Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 31 (1914)
- Issue
- 39 (28.9.1914)
- Date
- 1914-09-28
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Seite 674 Dk. Blvlh's Dr. Richard Subak. Der Heldentod des Wiener Hof- und Gerichtsad.vokaten Dr. Richard Subak, der, als Leutnant des Landsturmes eingerückt, auf dem nördlichen Kriegsschauplätze gefallen ist, erregt allgemeine Teilnahme. Der frühzeitig, im 39. Lebensjahre, Dahingeschiedene genoß als Advokat infolge seiner rastlosen Hingabe an seinen Beruf und seiner hohen Ehrenhaftigkeit bei seinen Kollegen und seinen Klienten ausgezeichnetes Ansehen. Er betätigte sich auch gerne und freudig auf humanitärem Gebiete, insbesondere als opferwilliger Vertreter und Beirat des Ferienheims, als Vorstandsmitglied des Simmeringer Waisenrates re. Er stand mannhaft jederzeit für das Judentum ein; so widmete er öfters, einem Rufe der „Oesterr. Jfr. Union" folgend, bedrängten Glaubensgenossen uneigennützig seinen Rechtsbeistand. Dr. Subak hinterläßt eine Witwe, die Tochter der Hochverdienten Präsidentin des Ferienheims Frau Dr. Sofie Grünfeld, mit welcher das glaubensgenössische Wien schon ob des in Erfüllung seiner militärischen Pflicht dahingeschiedenen Sohnes Dr. Richard Grünfeld sich in tiefstem Mitgefühl vereinigte, und zwei in zartestem Alter stehende Kinder. Ein Regiments ko liege des Heimgegangenen schildert in einem Schreiben an einen Verwandten in Wien, wie in der Tat Dr. Subak als ein wahrer Held sich in der Schlacht benommen und den Tod gefunden. In dem Briefe h!eißt es wörtlich : „Habe mich von Herrn Dr. Subak noch knapp vor dem Gefechte verabschiedet. Er fiel als ein Held in der Schlacht bei Krasno-Busk. Nach einem erhaltenen Armschuß ließ er sich verbinden, worauf der Befehl kam: „Vorwärts!" Dr. Subak riß die Schwarmlinie stramm voraus und bekam von einem russischen Manschinengelvehre zwei Brust- und einen Kopfschuß. Er war auf der Stelle tot und wurde abends am Schlachtfelde begraben. Von seiner Kompagnie sind viele Soldaten gefallen. Wir waren Zufällig bei Lemberg in der Gürtelfestung Kommandantennachbarn zweier Stützpunkte. Er kam in Kampf, und wurde seine Tapferkeit allgemein bewundert. Alle Offiziere haben mit ihm einen angenehmen Kameraden, ich speziell meinen lieben Landsmann, mit dem ich sehr oft zusammenkam, verloren." Wien. Samstag, den 26. d. M., fand im Gemeindetempel der Leopoldstadt die Barmizwah-Feier des Sohnes Sr. Ehrw. Herrn Rabbiner Dr. Max G r u n w a l d, Kurt, statt. Klcidersammelstelle. Der in der letzten Nummer an unsere Glaubensgenossen gerichtete Aufruf, durch Abgabe von abgelegten Kleidern, Wäschestücken und Schuhen das Elend der notleidenden Bevölkerung lindern zu helfen, hat einen so großen Erfolg erzielt, daß wir mit unseren Räumlichkeiten im Hause I., Zelinkagasse 4 (ebener Erde) nicht mehr das Auslangen finden können. Wir bitten daher auf diesem Wege die Herren Hauscigentümer und Hausverwalter, uns ein geräumiges Gassen- oder Mezzaninlokal im 1. oder 2. Bezirk (tunlichst Gegend Franz Josef- Kai oder Obere Donaustraße und Umgebung) g'ütigst zur Verfügung stellen zu wollen. Ferner bitten mir um leihweise Beistellung einer Schreibmaschine. Weitere Warenspenden werden bis auf Widerruf I., Zelinkag. 