Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 31 (1914)
- Issue
- 45 (13.11.1914)
- Date
- 1914-11-13
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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Nr. 45 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 789 Wien. Am 18. d. M. feiert der Bezirksrat der Leopoldstadt Alexander P o l l a k sein fünfundzwanzigjähriges Dienstjubiläum als Beamter der Oesterreichifchen Länderbank. Herr Pollak, ein ungemein verdienstvoller Beamter, wirkt als Kontrollor sämtlicher Wiener Filialen und erfreut sich wegen seines konzilianten Wesens in weiter: Kreisen großer Beliebtheit. Als Mitglied der Bezirksvertretung Leopoldstadt hat Bezirksrat Pollak stets mit regem Eifer die Interessen der Armen gefördert und sich namentlich durch die Gründung des Asylvereines, der gegenwärtig im Dienste der Flüchtlingsfürsorge steht, große Verdienste erworben. Die Martinif-änse. Nach altem Herkommen fand sich eine Abordnung der israelitische:: Kultusge:neinde Preßburg in der Hofburg ein und übergab einem kaiserlichen Kammerdiener vier Gänse für die Kammer des Kaisers und für die des Thronfolgers Erzherzog Karl Franz Josef. Die Gänse, in blendend weißes Linnen verpackt, waren mit Bändchen und Schleifen in ungarischer Nationalfarbe geschmückt. Israelitischer Bethaus-Verein ..Ehewra Beti: Hatfilar/L Der Vorstand des Tempel-Vereines „Chewra Bcth Hatfilah", 9. Bezirk, Müllnergasse, hat die gelegentlich der hohen Feiertage gespendeten Beträge von Kr. 1850 für die Flüchtlinge aus Galizien und der Bukoivina, sowie Kr. 880 an das Kriegsfürsorgeamt des k. n. r. Kricgsministeriums abgeführt. Das Ehrenzeichen 2. Klasse des Roten Kreuzes wurde verliehen: dem Hofspediteur Hans L ein kauf, dem Gremialrak und Firmengesellschafter Heinrich Neurath, der Adoo katensgattin Leontine Stieglitz. Wien. (B eth amidrasch Talmud-Thora, II., Malzgasse 16.) Der erste Freitagabend-Vortrag — auch Frauen zugänglich — wird durch Se. Ehrwürden Herrn Rabbiner H. Schenk, am 13. d. M., V»8 Uhr abends, und die nächsten vorläufig a i l e 14 Tage gehalten werden. Fünfundzwanzig; ihriges Jubiläum des Chordirigenten Herrn I. Porth. Am Samstag, den 7. d. M., feierte der tüchtige Chordirigent am Ottakringer Tempel, der sich auch als feinfühliger Komponist von Tempelgesängen einen ehrenvollen Namen erworben, sein fünfundzwanzigstes Berufsjubiläum. Obgleich Herr Porth bescheiden jede öffentliche Ehrung abgelehnt hatte, nahm der Vorstand die Gelegenheit wahr, den wackeren und pflichtbewußten Beamten nach Verdienst zu ehren und hielt der rührige Obmann des Tempels, k. u. k. Hof- und Kammerphotograph Herr S. W e i tz m a n n, eine die Verdienste des Jubilars würdigende, herzliche Ansprache und überreichte ihm ein Ehrengeschenk. Beim Sabbatgottesdienste wurde Herr Porth zur Thora feierlich aufgerufen, Oberkantor Kaufmann rezitierte einen klassischen Mischeberach, worauf Herr Rabbiner Dr. Mar Bach in einer herzlichen Ansprache die verdienstvolle Tätigkeit des Jubilars kennzeichnete. Eine im Tempo! erschienene Deputation des Chorsängeroereines, bestehend aus den Herren Chordirigenten Julius H e i m a n n und Josef Z e l l n i k, den Sängern Michael S t r i k s und Mar Schwager, übergaben als Zeichen der Sympathie aller Berufsgenossen nach einer innigen Ansprache des rangaltesten Kollegen Julius H e i m a n n ein Ehrenangebinde und unter schmeichelhaften Äußerungen der Anerkennung verließen sie das festlich beleuchtete Gotteshaus. Am Abend vereinigten sich Freunde und Kollegen zur gemütlichen Feier des jubilierenden Chordirigenten Porth in: Restaurant H e r I i n g e r. Nach den herzlichen Tischreden der Herren Oberkantor F u ch s, I. Kantoren Mathias und Kaufmann, Kantors L ö w i t, Obmannes S. L e m b e r g e r, Vorstehers D r a b, Prof. N a s ch e r, Julius Rosenfeld stimmten die Sänger Choräle an. In vorgerückter Abendstunde schloß die schöne Feier mit einem trefflich rezitierten Mischeberach des Oberkantors M. S a i tz aus Lemberg. Als Zeichen seiner Anhänglichkeit für die Bestrebungen der Chorsänger