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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-12-25 · 51 (25.12.1914) · page 1

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
51 (25.12.1914)
Date
1914-12-25
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Nr. 51 Dr. Bloch’s Ia-rga«g Lentralorgan für die gesamten Ifnteressen des Judentums. -^-ooc- Wim. 25. Dezember 1914 Lrscbetnt jeden Freirag. Brief-Adreffe: Wie«, II/1. Praterstraße 9. Telegramm-Adreffe: Bloch'S Wochenschrift, Wie«. <OG= D =öO K. k. Po fifpLrkrasseNLMt Lleartng-Verkebr Mr. 610.976. RedaMon und Administration: Vir» 11/1. Praterstraße 9. Telepbon 45.359. oP -.——Qö O G= P ===OÖ Bezugspreis für Drssirrrrich: C Halbjährig 8 Kronen. Einzelexemplare 50 Heller. Für da» Ansland: Halbjährig 10 Kronen. Ganzjährig 20 Kronen. Anzeigen: Die 2mal gespal- »j tene Petitzeile 48 Heller. _ OP ~ -Qq ^nbalt: Leitartikel: Russische Greueltaten in Sadagora. — Bo in Jahrmarkt des Lebens: Kriegs nisznchn unzen Mijcher Offiziere und Soldaten. Major Hugo Hcrfchfeld. Leutnant Isidor Spira. Adols Rosenstreich. Leutnant Robert Zweig. Hauptmann Kornel Schneeberger. Der Brief der Schwester Marie Therese. Abenteuer in den Karpathen. Auszeichnung jüdischer Krieger mit dem Eisernen Kreuz. Der Dank Rußlands an seine jüdischen Helden. Hohe Auszeichnungen _ an die Damen des Botschafters Morgenthau. Ein christlichsozialer antisemitischer Abgeordneter als „Kriegsfreiwilliger". Die Chanukkafeier im Felde. — Korrespondenzen: Patriotisches Konzert Don Fuchs. Bedeutet der Krieg einen Ausnahmszustand? Professor Dr. S. Ehrmann. Wien-Mariahrlf. Lundenburg. Jüdische Zentralstelle für Flüchtlingsjürsorge in Budapest. Schul- und Bethaus-Einweihung in Graz. Zur Erinnerung an Rabbiner Dr. Nathan Glaser. Nauheim. — Vermischtes. — Feuilleton: Judenelend in Rußland. — Briefkasten. — Inserate. An unsere Leser! Mit dem 1. Jänner 1915 tritt die „O österreichische Wochenschrift" in das erste Quartal ihres 32. Jahrganges ein. Wir richten an unsere geehrten Abonnenten, deren Abonnement, wie ans der Skadenz auf der Adreftschleife ersichtlich, bereits abgelaufen ist, die Bitte, dasselbe mittels -es in der heutigen Nummer beigelegten Posterlagscheines z« erneuern» damit in der Zusendung des Blattes keine Unterbrechung eintrete. Bezugspreise: Für Oesterreich-Ungarn: Ganzjährig L LS.—, halbjährig K 8 —, vierteljährig K 4 —. Für Deutschland und alle übrigen Länder: Ganzjährig K 20.—, halbjährig K 10.—, vierteljährig K S—. Die Administration Rassische Greuel i« Kadagora. Ueber die schrecklichen Grausamkeiten, welche die Russen tzegen die wehrlose jüdische Bevölkerung von Sadagora verübt haben, berichtet nachstehendes Privatschreiben, welches uns zum Abdruck überlassen wurde. Sadagora, 10. Dezember 1914. Lieber Freund! Endlich ist mir die Möglichkeit gegeben, über -Rumänien Dir von meiner elenden Lage und überhaupt vom Elend der unglücklichen Stadt Sadagora zu berichten. Genau und ausführlich das Unglück zu beschreiben, bin ich nicht imstande, die Schrecknisse sind zu groß und meine Kräfte reichen dazu nicht hin. Das Wenige, was ich in diesem Briefe schreibe, ist mit dem Blute meines Heikens geschrieben. Die Greueltaten sich vollständig auszumalen, die in Sadagora von den russischen Barbaren verübt worden sind, ist für eine gesittete Phantasie kaum möglich; nur eines möchte ich sagen: Alle, die in Wien leben, mögen Gott danken und Seinen Namen preisen, daß sie es nicht am eigenen Leibe gespürt haben, was Russenherrschaft bedeutet. Wie Du weißt, sind aus Sadagora in der kritischen Nacht vom 30. auf den 31. August, als die Brücken gesprengt wurden, achtzig Prozent der Bevölkerung ziel- und planlos geflüchtet. Die Panik war eine unbeschreibliche, und wer diese Flucht nicht mitangesehen hat, kann sich kaum einen Begriff machen von dem schauderhaften Bild, das diese Flüchtlinge dargeboten haben. Zuerst ein Zug von fahrenden Flüchtlingen. Das waren die mehr oder weniger Bemittelten, die es sich gestatten konnten, einen Wagen — wenn auch um den vier- oder fünffachen Preis — zu mieten. Dann kam ein Zug der Fußgeher, das waren junge Männer, überhaupt jüngere Leute, die nach Soldatenart marschierten. Zuletzt kamen alte Leute, schwache Frauen, kleine Kinder, Krüppel, die von ihrem Hab und Gut etwas mitzunehmen nicht imstande waren. Dieses Jammerbild bot einen schrecklichen Anblick. Hungernd, elend, von der Hitze ermattet, schleppten sich die Unglücklichen weiter, und wenn sie hofften, unterwegs irgendwo sich auszuruhen und vielleicht gar Erfrischungen zu bekommen, sahen sie sich bald gar arg getäuscht. Wohin sie kamen, trafen sie alles auf der Flucht. Denn ebenso wie von Sadagora haben sich auch vom Zastawnaer Sprengel alle jüdischen Einwohner geflüchtet und aller Ziel war die Wischnitzer Route oder Stanestie. Da kam aber eine zweite unerwartete Krise: die Brücken, welche den Strom Put bei Waszkoutz übersetzen, waren vernichtet. Das gab's keinen anderen Ausweg, als ins Wasser zu springen, wo man den Strom am kleinsten glaubte, um so das andere User zu erreichen. -Lieber Freund! Es ist mir unmöglich, diese Schauderszene genau zu schildern, wie manche Frauen ihre auf den Händen tragenden Kinder im Wasser verloren. Sie trugen die Kinder eingewickelt in Bettchen und allerlei Zeug, und erst als sie das zweite Ufer erreichten, sahen sie zu ihrem Schrecken, daß das Kind nicht mehr darin ist. Manche gerieten während der Ueberschreitung des Flusses in tiefe Stellen und wurden nur dank dem Eingreifen

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