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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-12-04 · 48 (4.12.1914) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
48 (4.12.1914)
Date
1914-12-04
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 48 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 841 Horb a. N. Der König von Württemberg hat dem Unterossizier der Reserve Willy Gideon, Sohn des Fabrilanten und Stadtrats Gideon in Horb, die Militärverdienstmedaille sür Tapferkeit vor dem Feinde verliehen. Konstanz. Dem Oberarzt Dr. S e m i M o o s, Bataillonsarzt im hiesigen Infanterieregiment Rr. 114, Inhaber des Eisernen Kreuzes, wurde von dem Erotzherzog von Baden das Ritterkreuz vom Zähringer Löwenorden mit Schwertern verliehen. Der mit dem Eisernen Kreuz dekorierte Vizewachtmeister Richard Adler von der Maschinengewehrabteilung des hiesigen Regiments erhielt die vom Großherzoge von Baden gestiftete Medaille für Tapferkeit. Landau. E r n st M a r x, Einjährigfreiwilliger Unteroffizier bei der reitenden Abteilung des kgl. bayrischen 5. Feldartillerieregiments, Sohn des Herrn Abraham Marr, hier, erhielt für tapferes Verhallen vor dem Feind das bayrische Verdienstkreuz 3. Klasse mit Krone und Schwertern. Mainz. Oberarzt der Landwehr und Bataillonsarzt Dr. Ludwig Rosen blakt erwarb außer dem Eisernen Kreuz auch die hessische T a p f e r ke i t s m e d a i ll e am Bande. Memmingen. Siegfried Eerstle, Sergeant im bayr. Landwehr-Infanterieregiment Rr. 3, Sohn des hiesigen Privatiers Herrn Heinrich Gerstle, wurde für Tapferkeit vor dem Feinde mit dem bayrischen Verdien st kreuz 3. Klasse mit der Krone und mit den Schwertern ausgezeichnet. Müllheim (Baden). Unteroffizier Julius Moses hat die vom Großherzog von Baden gestiftete Verdienstmedaille für Tapferkeit vor dem Feinde erhalten. Regensburg. Nathan Jakob Feldwebel beim 10. bayrischen Landwehr-Infanterieregiment erhielt das bayrische Militärverdienstkreuz mit Schwertern. Den Militärverdienstorden vierter Klasser mit Krone und Schwertern erhielt Leutnant Alfred Bloch der Landwehr-Jnf. 2. Aufg. und Stabsarzt der Reserve Dr.' Friedrich R o s e n t h a l. Gesandtschaftsattachke Baron von Goldschmjdt-Rothschild. München. Die „B. Staatsztg." berichtet: Referendar Albert Freiherr von G o l d s ch m i d t - R o t h s ch i l d, der bisher der deutschen Botschaft in L o n d o n zugeteilt mar, ist der preußischen Gesandtschaft in Münche n als Attaches zugeteilt worden. iEr ist ein Sohn des k. u. k. Generalkonsuls in Frankfurt a. M. Maximilian Freiherrn von Goldschmidt-Rothsch.ld und verheiratet mit Miriam Freiin von Rothschild. - Seine Majestät der König hat am Samstag den 12. November, mittags, den deutschen Botschafter Freiherrn von Schoen in Audienz empfangen, der den neuen Attaches der preußischen Gesandtschaft Frei Herrn von Goldschmidt-Rothschild vorstellte. Das Eiserne Kreuz nach niernndvierzig Zähren. Eül jüdischer Landwehrmann vom Reserve-Infanterieregiment Nr. Io, der Oberkellner Georg Cohn aus Bielefeld, erhielt im Lazarett einen Brief von feinen Geschlvistern, in welchem es heißt: „Papa hat vor acht Tagen das Eiserne Kreuz bekommen von 1870 71: es ist ihm damals vergessen lvordett ,zu überreichen, kannst Dir denken, lvie er sich gefreut hat.Den Orden hat Papa für folgende Tat bekommen: Nach der Schlacht von Gravelotte lagen sie rechts im Biwak und links lagen die Verwundeten. Mit einemmale sieht er, lvie einer in einer blauen Jacke sich zwischen den Verwundeten zu schaffen macht, ihnen die Augen ausfticht und sie beraubt. Papa schnallt sich einen Säbel um, geht auf ihn los, macht ihn durch ein paar Arinhiebe kampfunfähig ulld nahm den Franktireur ani Kragen und führte ihn zum Oberst. Nun gingen der Oberst, vier Unteroffiziere, Papa und der Franktireur zum Hauptquartier. Dasselbe lag fünfzehn Minuten davorl entfernt. Papa mußte nun erzählen in Gegenwart des Königs, Bismarcks und Moltkes, was los lvar. Zum Schluß sagte Bismarck: „Gut, mein Sohn, der Lohn soll nicht ansbleiben." Und jetzt nach vierundvierzig Jahren bekommt er den verdienten Lohn. Die Veteranen von 1870/71 werden an dem künftigen Einzug in Berlin teilnehmen." Gefallen in treuer HMchlerfüü'ung. Ein Schreiben, gleichermaßen ehrend für den Schreiber wie für den jüdischen Landlvehrmann, von dem darin die Rede ist, veröffentlicht der „Backnanger Polksfreund": P.. 8./11. 