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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-12-11 · 49 (11.12.1914) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
49 (11.12.1914)
Date
1914-12-11
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 866 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 49 Frau Anmita Müller, Greisinnen-Fürsorge, Timmeringer Frauenverein, Verein Osten, Frauen-Fürsorge im Kriege (Frau Adele H i r s ch e n h a u s e r). Der Herr Bürgermeister entschuldigte brieflich sein Fernbleiben, ebenso der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde. Die Präsidentin Frau Hermine 03 e r b e r eröffnete die Festversaunnlung und begrüßte die erschienenen Gäste mit herzlichen Worten. Es gelangte sodann ein Festprolog, versaßt von Herrn Maximilian H a m l i s ch, von dem Mitglied des Reichenberger Theaters Herrn Georg Hahn zum Vortrag. Die Festrede hielt Le. Ehrwürden Herr Rabbiner Doktor Max G r u n w a l d, welche allgemeine Begeisterung auslöste. Er dankte dem Verein al^ Rabbiner des Bezirkes für sein wohltätiges Wirken, speziell zugunsten der notleidenden alten Mütter. Er gedachte des Regierungsjubiläums Lr. Majestät des Kaisers, der allen Bürgern des Staates ein leuchtendes Vorbild ist in Wohltätigkeit und Menschenliebe und brachte ein Hoch aus, woraus die Voltshymne gesungen wurde. Herr Bezirksrat Philipp B ak in Vertretung des Bezirks Vorstandes beglückwünschte den Bere n zu seinen großen Ersolgen und dankte ihm im Namen des Bezirkes. Es folgten sodann Liedervorträge von Herrn Oberkantor Don F u ch s, dem rauschende Ovationen bereitet wurden, ferner von Herrn Arthur W o l f und Fräulein Julie B i l g r e y (Mitglied der Volksoperi und fanden diese meisterhaft vorgetragenen Lieder großen Beifall. Die Begleitung am Klavier besorgte Herr Ferdinand N a t h a n s o h n. Armrn-Amlmlatorium für Flüchtlinge aus Galizien und der Bukowina. Aus Anlaß der 66. Wiederkeehr des Regierungsantrittes Sr. Majestät des Kaisers hat das zionistische Zentralkomitee in Wien, II., Taborstraße 20 a, ein Armen- Ambulaiorium für Flüchtlinge aus Galizien und der Bukowina eröffnet. An der Spitze der Leitung stehen Primarius Dr. L. Stricker und Dr. Karl P o l l a k. Großes patriotisches Konzert. Zu dem großen patriotischen Konzert des Oberkantors Don Fuchs, das am 17. Dezember l. I. ftattfindet, schreibt man uns von befreundeter Seite: „Es war ein lobens- und anerkennenswerter Gedanke des verehrten Oberkantors, die Erinnerung an die Heldenzeit unserer Vorfahren, wie sie das Chanukkafest alljährlich bringt, diesmal der großen Zeit entsprechend, die wir durchleben, mit humanitären und patriotischen Bestrebungen zu verknüpfen und so dieses Konzert einem Ziele zuzuführen, dessen volles Gelingen der Herzenswunsch aller sein sollte. In diesem Sinne vornehmlich möchte ich an alle Juden Wiens appellieren. In erster Linie handelt es sich darum, den verwundeten Soldaten so rasch und so ausgiebig als möglich zu helfen, die armen Flüchtlinge aus Galizien und der Bukowina nach Kräften zu unterstützen. Diesem edlen Zwecke ist das Reinerträgnis dieser festlichen Veranstaltung gewidmet. Dieser Appell richtet sich aber nicht bloß an die ständig in Wien lebenden Juden. Auch jene Glücklichen unter den Unglücklichen aus den evakuierten Landesteilen, deren Mittel ihnen Not, Sorge und Elend fern halten, mögen eingedenk sein ihrer Landsleute, die in Kummer zu 'Bette gehen und in Not und Sorge erwachen. Jeder einzelne von uns muß erkennen und fühlen, daß er als Mensch, als Jude, als Patriot verpflichtet ist, nach Kräften überall zu Helsen. Wie konzentrische Kreise haben alle