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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-12-04 · 48 (4.12.1914) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
48 (4.12.1914)
Date
1914-12-04
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nc. 48 Dr. Bloch s Wochenschrift Seite 847 prälimiyierte Unterhaltsbeitrag in barem Gelde ausbezahlt wird. Ferner lvird gebeten, das; die Berechnung des zum Unterhalte eitles Flüchtlings durchschnittlich per Tag und Kopf verwendeten Betrages und des wirklich erforderlichen Rkgiebeitrages sofort erfolge und das; sohin der volle, unter.Abzug der tatsächlichen Regiekosten erübrigende, vom Staate bestimmte Unterhaltsbeitrag an die Flüchtlinge zur Verabreichung gelaugt und die entsprechenden Verbesserungen in den Barackenlagern vorgenommen werdet!. Die galizischen Flüchtlinge in Karlsbad. Sehr geehrte Redaktion! Die „Arbeiter-Zeitung" rügt das Vorgehen des Karlsbader Stadtrates gegen die galizischen Flüchtlinge. Zur Richtigstellung der Sachlage möchte ich nur bemerken, daß allerdings zu Beginn infolge ungenügender Vorbereitungen Fehler geschehen sind, wie aber zweifellos überall. Jetzt aber tut der Stadtrat alles, was nur geschehen katm, um den Armen menschenwürdige, gute Unterkunft zu geben. Ich konstatiere es, daß der Stadtrat uns in allem und jedem entgegenkommt und nach jeder Richtung feine Pflicht tut und auch darüber hinaus bereitwilligst den Armen behilflich ist. Ebenso anerkennen wir es dankbar, daß auch der größte Teil der Bevölkerung, ohne Unterschied der Konfession, wetteifernd bestrebt ist, das Elend zu mildern. Karlsbad, 27. November 1914. Dr. I. Z i e g L e r, Rabbiner. Beisetzung eines russisch-jüdischen Kriegsgefangenen in Prag. Sonntag, 22. November d. I., fand auf dem Straschnitzer Friedhofe die Beisetzung des in Prag seinen Verletzungen erlegenen russischen Kriegsgefangenen Abraham Djelisow des russischen Infanterieregiments Nr. 134 statt. Die Zeremonienhalle war vom Publikum dicht gefüllt; man sah die Rabbiner Feldprediger Professor Dr. Kisch und Professor Dr. Weiner, Hanptmannrechnungssührer Kafka, den Vorstand der Beerdigungsbrüderschaft Eduard Lasch, zahlreiche verwundete Soldaten und andere. Nach Verrichtung der Gebete bestieg Professor K i s ch die Kanzel und hielt dem Verblichener! einen Nachruf, in dem er ausdrücklich hervorhob, daß der Tod einen Unterschied zwischenFrcund und Feind nicht kenne und er sich als Feldrabbiner berufen fühle, dern Manne, der ein Angehöriger der Sekte der Chassidim war, einen Nachruf zu halten. Er müsse die Glaubenstreue hervorheben, die den Verstorbenen bis zum letzten Atemzuge beseelte. Dann bemerkte Professor Dr. Kisch, daß der Mann vor acht Wochen mit einer Schußwunde in der Brust und zerschmetterten Gliedern nach Prag eingebracht wurde, und trotzdem sein einziger Wunsch der war, daß seine Frau und seine zwei Kinder, die in der Krim ansässig sind, heil am Leben bleiben. Vor seinem Ableben habe er nochmals den Redner kommen lassen und ihn gebeten, dafür Sorge zu tragen, daß er ein wirklich jüdisches Begräbnis erhalte; dann wollte er ihm zur Bestreitung der Beerdigungskosten einige Rubel, die er bei sich hatte, geben. Professor K i s ch habe dies aber mit der Begründung abgelehnt, daß die Brüderschaft für eine würdige Bestattung der Toten selbst sorge. Professor Kisch habe es als Ehrenpflicht übernommen, die Witwe von dem Tode ihres Gatten zu verständigen, und wenn sie einst das Grab ihres gefallenen Gatten besuchen werde, dann werde das mit einem Denkstein geschmückte Grab Zeugenschaft davon oblegen, in welch edelf in Niger Weise die Kriegsgefangenen in Oesterreich behandelt n> erde n. Unter den üblichen Zeremonien lvurde dann der Sarg in einem eigenen Grabe auf der neuen Abteilung des Friedhofes beigesetzt. Kattowitz (Prenß.