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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-12-25 · 51 (25.12.1914) · page 19

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
51 (25.12.1914)
Date
1914-12-25
Page
– (sequence 19)
Language
German
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Nr. 51 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 311 Juden" angewendet hatte. Der damalige russische Kultusminister Fürst Galitzyn, welcher unter dem Regime Alexanders I. eine bedeutende Rolle spielte, machte den Juden in Rußland die Erde heiß. Ihm sind die Verordnungen vom 17. Jänner, 10. Februar und 22. April 1820 zu verdanken, welche den Juden untersagten, christliche Dienstboten zu hakten und der christlichen Bevölkerung nicht gestatteten, bei Juden irgendwelche Arbeit zu verrichten, ihnen Pferde zu vermieten rc. Nikolaus I. hatte gleich nach seiner Thronbesteigung die Ausweisung der Juden bewerkstelligen lassen. Schon 1825 wurden die Juden aus Astrachans und dem Gouvernement sowie aus dem Kaukasus ausgewiesen. 1826 untersagte er den jüdischen Branntweinbrennern, sich im Innern des Reiches anzusiedeln. Am 2. Dezember 1827 erschien: ein Ukas, welcher die Juden aus Kiew auszutreiben verordnete, während sie durch kaiserlichen Erlaß von 1794 und 1801 das Recht erworben hatten, sich in Kiew „frei niederlassen zu dürfen". Am 16. August 1828 wurde durch einen kaiserlichen Ukas neuerdings eingeschärft, daß Juden, so lange sie in ihrem Glauben beharren, zu keiner Staatsanstellung zugelassen werden können. 1829 wurde die Ausweisung der Juden aus Sewastopols und Nikolajew anbefohlen, konnte jedoch nicht durchgeführt werden, weil die Behörden dieser Städte in der Ausweisung der Juden „einen materiellen Schaden für die christliche Bevölkerung" erblickten. 1835 befahl Nikolaus I., die jüdischen Handwerker in Astrachans auszuweisen, und trotz Verwendung des dortigen Generalgouverneurs, welcher die Juden „als fleißige, für das Gebiet sehr nützliche Handwerker" bezeichnete, wurde dieser Befehl durchgeführt. 1836 wurde den jüdischen Handwerkern in Shitomir und Knischin das Recht der freien Ausübung ihres Handwerkes entzogen, um iie von der christlichen Bevölkerung fernzuhalten. 1837 wurden alle Juden aus Sibirien ausgewiesen, trotzdem sie 1827 ans ausdrückliches Ansuchen des ostsibirischen Generalgouvee neurs dorthin znm ständigen Aufenthalte zugelassen wurden. Ebenso liegt uns eine Verordnung vom Jab re 1838 vor, welche den Juden in Wilna das Wohnen in den Hanoi straffen der Stadt untersagte. . . . (Fortsetzung folgt.! Karlsbad. Daß der rassenechte Karlsbader Antisemitismus auch ln dieser schweren Zeit keine sich irgendwie dar' bietende 'Dch-genheit verabsäumt. unr -ich vor aller Well zu blamieren, überrascht uns nicht, Dn'nmheir in nun ew.w.ai ein angeborenes L-or recht der Antisemstcn und solches Privileg respektiert wcrdur. Und wenn die Redakteure und Hinlernän'-t-er des „Karlsbader Badeblatt-es" mit der blödsinnigen Hetzerei gegen die armen gattzischen Flüchtlinge, weil sie angeblich ..Geflügel aller Art, Gänse, Hühner. Karpfen, und andere Fische nach Hause schleppen"-, vor aller Welt den Beweis erbringen, das; sie von dem erwähnten antisemitischen Borrecht einen gar zu ausgiebigen, ja förmlich übertriebenen Gebrauch machen, io mutz man 'das Leuten zugute halten, die ihrer inneren Aalur nach dem Moskowitertum angehören, nur in seinem Machtbereich fick wohlfühlen dürften und lediglich infolge einer seltsamen Fronte des Geschickes nack Oesterreich verschlagen wurden, um das schöne Karlsbad zu verunzieren. „Erlagscheine" fönneu als Trucksacke gesendet 'werden. Motiz. __ Jüdische Bühne. Trr. M. Ziegler. Regie: S. Zeresin. Hotel Stefanie, II., Taborstraße 12. Freitag den 25. Dezember, nachmittags halb 4 Uhr: Blümale — Freitag An 25. Dezember, abends 8 Uhr: Chantfchc in Amerika. — Smg den 26. Dezember, nachmittags halb 4 Uhr: Mechel Hersch. — Samstag den 26. Dezember, abends 8 Die Amerikanerin. — Sonntag den 27. Dezember, uachmittags halb 4 Uhr: Sulamith. — Sonntag den 27. Dezember, abends 