diese Berpslichtungssphären einen gemeinsamen Mittelpunkt — Patriotismus, Vaterlandsliebe. Diesem Ziele in weiterem Sinne ist auch diese Feier gewidmet. Besuchet sie! Für das am 17. Dezember l. I. anläßlich der Chanuka-Feier im großen Konzerthaus-Saale stattfindende große patriotische Konzert des Obertäntors Don Fuchs gibt sich schon jetzt ein außerordentliches Interesse im Publikum knnd und sind wir heute bereits in der Lage, das Programm des Abends der großen Oessentlichkeit bekanntzngeben. P r o g r a m m: I. T e i l. S. S u l z e r (1804—1890): Psalm 111 für Solo, Chor und Orchester, instrumentiert von Joseph Sulzer (komponiert 1846, anläßlich der Thronbesteigung Sr. Majestät des Kaisers Franz Joseph). „ Noos 2ur, für Solo, Chor und Orgel. ,. Ez chajim, für Solo, Chor und Orchester (instrumentiert von Jos. Sulzer.) Die Soli werden sämtlich von Oberkantor Don Fuchs gesungen. Konzertvereins-Orchester. Bereinigte Synagogenchöre (Stadt- und Leopoldstädterchor). F e st r e d e Sr. Ehrwürden Herrn Rabbiner Dr. Max G r u n iv a l d. 2. Teil: R. W a g n e r: Ansprache des Königs, 3. Akt „Lohengrin": Opernsänger Artur Wolf, mit Chor: Für deutsches Land das deutsche Schwert. Oesterreichische Volkshymne. Heil Dir in: Siegeskranz. Joseph Sulzer: Sultans-Hymne für Chor und Orchester. F l o t o w : Hymne aus „Stradella". Kienzl: Selig sind, die Verfolgung leiden, aus „Evangelimann", Oberkantor Don Fuchs. H a e n d e l: Auf, Heer des Herrn! aus „Judas Makkabäus", Opern- . sänger Artur Wolf. Joseph Sulzer: Lol Liärei, Adagio für Violoncell und Orchester. Prof. Joseph Sulzer. Dirigenten: Professor Joseph Sulzer und Kapellmeister des Konzertvereines Martin S p ö h r. — An der Orgel: Hoforganist D i t t r i ch: Kartenvorverkauf: Wiener Konzerthaus und Hofmusikalienhandlung G u t t m a n n. Eine reichsdeutsche Frau für die Wiener Brockensammlung Frau Jda B a r b e r gewährt uns Einblick in eilt Schreiben, das vorbildlich wirken sollte. Frau Justizrat Boeh m aus Sagau (Preußisch- Schlesien) schreibt: „Sehr geehrte Frau! Durch Zufall hatte ich Gelegenheit, Ihren Bericht über die Not der Flüchtlinge und die Erfolge der Brockensammlung zu lesen. Obwohl auch an uns hier große Anforderungen gestellt werden, habe ich unter Bekannten eine Sammlung veranstaltet und 283 Mark an Ihre Adresse gesendet, die ich für die Flüchtlinge zu verwenden bitte." Mögen die Wiener Frauen dem sprichwörtlich bekannten goldenen Herzen der deutschen Frau Justizrat Boehm nicht nachstehen und auch in ihren Kreisen sammeln, denn die Not ist groß, Hilfe dringend geboten. Die Verteilung an Flüchtlinge findet wöchentlich zweimal, Montag und Donnerstag, im 19. Bezirke, Glatzgasse 4, ston 2—4 Uhr statt. Eine Kriegshilfsaktion (Unlerrichtskurse für Flüchtlinge aus Galizien und der Bukowina). Die vom Mädchenunterstützungsverein ins Leben gerufenen Sonderkurse für kaufmännische Disziplinen ulld für Kleidermachen haben sich rasch gefüllt. 128 Mädchen wurden untergebracht, eine große Anzahl der Aufnahmswerberinnen konnte wegen Raummangels nicht mehr berücksichtigt werden. Darunter sind Mädchen mit seminaristischer oder Lyzealbildung; für diese hat der Vorstand der israelitischen Kinderbewahranstalt an seiner unter Leitung des Direktors Max Fischer stehenden I. Bildnngsanstalt für Kindergärtnerinnen, II., Schiffamtsgasse 15, einen unentgeltlichen Kurs für Erzieherinnen ins Leben gerufen, der in den nächsten Tagen eröffnet wird. — Anmeldungen für die welligen noch freien Plätze an die Schulkanzlei des Mädchenunterstützungsvercines, IX., Seegasse 16, zwischen 11 und 1 Uhr vormittags.

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