Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 2 (8.1.1915)
- Date
- 1915-01-08
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 34 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 2 Das ist der Mann mit den scharfblickenden Augen, der offenen Hand, die aber auch drohend auf den Tisch schlagen kann, dem wackeren, aufrechten Sinne, der stets auf das Gute, aber auch Praktische gerichtet ist und mit der wohlgcschulten, einnehmenden Beredsamkeit, die emphatisch zu loben versteht, allein auch mit dem Tadel nicht kargt. Ich habe es oft und oft erfahren; ich habe oft die Klinge mit ihm gekreuzt. Und ich habe es stets mit Vorliebe getan; denn ich weiß es: er ist unserer Besten einer! Wien, am 1. Januar 1915. Dr. H e i n r i ch S ch r e i b e r. Wien. Sonntag, den 10. Januar 1915, um 6 Uhr abends, findet im Lehrsaale des Jüd. Schulvereines, X., Hasengasse 7, die Generalversammlung des Israel. Humanitätsvereins für den 10. Gemeindebezirk Wiens (39. Jahrgang) statt. Wien. (70. Geburtstag.) Samstag, am 2. Januar, feierte der Bethausvorsteher im israel. Tempel der Kultusgemeinde, XV., Turnsrgasse, Herr Emanuek Kohn, seinen 70. Geburtstag. Aus diesem Anlaß sind dem verehrten Jubilar aus weiten Kreisen vielfache Zeichen der Sympathie und Verehrung zugekommen. Herr Emanuel Kohn, der seit vielen Jahrzehnten in der Gemeinde segensreich wirkt, zu den fleißigsten Besuchern des Tempels morgens und abends gehört, sehr oft das Amt des Vorbeters, wenn Not am Mann war, zur Befriedigung der Besucher versehen hat, begeht dieses Fest in voller Rüstigkeit und hat die Freude, in seinen Söhnen sowie in seiner Tochter und Schwiegersohn Kinder zu besitzen, welche in seinem Geiste im Dienste der Humanität wirken und streben. Der Vorstand der isr. Kultusgemeinde hat Anlatz genommen. Herrn Emanuel Koh» in Anerkennung seiner Verdienste um das Judentum im Bezirke Fünfhaus zur Feier seines 70. Geburtstages schriftlich durch ein Mitglied -des Kultusvorstandes die herzlichsten Glückwünsche zu übermitteln. Samstag, beim Morgengottesdienst im israel. Tempel der Kultusgemeinde, XV.. Turnergasse 22. wurde Herr Vorsteher Emanuel Kohn zur Thora gerufen und Herr Rabbiner Dr. Taglicht richtete an denselben eine herzliche, zu Eemüte gehende Ansprache, in welcher er die Segenswünsche der Gemeinde für den Jubilar zum Ausdruck brachte. Er gedachte seines Wirkens und das seiner würdigen Frau Gemahlin, pries deren Tugenden und wünschte im Namen der Gemeinde ihm ein langes, glückliches Leben, und bemerkte zum Schlüsse: ,.Seit vielen Jahrzehnten üben Sie die Funktion eines Priesters in unserem Tempel und die Gemeinde empfängt aus Ihrem Munde an jeglichem Festtag den Priestersegen,' so empfangen Sie nun durch mich am heutigen Tage als Dank dafür den Segen der ganzen Gemeinde, die an Ihrem Feste teilnimmt und für Ihr Leben und für Ihre Gesundheit die herzlichsten Wünsche ausspricht." Veranstaltung in der Toynbeehalle (XX., Denisgasse 33, Josefine M e n d l-Wohlfahrtshaus). Sonntag, den 3. Januar l. I., fand unter der Leitung des Obmannstellvertreters Herrn Karl Freund eine Veranstaltung in der Toynbeehalle in der Denisgasse statt, deren Verlauf sich um so wirkungsvoller gestaltete, als 340 polnischen Flüchtlingskindern Gelegenheit geboten war, die erfreuliche Einrichtung unserer bestbekannten und ausgezeichnet organisierten Toynbeehalle kennen zu lernen. Die Kinder wurden von einem hiesigen Kinde durch ein Gedicht begrüßt, welches in folgende Verse ausklang: „Und hat man Euch das Heimatland Und Hab' und Gut genommen, Wir reichen Euch die Bruderhand Und heißen Euch willkommen. O Brüder uns und Schwestern seid! Mit Euch wir teilen Freud' und Leid." Dieser Begrüßung ging eine Ansprache des Obmannstellvertreters voran, in welcher er die erschienenen Kinder willkommen hieß und die mit einem Hoch auf den Kaiser schloß. Es folgten sodann verschiedene, sehr gefällige Darbietungen, durchwegs von den Kindern des Hortes gebracht. Sodann folgte eine in polnischer Sprache gehaltene Anrede seitens Seiner Ehrwürden des Herrn Rabbiners Dr. Thon aus Krakau, welche den Kindern sichtlich zu Herzen ging. Herr Schulinspektor Professor K a n i tz hielt gleichfalls an die Kinder eine warme Ansprache. Den Schluß der Veranstaltung bildete die Beschenkung der zahlreichen Kinder seitens der Ehrendamen mit Spielsachen, Schreibrequisiten und ähnlichem. Die gleichfalls dargebotene Jause