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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-08-21 · 34 (21.8.1914) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
34 (21.8.1914)
Date
1914-08-21
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 34 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 591 „Almemor""), von hundertstimmigen ,,Jascherkauch"H) der Kinder begleitet. Wer sein vor Freude strahlendes Gesicht damals sah, der mutzte zu der Ueberzeugung gelangen, datz Mendel diesen Tag Mit keinem König getauscht hätte. So bewandert Mendel aber im jüdischen Kalender war, so konnte er sich mit, dem deutschen Datum nie zurechtsinden. So z. B. antwortete er aus die Frage, an welchem Tage er in Wien eingesperrt wurde, „ant 36., 37. und 38. Oktober haben Mich die Polizeien im Sterngassel eingekastelt. Zerschmettert sollen se und ganz Wien wern." Diese Unkenntnis im deutschen Datum beseitigte er später auf sehr originelle Weise, indem er den Theaterzettel täglich aufmerksam las, wodurch er den jeweiligen Datum genau anzugeben wußte. Da er bei seinen Rundgängen von den ihm Almosen spendenden Leuten immer auf den Datum gefragt wurde, so war stets der Theaterzettel von nun an sein tägliches Studium. Doch sollte auch unserem „Mendel mit der Gewure" einmal die Sonne des Glückes zulächeln und seine sprichwörtliche Gewure wieder zu Ehren kommen. Ein in entfernter Gegend wohnender, vermögender Bruder Mendels, her lange Zeit nichts von sich hören ließ, starb, und hatte unserm Mendel ein Vermögen von 10.000 fl. testiert, Diese wie vom Himmel gefallene „Jeruscho"^) brachte ihn vollends aus dem Häuschen, und wurde er auf Ansuchen der Kultusgemeinde in P. mittelst Anordnung des dortigen k. Gerichtes unter Kuratel der israelitischen Gemeinde gestellt, welche das ihm von seinem Bruder hinterlassene Vermögen gewissenhaft verwaltet und ihm wöchentlich einen bestimmten Betrag zu seinem Unterhalte verabfolgt. Man sollte nun glauben, datz mit Mendel, seitdem er ein „Auscher" geworden, eine äußerliche Metarmorphose vor sich gegangen. Doch von alldem keine Spur. Mendel geht nach wie vor in seinem Bettlerkostüm umher. Er kann die alte Gewohnheit des „Schnallendruckens" nicht lassen, und wenn er auch hie und da mit der Bemerkung, datz er jetzt ein „Auscher" sei, abgewiesen wird, so erwidert er, datz er mit der von „Kohol"") zugewiesenen „Pension" nicht auskomme. Da ihm aber trotzdem niemand mehr was geben will, so kehrt sich die ganze Fülle seines Zornes gegen den Eemeindevorstand, welcher ihm so betrogen und das Geld aus Händen — wie ef sagt — genommen. Auf die Frage, wie es ihm als reichen Erben gehe, schleudert er die größten Flüche auf ganz Kohol und sagt: „Ezach Koholsleut', ezach Koholsleut'!" So kann man ihn noch heute Straßen auf, Straßen ab, auf einem großen Stock gestützt, wandern sehen, fortwährend alle Papierschnitzel zusammenklaubend und alle Kinder und Koholsleute „beschneiend". Mendel ist altj und gebrechlich geworden, wird aber noch immer von der Stratzenjugend verfolgt mit dem Spottruse: „Mendel mit der Gewure!" Demnächst erscheint der I. und III. Band des reichillustrierten, mit Bewilligung des hohen k. u. k. Kriegsministeriums auf Grund krie^sarchivarischen Materials gesammelten vierbändigen Werkes: öezlerrricll-llagsrir; Jaden in der Wehrmacht von Moritz Frühling. Band I. Kriegshistorisch festgestellte Gefechtsepisoden und Tatgeschichten aus allen Feldzügen von 1788 bis 1882, vollständige Ehrenlisten der Ausgezeichneten, Gedenkblätter aller Gefallenen aus jedem Feldzuge und sonstige Beilagen Soldaten jüdischen Stammes betreffend. Band II. Djr gegenwärtige Krieg (1914) in derselben Anlage. Band III. Biographisches Lexikon aller in der k. u. k. Armee und Marine, k. k. Landwehr und kgl. ung. Honved je aktiv tätig gewesenen, bzw. derzeit aktiv dienenden Offiziere des Soldatenstandes jüdischen Stammes. Band IV. Biographisches Lexikon aller je aktiv tätig gewesenen, bzw. derzeit aktiv dienenden Militärärzte, Auditoren und sonstigen Gleichgestellten jüdischen Stammes. Band II. und IV. erscheinen zirka 3 Monate nach Beendigung des gegenwärtigen Krieges. Preis aller 4 Bände zusammen K 40.