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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-08-28 · 35 (28.8.1914) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
35 (28.8.1914)
Date
1914-08-28
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 35 Dr. Bloly's Wochenschrift Sette 603 Hotel Reil 3, Anna Jellik 1, Josefine Ammon 3, Fanni Lampt 2, Fanni Zubauer 1, Frau Cornelie Weiß 1, Bertha Bittner 1, Karoline Helo 2, Josef Holzschuh 1, Anna Zimmermann 2, Frau Clara Popper 1, Frau Anna Langer 1, Tina Waldmann 1, Julie Wandler 1, Hotel Union 2, Therese Brüll 1, Franz Böck 2, Karl Schneeweih 3, Luise Hruby 2, Betty Sachs 2, Elsa Bär 2, Virginie Ehrlich 1, Franz Schmelzer 1, Johann Müller 1, Cäcilie Grünhut 2, H. Eisenschütz 1, Dufsk 1, Frl. Penicek 1, Anna Haupt 1, Julius Schnecker 1, Hans Zehrtner 1, Laura Diamant 2, S. Beermann 1, Frau Lederer 1, Emil Rich 1, Helene Beer 1, Gisela Balint 1, Erna Löwy 1, Johann Eangl 1, Pension Sadoer 1, Jakobi 1, Helene Lederer 2, Frau Herrmann 1, Rohn 2, Spediteur Polacek 2, Anna Linderhofer 5, Franz Mostler 2, Josef Teuschert 2, Franz Lager 2, Gasthos Schutzbauer 1, Anton Swoboda 1. Wien. Der Verein zur Errichtung und Erhaltung von Horten hat unter der Oberleitung seines Lbmannstellvertreters Herrn Karl F r e u n d seine int 20. Bezirk befindlichen Betriebe bereits eröffnet und werden in denselben gegenwärtig 200 verlassene Kinder l.Knaben und Mädchen) von früh bis abends von geschultert Lehrkräften geschützt und vollständig ausgespeist. Im Oktober dieses Jahres übersiedelt der Verein in das von Herrn Heinrich Men dl gestiftete Haus und wird bei dieser Gelegenheit die Anzahl der aufgenommenen Kinder bedeutend vergrößert. Wien. (B ib c l s ch ule i m Prate r.) Um den jüdischen Eltern des Praterviertels die Möglichkeit zu bieten, ihre Kinder beaufsichtigen zu lassen und sie der Gefahr der Straße zu entziehen., hat sich die Leitung der „Lesennd Bibelschule" des Tempelvereines „T'fillath Jeschurun", II., Ausstellungsstraße 53, entschlossen, mit dem Unterrichte früher als sonst zu beginnen. Die Einschreibung für Knaben und Mädchen der Volks-, Bürger¬ und Mittelschulen findet Sonntag, den 30. August, von 0 12 Uhr statt. Die Einschreibgebühr betrügt für jedes Kind 1 Krone, Monatsbeitrag 50 Heller. Die Eltern werden ersucht, ihre Kinder zur Einschreibung zu begleiten. Austritte aus dem Judentum. Vom 16. bis 22. August 1914. Adler Richard, Musiklehrer, geb. 22. Oktober 1884 in Wien, II., Schmelzgasse 46. David Leopoldine, Modistin, geb. 18. Juni 1887 in Wien, XVIII., Karl Bekgasse 25. Kaupi Philipp, Handlungsgehilfe, geb. 23. April 1875 in Landshut, XIII., Tiefendorfergasse 9. Körösi Semmel Viktor, Handelsangestellter, geh. 15. Oktober 1859 in Budapest, II., Rueppgasse 42. Engel Valerie, Privat", geb. 3 März 1876 in Wien, VIII., Langegasse 16. Michaelis Erna, Private, geb. 1. April 1894 in Wien, I., EtUinggasse 18. Reich Ernestine, Hilfsarbeiterin geb. 14. März 1890 in Wim, XX., Burghardtgasse 21. Schönhof Friedrich, Schauspieler, geb. 19. Mai 1858 in Teschen zur evan^el. Kirche, VI., Linke Wienzei'e 40. Seltner Dorothea, geb. 12. Mai 1893 in Wien, X., Tyrnauergasse 4. Die Koscherverköstigung der Feldrabbiner. Aus Budapest wird uns geschrieben: Die hiesige Firma S. Blau, welche Koscher-Konserven unter Aussicht des orthodoxen Rabbinates erzeugt, erhielt vom Kommando in Kaschau das folgende Telegramm: Bitte an die Adresse der hiesigen dritten Honvedheereskomrnissiou 200 Stück Koscherfleischkonserven zu senden. Das .Kaschrns ist mit Rabbinatszeuguis zu bestätigen. — Die Abfassung des Telegrammes und das kleine Ausmaß der