Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 3 (15.1.1915)
- Date
- 1915-01-15
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Seite 47 Nr. s Dr. Msch's Wochenschrift Sonstige Auszeichnungen. Buchau a. Federsee. Die silberne würitembergische Militär- Verdienstmedaille erhielt der Gefreite Adolf Beer, Sohn des verstorbenen Herrn Jakob Beer. Laupheim, Württemberg., Die silberne würitembergische Militär-Verdienstmedaille erhielt 'Vizeseldwebel Mar Schwed, vom Landsturmbataillon Ehingen. Mannheim. Vizewachtmeister Bertold Rhonheimer, Sohn des Herrn Mar Rhonheimer, wurde mit der silbernen badischen Medaille am gelbroten Bande der militärischen Karl Friedrich- Medaille ausgezeichnet. Magdeburg. Unteroffizier Hans Schmidt, in der mobilen Truppe Brüssel-Nord, in Firma Schmidt & Schattmann, wurde von Sr. Durchlaucht dem Fürsten zu Lippe der Verdienstorden am weitz-roten Bande verliehen. "Korrespondenzen. Konstituierende Sitzung des Vorstandes der Wiener israelitischen Kultusgemeinde. In der unter Vorsitz des Präsidenten Dr. Alfred Stern am 6. Januar 1915 abgehaltenen Plenarsitzung des Wiener Kultusvorstandes fanden die Neuwahlen der beiden Vizepräsidenten und der Mitglieder des Vertreterkollegiurns statt. Zum I. Vizepräsidenten wurde mit 22 von 23 ab gegebeneil Stimmen Herr Dr. Gustav Kohn neuerdings wiedergewählt. Der I. Vizepräsident Dr. K o h u dankte für diese neuerliche Vertrauenskundgebung und verwies darauf, daß es gerade 30 Jahre seien, seitdem er dem Kultusvorstande angehöre. Es erfülle ihn mit besonderer Genugtuung, daß es seiner Initiative gelungen sei, tnt abgelaufenen ereignisreichen Jahre Notstandsaktionen ins Leben gerufen zu höben, welche ein günstiges Resultat zeitigten und das Budget der Kultusgemeinde nicht belasteten. Er werde auch weiterhin bestrebt sein, seine Arbeitskraft dem Wöhle der Gemeinde zu widmen. (Beifall.) Zum II. Vizepräsidenten wurde mit 23 von 24 abgegebenen Stimmen Herr Hofrat Dr. Benjamin Rappaport wiedergewählt. Vizepräsident Hofrat Dr. Rappaport dankte der Plenarversammlung für die neuerliche Wahl und glaubte, unter Hinweis auf feilte bisherige Wirksamkeit, die er auch fürderhin fortsetzen wolle, von der Entwicklung eines neuen Programmes absehen zu dürfen. Bei der hierauf vorgenommenen Wahl von 8 Mitgliedern des Vertreterkollegiums erschieneli als iviedergewählt die Herren: Salo Cohn, kais. Rat Siegln. K a u d e r s, Dr. Leopold Kohn, Wilhelm K u f f n e r, t k. Univ.-Professor Dr. Josef P o l l a k, Dr. Markus Spitzer, kais. Rat Adolf Schrämet. Als achtes Mitglied wurde Herr Dr. Fellr K a tz a u gewählt, der jedoch mit dem Ausdrucke herzlichsten Dankes für die Vertrauens kundgebung erklärte, mit Rücksicht auf seine anderweitige Inanspruchnahme, so insbesonders bei der „Allianz", die Wahl in das Vertreterkollegium zu seinem Bedauern nicht annehmen zu können. Amerikanische Hilfe für die notleidende Bevölkerung und die Mazzesnot. Die „Norddeutsche Nlgemeine Zeitung" schreibt urrter öem Titel: „Die amerikanische Kriegshilfskommission und Russisch-Polen": „Wie wir hören, sind der Vorsitzende und einige Mitglieder der von der Rockefeller-Stiftung in Washington eingesetzten Kriegshilfskommission und der Direktor des amerikanischen