4, an Werktagen von 9—12 und 4—6 Uhr entgegenaenommen. Geldspenden find an Frau kais. Rat Sofie Lieben, IX., Hörlgafse 16, zu richten. Der Sonderausschuß der Hilfsaktion. Wochenschrift Ar. 39 Mitarbeiterinnen und Hilfspflegerinnen werden ersucht,, sich beim Verein „Krankenbesuch" (Bikur Ehaulim), I., Seitenstettengasse 4, an Wochentagen von 5 bis 6 Uhr, persönlich oder schriftlich zu melden. Der Verein „Krankenbesuch" (Bikur Chaulim) strebt eine Erweiterung seiner Tätigkeit an, indem er auch armen Hauskranken Hilfe und Unterstützung angedeihen lassen will. Für den Vorstand: Paul ine Singer, Lea Bondi, Schriftführerin. Präsidentin. Wien. (Spende.) Für die galizischen jüdischen Flüchtlinge sind uns unter „L. H. Erlach" 20 Kronen zugekommen. Spenden für die Verwundeten. Herr Wilhelm Heller (iit Firma Gustav und Wilhelm Heller), 10. Bezirk, hat dem Rabbinat des zweiten Bezirks zur Verteilung an Verwundete mehrere Kilo Schokolade überwiesen-. An der Sternschen Mädchen-Lehr- und Erziehungsanstalt, Wien, 1. Bezirk, Werdertorgasse 12 (Direktion Malvine Friedmann), beginnt der Unterricht am 1. Oktober. Anmeldungen werden täglich entgegengenommen für die Volksschule für Knaben und Mädchen (mit Handfertigkeit, Französisch), die Bürgerschulkurse, die Fortbildungsschule und die Einzelkurse aus Literatur, Kunstgeschichte, Fremdsprachen, Bürgerkunde und Pädagogik. Tagesheim und Pensionat verfügen über ganz besonders schöne, Helle Räumlichkeiten. Musikunterricht. Ausführliche Prospekte auf Verlangen. Telephon 23827. Kaiser Franz Joses-Kinderhort zur Ausspeisung armer israelitischer Schulkinder, XII—XV. Die am 17. d. M. stattgehabte Vorstandssitzung, zu der fast sämtliche Mitglieder erschienen waren, gestaltete sich zu einer schönen Kundgebung in Sachen des großen Ausspeisungswerkes. Der Verein darf für sich das Verdienst m Anspruch nehmen, als einer der ersten aus dem Plan erschienen zu sein. Kaum war der Krieg erklärt, erschien schon am 2. August in den Tagesblättern sein Aufruf und am 18. August, zu Kaisers Geburtstag, vier Wochen früher als sonst, wurde mit der Ausspeisung begonnen. Gegenwärtig speisen wir bereits 210 Kinder aus. Während der Verein in Friedenszeiten 120 jüdische Kinder täglich speiste, wurde beschlossen, während des Krieges weitere Kinder ohne Unterschied der Konfession bis zü 300 anzunehmen, welche dem Verein von den magistratischen Bezirksämtern und Armenräten der vier westlichen Bezirke zugewiesen wurden. Wenn wir nun auch dankbarst anerkennen, daß die Gunst und das Wohlwollen unserer Glaubensgenossen uns bis heute nicht fehlte und dadurch ein Wohltätigkeitsinstitut geschaffen wurde, das als mustergültig auch in nichtjüdischen Kreisen bestens betannt ist, so verhehlen wir uns durchaus nicht, daß die übernommene Aufgabe nur mit Anspannung aller Kräfte zu lösen ist. Allüberall sind die Hände geöffnet zu nehmen, um zu geben. Darum bitten wir unsere Freunde und Gönner um weitere Spenden an Geld und Naturalien, aber auch an Kleider und Wäsche für unsere armen Schützlinge, denn der Winter steht vor der Tür und unser. Kleioervorrat ist nahezu aufgebraucht. Spenden werden mit innigem Dank entgegengenommen im Vereinshaus, 14 .Bezirk, Herklotzgasse 21 und bei der Präsidentin Frau E m m y F i s ch l e r - L a nd e i s, 12. Bezirk, Schönbrunnerstratze 179. Jda Berliner Schriftführerin. Sammlung durch Herrn Dr. Berthold Thein in Pardubitz für die galizischen Flüchtlinge in Nikolsburg: Jfr. Kultusgemeinde Pardubitz 200 Kronen, JUDr. Berthold Thein 30, Bratri Weissove 20, Joses Kohn 20, Mar Zwicker 20, Leo Cantor, Reichrnberg 10, Jakub Löwit 20, Vitezslav Krasa 20, Vojtecha Ctcinera Synove 10, Moritz Pick 20, Gustav Oesterreicher 20, Berthold Oesterreicher 10, I. Traub 20, Berta Wertheimer 40, Albert Hochmann 1, Pardubitzer Fabrik der Aktiengesellschaft für Mineralöl-Industrie vorm. David Fanlo & Komp. 50, MUDr. L Thein 10, Rudolf Rir 15, A. Z inner 15, Bratri Winternitzove 50, Julius Dub, Reichenberg 20, Adolf Croß 10, Z. Hostovsth 20, Landsmann a Spol. 20, Julius Smrcka 10, Alois Rofenzweig 20, Adolf Vohryzek 10, Vilem Hoch 20, I. Herrmann 5, Dr. Sianislaus Schulhof 10, Vitezslav Ganz 20, JUDr. Bergmann 10, Sig. Rosenbach 10, Bedriska