Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 31 (1914)
- Issue
- 32 (7.8.1914)
- Date
- 1914-08-07
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Seite 558 Dr. Moch's Wochenschrift Nr. 32 zuteil wird. Bezeichnend für dieses Eheleben war einst der Ausspruch der einzigen Tochter, „sie hätte heiraten müssen, um das alte Liebespaar nicht länger in seinem Alleinsein zu stören". Diese beiden Seelen hatten hie Kraft, sich ein harmonisches Glück zu schaffen, von dem affen denen sich ein Hauch mitteilte, die jemals dieses Dichterheim betraten. Die edelste Geselligkeit zu üben, war stets eine der höchsten Aufgaben der ideal gesinnten Hausftau. Genies der Freundschaft, . haben die Gatten die erlesensten Geister der Zeit, Männer und Frauen, zu ihren Freunden und Gästen gezählt; davon legt das Gastbuch beredtes Zeugnis ab, davon künden die Bilder an den Wänden, auf Tischen und Etageren! Hier erklang oft Joachims Zaubergeige, vereint mit dem meisterhaften Klavierspiel der Hausfrau. Hier begegneten sich die vornehmsten Vertreter von Wissenschaft, Kunst und Literatur. Am 9. Juni 1913 war es den Gatten vergönnt, das goldene k^ejubiläum zu begehen. Von dem großen und glänzenden Kreise, der sie einst umgab, weilten nur noch wenige unter den Lebenden, aber eine neue Generation war um sie emporgeblüht, in dem 'glücklichen Familienleben der einzigen Tochter durften sie sich sonnen. Es lag Julius Rodenbergs groß und edel angelegter Natur fern, sich in irgend einer Weise oorzudrängen. Ein echter Deutscher, ein treuer Sohn seiner Glaubensgemeinschaft ist er bis zum Ende gewesen. Ich war so stolz und glücklich, mich eine lange Reihe von Jahren der wärmsten Freundschaft und tiefsten Anteilnahme des verehrungswürdigen Paares erfreuen zu dürfen. In dem entzückenden Dichterheim habe ich wiederholt unvergeßliche Stunden hingebracht und die Briefblätter des teuren Verklärten zählen zu den köstlichsten idealen Gütern meines Hauses. In Dankbarkeit und Wehmut lege ich diesen Jmmorteffenkranz auf den frischen Hügel. „Das Andenken des Gerechten bleibt zum Segen." Breslau. Regina Reißer. Ateratur. Georg Wilde, Religiöse Bilder. Berlin 1914. M. Poppela u e r. Mk. 3.—. Man würdigt diese Sammlung von Betrachtungen über jüdische Gegenstände nicht gebührend, wenn man sie einfach als eine Auswahl von Predigten betrachtet. Wohl haben die hohen Feste, ferner Pessach und Ehanuka zu diesen gediegenen Herzensergüssen eines auf der Höhe seiner Aufgabe stehenden jüdischen Kanzelredners den Nächstliegenden Anlaß gegeben. Doch ist ihr Gesichtspunkt so hoch und weit gefaßt und ihre Form so selbständig gehalten, daß die Kapitel dieses Buches, auch losgelöst von jeder zeitlichen Verknüpfung, eines wie das andere erhebende und zum Weiterdenken anregende Lese- und Lehrstoffe bilden. Es liegt viel selbstgeschöpfte religiöse Wahrheit in. diesen bündigen Erörterungen, denen der Fittich einer künstlerisch gezügelten Phantasie in die weitesten Kreise des jüdische Bücher lesenden Publikums tragen dürfte. L. Ost und West. Illustrierte Monatsschrift für das gesamte Judentum. Organ der Alliance Jsraelite Universelle. 16. Jahrgang. Heft 8. August 1914. Verlag „Ost und West", Leo Winz, Charlottenburg, Knesebeckstraße 32. — Inhalt: Dr. F. Perles: Eine Ehrenpflicht des gebildeten Judentums. — Paul B archan: Repins Jude (zum 70. Geburtstag des russischen Meisters) mit zwei Illustrationen. — Bar Ami: Zur jüdischen Sprach- und Volkskunde. — Dr. Kroner: Die jüdische Abtellung auf der Stuttgarter Ausstellung für Gesundheitspflege (mit zwei Illustrationen). — Binjamin Segel: Kol Nidre. — Arturo Bab: Bei den jüdischen Bauern in Südamerika (mit drei Illustrationen.) — A. Friedmann, kgl. Musikdir.: Hirsch Weintraub (mit 1 Porträt). — Racheline (jüdisch-spanisches Volkslied). Noten. — Mitteilungen des Zentralkomitees der Alliance Jsraelite Universelle in Paris: Die Juden in Rumänien. — Notizen. — Literarische Rundschau. Der Pentateuch-Komentar des Joseph Bechor-Schor. Zum fünften Buche Moses. Herausgegeben, auf seine Quellen untersucht und mit Anmerkungen versehen. Teil I. Kap. 1—15. — Jnaugural-Dissertation der hohen philosophischen Fakultät der großherzoglich badischen. Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg zur Erlangung der Doktorwürde. Vorgelegt von Alfred Zweig aus Thurzokolonie, Ober-Schlesien. Breslau 1914. Koebernsche Verlagsbuchhandlung (Barasch und Riesenseld). Kriefkaste«. Bibelforscher. Die -amerikanischen Blätter heben mit Stolz hervor, daß laut dem Berichte der amerikanischen Bibelgesellschaft die Vereinigten Staaten von Amerika in der Produktion und Verbreitung der Bibel allen Nationen voran sind. Aus jede Minute des Tages kommt die.Herstellung von 27 Bibelbänden. In Amerika wird die Bibel in 70 verschiedenen Dialekten Mit einem jährlichen Kostenaufwande von 820.000 Dollar (4,100.000 Kronen) gedruckt. Z. N. in K. Sie senden uns einen Ausschnitt der „Zeitsragen" (14. 11.) ein, in dem es heißt: „Wer wie ich einmal einen Vortrag des deutschgeborenen Harvard-Professors Münsterberg gehört hat, mußte sich äußerst sympathisch berührt fühlen von dem ehrlichen Enthusiasmus des Redners, der so eindringlich dev geistigen Ziele Verwandtschaft bei beiden großen Völkern betonte und aufklärend alles Trennende, das durch sensationell entstellte Berichte sich einzudrängen drohte, aus dem Wege zu räumen suchte".! ' Ihre Vermutung ist richtig, der Professor der Harvard- Universität ist ein Bruder des Danziger Landtagsabgeordneten, Kommerzienrats Münsterberg; übrigens hat ihm schon vor einigen Wochen die „Kreuz-Ztg." wegen seiner hervorragenden wissenschaftlichen Verdienste hohe Anerkennung gespendet, ohne an seiner jüdischen Abstammung irgendwelchen Anstoß zu nehmen. K. in B. In deutschen Zeitungen veröffentlicht der sonst so verdienstlich arbeitende „Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" einen Aufruf an die Glaubensgenossen, für das Vaterland nicht nur voll und ganz ihre Pflicht, sondern gerade als Juden noch darüber zu tun. Dieser Schritt, der nur in einer plötzlich auswallcnden, gewiß gut gemeinten Regung seine Erklärung finden kann, nmß das jüdische Ehrgefühl verletzen. Wenn wir für uns Ausnahmsverpflichtungen statuieren, stellen wir uns selber auf den Standpunkt jener, die uns unter Ausnahmsbestrmmungen gestellt wissen wollen. W. in Berkin. Much die Stadt Wongrowitz (Provinz Posen) hat seit kurzem ^inen jüdischen Ehrenbürger. Die dortige Stadtverordnetenversammlung beschloß, dem Kaufmann Bernhard R o t h m a n n, der 48 Jahre dem Stadtverordnetenkollegium, bezw. dem Magistrat angehörte und wegen vorgerückten Alters fein Amt am 1. Januar niederlegte, das Ehrenbürgerrecht zu verleihen. Parlament. Mit dem jüngst gewählten Abgeordneten Dr. Jzso Rosa de Vürhely in Szegedin zählt das ungarische Abgeordnetenhaus jetzt insgesamt 17 jüdische Abgeordnete. Zur Regierungspartei gehören 10, zur Partei der Demokraten 3 und zur Unabhängigkeitspartei 2. Drei von diesen Abgeordneten sind gleichzeitig Präsidenten von Kultusgemeinden. Feldrabbiue-'. Ihre Fragen bilden den Inhalt der „Dienstbestimmungen für' die k. k. Militärgeistlichkeit", die im Verlage der k. k. Hof- und Staatsdruckerei, Wien, I., Singerstraße 26, Heft 68, mit Nachtrag um 84 Heller erhältlich sind. „Kol T’hilloh“ n^nri to II, Teil von Oberkantor und Chordipektor Josef Hellepin Brünn. Ein synagogales Musikwerk für die hohen Festtage. Das Werk enthält auf Grundlage des alten und echten Chasonus in größter Vollständigkeit die gottesdienstlichen Vorträge für welche sowohl dem modernen als auch dem konservativen Gottesdienste angepaßt sind (über 800 Nummepn, darunter lOOvier- und mehrstimmige Chöre mit und ohne Orgelbegleitung, zirka 25 Sologesänge mit Orgelbegleitung sowie fünf Anhänge, und zwar sämtliche XYjrP^D» weiters H/T3D ro® 'NnaS'i hrb 2'^ai, ferner ns®1? nn:a schließlich mehrere Chöre und Gesänge für den Freitagabend-Gottesdienst.) — Bezugspreis für Gemeinden K 60.—, für Kantoren K 45.—. Das Werk ist gegen Voreinsendung des Betrages oder mittelst Nachnahme vom Autor oder vom Verlage Carl Winiker, k. k. Hofmusikalienhandlung in Brünn, zu beziehen.