8 Uhr: Der Jachssen. — Montag den 28. Dezember: Die Weiber. — Dienstag den 29. Dezember: Verein der Lemberger: Der komische Herrschers — Mittwoch den 30. Dezember: Gordin-Abend: Der Unbekannte. — Donnerstag den 31. Dyzember: Große Silvester-Feier. Zur Aufführung gelangen: l. Der Krakauer; 2. Schmiel Lemel; 3. BarssKochba, Prolog; 4. Channka-Lecht. — In Vorbereitung: Schojmer Israel. Sigmund Wölfler-Stiftung für Mediziner. Anzahl der Plätze: Einer im Betrage von 400 Kronen. Bewerbnngsbevechtigt find: Arme jüdische Studierende der Medizin. Bevorzugt sind: Bewerber aus dem Pilsener Bezirke. Gesnchsbeikagen: Geburtsschein, Armutszeugnis, Studienzeugnisse. Letzter Tag der Einreichungsfrist: 31. Dezember 1914. Einreichstekle: 1. Bezirk, Seitenstettengasse 4, 2. Stock (Einreichungsprotokoll). David Nemnannfche Familien-Stiftung. Anzahl der Plätze: Unbestimmt, zusammen im Betrage von Kr. 360.—. Bewerbungsberechtigt sind: Die armen Verwandten des Stifters Herrn David Neumann oder seiner Gattin Helene geb. Kohn. Verleihungstag: 21. Februar 1915 (7. Adar). Gesuchsbeilagen: Geburtsschein, Armutszeugnis, Verwandtschaftsnachweis. Letzter Tag der Einreichungsfrist: 31. Dezember 1914. Einreichstekle: 1. Bezirk, Seitenstettengasse 4, 2. Stock (Einreichungsprotokoll). Ignatz Baum-Armen-Stiftung. Aitzahl der Plätze: Zehn im Betrage von je 40 Kronen. Bewerbungsberechtigt sind: Arme, unbescholtene Personen israel. Religion, insbesondere solche, welche verheiratet und mit zahlreichen Kindern gesegnet sind. Bevorzugt sind: a) Verwandle des Stifters Herrn Ignatz Baum f. A., b) solche Bewerber, welche zwar in Wien wohnhaft, aber aus der Vaterstadt des Stifters, Bielitz, gebürtig sind. Verleihungstag: 20. Februar 1915. Gesuchsbeilagen: Geburtsschein, Armutszeugnis, eventuell Verwandtschaftsnachweis. Letzter Tag der Einreichungsfrist: 31. Dezember 1914. Einreichstelle: 1. Bezirk, Seitenstettengasse 4, 2. Stock (Einreichungsprotokoll). Dr. Schneidfche Stipendien-Stistung für Mediziner. Anzahl der Plätze: Diner im Betrage von 200 Kronen. Bewerbungsberechtigt sind: Arme, fleißige israel. Hörer der Medizin. Bevorzugt sind: al in erster Pinie solche Bewerber, welche mit dein am 17. Mürz 1843 in Lemberg als Sohn des Wolf und der Scheindel Schneid geö. Gottels geborenen, in Wien hei:natsberechrigt gewesenen und daselbst am 22. August 1393 verstorbenen "Arzt Dc. Moses Martus Schneid verwand: ünd: bi in zweiter Linie solche Bewerber, .welche ihren Studien an der' Wiener medizinischen Fakultät obliegen. Gestrchsveilagrn: Geburtsschein. Armutszeugnis. Matnrüätszcugnis. U.'-loersitäts-Sludieuzeugiäü'e. eventuell" legaLr Berwandtichastsnachweis. Letzter Tag der Einreichung:."-ist: 31. Dezembe i3L EmreichstcUe: 1. Bezirk. SA:uuwLngu ie -H .. Sw.. lDinreichungs p ro to roll). Josts Spitzep-StlflKn-r \:\; Anzahl rer Plätze: Lee, oaer vir Betrage von;uiammc" 252 J>lro::oii. Bewer 1 rmgsber chttg: sind: Füdi'cke samiUen. r.-eicke des Ernährers, sei es durch Dod. iei es durch andere 1! .änae. beraubt wurden. Gesrrchr'veUagen: t-'.-edurtsschein des ein chrelenAn Familienmitgliedes :owie Bescheinigung üeer den Abgang des bisherigen Fanriiienernährers. Armutszeugnis. Letzter Tag der EinrerchungFrist: 31. Dezember 1914. Einrerchstelle: 1. Bezirk, Scitenstettengaise 4, 2. Stock (Einreichungsprotokoll). ^lkl fll’flf'Vl't’l 1T10" reidehändler. Kloebändler und Miihlen- L/lll 1 luvllliili^ pächter aus Galizien, in dieser Branche, durch langjährige Praxis sehr versiert, möchte gerne als Korrespondent, Kassier oder Hilfsbeamter mit einem bescheidenen Gehalt angestellt werden. Zuschriften an Alter Landes, XX., Treustraße 8, 3. Stock. Tür 17. G. Kalligraph Mayer Brunner, des ehrwürd. Wiener Rabbinats, XX., Othmargasse 14, übernimmt p'ran zum Übersetzen u. verfertigt Jahrzeitlabellen G. Wer t:bräiscii ,n kur”r ZM ,,nd für kleines Honorar in Wort und Schrift erlernen will, der wende sich an den hebräischen Lehrer Davd Weinstein, Wien, II., Obere Donaustraße 63, 3. Stiege, Tür 45. G. jmmuMMtMF

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