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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-09-28 · 39 (28.9.1914) · page 1

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
39 (28.9.1914)
Date
1914-09-28
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Sr. 39 Jahrgang mi Dr. Bloch’s Zentralorgan für die gesamten Ilnteressen des Judentums. o ü '■ - o o 5. h Jp0rHp*rfc;ii[ruanU Q Olearlng-Verkedr «r. 810.976. MedaMon und Administratton; »tm U/1, Praterstraße 9 5 Telefon 45359 ^1 QP - - — -r. n- Wien, 28. September 1914 : Lrscdelnt jeden Freitag.: Brief-Adresse: Wie«» ll/l, Praterstraße 9 Telegramm-Adresse: Bloch'S Wochenschrift, Wie«. OU -üC p Arsugsprri» für Vrsterretch: Halbjährig 8 Kronen: Einzelexemylare 50 Heller. Für'» Ausland: Halbjährig 10 Kronen. Ganzjährig 20 Kronen. Anzeigen: Die mal gespal» 2 tene Peritzeile 4« Heller. G nO .—- -Oe Inhalt. Leitartikel: Der Kaiser betet. — Serajewo. — Vom Jahrmarkt des Lebens: David Wolffsohn. Der letzte Gruß des Abgeordneten Dr. Ludwig Frank. Eingesendet. Lügenpreffe. Ein tapferer Jude. Der Benjamin des deutschen Heeres. Michael Schwarz. Gottesdienst russischer Gefangener. Juden als Lebensretter. Das eiserne Kreuz. Russische Greuel. Erzwungene Gebete für den Zaren. Wer weiß? Simon Fruchtgarten. — Korrespondenzen: Die galizischen Juden fiir Gott, Kaiser und Reich. Flüchtlingsfürsorge. Macht auf die Tür! Eine schöne Tat des ungarischen roten Kreuzes. Jüdische Feldseelsorger. Kriegsfürsorge der israelitischen Kultusgemeinde in Agram. Ein jüdisches Hilfskomitee in Amsterdam. Auszeichnung des bulgarischen Großrabbiners. Der Dolmetsch des Generalstabes. Die in Marienbad nach dem Ausbruch des Krieges unternommene und durchgeführte Hilfsaktion zugunsten der zurückgebliebenen Kurgäste. Palästinaarbeit. — Vermischtes. — Feuilleton: »Kol nidrej«. — Der Krieg. — Literatur. — Briefkasten. — Jnterate. Der hohen Aeiertage wegen wird die nächste Anmmer der „Hesterreichischen Wochenschrift'' ertt Donnerstag den 8. Kktover ausgegeben werden. 2ur gefälligen Beachtung! Wrr ersuchen unsere geschätzten Abonnenten um rechtzeitige Einsendung der lausenden Abonnementsgrbühr, damit die Zusendung des Blattes keine Unterbrechung erleide. Zur Einsendung der Beträge wolle man stck des der heutigen Nummer beigelegten Posterlag- Scheines bedienen. Die Administration. Der Kaiser betet. Bon Oberrabbiner W. Reich in Baden bei Wien. Wir erinnern uns aus unserer Kindheit des Titelbildes von dem Buche der Psalmen; es zeigt uns den König David, wie er betet. Rings um ihn her ist es finster in dem Gemache, denn, wie es der König selbst von sich sagt in den Psalmen: „Um Mitternacht erhebe ich mich, dir -zu danken!" Es ist also Nacht um ihn. Aber während seines Gebetes kornmt ein Lichtstrahl von oben und umgibt ihn mit einem Heiligenschein — es ist die Schechina, die zu ihm herabsteigt, auf seine Gebete horcht — und sie erhört. Noch ergreifender ist jedoch das Bild, das mit Beginn des gegenwärtigen Weltkrieges in den Schaufenstern zu sehen ist. Es packt nicht nur ein kindliches Gemüt, noch viel mehr das Herz der Großen, Erwachsenen, der Denkfähigen. Es zeigt unseren Kaiser im Gebete und ist geeignet, unser ganzes Empfindungsleben auf diese hehre Gestalt hinzulenken, ivelche vom dunklen Hintergründe dieser großen *^eit sich leuchtend abhebt. D e r K a i s e r betet! Hoch oben über ihm schweben Gestalten, die Allerhöchstdemselbeu im Lause seiner Regierungszeit gewaltsam entrissen worden sind: Kais e r M a r, der K r o n p r i n z, die K a i s e r i n, der Thronfolge r all diese Opfer ruchloser Attentate zogen an ihm im Leben vorüber und sind nun himmlische Engelsgestalten, die über seinem Haupte schweben! Der Kaiser betet und die Opfer aus dem Kaiserhause tragen die (Gebete des Kaisers empor zu - - Gott. Diese werden gewiß vor Gottes Thron kommen und erhört werden! Wir beten aber mit dem vielgeprüften Kaiser ivir Israeliten, die in den beiden Bruderftaaten leben, weil jeder unter uns in ihm seinen Gesalbten sieht, der von der Borsehuug uns Vorbehalten wurde, unfern Kampf zu kämpfen, unfern Tieg zu ersiegen. Das Gebet des-Königs, während feine Heere im Felde stehen, hat im König David seine Vorgeschichte: ebenso die Erkenntnis des Volkes, daß die Liege seiner Heeressäulen nicht durch ihre eigene Macht, sondern durch die Gebete ihres frommen Königs errungen worden find. Es ist der Psalm 20, der uns dies zeigt. Er beginnt: „Der Ewige erhöret dich zur Zeit der Not." Der große Kommentator Salomo Iizchaki fügt folgende Erläuterung hinzu: Dieser Psalm beziehe sich aus die Stelle im Buche Samuel II, Kap. 1.8, wo erzählt wird, daß das Volk zum Könige sprach: „Du sollst nicht mitziehen denn du bist uns jetzt so viel, ivie von uns Zehntausend: darum ist es besser, daß du uns von der Stadt ans zur Hilfe dienst." Worin rväre nun diese Hilfe des Königs aus der Stadt bestanden? Doch nur im (Gebete, das er in Jerusalem für sein Heer verrichtete, und unsere Weisen knüpften hieran die Bemerkung: „Wäre nicht das Gebet Davids gewesen, hätte Ioab den Kampf nicht siegreich bestanden." Die Psalmen bieten auch eine Reihe von Kapiteln, die geeignet sind, in Kriegszeiten als Gebete für den er-

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