ließen sich die Kinder bestens munden. Auch diesmal trugen Frau Lehrer Zwirn, die beiden Herren Hortlehrer sowie Herr und Frau Verwalter Klein zum Gelingen dieses Festes bei. Wien. Herr Bezirksrabbiner Dr. A. B er tisch ans Amstetten wurde laut Erlaß des k. k. Oberlandesgerichts- Präsidiums in Wien vom 22. Dezember 1914, Präs. 21122—56/14, zum Translator in Hebraiem ot Rabbiliieis. wie auch zum Dolmetsch der polnischen Sprache bestellt. Vortragsordnung der Toynbeehalle. (XX., Denisgasse 33, Josephine M e n d l-Wohlfahrtshaus.) Freitag, den 8. Januar: Bibelvortrag, Religionslehrer L ö w -- Vogel; Samstag, den 9. Januar: Musikaufführung, geleitet von Klavierkünstlerin Frl. Hist; Sonntag, den 10. Januar: Vortrag des Rechtsanwaltes Dr. Josef Jerusalem: „Der Krieg und das Recht"; .Mittwoch, den 13. Januar: Carl C o l b e r t, Vorlesung aus seinem Buche „Morgendämmerung"; Donnerstag, den 14. Januar: Vortrag der Lehrerin Frl. Hedwig Braun: ..Der Einfluß des Krieges auf die Erziehung." Bettz Haam (Jüdisches Volksheim), XVI., Wurlitzergasse Nr. 11. Samstag, den 9. Januar 1915: Vortrag des Herrn Dr. Ludwig Rieß: „Eigene Dichtungen". Mittwoch, den 13. Januar : Vortragszyklus (Fortsetzung), Rabbinantskandidat B e l a Fischer. Samstag, den 16. Januar: Vortrag des Herrn Professor Dr. Kraus: „Heber den Siddur". Beginn der Vorträge 8 Uhr abends. Wien. In Ergänzung unseres Berichtes über die Chanukafeier des Frauen-Wohltätigkeitsvrreines „Providentia" sei erwähnt, daß sich unser Vorstandsmitglied Frau Charlotte N e u m a n n in ausgezeichneter Weise um die Beteilung der Kinder bemüht hat. Diese edle Frau ist unablässig bestrebt, dem Verein teils Geld, teils Naturalspenden zuzuführen. Wien. Populär-wissenschaftlicher Freitagabend-Vortrag im Bethamidrasch „Talmud-Thor a", 2. Bezirk, Malzgasse 16, auch Frauen zugänglich. Am 8. Januar d. I. Pros. Moritz A n t s ch e r I: R. Israel Fürth, ein Schüler des berühmten mähr. Landesrabbiners Mordechai Benets s. A. — Beginn 71/, Uhr. Wien. (H ygienisches Turn e u) für Herren im mittleren und vorgerüktcn Alter, jeden Dienstag und Freitag von 7—8 Uhr abends. Auskünfte bereitwilligst. Erster Wiener Jüdischer Turnverein IX., Liechtensteinstraße 20. Wien. (Spende n.) Unter „Dardel-Partie" Döbling- Währing sind uns Kr. 11.44 für die galizischen Flüchtlinge und von Herrn M. Bindiger, Darmstadt, 5Kr. zugegangen. Kaiser Franz Josef-Kinderhort zur Ausspeisung armer israel. Schulkinder, 12. bis 15. Bezirk. / Die letzte Generalversammlung dieses so segensreich wirkenden Vereines in den westlichen Bezirken fand am ersten Abend des Chanukafestes statt. Vorher erhielten die Kinder eine Festjause, zu deren Beginn das Chanukrlicht von Herrn Rabbiner Dr. Batz angezündet wurde. Herr Rabbiner Dr. Taglicht erläuterte in einer Ansprache den Kindern das Makkabäerfest, das ja in unserer Zeit wieder so viele tapfere Söhne unseres Volkes als brave Soldaten auf das Schlachtfeld geführt hat, wo sie ihre Pflicht für Kaiser und Reich in heldenhafter Weise Nachkommen. Schon in den ersten Tagen des Krieges hatte der Verein in den Tagesblättern einen Aufruf erlassen, um Gaben bittend, für die Ausspeisung armer Kinder jener Eltern, die durch den Krieg direkt oder indirekt in Mitleidenschaft gezogen worden sind. Die Gaben flössen reichlich und schon am 18. August, am Jubeltage unseres geliebten Monarchen, wurde — vier Wochen früher als sonst — mit der Ausspeisung begonnen. Seitdem ist die Zahl der Kinder aus über 250 gestiegen, darunter 80 nichtjüdischer Konfession. Auch diesen wurde am 23. Dezember eine Festjause geboten, bei welcher Herr Armenrat Gotschwawa eine sehr schöne Anrede an die Kinder hielt. In der Generalversammlung berichtete die Präsidentin des Vereines Frau Emmi Fischler-Landei; über die Tätigkeit der letzten Monate, nachdem von der Verlesung des Rechenschaftsberichtes Abstand genommen war. Schließlich gedachte Herr Dr. Taglicht in warmen Worten der verstorbenen Gründerin des Vereines Frau Regine Landeis, deren Andenken durch deren Tochter, der jetzigen Präsidentin, in der Führung des Vereines hochgehalten werde, und dankte auch den übrigen Vorstandsmitgliedern, vor allem aber der Schriftführerin Frau Jda Berliner, deren Rührigkeit die allgemeinste Anerkennung finde. Mit dem Wunsche, daß das kommende Jahr den Verein auf der gleichen Höhe seiner Tätigkeit finden möge, wurde die Generalversammlung geschlossert —r«