—, einzelne Bände K 15.— Im Hinblick auf die mit der vorzüglichsten Ausstattung verbundenen sehr teuren Herstellungskosten wird nur eine beschränkte Auflage gedruckt. Als Bestellungen können somit nur ganz bezahlte oder beangabte Subskriptionen gelten. Bestellungen und Geldsendungen sind zu richten an den Herausgeber M. Frühling, Schriftsteller, Wien, III., Kübeckgasse 6. Kriefkastr«. A. R. in D. Es ist bekannt, datz sich unter den „Bettelbriefen deutscher Patrioten" an Napoleon HI., die Bordier 1874 unter dem Titel »L’Allemagne aux Tuileries« veröffentlichte und die „Leipziger Allg. Ztg." damals wiedergab, auch ein Gesuch des damals 23jährigen Paul de Lagarde aus dem Jahre 1851 befand, ihm die Anlegung eines von dem sog. König von Korsika, dem ehemaligen westfälischen Baron Th. Neuhos gestifteten Ehrenzeichens, das sich in Lagardes Familie erhallen hakt:, zu gestatten. Der Bittsteller, der von der wohl irrtümlichen Ansicht ausging, datz seine Ahnin, eine geborene Neuhof, eine Verwandte jenes abenteuernden Thronprätendenten gewesen sei, hat, als das Schreiben 30 Jahre später veröffentlicht wurde, an dieser jugendlichen Verirrung so schwer getragen, datz er um Enthebung aus seinem Amte nachsuchte, die ihm aber von der Behörde nicht bewilligt wurde. F. in Wien. Der in einigen jüdischen Zeitungen genannte Oberleutnant Weiß des 30. Infanterieregiments ist, wie wir authentisch sestgestellt haben, Ehrist, auch nicht jüdischer Abstammung. Er heißt Heinrich Weiß, ist aus Eibenschitz in Mähren. B. Landau, Tziediez. Für unser Blatt leider ungeeignet. vt Literatur. Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums. Begründet von Z. Frankel. Organ der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums. Herausgegeben von Dr. M. B r a n n. 58. Jahrgang, Heft 5/6. Neue Folge, 22. Jahrgang. Mai—Juni 1914. Koebernsche Verlagsbuchhandlung (Barsch und Riesenseld), Breslau, Schmiedebrücke 17/18. — Inhaltsverzeichnis : S. H o r o w i tz: Die pseudoaristotelische Politik. — M. ©rann: Der Arbeitsplan der „Religionsgeschichtlichen Kommission" in Göttingen. — M. Freimann: Eine mißverstandene Rede Jesu. — Samuel Krauß: Das Erdbeben' vom Jahre 115 in Palästina. — Armin Perls: Das Plagium. — I. Elbogen: Die Tefilla für die Festtage. — Felis Lazarus: Das Königlich Westfälische Konsistorium der Israeliten. (Fortsetzung.) — Josef Batz: Die Darstellung der Juden im deutschen Roman des 20. Jahrhunderts. (Fortsetzung.) — Besprechungen. i6) Eine Art Tisch, wo die Thora vorgelesen wird, ii) Gott gebe die Kraft. i6) Erbschaft. i6) Gemeinde. aus Antwerpen, bestehend aus |3 IMlHIIv 3 Mädchen bis zu 16 Jahren, einer Frau mit einem 17 Monate alten Kind, 2 Mädchen 10 und 12 Jahre, am Bahnhof in Antwerpen von ihre» Eltern getrennt, deren jetziger Aufenthalt unbekannt ist, bitten, da vollkommen subsistenzlos, edle Menschen um irgend welche Arbeit gegen Quartier und Kost. Die älteren Mädchen sprechen perfekt deutsch, französisch und englisch. Gefällige Zuschriften unter „Antwerpener Familie" an Frau Schindelheim, Wien, II., Obere Donaustr. 43. G. ************** * ************** :* i* * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * *_ ************** * ************** Selbständige Buchhalterin perfekt in doppelter Buchhaltung mit Bilanz, Korrespondentin, flotte Stenographin und Maschinschreiberin mit Sprachenkenntnissen, sucht per sofort Stelle als selbständige, verläßliche Kraft in größeres oder Einzelunternehmen. Gefällige Zuschriften erbeten unter „Stellenlos infolge der Kriegswirren" an die Expedition dieses Blattes. G

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