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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-01-08 · 2 (8.1.1915) · page 19

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
2 (8.1.1915)
Date
1915-01-08
Page
– (sequence 19)
Language
German
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9Ir. 2 Dr. Bloch's Wochenschrift Seile 89 schuldig war und die militärischen Gebote aus Unwissenheit übertreten hatte, in den Tod mußte. Der liebe Gott aber, der die Seelen erforscht und die Herzen kennt, er hatte diese zwei Märtyrer in seine Nähe kommen lassen. Und dicht am rechten Fuße des Herrn saß ein Soldat; mit einem kleinen Kindchen am Arm. Es war ein guter j Junge, der sich eines solchen armen Wesens erbarmt k hatte und es aus dem Feuer der Geschütze und vor den! Hufen der Rosse zu retten wußte. Nun war auch er j zum lieben Gott eingegangen und ein kleines Engelchen! mußte ihm wohl das Kindchen ersetzen, das auf Erden! in guter Pflege geblieben war. Sann hätte sehr gerne < das Gesicht des lieben Gottes gesehen, aber der Lichtj strahl, der aus den himmlischen Augen leuchtete, blendere seine Augen, und — — immer wieder, wenn er sich anstrenigen wollte, des Herrn Antlitz zu sehen, störte ihn die Stimme seines Leutnants und das dumme Weinen von Foltanek. Sie wollten ihn verbinden, sie trugen ihn auf den Verbandsplatz — ihm war doch nichts geschehen! .Am Ende werden sie ihn hier aus dieser herrlichen Versammlung wegschleppen! Er wehrt sich mit | einer letzten Krastanstrengung — ohne Erfolg. | Und nun geschieht etwas Sonderbares: der Erzengel I Gabriel, der vor den himmlischen Toren Wache hält,! nähert sich dem Korporal, neigt grüßend sein feuriges I Schwert vor ihm, während rechts vom Throne des Herrn I ein großes Buch aufgeschlagen wird, in welchem eine leuchtende Hand zu schreiben beginnt. Eine mächtige Stimme ruft: „Sami Weißmann, Korporal im 72. Li- I nieniufanterieregiment, hat sich am Kol-nidreY-Abend bei I der Verteidigung des Schützengrabens von Zbirov ausf gezeichnet!" Alle die Tausende und aber Tausende von prächtigen Kriegern schauen ihn freundlich an, was ihm nicht geringe Verlegenheit bereitet. Sie stehen plötzlich alle stramm, grüßen ihn militärisch und schassen Raum, damit er ungehindert vor den göttlichen Thron gelangen!! könne. Als er die ersten Schritte machen wollte, hörte er die dumpfen Schläge von Trommeln und Tschinellen, aus welchen Tönen erst leise und innig, dann immer mächtiger ergreifend die herrliche Hymne emporstieg, von einem Meister vergangener Jahrhunderte gesetzt, die seither Hunderttausende von Herzen in frohen und schweren Stunden zur Begeisterung emporgehoben ß hatte. Und in den Sang hinein hört er, wie der Leut- I nant... der Foltanek... der Grünhut. . . und der Schwarz ihn emporheben und tragen wollen.Aber es ist ja gar nicht notwendig... er kann doch ganz allein >zum lieben Gott hingehen. . . und der dumm? Foltanek weint wohl aus Freude, weil sein Korporal j so ausgezeichnet wird!.Nun aber schwillt über I bas Weinen hinaus die Hymne immer mächtiger und ff gewaltiger empor, ein Engelchor vermengt seine süßen 8 Stimme mit dem Schalle der Posaunen und Trompeten. 8 alle Soldaten, auch die Feinde, singen mit, so daß auch 8 er bei aller Ehrfurcht vor dem Allerhöchsten sich nicht 8 enthalten kann, mit einzustimmen in das Kaiserlied. Und jf laut erschallt es von einem Ende des Himmels bis zum 8 anderen: „Gott erhalte, — — Gott beschütze unfern 1 Kaiser-unser Reich! . . . ." Weratur. Jüdische Ehrentafel. Im Verlage von Mr. Glogau jr. in Hamburg wird die Herausgabe einer „Jüdischen Ehrentafel" vorbereitet, in der sämtliche Teilnehmer am Kriege, die sich das Eiserne Kreuz oder andere Auszeichnungen erworben haben, mit genaueren Einzelheiten