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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-01-22 · 4 (22.1.1915) · page 5

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
4 (22.1.1915)
Date
1915-01-22
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Dr. Bloch s Wochenfchrif: Seile bl Nr. Wie die Pulsen in Pymanow tjautten. Der „N. Fr. Presse" wird folgendes Schreiben zur Verfügung gestellt, das der Empfänger von seinem Neffen erhalten hat: „Ich bin gestern von einer abenteuerlichen Reise hieher nach Mährisch-Ostrau zurückgekehrl. Ich harte Zeitungsberichten entnommen, daß die Stadt Rymanow in Mittelgalizien wieder von den Russen gesäubert sei. Daher trat ich am 15. Dezember meine Reise über Ungarn dorthin an. Viele Tage lang habe ich keinen Bissen warme Speise genossen und unter freiem Himmel auf dem Wagen geschlafen und tüchtig gehungert, da in der ganzen Gegend nahezu nichts aufzutreiben war. Am 21. Dezember kam ich in die Nähe Rymanow» und zog es vor, mich erst gegen Mitternacht in die Stadt einzuschleichen, da ich Kanonendonner hörte. In Ryma. ' bot sich mir ein entsetzlicher Anblick. Drei Viertel der dt sind niedergebrannt, sämtliche Geschäfte und die Kellc von den Russen geplündert worden. Ich rann als Augr zeuge bestätigen, daß die in Rymauow ilnd in den benachbarten Ortschaften angerichteten Verheerungen alle Begriffe überschreiten. Die Russen haben wie Bestien gehaust, Frauen geschändet, zahlreiche Juden ermordet, nachdem sie sie vorher Folterqualen ausgesetzt hatten. Nach drei Stunden verließ ich Rymanow wieder und am nächsten Tage zogen die Russen in die verwüstete Stadt abermals ein." — Nicht anders erging es Dukla und den umliegenden Ortschaften. Wie ein jüdischer Kekd in Petersburg empfangen wurde. Aus Newyork wird uns geschrieben: Hier wurde folgendes authentisches Beispiel dafür bekannt, wie der Zar den Heldenmut seiner „lieben Juden" belohnt. Ein russischer Jude, der seit vielen Jahren in Paris lebte, Hatte sich dort mit Einwilligung des russischen Botschafters nach Ausbruch des Krieges als Freiwilliger für die französische Armee gemeldet. Er zog als solcher in den Krieg und wurde schwer verwundet. Er zeichnete sich in mehreren Schlachten durch seine Tapferkeit so sehr aus, daß er öffentlich belobt wurde und überdies von der Heeresleitung eine Belohnung von 400 Franken erhielt. Auch die russische Botschaft sprach ihm die Belobigung aus. Dieser Jude nun ist, nachdem er das Spital verlassen hatte, nach Rußland zurückgekehrt und ging, da das Heim seiner Familie in Suwalki vollständig vernichtet war, nach Petersburg, wo er Verwandte hatte. Der jüdische Held, der sein Leben für die Entente aufs Spiel setzte und für die Ehre Rußlands zum Krüppel geworden ist, durfte jedoch in Petersburg nicht einmal übernachten und trotz aller seiner Belobigungsdekrete wurde er aus Petersburg vertrieben. Judenverfolgungen in Rußland. Die „Humanite" veröffentlicht einen Aufruf der sozialistischen .Organisation des jüdischen Proletariats Rußlands „Der Bund" an die zivilisierte Welt. In dem Aufruf heißt es, daß feit dem Kriegsausbruch Judenverfolgungen unerhörter Art in Rußland eingesetzt haben. Der Aufruf berichtet über Judenverfolgungen in der Armeezone, über Pogrome in Polen, sogar in Lodz, sowie über Massenausweisungen, und betont, daß die Juden unter dem nichtigsten Vorwände vor das Kriegsgericht gestellt und zum Tode oder zu Zwangsarbeit verurteilt werden. Mangels anderer Beweise diene stets die Behauptung, daß die Juden die Deutschen unterstützen. Der Aufruf schließt mit der Aufforderung an die zivilisierten Völker, sie möchten den Zarismus daran erinnern, daß selbst in Kriegszeiten das Gewissen der zivilisierten. Menschheit Worte finden werde, um diese schmachvollen Handlungen zu verurteilen. Die „Humanitc-" bemerkt hierzu, der Bericht sei das schlagendste Dementi der Meldungen einer gewissen Preise, daß den Juden vom Zaren politische Gleichheit versprochen worden sei. Rußlands innere Politik habe sich seit Kriegsbeginn nicht