meint Zhakespeare. Man könnte hinzufügen: der Mensch, der noch für seinen ärgsten Undank Lohn und Lob erwartet. Notleidenden soll man unter die Arme greisen, aber der sittigenden Notwendigkeit nicht in den Arm fallen. Der Bär und die Schlange, Sie lieben sich lange,- Was Wunder, daß sie sich belehren: Der Bär lernt Falschheit von der Schlange, Die Schlange Wildheit von dem Bären. Merke dir, daß nichts sich räche So sehr und schwer als Schwäche. Wenn man neun Dummheiten ohne Schaden begangen hat, so muß man die zehnte Dummheit auch für die anderen neun Dummheiten, schwer büßen. Federbanditen. Die Federhelden der verbündeten Mächte, die sich nicht entblöden, den Zweibund, obwohl sie den deutschen Uebersetzern, Redaktionen und Theaterdirektionen den größten Teil ihres Ruhmes zu verdanken haben.

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