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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-11-20 · 46 (20.11.1914) · page 17

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
46 (20.11.1914)
Date
1914-11-20
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Nr. 46 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 809 seinen Vater Mendel Re isst er aus Rzeszow: Meier Leib Klein sucht seine Frau Chase Golden ans Rawa: Abraham Chaim Ten neu bäum sucht seinen Soyn Mendel T e n n e n b a u m; Naftali A m st e r sucht seinen Vater Bert A m st e r aus Ranizow. Israel B l a s e r sucht seinen Vater Efraim Blaser. Alle befinden sich derzeit in B o d e n b a ch, Volkshalle. Abraham Schapira (recte Fuchs), Infanterist, derzeit Dobrisch, sucht seine Frau Toni S ch a p i r a aus Zbaraz bei Tarnopol und seine drei Kinder, Moses, Markus und Sale, sowie seinen Onkel Mani S ch w e i g aus Zbaraz. Mitteilungen erbeten an das Rabbinat Dobrisch, Böhmen. Von in Marienbad und Umgebung verpftegten gal. Flüchtlingen werden gesucht: Ruchel E n o ch aus /Kschauow; Malke Gans, Hudes Finfer, Berta H e r s ch k 0 witz aus Kolboschower: Leiser C 11t e r aus Sokolow; Leib B e r n k n 0 p f und Schulem B u x b a u m aus Radomisch; Abraham Wolek aus Sasow: Martl Strick aus Senditscheiv; Mendl und Chaskel A l t m a itit, Scheindl Balsa m aus Beranow: Mechl L i n d n e r und Ctrl R a p a p 0 r t. Auskünfte erbeten an das Rabbinat in Marienbad. A. Reiß in Schönthal, Post Dreihaken b. Marienbad, Gasthof Franz Arnold-, sucht seine Eltern. Austritte aus dem Judentum vom 8. bis inkl. 14. November 1914. Deutsch Ida geb. Goldstein, Prokuristensgattin, geb. 5. Juli 1884, Wien, VII., Lindengasse 8. Grünbaum Josef, Getreideagent, geb. 18. Oktober 1848, Budapest, IV., Schäffergasse 13. Gränhanm Rachel geb. Löbel, Getreideagentensgattin, geb. 5. November 1860, Braila (Rumänien), IV, Schäffergasse 13. Löffler Richard, Kaffeesieder, geb. 7. Dezember 1879, Wien, IX., Glasergasse 4, derz. Bremen, Fauterstraße 42/44. Schwarz Stella, ohne Beruf, geb. 18. Juli 1890, Wien, XII., Längenfeldgasse 8. Seiger Ernestine, Private, geb. 22. Oktober 1888, Preßburg, III., Schlachthausgasse 37. Wolf Stefanie, Private, geb. 27. August 1887, Wien, II., Valeriestraße 98. Nagy-Kanizsa, 16. Nov. Mit allgemeiner Befriedigung wurde ausgenommen, daß Oberrabbiner Dr. Eduard N e u m a n n (Nagy-Kanizsa) namens des Präsidiums des ungarischen Landesrabbinerverbandes an die ungarischen Rabbiner ein Rundschreiben richtete, in dem er denselben in eindringlicher Weise ans Herz legte, dahin zu wirken, daß ihre Gemeinden sich an den Zeichnungen für die Kriegsanleihe mit patriotischer Opferwilligkeit beteiligen. Feuilleton. Für die Kinder der Flora. (Im Jahrhundert des Krieges.) Die „Neue Freie Presse" vom 14. August 1914 enthält folgende Zuschrift des Herrn Dr. B. P l a c z e k in Brünn: Vor einer Reihe von Jahren ist nachweislich von mir die Anregung der „Kranzablösungsspenden" ausgegangen, welche, dank ganz besonders der wirkungsvollen Förderung in Ihrem hochgeschätzten Weltblatte, eine riesige Verbreitung im In- und Auslande gefunden und seither unberechenbar große Beträge in die Reservoirs von Wohlfahrtsvereinen usw. hineingeleitet hat. Gestatten Sie mir daher die Bitte, mitfolgenden Betrag (10 Kr. von Dr. B. Pl. in Brünn) entgegennehmen und unter der Widmung: „Statt Kranzspenden an den Särgen unserer gefallenen Soldaten für deren Familien" veröffentlichen zu wollen. Nach bisherigen Erfahrungen dürfte diese Zuwendung vielfache