spendete Juwelier Herr Salomon H e r z I 20 Kronen dem Synagogensängerverein. Konzert zugunsten der Brockensammlung und der Flüchlinge aus Galizien und der Bukowina. Das am 4. November stattgefundene Konzert hatte einen bedeutenden Erfolg. Der große Musikoereinssaal war bis auf das letzte Plätzchen gefüllt. Ein distinguiertes Publikum lauschte den Vorträgen bewährter Künstler. Professor Alfred Grünfeld am Klavier zu hören ist ja jedesmal ein Hochgenuß; aber diesmal gab der Künstler sein Bestes, wurde wieder und wieder heroorgrjubelt, wieder und wieder erfolgten Zugaben, die das Publikum in Entzücken versetzten. In die Ehren des Abends teilten sich Opernsängerin Raja B a r b e r - W a l d b e r g, Viktor H e im, Pros. P i ck st e i n e r, Edmund E y s l e r, Fräulein Klothilde W enger von der Volksoper, Harfenvirtuosin Stella Ratzersdorfer. Frau Raja Barber -Waldbergs glockenhelle Stimme kam in den Vorträgen: Arie aus dem ..Prophet", „Heimweh" von Hugo Wolf, „Allerseelen" von Josef Scheu zu bester Geltung. Professor P i ck st e i n e r s Violine sprach zu Herzen, als hätte sie menschliche Stimme. Frl. Nelly Hochwald vom Deutschen Volkstheater brachte in entzückender Weise „Der Page von Brabant", „Esther meine Schwester" und „Das Mädchen ohne Bräutigam" zum Bortrage und erntete stürmischen Beifall. Fräulein Klothilde W e n g e r brillierte mit der Arie aus „Toska" von Goldmark: „Die Quelle" und dem „Schlaflied" von C 1 utha m. Viktor H e i m wirkte zündend wie immer;. der Applaus wollte nach den in jüdischer Mundart gesungenen Liedern „Der Alef-beyß" und „Dem Mihlners Trebren" ke'ui Ende nehmen. > Das große Erträgnis des Konzertes ermöglicht es, die Brockensammlung für jüdische Arme, die jetzt meistenteils von Flüchtlingen in Anspruch genommen wird, besser zu organisieren. Die Verteilungen finden dreimal wöchentlich im neuen Lokal XIX., Glatzgasse Rr. 4, statt. Wer meist? Herr Aba Fricdmann aas Baczacz such: seinen Sohn Amschel Fried mann, Gymnasialschäler, welcher seit der Flucht vermißt wird: ebenso seinen Schwager B. Berkowicz. hebräischer Lehrer aus Lemberg, samt Frau Fan: und zwei Kinder. Adresse: Aba Friedmann, bei S ch w a rze n se ld, Miskolez, St. Petergasse 18. Austritte aus dem Judentum vom 1. bis inkl. 7. November 1914. Ellenbogen Henriette, Private, geb. 12. Mai 1877, Wien, VII., Kandlgasse 6 a. Groß Hugo, Vertreter, geb. 27. Juni 1876, Teschen (Schlesien), XV., Wurmsergasse 44. Hammerschlag Eduard, Student, geb. 31. August 1895, Wien, IX., Aiserbachstraße 26. Herzog Georg, Student, geb. 20. August 1893, Wien, III., Dittheimergasse 3. letner Klara, geb. 17. Februar 1887, Wien, derzeit in Witkowitz. ’.'.uh Madeleine von, geb. 18. Oktober 1900, Wien, IV„ Theresianumgasse 10. Hanthner Erich Ignaz, Student, geb. 15. Jänner 1896, Wien, VII., Lindengasse 56. Müllmaier Ewald, geb. 28. Mai 1891, Wien, XVI., Odoakergasse 15. Nagel Leo, Ingenieur, geb. 2. Juli 1892, Chirlitz bei Brünn, 11., Lichtenauergasse 7. Nettl Dr. Wilhelm Siegmnnd, Reehtspraktikant, geb. 19. September 1888, Prag (Böhmen), VII., Neubaugasse 25. Scheer Aranka, Buchhalterin, geb. 12. März 1882, Budapest, VI., Meravigliagasse 2. Schröder Walburga, Manipulantin, geb. 10. Dezember 1888, Wien, IX., Fuchthalergasse 11. Stein Leopold, Kaufmann, geb. 4. März 1879, Wien, II., Karmeliterplatz 3. Stwertka Richard, Ingenieur, geb. 25. Juni 1888, Wien, II., Taborstraße 22. Szlavicsek Josefine geb. Krausz, Tapezierergehilfensgattin, geb 25. Juli 1877, Karmacz (Ungarn), III, Paulusgasse 5. Brün». (Jüdische Vorlesungen.) Tie durch den Krieg k ervorgerufene Störung der sonst sebr regen Tätigkeit so mancher Vereine hatte in Brünn Heuer die Einstellung der volkstümlichen Sonntagsoorträge aus der Geschichte und Wissenschaft des Judentums zur Folge gehabt. Ilm diesem mit Rücksicht auf die zahlreichen galizischen Flüchtlinge doppelt empfindlichen Verluste vorzubeugen, entschloß sich Herr Schriftsteller Leopold Schwarz, einer der fleißigsten jüdischen Vortragenden und Redner, aus eigenen! Antrieb und ganz nur im eigenen Namen bis auf weiteres