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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-12-25 · 51 (25.12.1914) · page 8

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
51 (25.12.1914)
Date
1914-12-25
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 900 Dr. Bloch's darin von der großen Oeffentlichkeit bereitwilligst gefördert, errang er sich den Sieg, füllte er das große Haus bis auf den letzten Platz und führte so der Gesellschaft vom Roten Kreuze und den Flüchtlingen aus Galizien und der Buiowina einen namhaften, über alle Erwartung großen Betrag zu. Dies öffentlich auszusprechen ist eine Eewissenspflicht, da der Verlauf des ganzen Abends ein wahrer Kiddusch-Haschem war. Professor Ludwig Mahl e r. * . * * Ucbe zahluugeu wurden geleistet von: Baron Louis Rothschild Kronen 500.—, Emil Karpeles 300.—, Baron Gustav Springer 200.—, Bergrat Max Ritter von Gutinann 200.—, Philipp Ko hu 200. —, Baron Mayer von Ketschendorf 100.—, Baronin Charlotte Königswart er 100.—, Baronin Mayer von Ketschendorf 100. -, Baronin Gut mann de Gelse 100.—, Frau Mathilde von G u t m a n n 100.—, Moritz Schur 100.—, Heilmann Kohn & Söhne 100.—, Jnlius Kohn 100.—, Sigmnnd Böhm 100.—, Theodor Reitlinger 100.—, kais. Rat Adolf Schrämet 100.—, Emst Hirsch 100.—, Samuel von H o r o w i tz, Lemberg 100.—, Dr. Schaff, Lemberg 100. —, Generaldirektor Sauerbrunn 100.—, P. Sch. 100.-, David Hartenstein 100.—, Jakob Feuerstein, Drohobicz 100.—, Marcell S ch r e y e r 100.—, F. R. 100. —, Cas4tier Josef S i l l e r 100.—, kais. Rat A. Stern, I., Kohlmessergasse 100.—, kais. Rat Arnold Rosenthal 100.—, Moritz B. Eißler 50.—, kais. Rat Karl Koppel 50.—, Rudolf Kohn 50.—, I. Wolner 60.—, Frau Sidonie von Taussig 50.—, Direktor Alois Weißhut 50.—, Dr. Viktor Rosenfeld 50.—, Minister des Innern 40.—, Exzellenz Abraham owitz 40.—, Regierungsrat Dr. Heinrich Sieger 4O. , Prof. Dr. S. Weidenfeld 40.—, I. Wachtel 30.—, Bernhard K e l n e r 30.—, S a t o r y 30. —, G o l d st e i n u. Ranschburg 30.—, Hofrat Kuranda 20.—, Frau Mina Segal 20.—, B. I. 20.—, Karl Lemberger 20.—, kais. Rat Kauders 20.—, Wilhelm Kufner 20.—, Nathan Grunwald 10.—. Den gesamten Betrag werden wir in der nächsten Nummer unseres Blattes ausweisen, so viel können wir schon jetzt konstatieren, daß das Reinerträgnis über 6000 Kronen ausmacht. Bedeutet der Krieg einen Ausnahmszustand? Unter diesem Titel sprach in einem von der isr. Kultusgemeinde veranstalteten Vortragszyklus im Ingenieur- und Architektenverein Schriftsteller Heinrich Aork- Stein er. Seine geistreichen Ausführungen gingen dahin, daß die Erscheinung des Krieges in ihrer Gesamtheit keine grundlegende Veränderung unseres Gesellschaftslebens darstellt, sondern ein Zusammenfassen und Zusammendrängen alles dessen auf eine kurze Spanne Zeit, was sonst die Empfindungen der Einzelnen und das Zusammenleben der Völker bewegt. Das gesellschaftliche Zusammenleben erzeugt vielfach Antipathien gegen unseren Nächsten; der Wunsch, sich den Besitz des anderen anzueignen, steigert die Unlustgefühle. Diese Reibungen ergeben Streitigkeiten und vielfach Prozesse, die ausgetragen werden können, weil der Urteilsvollstreckung Machtmittel zu Gebote stehen. Die Zwistigkeiten zwischen den Staaten entstehen genau so wie bei den einzelnen Individuen durch Unlustgefühle, zumeist hervorgerufen durch den Wunsch, sich den Besitz der anderen Staaten anzueignen. Umkleidet wird diese Gier durch künstlich gesteigerte Antipathien, die den Gegner herabsetzen sollen. Die Differenzen der Völker untereinander, die aus diese Weise entstehen, können nur mit dem Schwerte entschieden werden, weil ein Machtfaktor fehlt, um einem friedlichen Urteil die Erfüllung zu sichern. Die Friedensbewegung hatte ernstlich nur den einen Zweck, durch internationale Verträge die Reibungsflächen zu vermindern. Das ist nach keiner Richtung hin gelungen, und es wird nach dem Kriege ihre Aufgabe sein, vorerst die Lügengewebe zu