aufgeführt werden sollen. Um diese Ehrentafel der jüdischen Ritter des Eisernen Kreuzes durch Vollständigkeit und Zuverlässigkeit wertvoll machen zu können, bittet der obige Verlag alle in Betracht kommenden Angehörigen und Interessenten, Fragebogen einfordern zu wollen, die ausgefüllt zurückzusenden wären. Weinende Berge. Trauerrede dem teuren Andenken Sr. k. u. k. Hoheit des Erzherzog-Thronfolgers weiland Franz Ferdinand und höchstdessen Gemahlin Ihrer Durchlaucht Herzogin Sofie von Hohenberg, gehalten deutsch und kroatisch am 7. Juli 1914 von Dr. H. E. Kaufmann, Rabbiner der israelitischen Kultusgemeinde zu Virovitica (Slavonisn). — Der Reinertrag für die galizischen Flüchtlinge. „Jeschnrnn." Monatsschrift für Lehre und Leben im Judentum. jl. Jahrgang, Heft 12. Herausgeber Dr. I. Wohlgemuth. Verlag des „Jeschurun", Berlin Nr. 24. — Inhalt: Das grohe Hassen. — I. Unna: Die Bedeutung der Gutachtenliteratur in der jüdischen Geschichte. — S. Kaatz: Die talmudische Diskussion über das „Fünftel". — G. Knoller: Der Zerfall der Materie. — I. Wohlgemuth: Dis Vorgeschichte Israels und seiner Religion. Kriefkasten. M. Glogau in Hamburg. Wir ersuchen um direkte Einsendung des Abonnementsbetrages. Stud. med K. F. In bezug auf Berwendluig von Hunden, um Leichen gefallener Krieger aufzufinden, verweisen wir Sie auf die Midraschstelle 1. M. Cap. 22 w pJ?T"T 'CHI JVK und aus der Talmudstelle Sanh. 199 'D1K Cmülr ist zu ergehen, das; der Geruchsinn der Hunde den Alten bekannt war. Dr. Feuerstein, Falkenau. Die Zeitungen „Nowa Reforma" und „Czas" erscheinen weiter in Krakau; „Dziennik polski" (in Lemberg) erscheint gegenwärtig nicht. Wie verlautet, steht die frühere Redaktion gegenwärtig mit dem in Wien erscheinenden „Kurjer Wiedenski" in Verbindung. An unsere Leser! Mit dem 1. Jänner 1915 tritt die „Qejterreichifche Wochenichrift" in das erste Quartal ihres L2. IahrganoeS ein. Wir richten an unsere geehrten Abonnenten, deren Abonnement, wie aus der Skaderrz ans der Adreßschleife ersichtlich, bereits abgelaufen ift, die Bitte» dasselbe mittels des in der heutigen Nummer beigetegten Posterlagscheines zu erneuern» damit in der Zuseodunq des Blattes keine Unterbrechung eintrete. Bezugspreise: Für Oesterreich-Ungarn: Ganzjährig LIO.—,halbfährig K H.—, vierteljährig K 4 —. Für Deutschland und alle übrigen Länder: Ganzjährig K 20.—, halbjährig K 10.—, vierteljährig K 5.—. Die Administration Salomon Goldschmrdt-Stiftung für Gymnajialfchüler. Anzahl der Plätze: Fünf im Betrage von je Kr. 100.—. Bewerbungsbecechtigl sind: Israelitische mittellose Gymnasialschüler, welche sich über guten Studienfortgang und streng sittliche Haltung auszuweisen vermögen. Bevorzugt sind: Jene Bewerber, welche nachzuweisen vermögen, dag sie mit dem Stifter Herrn Moriz Ritter von Goldschmidt sei. And,., oder mit dessen Gattin Frau Nannette geb. Landauer sel. And. verwandt sind, ferner unter gleichen Verhältnissen verwaiste Bewerber. Verleihungstag: 8. März 1915 (22. Adar). Gesuchsbeikagen: Geburtsschein, Armutszeugnis, Studienzeugnisse, eventuell Totenschein des Vaters oder der Mutter; gegebenenfalls Verwandtschaftsnachweis. Letzter Tag der Einreichungsfrist: 15. Jänner 1915. Einreichstelle: 1. Bezirk, Seitenstettengasse 4, 2. Stock (Einreichungsprotokoll) . Sonstige Bestimmungen: Jene Bewerber, welche mit einem Stipendium dieser Stiftung bedacht werden, sind verpflichtet, am Vorabende und Morgen ches 22. Adar (8. März 1915) beim Gottesdienste im Gemeindetenrpel, 1. Bezirk, Seitenstetlengasse 4 anwesend zu sein und chre Anwesenheit von dem Bethausinspektor schriftlich bestätigen zu lassen. Verwaiste müssen bei diesen Gottesdiensten das übliche Seelengebet verrichten.

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