beträchtliche Nachahmung finden. Exempla lraluint. . . . Die Wirkung, in Zahlen umgesetzt, war eine ebenso rasche als überraschende. In Ihrem geschätzten Blatte vom 2. September 1904 war zu lesen: Auch ein Jubiläum. Von wem ging die gewiß einsichtsvolle Anregung aus, den Tod für das Leben nutzbar zu machen, eine ebenso unangebrachte als übel angebrachte Verschwendung in Wohltun umzusetzen, rasch welkenden Blütenprunt durch gedeihliche Dauerfrucht zu ersetzen? Wann und wo hat diese Bewegung den Anfang genommen? Deutet ihr Ursprung auf Arier oder Semiten hin? Solche Fragen wurden jüngst in einem Kreise vorurteilsfreier Männer ernst diskutiert, welche sogar die riesigen Summen, mit denen seit einem Vierteljahrhundert humanitäre Vereine, besonders in Brünn und Wien, als Ab löfung von Kranzspenden bei Leichenbegängnissen bedacht wurden, an der Hand von Jahresausweisen zu berechnen versuchten. Die Beantwortung der voranstehenden Fragen soll nicht zur Befriedigung einer eitlen Regung dienen wer sollte es übel nehmen? Sie soll' auch nicht die geschichtliche Entwicklung einer an sich so einfachen und doch so segensvoll nachwirkenden Tatsache zum Zwecke haben - - wie gerechtfertigt dies auch wäre. Es soll vielmehr die ursprüngliche Anregung, einen übrigens unjüdischen Mißbrauch in einen erfolgreichen Gebrauch zu umwandcln, frisch beleben und nachhaltig wirken lassen. Einer, der scheinbar teilnahmslos der erwähnten Diskussion mit halbem Ohre folgte, erinnerte sich plötzlich, als „andächtiger Zuhörer" die betreffende Enunzialion angehört zu haben, und meinte: Vor 25 Jahren war ich zugegen, als Dr. Placzck im Brünner Tempel am Iomkippur vor der Haskara die bezügliche Ansprache hielt. Hier soll sie nun reproduziert werden: „Ein Ausläufer und die mildeste Form des 6. Gebotes ist das „Bat taschhith", die Warnung vor nutzloser Vernichtung und Schädigung auch lebloser Wesen. Die heilige Schrift, welche selbst den Baum in Feindesland zu schonen gebie'et, legt ganz besondere Rücksicht gegen die belebte, wie die leblose Natur, gegen Tiere und Pflanzen uns ans Herz. Umvillkürlich müssen wir dabei der überschwänglichen Blumenverschwendung bei Leichenbegängnissen gedenken, welche enorme' Lummen verschlingt und nutzlos vergeudet und immer größere Dimensionen annimmt, den Leichenwagen zu einem oder auch zu mehreren rollenden Gärten macht. Wenn noch Pietät für den Toten und Zartgefühl daraus sprächen! Aber weit mehr Anteil daran hat die leidige Prunksucht und Prachtliebe, die maßlose Eitelkeit, einander zu überbieten und alles auf die Spitze zu treiben. Wenn so ein mit Blumen überladener Sarg vorüberzieht, welche Gespräche kann man da belauschen, oder glaubt man da zu vernehmen. Es gibt ja eine Blumensprache: warum sollten die armen, früh geknickten Blüten auf den Leichen- und Kranzwägen nicht sprechen? Ein feinfühliges Gemüt hört sie auch. Die Blumen klagen: Weil da ein Menschenkind verblichen, müssen wir unser frisches, junges, blühendes Leben einbüßen: weil dieser da verwesen soll, müssen wir unser lichtes, duftiges Sein mit dumpfem Moderhauch vertauschen, einer Menschenleiche sollen tausende Blumenleichen geopfert werden! Ihr habet recht, könnte man den Blumen zurufen: Ein ähnlicher Gebrauch herrschte sonst bei wilden Völkern. Starb ein Häuptling oder Familienhaupt, so tötete man seine Lieblingswesen, Menschen und Tiere, und gab sie dem Toten mit ins Grab. . . Vernehmlicher noch sprechen die Armen und die Dürftigen, an denen solch' ein Blumenleichenzug vor-

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