beseitigen, welche die Völker untereinander verhetzten und jene Brutalitäten und Grausamkeiten hervorgerufen haben, die diesem Krieg ihr Stigma aufdrücken. Den gegenwärtigen Weltkrieg bezeichnet der Vortragende als einen Kamps um die Aufteilung der noch freien außereuropäischen Länder. Dieser Krieg sei aber dem durch Wühlereien von außen vorbereiteten Bürgerkrieg vorzuziehen. Deutschland habe in fünfund- Wochenfchrift Nr. 51 vierzig Jahren einen ungeahnten Aufschwung genommen, weil jeder einzelne dem Staate mit vollster Pflichttreue dient und mit Begeisterung sein ganzes Vermögen und seine ganze Persönlichkeit für den Staat einsetzt. Wenn wir ebenso handeln, müssen die Erfolge dieselben sein. Die weitaus größte Mehrzahl unserer Mitbürger opfert Gut und Blut für das Wohl des Reiches. Dies beweist außer dem Heroismus der Armee die Fürsorge für die Verwundeten, die reichlich fließende Liebesgabe, die für unsere Verhältnisse gewaltige Summe, welche für die Kriegsanleihe gezeichnet wurde. Man fühlt 'jetzt, daß der Staat kein fremdartiges, dem eigenen Interesse entgegengesetztes Wesen ist, sondern die Zusammenfassung aller unserer Interessen. Die Gemeinsamkeitsempfindung und dieses Zusammenarbeiten aller Bürger mit den organisierten Kräften des Staates soll auch für den Frieden gewahrt werden. Wir werden dann mit Freude und zum Wohle unseres Vaterlandes feststellen können, daß der Krieg keinen Ausnahmszustand bedeutet hat. — Der Vortragende wurde durch reichen Beifall ausgezeichnet. Kroftssor Kr. S. Khrmamr. Eüier der vornehmsten und führenden Geister des Wiener Judentums, Universitätsprofessor Dr. S. Ehr mann, beging am 19. d. M. seinen 60. Geburtstag. Professor Dr. Ehrmann wurde nach Beendigung seiner medizinischen Studien an der Wiener Universität Demonstrator des Hofrates Brücke, trat im Jahre 1883 in den Dienst des Allgemeinen Krankenhauses, wo er zuerst als Sekundararzt bei den Professoren Jäger und Kaposi, später als Assistent an der Klinik des Hofrates Neu mann tätig war. Seit dem Jahre 1900 war er außerordentlicher Professor und seit 1908 wirklicher Professor für Dermatologie an der.Wiener Universität und^Vorstand der- Klinik im - Allgemeinen Kranken-- haus. Der Gelehrte hat eine große Anzahl von fachwissenschaftlichen Arbeiten veröffentlicht, die seinen Namen auch im Auslande zu hohem Änsehen brachten. Sein jüngstes Werk, „Vergleichender diagnostischer Atlas der Hautkrankheiten", ist ein gcoßangelegtes Werk. Professor Dr. Ehrmann erfreut sich nicht nur in Fachkreisen, sondern auch in der Gesellschaft besonderer Sympathien. Er ist Großpräsident der österreichischen B. B.-Logen, Kultusvorsteher und bekleidet in mehreren humanitären Vereinen Ehrenstellen. Aus Anlaß seines 60. Geburtstages erhielt der Gelehrte aus seinem großen Freundeskreise sowie von seinen Kollegen viele Glückwünsche. Wiewohl Herr Professor Dr. S. Ehrmann und seine Familie sich bestrebt haben, jede Bekanntgabe des 60. Geburtstages zu verhindern, drang die Nachricht bald in einige Kreise und die Verehrer ließen es sich nicht nehmen, ihm Zeichen der Verehrung und Dankbarkeit zu überbringen. Vormittags wurde der Jubilar beglückwünscht von den Aerzten der Abteilung, Assistenten Dr. Perutz, Dr. Hirsch aus Krakau, und seinen ehemaligen Schülern, soweit sie nicht ihr Beruf ins Feld geführt hat, von dem Personal der ständigen sowie der Aushilfspflegerinnen. Tiefen Eindruck machte das Erscheinen einer Deputation der auf seiner Abteilung verpflegten Verwundeten, welche ihre Ansprachen und Dankesäußerungen in deutscher, tschechischer und ungarischer Sprache vorbrachten. Die Verdolmetschung der letzteren übernahm Frau Ilona Taussig. Es war rührend, die auf Krücken geführten und in Verbänden steckenden Soldaten als Gratulanten zu sehen, welche dankbaren Herzens ihrem liebevollen, unermüdlichen Arzte einen Lorbeerkranz überreichten, mir Schleifen in ihren nationalen Farben.

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