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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-11-27 · 47 (27.11.1914) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
47 (27.11.1914)
Date
1914-11-27
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 826 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 17 dortigen Spiroschen Papierfabrik untergebracht wurden. - Samstag, am 14. d. M., um 8 Uhr 20 Min. früh, trafen mit dem Pilsner Personenzug abermals 122 polnische Flüchtlinge aus Krakau in Budweis ein, von denen 20 hier bequartiert wurden, während die übrigen nach kurzem Aufenthalte nach Oberplan weiterreisten. Die israelitische Kultusgemeinde in Krumm au spendete für die im Krummauer und Oberplaner Gerichtsbezirke untergebrachten jüdischen Flüchtlinge Kleider, Bettdecken und Strohsäcke. Die durchreisenden Flüchtlinge 'wurden am Budweiser Bahnhofe von dem Labekomitee des Roten Kreuzes in Budweis zum Teil auf Kosten der isr. K ultus gemeind e in Budwe i s gelabt und mit kleinen Geldunterstützuirgen beteilt. Im Netolitzer Gerichtsbezirke find zirka 200 jüdische Flüchtlinge. Da in Netolitz -nur zwei jüdische Familien ihren Wohnsitz haben, unternimmt es die isr. Kultusgemeinde in Budweis, die Unterstützung dieser Flüchtlinge auf ihre Kosten zu organisieren. Vermischtes. ^Kestgottesdierrst und Jeststhung antäßlich des j66jährigen Hlegierungsjuöij'äurns des Kaisers. Dienstag, den 1. Dezember l. I., am Vorabende des 66jährigen Regierungsjubiläums Sr. Majestät des Kaisers findet um 1/25 Uhr abends im Stadttempel, Seitenstettengasse, ein Festgottesdienst statt. Die Festpredigt hält Herr Oberrabbiner Dr. G ü d e m a n n. Anschließeind an diesen Festgottesdienst hält der Vorstand der Kultusgemeinde im Zeremoniensaale, I., Seitenstettengasse 4, Parterre, eine öffentliche Plenarsitzung unter Vorsitz des Präsidenten Dr. Alfred Stern ab. Ein Festgottesdienst im Kaiser Franz Joses-Regierungsjubiläumstempel, V., Siebenbrunnengasse 1 a, findet den 1. Dezember, 6 Uhr abends, statt. Predigt vom Gemeinderabbiner Professor H. I. Rei ch. Die deutsch-holländische Palästinaverwaltung. Die deutsch-holländische Palästinaverwaltung hat dieser Tage — nach einer Mitteilung des „Israelit" — eilte größere Geldsumme in Gold nach Jerusalem geschickt. Von diesem Gelde sollen in erster Reihe die Institutionen der Verwaltung, das Schulwerk und das Schaare-Zedek-Hospital bedacht werden. Nach Maßgabe der Möglichkeit sollen auch für notleidende Familien Unterstützungen gewährt werden. Insbesondere sollen die wegen der eingetretenen Geldkrise zeitweilig sistierten üblichen Unterstützungen an Private und Anstalten, bezw. Uebermittlung von für Spüalzwecke gewidmeten Spenden im Rahmen der Möglichkeit wieder zur regelmäßigen Auszahlung gelangen. Durch das Moratorium und den Mangel an Gold hat der Bankier der Pekidim schon einige Tage nach Ausbruch des Krieges die Auszahlungen der Pekidimschecks sistiert. Trotzdem ist es der Verwaltung gelungen, chre Institutionen ohne jede Unterbrechung in Wirksamkeit zu erhalten. Der Betrieb des Schnlwerkes der Palästinakommission wurde in keiner Weise beeinträchtigt und auch das Schaare-Zedek-Hospital konnte, wenn auch mit etwas reduzierter Bettenzahl, die Kranken weiter aufnehmen. Angesichts der drohenden Gefahr erwartet ütan aber, daß von Seite der Pekidim, sobald bessere Möglichkeiten für Geldüberweisungen geschaffen sind, die dargereichte Hilfe in großzügigeren Aktionen sich bewegen wird. Brief aus Safsed. Einem an die Pekidim gerichteten Brief des Saffeder Komitees ist