Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 31 (1914)
- Issue
- 46 (20.11.1914)
- Date
- 1914-11-20
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Jtr. 46 Dr. Bloch's Wochenschrift stellt 799 Der KarpathenMhrer, der als wilder Junge bekannt ist, schlug mit solcher Wucht aus den Bauer ein, datz dieser blutüberströmt zusammenbrach. Als er die Luft rein fand, requirierte er mit einigen herbeigeholten Soldaten Proviant für die oben in den Bergen seiner harrenden Soldaten. Jeder Tag brachte solche Abenteuer. Feuer kam jedoch heil aus jeder Gefahr aus aus all den sonstigen kleinen Scharmützeln. Sie mutzten einen großen Umweg wählen. Aber Feuer kannte die Karpathen. Ihm war jeder noch so schmale verborgene Pfad bekannt, mit jeder Waldgruppe war er befreundet, in die Geheimnisse eines jeden Abhanges eingeweiht. Er wuchs dort in den Wäldern auf, dort verbrachte er seine Jahre, und er hatte keine Furcht vor den schneebedeckten Urwäldern. Die 200 Soldaten folgten ihm totmüde, aber in unerschütterlichem Vertrauen. Immer mehr wuchs die Zähl derjenigen, denen das Gewehr vom Arme sank, die in Fieber verfielen, denn mit der Nahrung war es schmal bestellt; man ritz Kartoffeln, wenn man solche fand, aus dem Boden und schlürfte das unter dem Schnee hervorsprudelnde Quellwasser. Und sie gingen weiter in Nebel und Hagelregen zwischen felsigem Gestein. Der Marsch währte 6 Tage und 6 Nächte. Am sechsten Tage trafen sie österreichisch-ungarisches Militär. Gegen abend breitete sich vor ihnen ein kleines Lichtmeer aus. Sie waren in Dees angelangt. Die Stadt war von unseren Truppen überfüllt. Leutnant selbst schwer erkrankt, führte seine totmüden Soldaten in die Stadt und meldete sich beim Major, der das Kommando hatte. Vor Fieber brennend, war er kaum imstande, in kurzen Worten zu erzählen, wie es ihnen ergangen war. Feuer stand neben ihm, ein wenig ermüdet, aber ohne jede Erregung. Der Major trat erschüttert auf ihn zu und reichte ihm die Hand: „Also Sie sind es, Feuer, von dem der Leutnant spricht. Ich gratuliere Ihnen, mein Junge." Der Major schüttelte von neuem die Hand Feuers und wiederholte: „Ich gratuliere, F e u e r, Sie verdienen die allerhöchste Auszeichnung." Feuer verbeugte sich. Er ging in ein Hotel, um endlich auszuruhen. Aber das in Dees stationierende Offizierskorps lietz ihn nicht zur Ruhekommen, sie luden ihn zu Gaste, bewirteten ihn und frugen ihn aus, und Feuer mutzte die Erlebnisse dieser denkwürdigen 6 Tage und 6 Nächte erzählen. Dieser Tage kam Eugen Feuer iu die Hauptstadt und schilderte uns, seine Dokumente vor uns aus brcitend, wie er die 200 Soldaten über die Karpathen führte. Unter seinen Schriftstücken befinden sich auch einige lvarmgeschriebene aufrichtige Dankeszetlen des Leutnants ein amtliches militärisches Dokument mit der Unterschrift des Platzkommandos und des Grafen Ladislaus T e l e k y, in welchem bekundet wird, daß Feuer der Armee so große Dienste geleistet hat, daß er die Allerhöchste Auszeichnung verdient. Der Karpathenführer ist ein großer, kräftiger, sonnengebräunter Junge, und man sieht es ihn an, daß er der Sohn der Berge und der Wälder ist. Bei seinem Abschiede sagte er noch: „Ich bitte auch noch zu schreiben, daß ich den Jom kippnr heuer recht seltsam verbracht habe. Gerade damals marschierten wir in den Bergen bis §u den Knien tut Schnee. Ich aber habe —- und ich bitte, hierüber nicht erstaunt zu feilt — drei Tage gefastet." Aie angeblichen ..jüdischen" Spione. Im „Pesti Hirlap" erzählt ein österreichischer Offizier von der Tat eines jungen Fähnrichs, der einen Spion fangen konnte. Die Geschichte lehrt auch, welcher Mittel sich die Russell bei ihrer umfangreichen Spionagetätig feit bedienen. „Drei Tage kämpften lvir. Die Russen lvarert tausend Schritte voll uns eingegraben; unsere Stellung aber lvar die bessere. Atn Abend wurde das Feuer eingestellt, und wir fingen alt im Graben ztt schlafen. Drei Schritte von mir lag der Fähnrich. Der hebt plötzlich seinen Kopf, blickt über beit Erdwall und kriecht langsam zurück zum Walde. Der Morgen graut, da hat er ihn endlich erreicht. Rechts von ihm rührt sich etlvas: eine graue, lange Gestalt im Kaftan. Sie kehrt ihm den Rücken. Und aus der weiten Rocktasche fängt sie an, bedeutsam ein Papier herausznztehen und dann zu zeichnen. Lautlos löst der Fähnrich seinen Haien gurt, nimmt die Schnalle in den Mund ltnd kriecht auf die Gestalt zu. Jetzt