Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 1 (1.1.1915)
- Date
- 1915-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Jfr« 1 Dr. Bloch’s Jahrgang HJULll Zetttralorgan kür die gesamten Interessen des Zudentums. Wien. 1. Jiimler 1915 - Lrscbetnt jeden Freitag. Brief-Adresse: Wie», II/i, Praterstraße 9. Telegramm-Adresse: Bloch s Wochenschrift, Wie«. OG =öo Q K. k. PostsparklLssrrrLMt Llearings-VerKebr . Mr. 810.976. Redaktion und Administration: Wien N,i. Praterstrafie. 9. Telephon 45*859. _ nP On Ob" "— ■ ■-'=5)0 O Tizpx&spvxbs für Brpfcerrrtcfj: Q Halbjährig 8 Kronen. Einzelexemplare 50 Heller. Für das Ausland: Halbjährig 10 Kronen. Ganzjährig 20 Kronen. Anzeigen: Die 2mal gefpal» *j tene Petitzeile 48 Heller. k)P - -OP .Inhalt: Leitartikel: Ter „Oesterreichiscken Wochenschrift" zum Beginne ihres 32. Jahrganges. — Tisziplin in Kriegszeiten. - Vom Iahrmarkt des Lebens: Kriegsauszeichnungen jüdischer Offiziere und Soldaten. Kriegsauszeichnung eines galizifchen Bürgermeisters. Auszeichnung. Beförderungen jüdischer Reserve-Offiziere. Auszeichnungen jüdischer Krieger mit dem Eisernen Kreuze. Sonstige Auszeichnungen. Aus dem Felde der Ehre gefallen. Heldentod. Artillerieleutnanl Endre Lukacz. Heldentod des Leutnants Tr. Znckermann. Ein Liebesgabengedicht. Ein Feldpostbrief. Verleihung des Gemeinde-Ehrenbürgerrechtes an eine Frau. Grausame Behandlung der Juden in Rußland. Russischer Respekt vor Amerika. Das Gebetbuch als Lebensretter. Die Kochkiste — eine Ersindmig der Juden? Eine jüdisch-theologische Fakultät in Saloniki. Vertreibung der Juden aus Russisch-Polen. Wie Sonnenthal aus Rußland ausgewiesen - wurde. Ein christlichsozialer antisemitischer Abgeordneter als „Kriegsfreiwilliger". Der Brief der Schwester Marie Therese. — Korrespondenzen: Aufruf! Eine Bitte an den Wiener Kultusvorstand. Edle Menschenherzen! Wovor sie flüchten. Vierzig Jahre Kultusgemeindevorsteher in Karlsbad. Die Fürsorgeaktion fiir die flüchtigen Juden, in Lundenburg, Bodenbach. Tie Lage der Juden ist Lodz. Ein'Memorandum an die amerikanischen Juden. — — B e r mi s ch t es. — Feuilleton: Judenelend in Rußland. — Literatur. — Briefkasten. — Inserate. ' . An unsere Leser! Mit dem 1. Jänner ISIS tritt die „Oesterreichische Wochenschrift" in das erste Quartal ihres L2. Jahrganges ein. Wir richten an unsere geehrten Abonnenten, deren Abonnement, wie aus der Skadeuz auf der Adreßschleife ersichtlich, bereits abgelaufen ist, die Bitte, dasselbe mittels des in der heutigen Nummer beigelegten Poslerlagschemes zu erneuern, damit in der Zusendung drs Blattes keine Unterbrechung eintrete. Bezugspreise: Für Oesterreich-Ungarn: Ganzjährig L L6.—, halbjährig K 8 —, vierteljährig K 4-. Für Deutschland und alle übrigen Länder: Ganzjährig K 20.—, halbjährig K 10.—, vierteljährig K 3—. Die Administration Der „Oesterreichischen Wochenschrift*';um Keginne ihres XXXIL Jahrganges Sehr geehrter Herr Redakteur! Der Aufruf an Ihre Leser in der vorigen Nummer drückt mir die Feder in die Hand, Sie zum Beginn des neuen Jahrganges zu beglückwünschen. Weshalb gerade diesmal? Das Alter von 32 Jahren bedeutet wenig im Leben des Einzelnen, noch weniger in der Laufbahn einer Zeitschrift. - Was mich diesmal zu einer besonderen Danksagung — gewiß im Sinne einer großen Gemeinde Gleichgestimmter — veranlaßt, ist Ihre wackere Haltung, zeitgemäßer ausgedrückt: Ihr unerschütterliches Durchhalten in diesen letzten bösen Monaten. Während die revenuenreichsten Revuen in merklich geschmälertem Umfang erschienen, wollte die „Wochenschrift" in kraftstrotzender Fülle den altgewohnten Rahmen schier durchbrechen Aus „Kriegsnot" erröteten großfirmige Blätter nicht, wenn schon der Stift des Zensors nicht zur Hilfe kam, ihren p. t. Abonnenten die ältesten Ladenhüter der Redaktion, . ja des Büchermarktes aufzutifchen, nach dem Wahrwort Julius Lohmeyers: Man kann sein Publikum nie für dumm genug halten. In wohltuendem Gegensätze hierzu kann es die „Wochenschrift" an Aktualität des Inhaltes gegenwärtig mit jedem Tagesblatt ausnehmen. Noch nie haben Sie den Titel „Oesterreichische" Wochenschrift so ernst genommen, auch nie ihn so in den Vordergrund zu stellen die Gelegenheit benutzen können, wie gerade, jetzt, indem Sie einen mannhaften Patriotismus vertreten, so daß, wie mir zuverlässig berichtet wurde, hohe Offiziere und Funktionäre unseres Kriegsministeriums die „Wochenschrift" ihren — jüdischen Kameraden zur Lektüre empfehlen. Und daß hier kein Maulyelden- und Sternwarte-Patriotismus sich vordrängt, weiß jeder, der die ausgesprochene Unabhängigkeitstendenz Ihres Blattes kennt. Diese Kriegsnummern der „Wochenschrift" verdienen um so mehr die allgemeine Anerkennung, als schon bei oberflächlicher Erwägung jedem einleuchten muß, daß Ihnen durch die Kriegslage, die Sperrung der Grenzen, die galizische Katastrophe Tausende von Abonnenten verloren gegangen sein müssen, und somit die „Wochenschrift" unter den Opfern des Krieges nicht in letzter Reihe eine Stelle verdient. Daß sie sich trotzdem mit Aufbietung aller Reserven tapfer in der Front hält, flicht ein neues Blatt in ihren Ruhmeskranz. Indem sie jetzt gewissenhaft die Leistungen der Juden im Heer und in der Kriegssürsorge verzeichnet, den vollen Anteil des Judentums an diesem Weltkriege notiert, gewinnt sie geradezu die Bedeutung eines jüdischen Kriegsarchivs. Aber nicht nur die äußere Erscheinung, das Drum und Dran, auch nicht der Ton, die Stimmung allein sind es, die wir jetzt der „Wochenschrift" so hoch anrechnen.. Was ist denn das Wichtigste, was sie gegenwärtig an I nh a l t liefert? Es ist der schlagende Beweis, daß in den letzten Jahrzehnten dem Vaterlande ein kerniger, wackerer Nachwuchs von Juden erstanden ist, die jetzt vor dem Feinde wie daheim in den großen Kriegsfürsorgeaktionen musterhaft ihren Mann stellen. Und welche Beziehungen zwischen diesem neuerwachten Judentum und der „Wochenschrift" bestehen, das beweisen nicht nur die zahlreichen Zuschriften von allen Seiten, besonders aus dem