folgendes zu entnehmen: „Mit großem Bedauern verständigen wir Sie, daß Ihre jüngsten Schecks wegen des Moratoriums von Ihrem Bankier nicht mehr Kranzablösungsspendeu zugunsten der Chewra Kadischa iu Wicn I., Seiteustettengaffe 4 für arme kranke Glaubensgenossen Anläßlich des Ablebens der sel. Rosa Knie: Samuel Deutsch 20 Kronen. Anläßlich des Ablebens des sel. Ignaz Zolles: Wilhelm Wolf Widrich 40 Kronen, Jakob Weichselbaum 20, Doktor Herm. Widrich, Generalmajor 20, Bernhard Widrich 10, Jakob Berger 20, Emil Pomeranz 10, Hermann Bartfeld 10, Jakob S. Straßberger 20, Jacques Bodenstein 10, Ada Teichner 10, Jakob Braun 4, zusammen 174 Kronen. Anläßlich des Ablebens des sel. Joses Karpeles: Jakob und Janka Karpeles, Wien Kr. 50, Paul und Silly Karpeles, Wien 20, Mar und Mazda Winterberg 20, Ludwig Pollak 20, Philipp Kohn 20. Zusammen Kr. 130. Universitätsprofessor Dr. Moritz Benedikt. Der bekannte Professor der Nervenpathologie an der Wiener Universität und Vorstand dieser Abteilung rm Spital der Allgemeinen Poliklinik in Wien, Doktor- Moritz Benedikt, wird in der nächsten Zeit zwei seltene Gedenktage begehen können, und zwar werden es in diesem Jahre volle 55 Jahre, daß der Gelehrte an der Wiener Universität zum Doktor für Medizin promoviert wurde, und 45 Jahre, daß er zum außerordentlichen Professor in Wien ernannt wurde. Prof. Benedikt wurde am 6. Juli 1835 zu Eisenstadt in Ungarn geboren, studierte an der Wiener Universität unter den Professoren L^Oppolzer, Arlt und Rokitansky Medizin und wurde 1850 daselbst zun: Doktor für Medizin und Chirurgie promoviert. Nach seiner 1862 erfolgten Habilitierung wurde er 1869 zum außerordentlichen Professor für Elektrotherapie und Nervenpathologie in Wien ernannt und später Abteilungsvorstand im Spital der Allhonoriert würden. Die Lage ist hier sehr traurig undMrgemeinen Poliklinik, in welcher Stellung er bis heute wir sind nicht imstande, uns Geld zu verschaffen. Trotznoch immer tätig ist. Der Gelehrte ist Ehrendoktor von des Geldmangels geben wir uns doch alle Mühe, die M Glasgow, Ehrenmitglied der Akademien von Rom, Neapel, Wirksamkeit Ihrer Institution für ärztliche Hilfe und ^Ehrenmitglied der Universität von Kiew, der kaiserlichen Medikamente sortzusetzen. Der auch durch die Not der Gesellschaft für Anthrou-Ethnographie in Florenz und Zeit stark erschütterte Gesundheitszustand würde eine Aus-.^ vieler anderer ausländischen wissenschaftlichen Körperdehnung unserer Arbeit erfordern. Doch müssen wir,^ schäften.' uns im Rahmen Ihres vorgezeichneten Budgets halten. Die durch Herrn Rabbiner I. Horovicz gütigst über-' mittelte Anweisung über 2000 Fres. zum Ankauf von Holzkohle gelangte nicht mehr zur Auszahlung. Wir mußten deswegen aus die in Aussicht genommene Kohlenverteilung zu billigem Preise verzichten, obwohl diese Aktion eine große Wohltat für die notleidende Bevölkerung wäre. Durch das vollständige Stoppen aller Verkehrsmittel und Unterstützungsquellen ist die allgemeine Lage hier in höchstem Maße besorgniserregend. Helfen Sie uns, wie Sie nur können." Großes patriotisches Konzert. Soeben erfahren wir, daß im Laufe des heurigen Chanuka-Festes im Großen Konzerthuussaal ein großes patriotisches Konzert unseres Oberkantors Don Fuchs stattfinden wird, dessen Reinerträgnis zu gleichen Teilen der Gesellschaft vom Roten Kreuze und der Fürsorge für die Flüchtlinge aus Galizien und der Bukowina gewidmet werden soll. Herr Rabbiner Dr. Max Grunwald wird die Festrede halten, Herr Professor Joseph Sulz er die

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