-Schlesien-. Fern von der Heimat ivnrde hier der k. k. Oberleutnant Brie g e l vom 8. öfter reichischen Infanterieregiment zur ervigen Ruhe bestartet. Der in militärischen Kreisen sehr beliebte und als außerordentlich tapfer geschützle Soldat kam vom östlichen Kriegsschauplatz schwer verwundet hier an und erlag nach wenigen Tagen seinen Leiden. Aus dein isr. Friedhofe, rvo die Synagogengemeinde dem Verblichenen ein Ehrengrab gewidmet hatte, fand sich eine Kompagnie des Regimentes sowie der Oberstleutnant Münze r mit allen Offizieren ein. Die Trauerfeier leitete Herr Oberkantor Singer mit einem ergreifenden Trauerchoral ein, worauf Oberrabbiner Dr. Eohn einen erhebenden Nachruf hielt. Am offenen Grabe widmete der ebenfalls hier anwesende Feldrabbiner Dr. Golinski aus Pilsen dem tapferen Kameraden herzliche Worte des Abschiedes. Vermischtes. Borträge aus jüdischer Geschichte, Kultur und Literatur. Donnerstag, den 10. Dezember 1914, hält Herr- Rabbiner Dr. Max Gruntvald im Ingenieur- und Architektenverein, 1. Bez., Eschenbachgasse 9, um l/& Uhr abends, einen Vortrag über das Thema: „Der Krieg in der Bibel", mit Vorführung von Lichtbildern. Eintritt frei ohne Karten. Wien. Wie uns vom Bureau der „Israelitischen Allianz" mitgeteilt lvird, ist demselben bekanntgegeben worden, daß durch eine Aktion des Allgemeinen Witwen und Waisen-Hilfsfonds, 1. Bez., Schwarzenbergplatz, Mi litärkasino, eine Weihnachtsbekleidung für Kinder gefallener Soldaten stattfindet, bei welcher 2000 Kinder beschenkt werden sollen und eventuell auch eine größere Anzahl von jüdischen Kindern, die sich melden sollten, beteilt werden würden. Gesuche find an das Komitee im Militärkasino zu richten. Eine Beglaubigung über die Bedürftigkeit inuß durch das Gemeindeamt erfolgen. Verein zur Hebung der Gewerbe. Der Vorstand des Vereines zur Hebung der Ge werbe beschloß in einer solennen Sitzung, seinen Präsidenten Herrn S. Brod mit der Absendung einer Huldigungsadresse an Se. Majestät unseren Kaiser a n läßlich des 66. Jahrestages seines Regierungsantrittes zu betrauen. Wien. (Todesfall.) Dienstag, den 1. Dezember, fand am Zentralfriedhof das Leichenbegängnis des Herrn Salamon P e r etz, Privatiers, Bürgers von Wien und Besitzers der silb. Tapferkeitsmedaille und Kriegsmedaille, unter zahlreicher Beteiligung statt. Der Heimgegangene erfreute sich vieler Sympathien in weiten Kreisen und war wegen seiner Herzens- und Geistesbildung bekannt 'und geachtet, was sich auch bei der Beteiligung am Leichenbegängnisse kundgab. Borträge in der Toyubeehalle XX., Denisgasse 33. Samstag den b. Dezember: Konzertsänger Viktor v e i m Sonntag den 6. Dezember: „Kriegsinvaliden", Vortrag von Herrn Dozenten Dr. Bum (Lichtbilder). Dienstag den 8. Dezember: Vorlesung des Schriftstellers Herrn Otto E i s e n s ch i tz. Mittwoch den v. Dezember: .Helden der Bibel", Vortrag von Herrn Professor Mor. A n t s ch e r l. v- - v V f I;,r‘

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