gänderr. K r a k a u, 18. Januar. Der „Naprzvd" teilt mit. daß die russischen Truppen während ihres Marsches durch Russisch-Polen in 215 Ortschaften Judenpogroms veranstalteten, wobei viele Juden den Tod fanden. In Staszow wurden elf, in Klodawa zwei reiche Juden gehängt. Im Gouvernement Lublin wurden ebenfalls viele Juden ermordet. In Bychow wurden 78 Juden unter der falschen Beschuldigung der Spionage gehängt: in Krasnyftaw wurden die Häuser der Juden verbrannt, wobei über 200 jüdische Familien ihr ganzes Vermögen verloren. Auszeichnungen jüdischer Krieger mil dem Eisernen Kreuze. (Bisher wurden 1451 mitgeteilt, in der vorliegenden Nummer 130, zusammen 1631.) Aschersleben. Willi Birnbaum im Jnfanteriereg. 165. Bad-Kissingen. Dr. Ha m bürge r, Stabsarzt im 11. bayr. Feldartillerieregiment. Bartschin in Posen. Alfons Will, Unteroffizier, Lehrer; Arthur Marcus, weil er mit drei Mann 30 Russen gefangengenommen hat. Bartenftein, Ostpreußen. Sally Munter, Unteroffizier, Kaufmann, hat bei Woszellen mehrere Verwundete mitten aus dem Artilleriefeuer getragen; Oskar Tichauer, Wachtmeister, Kaufmann. , Berlin. Dr. Benno Latz, der als freiwilliger Zivilarzt bei einem Reserve-Infanterieregiment steht; O,fiziersftellvertreter H. Rosendahl; Sanitätsoffizier K a r I <3 oIff; Unteroffizier Leo Wunsch; Dr. Fritz Bleichröder, dirigierender Arzt des städtischen Krankenhauses; G u st. Boa s, Vizefeldwebel in einem Landwehr-Infanterieregiment; Doktor Oskar B o d e n st e i n, Stabs- und Regimentsarzt in einem Reserve-Feldartillerieregiment; Sally Buntmann, Sanitätsunterofsizier d. R., Dentist; EugenCohn, gen. Conrad; Fritz Cooper, Unteroffizier d. R.; Alfred Engel, Kriegssreiwilliger-Jäger; Dr. R o b. Goldschmidt, Oberarzt; Hans Jacob i, Offizü'rsstellvertreter, Kriegsfreiwilliger, Fabr., 53 Jahre; Dr. R u d. Iacoby, Mitglied d. K. I. V.; Paul Mathi s, Vizefeldwebel, Offiziersaspirant; Albert Michaelis in einem Landwehr-Infanterieregiment; Wilh. Orgler, Referendar; Dr. med. A u g. Wilh. P i n n e r; H e i n r. Saft, Vizefsldwebel der Landwehr in einem Landwehr-Infanterieregiment; Wilhelm Sommerfeld; Willy Schön, Mitglied d. K. I. V.; Dr. Ernst Steinitz, Stabsarzt; Edgar Stern, Lazarett- Inspektor in einem Earde-Reservekorps; Dr. med. Ernst Sternberg, Stabsarzt; Dr. med. Georg Stratzmann, Unterarzt in einem Feldlazarett; Hans Tietz; Dr. med. Siegfr. Bauer, Frauenarzt, Oberarzt beim 12. Feldlazarett des 3. bayr. Armeekorps; Dr. med. Alfr. Bruck, Oberarzt d. R.; Doktor Martin Citron, Kriegsfreiwilliger in einem Rrferve-Artillerieregiment, Rechtsanwalt am Kammergericht; Ernst Lohen, Stabs¬ und Bataillonsarzt; Dr. med. Oskar Dreye r, Stabsarzt in einem bayrischen Armeekorps, Spezialarzt; Wilh. Eisner, Musketier; Felir Ephraimsohn, Unteroffizier d. R.; Dr. med. Jedermann, Stabsarzt, Chirurg; Dr. med. Karl Hartog, Stabsarzt, Frauenarzt; Unteroffizier Hecht; Hans H e y m a n n, Vizefeldwebel; Dr. R e m y Hirsch, Assistenzarzt in einem Feldlazarett; Willi Holländer, Gefreiter in einem Infanterieregiment; Richard K i r s ch st e i n, Feldwebel d. L., Gemeindeschullehrer von der Knabenschule Rr. 210; Dr. K r o n e r, Stabsarzt in einem Reserve-Infanterieregiment, leitender Arzt des Sanatoriums Schlachtende; Richard Kuntz, Unteroffizier d. L.; Dr. med. Ernst Kuttner, Oberarzt d. R. in einem Grenadierregiment; Dr. med. Fritz L e v y, Oberarzt in einem bayr. Reservelazarett; Artur Lewy, Unteroffizier d. R. in einem Infanterieregiment; Dr. med. Paul Meyer, Obera^t d. R., Frauenarzt; Art. Partenheimer, Einj.-Freiw^ in einem Reserve-Infanterieregiment; Fritz Sandberg, (StMRef.; Dr. Hugo Simon st ein, aus Halensee, Arzt in einem Feldlazarett; Werner Steinthal, Leutnant im freiwilligen Automobilkorps; Rudolf Sternfeld im 152. Infanterieregiment; Dr. vet. Edwin Wolf, Veterinär d. R.; Hans Z a d e k, Leutnant beim kais. freiw. Automobilkorps, Oberingenieur. Berlin-Aue. Alfred Sternberg, Unteroffizier d. R. in einem Feldartillerieregiment.

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