Bestellung lassen den Schluß zu, daß dieselbe über Verlangen des dortigen Feldrabbiners und für dessen Gebrauch erfolgt ist. Austerlitz. Montag den 17. August ist nach schwerem Leiden der Eemeindesekretär der politischen und israelitischen Gemeinde im 63. Lebensjahre gestorben. Der Verblichene war ein ausgezeichneter Sekretär der alten Schule und ein guter und sehr wohltätiger Jude. Das Leichenbegängnis fand Mittwoch den 19. August, um 2 Uhr nachmittags, vom Tempel aus unter grotzer Bereiiigung statt. Nach dem Verblichenen trauern fünf Töchter. — Rabbiner Dr. M. Steif aus Neu-Rausnitz hielt eine ergreifende *73 n- Die kantoralen Funktionen versah in feierlicher Weise Herr Kantor H. Stern. Janowitz a. d. Angel. (Todesfall.» Am 12. d. M. verschied hier die allgemein geachtete Frau Anna H u t t c r. Freitag den 14. d. M., 3 Uhr nachm., fand das Leichenbegängnis statt. Zahlreiche Verwandte und Bekannte von nah und fern kamen herbeigeeilt, um der Verblichenen die letzte Ehre zu erweisen. Im Trauerhause hatten sich eingefunden der Gesamtvorstand der hiesigen Gemeinde sowie Vertreter der benachbarten Kuttusgeineinden. Herr Kantor Hermann Gelb hatte den Psalm '.». rezitiert, sodann kam der imposante Trauerzug mit Tempel. Hier hatte Herr Kantor Gelb das ergreifende EL-n>oleh Rachamim vorgetragen, sodann bewegte fiel) der Trauerzug zum Friedhof. Feuilleton. Zwischen den SchLachtrn. iriid.ückc einer B»lknnrcife. „3h Polen ist nichts zu holen!" Dieses seit der Teilung des Schlachzizenreiches im Osten Deutschlands bis heut geflügelte Wort ergänzte sich mir unwillkürlich durch den weniger poetischen, aber um so zutreffenderen Refrain: „Und von den Serben ist nichts zu erben", als ich kurz vor Ausbruch des Krieges diese Hauptlieferanten unserer Powidlerzeugnng an Ort und Stelle kennen lernte. Welch ein armseliger Anblick schon vom Schisse aus, das uns an so malerischen Küstenbildern vorübergeführt hatte. Dieses Belgrad! Für jeden, zumal wenn er aus dem üppigen, prächtigen Budapest unvermittelt in den Hexenkessel dieser „interessanten" Völkerschaften hineinsprengt — welch eine Enttäuschung! Das Bild einer deutschen Kleinstadt, doch ohne ihr Straßenpflaster, ohne die Traulichkeit ihrer Winkel. Unter ärmlichem Gemäuer hier und da ein prätenziöser Prachtbau. Bank, Ca sä, Warenhaus, wie überall, Pioniere modernen Einbruchs. Die Hotels unzulänglich, überfüllt. Die Verpflegung kläglich. Die Museen rührend primitiv, alles kaum über die ersten "Anfänge hinaus. Ueberall, auch im Toptfchider, dem Belgrader Prater en miniature, ein orientalisch anspruchsloses Dahinleben, dem mit einemmal der Groß machtkitzel eingeimpft wurde. Nur ein Boulevard in westeuropäischem Sinne zeigt, daß hier etwas werden will, daß Belgrad, über dem noch vor vierzig Jahren der Halbmond wehte, Schritt halten soll mit der Entwicklung des Landes, das sich über Nacht verdoppelt hat. Regierung und Stadtrat arbeiten darin einträchtig zusammen. Auf Schritt und Tritt Spuren des letzten Krieges. Trauerflor am Arm der Offiziere, auf den Straßen auffallend oft das düstere Intermezzo eines Witwenkleidcs. In den Häusern schwarz verhängte Porträts gefallener Familienmitglieder. Selbst Schulkinder tragen das neugestiftete Ehrenzeichen für Verwundetenpflege. Voller Ehrfurcht zeigt man uns den „unfehlbaren Organisator des Sieges", denselben Generalissimus Putnik, dessen Name jüngst durch die Zeitungen weiteren Kreisen bekannt wurde. Mit fieberhaftem Eifer vollzieht sich die innere Eroberung Neuserbiens. Eisenbahnen und Schulen möchte man aus der Erde stampfen. Stolz reguliert man uns mit

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