Roten Kreuzes hier eingetroffen, nachdem sie sich über das Wirken des amerikanischen Komitees für die Lebensmittelversorgung Belgiens an Ort und Stelle eingehend unterrichtet hatten. Die Herren, die sowohl im Auswärtigen Amt, wie im Reichsämt des Innern empfangen worden find, hegen den Wunsch, sich auch über die Lebensmittelversorgung des von den deutschen Truppen besetzten Teiles ^Russisch- Polens zu unterrichten. Zu diesem Zwecke werden sie mit dem zuständigen Abteilungsdirektor im Reichsamt des Innern und einem vom Oberbefehlshaber im Osten kommandierten Offizier in den nächsten Tagen eine Rundfahrt durch Russisch- Polen antreten, wobei die Orte Bendzin, mit demKohlen- und Hüttenrevier von Sosnowice, Czenstochau, Wielum, Sieredz, Lodz, Lowicz, Kutno und Kolo besucht werden sollen. Die Reichsregierung würde es mit Freuden begrüßen, wenn die humanitären Bestrebungen, die sich in Amerika für die durch den Krieg notleidend gewordene Zivilbevölkerung Belgiens so erfreulich betätigt haben, sich auch der vielfach noch in schlimmerer Lage befindlichen Zivilbevölkerung Russisch-Polens zuwenden würden." So weit die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung". Allein der jüdischen Bevölkerung nicht bloß in Russisch-Polen, sondern auch in Oesterreich, speziell den in allen Teilen der Monarchie zerstreuten galizischen Flüchtlinge, welche ihrer Religion treu anhängen, droht für die kommenden Osterfeiertage eine Mazzesnot. Die' gesetzlichen Maßnahmen, welche die Zentralmächte im Interesse einer ungestörten Ernährung der Bevölkerung während der Kriegsdauer zu treffen gezwungen waren, lassen den Verbrauch reinen Weizenmehles nicht zu. Es wäre deswegen von größter Wichtigkeit, daß die a m erikanische n Glaubensgenossen sich der Aufgabe unterziehen, Mazzes unter Aufsicht ft r e u gort h o d o x e r R ab b i n e n i n A m e r i k a h e rstellen zu lassen, um sie den Glaubensgenossen in Europa, die unter der Not des Krieges der Mazzes entbehren, zur Verfügung zu stellen. Allerdings muß es zunächst auch Aufgabe der einflußreichen Juden von Newyork sein, durch Vermittlung der amerikanischen Staatsmänner bei den kriegführenden Mächten, speziell bei England, dahin zu wirken, die Einfuhr von Mazzes als eine rein religiöse Angelegenheit der Juden nicht zu behindern. Die amerikanische Judenschaft würde sich dadurch um ihre glaübenstreuen Glaubensgenossen in Europa ein hohes Verdienst erwerben. Für die Juden unter den russischen Gefangenen (vgl. den Aufruf in der Nummer 1 der „Wochenschrift") sind bei uns eingcgangen: Bücher und Zeitschriften von Herrn Rabbiner Dr. I. Zolle r in Triest, den Vereinen „Ahawas Zion" und „Zionistischer Jugendverein" aus Pozwuv und Herrn Ahlbek, Wien, sowie eine Geige von N. N. Um weitere Spenden bittet Dr. Mar Grunwald, II., Ferdinandsstr. 23. m» Die Not galizifcher Flüchtlinge in Klattau. Aus Klattau erhalten wir folgenden Hilferuf an edle Menschenfreunde: „In Klattau befinden sich zirka 1100 galizische isr. Flüchtlinge, unter denen viele kleine Kinder sind, ihr Zustand i st e r b ä r m l i ch. Wir bitten daher edle Menschenfreunde, hauptsächlich Schuhe für Kinder und Erwachsene zu spenden." Sendungen an Herrn Josef Feigl, Kultusvorsteher in Klattau, erbeten.