Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 31 (1914)
- Issue
- 42 (23.10.1914)
- Date
- 1914-10-23
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Serie 732 Dr. Btochs Wochenschrift N 42 Vermischtes. Krauzablösuug ^spenden zugunsten der Chewra Kadischa in Wien l. Seiteustetteugaste 4 für arme kranke Glaubensgenossen Anläßlich des Ablebens des sel. Salomon Band: Schulzverein Hort, Wien Kronen 10.—. Anläßlich des Ablebens des sei. Sandor Schlesinger: Emma Schlesinger Kronen 10.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Fanny Sensly: Julius Engl und Tochter Kronen 10.—. Anläßlich des Ablebens der sei. Eugenie Sachs: Richard Heller, Wien Kronen 20.—, Paula Lederer, Wien 20.—, Fritz und Mathilde Weil, Wien 10.—, Margit und Arnold Löffler 5.—, Dr. Hugo Witter, Wien 10.—. Zusammen Kronen 65.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Heinrich Rauschberg: Jacob Bondy, Wien Kronen 10.—, Arnold Adler, Wien 10.—, Albert Kende, Wien 5.—, Rudolf Paul Hirschler 5.—. Zusammen Kronen 30.—. Wien. Am 23. d. M., 5 Uhr nachmittags, beginnen im Tempel der israelitischen Kultusgemeinde, II., Tempelgosse 3, und im Tempel, XVIII., Schopenhauerftr. 39, die zweimöchentlichen Freitagabend-Predigten. Wien. (Hebräischer Vortrag.) Samstag, den 24. d. M., 7 Uhr abends, findet im 2. Bezirk, Zirkusgasse 33, 1. Stock, ein Vortrag des Herrn Dr. Ch. T artakower über „Die Pflege des Hebräischelt tu der Gegenwart" statt. Gäste willkommen. Hm interessanter Aufalk. Die O b e r l e h r e r s g a t t i n G. hat sich, wie viele andere jüdische Frauen, in aller Stille und ohne viel Federlesens in den Dienst der Hilfe für die Flüchtlinge gestellt und einigen Familieli dieser Unglücklichen sich ganz gewidmet. Eines Tages besuchte sie diese und bemerkte, daß ein Kind einer solchen bedauernswerten Partei voll einer Krankheit bedroht sei, und veranlagte die Konsultation bei einem Arzte, der die Ucberführung des erkrankten Kindes in ein Spital anordltcte. Frau G. nahm sich nun des Kindes liebevoll an lind erkundigte sich täglich im Spitale nach dessen Befinden. Auf der Rückkehr voll einem solchen Besuche begeguetr Frau G. einem auf dem Schlachtfelde verwundeten Soldaten, der soeben vom Spital entlassen wurde. Der Krieger stand auf der Straße und wußte nicht, wohill er sich begeben könnte. Die Verzweiflung sprach aus seinen Gesickstszügen. Als die Oberlehrersgattin ihn teilnahmsvoll nach der Ursache seiner Mißstimmung fragte, erzählte der Verwundete, daß er von seinen Eltern aus Galizieil seit Wochen nichts erfahren habe und nun mutterseelenallein in der großen Stadt Wien hilflos dastehe. Da lud Frau G. ihn ein, ihr in ihre Wohnung zu folgen, wo sie ihm gerne ein Heim bieten wolle, da ihre beiden Söhne ohnehin im Felde silld und sie für ihn Platz hätte. Hocherfreut folgte der Verwundete der Einladung, und als beide in die Kleine ^chisfgasse einlenkten, kamen dem Soldaten — seine aus Galizien geflüchteten Eltern entgegen, und wieder bewährte sich der Spruch unserer Weisen: rr“u “TJu- II. L-V. Mädchen- und Frauenverem „Krankenbesuch" (Bikur Ehaulim), Wien, 1. Bezirk, Seitenstettengasse Nr. 4. Ter Vorstand des Vereines „Krankenbesuch" bittet um Unterstützung in Ausführung seiner neuen, erweiterten Tätigkeit durch Zuwendung von Krankenutensilien aller Art. Anmeldungen und Spenden werden entgcgengenommen II., Untere Augartenstraße 38 (Tel. 22157). Wien. (Spende.) Für die galizischen Flüchtlinge sind uns unter Nathan D. 10 Kronen zugekommen. Lektüre für unsere Soldaten. Von int Felde stehenden, besonders aber von in kleinen Garnisonen liegenden Soldaten lausen bei uns Bitten um Lektüre/ein. (Geeignete Bücher!ttnd Zeitschriften ivird gewiß das Rote Kreuz zur Weiterbeförderung übernehrnen. Insbesondere Schriften jüdischen Inhaltes (n. a. Dubletten unserer Bibliotheken' empfiehlt es sich, der israelitischen Kultusgemeinde zur Ueüerprüfung aus ihre Brauchbarkeit ulld zur Uebermittlung an eine Zentralstelle einzusenden. G. Wien, Oktober 1914. Es darf zur Aufklärung weiterer Kreise mit Nachdruck heroorgehoben werden, daß die jüdische Bevölkerung