14. Geehrte Frau Kirchhausen! Tiesbetrübt teile ich Ihnen mit, daß Ihr Sohn, der Gefr. d. L. Kirchhausen (aus Schlüchtern), soeben gefallen ist. Wenn Ich Ihnen selbst die Mitteilung mache, so geschieht dies, weil Ihr Sohn, der seit länger als einend Monat als Gefechtsordonnanz immer in meiner unmittelbaren Nähe gewesen, von mir ganz besonders geschätzt worden ist. Er war ein Vorbild an Tapferkeit und Todesverachtung. Nichts galt ihm die Gefahr für die eigene Person, wenn es sich darum handelte, die Pflicht zu tun. So Ist er auch den Heldentod sür unser Vaterland gestorben, als er aus freiem Antriebe, ohne besonderen Auftrag von mir, in die Schützenlinie vorging, um für seine Kompagnie zu sorgen. Er ist der erste im Regiment gewesen, der als Wehrmann das Eiserne Kreuz erhielt, nachdem er in völliger Todesverachtung heldenmütig sich an die Spitze von schwankend gewordenen benachbarten Truppen gesetzt hatte, um sie wieder zum Angriff vorzurücken und nachdem er persönlich zwei englische Offiziere gefangen genommen hatte. Wir alle, die ihn näher gekannt haben, und vor allem ich, sein Kommandeur, werden den Gefallenen immer in treuem, dankbarem Andenken bewahren. Das Ehrenkreuz, die Schriftsachen sowie das Geld Ihres Sohnes werden Ihnen baldmöglichst zugehen. Möge Gott Sie trösten und das Bewußtsein, daß Ihr Sohn als Held gefallen ist, zum Ruhm und zur Ehre unseres geliebten deutschen Vaterlandes. Hochachtungsvoll Freiherr von Varnbüler Major und Bataillonskommandeur. Aechlsanwatt Dr. Zutins Kahn. Mainz. Am 30. August starb, lvie erst jetzt bekauut ivurde, den Heldentod fürs Vaterland der hiesige Rechtsanwalt Dr. Julius Kahn. Der Heimgegangene war der einzige Sohn des Mitgliedes des Vorstandes der „Israelitischen Religionsgesellschaft" Herrn A r o n Si a h n und ein hochbegabter, strengfrommer Mann. Schon in frühem Mannesalter spielte er in der hessischen narionalliberalen Partei eine hervorragende Rolle, deren Hanptaus schnß er angehörte und der er durch Agitationsreise» und -reden im Wahlbezirke wertvolle Dienste leistete. Dementsprecherld widmete auch Professor Tr. Reeb im Aufträge des Vereines der nationalliberalen Partei dem Dahingeschiedenen einen Nachruf in der Tagespreise, in dem seine stets opferfreudige Hingabe an die Bestrebungen der Partei rühmend hervorgehoben wurde. Dieses Wirken, so war ferner gesagt, hat, verbunden mit einem freundlichen, immer hilfsbereiten Wesen, ihm die herzliche Zuneigung aller, die ihlt kannten, gesichert. Auch das Hauptorgan der hessischen nationalliberalen Partei, das „Mainzer Tageblatt", hat für den verstorbenen Parteifreund tiefempfundene Worte des Gedenkens. Eines der hoffnungsvollsten Mitglieder unserer Partei, so heißt es u. a. in dem Blatt, ist im Kampfe für Deutschlands Ehre gefallen. Dr. Kahns Tod muß die größte Trauer Hervorrufen. Ein aussichtsreiches Dasein wurde durch die feindliche Kugel zerstört. Mit seinem Hinscheiden verliert auch die Mainzer Anwaltschaft einen ihrer besten Vertreter. Ein großer Kreis Rat- und Vertranensucher trauert um ihn. Wer ihn je sprechen gehört hat, sei es in seinem Berufe, bei seinen Vorträgen oder innerhalb der Partei, der konnte sich der Wirkung dieser Persönlichkeit nicht entziehen und muß den Eindruck ge wonnen haben, daß dieser junge Mann, dessen Worte klug und dessen Sätze klar waren, noch zu (Großem berufen sein mußte. Am eindringlichsten klangen seine Reden, wenn er die Ziele seiner geliebten nationalliberalen Partei verfechten durfte. Bei den letzten Reichstagswahlen und wo es galt, stand er in vorderster Linie. Diese Liebe und Treue zu seinem Deutschland hat er mannhaft in die Tat umgewandelt. Mit einem Heldenmute, von dem seine Kameraden zu erzählen wissen, zog er hinaus: lachend und singend begeisterte er seine Mitkämpfer. In

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