ist er auf Armlänge bei ihr. Er legt den Gurt zu einer Schlinge, rvirfl diese der (Gestalt um den Hals. Ein Ruck, sie liegt zu Boden: der Fähnrich hockt auf ihr und würgt ihren Hals mit beiden Händen. Es dämmert immer noch, als er znrückkommt. Er ist totenblaß: ich fürchte, er sei krank. „Ich habe einen Spion ertvürgt", sagt er mit brechender Stimme. Später bittet er mich, mitzukolnmen, um seinen Gürcel zu holen. Roch immer ist er am Halse des angeblichen Jadeit iin Kaftan. Aber wie wir ihn herunterreißen wallen, konnnt der lange Bart mit, und als nur den Totett ans feinem Kaftan schälen, da entpuppt sich der „Jude" als ein russischer Stabsoffizier. Der Fähnrich erhielt die Tapferkeitsmedaille . . ." Machüetzende jüdisch«? Krieger üaöen das Eifern? Kreuz erst alten: (Bisher wurden 431 nntgeteilt, in der vortiegenden Nummer 145, zusammen 576.) Bayreuth. Oberarzt der Reserve Dr. Leo Steinberger. Berlin. Oberarzt Dr. Wilhelm Israel beim Gardekorps aus dem französischen Kriegsschauplatz fdiese Auszeichnung wurde dem jungen Arzt an demselben Orte in Frankreich überreicht, woselbst vor 44 Jahren sein Vater, der berühmte Chirurg Prof-. James Israel, gleichfalls mit dem Eisernen Kreuze dekoriert wurde); Kammergerichtsreferendar Dr. Alfred Wöllstein; Dr. Richard Blum, Arzt in der 19. Reseroe-Sanitütskompagnie, Mitbegr. der Bar Kochba; Dr. Rudolf E h r m a n n, Privatdozent an der Berliner Universität; Stabsarzt Dr. Alfred Frank; Oberarzt d. R. Dr. Bruno Valentin; Unteroftizier im Gardeseidartillerieregiment Referendar Dr. Ludwig Simon, Sohn des verstorbenen Bankiers Martin <-imon; Stabsarzt Dr. Adolf Silber stein; Chefarzt Dr. S. Vogel; Stabsarzt d. R. Dr. Bruno Cohn; Stabsarzt d. R. Dr. Baum,; Vizefeldwebel im 10. Futzartillerieregiment Erich Brasch; Doktor 21« a .r London: Einj.-Ilnterosfizier Ludwig H e y m a n n; Unteroffizier d. R. Paul G o l d st e i u, Assistenzarzt Dr. H a n s Kamnitzer; der auf dem Friedhof der jüdischen Gemeinde angestellte Leichentrüger Adolf Kantor owitz; Unteroffizier Erich Benjamin; Walter Berliner, Sohn des verstorbenen Brauereibesitzers Oswald Berliner; Dr. Georg Zickel; Architekt Erich S i ni o n; Feldwebelleutnant Rechtsanwalt Georg L e w y; Stabsarzt d. R. Dr. Adolf Gut in a n n; Regierungsbaumeister Felir H i r s ch b e r g; Kurt I u l i u s b e r g e r; Einj.-Unteroffizier Kammergerichtsreferendar Tr. Rudolf Cohn; Willy Ascher, Einj.-Freiw. Gefreiter. Sohn des Mitinhabers der Firma Gebr. Ascher; Dr. Hans P h i l i p p s t h a l, Stabsarzt d. R. bei der 3. Sanitätskompagnie des Gardekorps; 2 ally Hirsch, Unteroffizier, Rechtsanwalt, Mitglied des Präsidiums d. K. I. V.: Robert N e u f e l d, Kaufmann; Dr. Karl T i e tz, Stabsarzt, Schwiegersohn des Geheimen Sanitätsrates Dr. Jul. Stern, des stellvertretenden Vorstehers der jüdischen Gemeinde; Oberarzt der Reserve Dr. S. M ü h l f e l d e r, beim 1. bayrischen Reserve-Armeekorps. Breslau. Dr. Hugo L a b a n d, Assistenzarzt am Krankenhaus „Zum Allerheiligsten"; Unteroffizier Boehm; Kriegsfreiwilliger B l a tz, im Regiment Nr. 229; Doktor med. Richard W e i g e r t; Kinderarzt Dr. Walter Freund: Artur B a r a s ch. Unteroffizier beim schlesischen Landsturm, zum Vizefekdwebel befördert, Kaufmann, Mitinhaber des Warenhauses Gebr. Barasch; Ludwig H e y m a n n, Einj.- Freiw.-Unteroffizier beim 16. Infanterieregiment, geb. in Paris, entstammt einer Breslauer Familie, zurzeit schwer verwundet im Kampfe gegen Rußland; Herbert R o s e n t h a l, Musketier im Infanterieregiment Nr. 38, Sohn des Handelsmannes Adolf Rosenthal, Wuhelmstratze 11: Bruno Selka, bei der Scheinwerfer-Abteilung der Ariadne, schwer verwundet und jetzt in Antwerpen als Installateur verwendet; sein Bruder Hermann Selka wurde bei Warschau durch einen Bauchschutz gelötet, als er seinen verwundeten Feldwebel aus der Feuerlinie trug; Dr. med. Erwin Batzdorf, bei der 21. Landwehr-Brigade, 9. Etappen- Jnspektion, östlicher Kriegsschauplatz, Sekundürarzt an der chir. Abteilung des jüdischen Krankenhauses (hat sich besonders dadurch verdient gemacht, datz er im Gefecht vor Warschau dreimal während des Kugelregens Verwundete verbunden hat, ebenfalls bei einem Patrouillenritt); Georg Jarecki, Feld-Unterarzt im Landwehr- Infanterieregiment 11. 2. Bat. Burgfteinfurt. Gefreiter L e v i Hirsch, Sohn des Pferdemetzgers M. Hirsch, auch zum Unteroffizier befördert. Cannstatt. 21t a n f r e d Pick.