in Massen aus Galizien, bezw. dem Kriegsgebiete geflüchtet ist, nicht allein aus bloßer Angst vor geahnten räuberischen Anfällen der moskowitischen Kosaken, sondern lediglich zum größeren Teil auch aus Furcht vor dem eventuellen Zwange zur Untertanenschaft zum zarischm Reiche und der Demütigung vor der barbarischen Polizei. Demnach verdienen die unschuldig zum Fliehen verurteilten Bürger, die Haus und Hof, Hab und Gut und alles, worüber sie noch verfügten, der österreichischen Staatsidee opferten, kräftigste Unterstützung von seiten der Regierung sowie cm nickst geringes Entgegenkommen derjenigen Bürgerschaft, in deren Mitte sie das Los warf. Die hier in größerer Zahl weilenden Flüchtlinge erfreuen sich auch einer in Verhältnis aufmerksamen Obhut und Unterstützung. Das emsig arbeitende Hilfskomitee (2. Bez., Mohrengasse) bedient nahezu 8000 notleidende Parteien mit Wohnung sowie Kostbeiträgen. Die sich anmeldenden Parteien erhalten an Quartierteiträgen pro Person und Woche zumindest Kronen 3.—, zw lammen nicht mehr als marimal Kronen 50.— pro Monat; dagegen bekommt jede Person Anweisungen zur Ausspe-sung, die Kronen 2.10 pro Woche ausmachen. Das rührige Beteilungskomite?, bestehend aus den Herren Ferdinand Perlberg - Lemberg, Armenrat Josef Brenner - Wien, erledigt seine mitunter verwickelten Arbeiten zur vollsten Zufriedenheit der Petenten. Die Verarbeitung des großen Einreichungsmaterials, die im Bureau nicht gut durchgeführt werden kann, wird seitens des ersteren Herrn sogar zur Nachtzeit in seinem Privathause bewirkt, wodurch die Manipulation umso leichter und tadelloser funktionieren rann, ’ Es soll aber auch an .dieser Stelle erwähnt werden, daß die Gemeinde Wien der Unterstützung der Flüchtigen und deren Familien volles Interesse entgegenbringt und dem Komitee mit reichlichen Geldmitteln an die Hand geht. Zudem bleibt noch zu wünschen, daß die Regierung, die sich sonst gerne an der Aktion beteiligt, dem Komitee die nötigen Mittel zur Verfügung stelle, um die Flüchtigen, zumindesten deren Kinder zur rauhen Jahreszeit mit der nötigen warmen Kleidung zu (versehen.; Zum Schlüsse darf nicht unerwähnt gelassen bleiben, daß viele der galizischen weniger bemittelten Flüchtlinge sich des Ansuchens um Unterstützung überhaupt enthalten und daß von den Unbemittelten sogar in vielen Füllen erst dann die Wohlfahrt in Anspruch genommen wird, wenn die eigenen Mittel gänzlich er- und. Josef Perlberger. Wohltätigke-tsvorf ellurrg. Wiener Künstler haben sich in den Dienst der Wohltätigeit gestellst und wirken in der von der Wiener Brockenammlung für jüdische Arme zugunsten der Flüchtinge aus Galizien veranstalteten großen WohltätigkeitslonzertMkademie, die Mittwoch den 4. November, 1 /28 Uhr abends, nt großen Musilvereinssaale stattfiudet, mit. Professor k. k. Kanknervirtuose Alfred G r ü n f e l d, um gesl. Mitwirkung gebeten, agte bereitwilligst zu, da ihm der edle Zweck sehr nahe geht, jn gleicher Weise haben die Opernsängerin Frau Raja Barberll> a l d b e r g, ferner kaiserl. königl. Hofschauspieler Fritz Slum, Frl. Käthe Ehren (Johann Strauß-Theater), Frau . k. Kammersängerin Elise Elizza-Frei, Komponist Edmund c y s l e r, Herr Richard Groß mann (Neue Wiener Bühne), lonzertfänger Viktor H e i m, Frl. Nelly Hochwald (Deutsches Solkstheater), Professor Alcrander Man hart, Professor Soma (Zick st ein er (Violine), Harfenoirtuosin Frl. Siella Ratzers- «orfer, Schriftsteller Felir Salten u. a. ihre gütige Mitwirkung zugesagt. Der allergrößte Teil der verfügbaren Karten ist >ereits vergriffen und nur noch wenige Karten (Komiteelokal 9. Bez., l„inprttlätsstr,ike Nr. 4. Baukanstei, Telephon 23193) vorhanden HrlsSaktton der Israelitisch:» Allianz zu Wie» zugunsten der Flüch,klinge ans Galizien. Der Israelitischen Allianz zu Wien sind zu den Kosten der. von ihr für die galizischen Flüchtlinge eingeleiteten Hilfsaktion folgende Spenden bisher zugegangen: Bankhaus S. M. von Rothschild Kronen 10.000.—, Familie Ritter von Entmann 10.000.—, Theodor Edler v. Redlich 2000.—, Ferdinand Bloch 2000.—, Wiener Börsekammer 2000.—, Michel