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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-07-03 · 27 (3.7.1914) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
27 (3.7.1914)
Date
1914-07-03
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 474 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 27 Nikolsburg. (Verein Kaiser Franz Josef I. Iubiläums-Jsraelitisches Versorgungshaus.) Für das Jahr 1914 sind uns folgende Beiträge zugegangen: Wien: Dr. Herzfeld Kr. 10.—, Spiegler Katharina 10.--, R. Vielitz 6.—, Bergenthal Lina 6.—, Dr. I. Pollitzer 6.— , Franz Teltsch 12.—, 5. Paschkes 10.— , I. Löwi 5.—, Brauer Wilhelm 6.—, Spiegel Hermann 6.—, Batz Leopold 10.—, Kaiser Albert 20.—, Moriz Skudetzki 10.—, Dr. Friedrich Moriz 10.—, Holitscher Gustav 10.—, Pisk Hermann 6.—. Doch Theodor 2. -, Dr. I. Eisler 10.— . Dr. Fehl Siegfried 6.—, Brüder Böhm 10.—, Neurath Karoline 10.—. Röntg June 10.—, Dr. S. Batz, Rabbiner 6.—, Trebitsch Gustav 6.—, Gewitsch Hermann 10.—, B. Bachrach 10.- , Trebitsch Jacques 10.—, Karpeles Rosa 6.—, Glattauer Jakob 10. , Schwarz Moriz 6.—, Pisk Franz 6.- , I. Eisler 6. , Krakauer Ludwig 6. -, Rann Therese 5. , Glattauer Hugo 10.—. Holitscher Simon 10.—, Dr. Knöpfmacher Wilhe'm 10.— , Gewitsch Leopold 6.— , Frankfurter Fiiipp 20.—, Giogau David 6. - , Dr. A. R. Kosak 6.—, Pretzburg Bernhard 10.— , Blau Leopold 6.—, Böhm Karolins 8.—, Deutsch Nathan 6.—, Geiringer Moriz 10.—, Latzar Frant 6.—, Abele- Fritz 20.—, Beamte der Firma Sieg. Weiß 20.—, Holitscher Wilhelm 10.—, Glasspiegel Jakob 6.—, Lazar Leopold 6.—, Dr. Heinrich Tritsch 100.—, M. Glogau 6.—, Oser Gustav 20.—, Schiller Samuel 6.— , Kelbl Emanuel 6.—, Frankfurter Hugo 6.—, Lemberger Adolf 6.— Deutsch David 10.—, L. Kaupele- 6.—, Sach- Samuel 6.— , Dr. Johann Pollitzer 6.—, Lazar Ludwig 6.—, Brauer Wilhelm 6.—, Lina Pollak 100.—, Lurie & Bauer 20.— , Clkan Bauer 6.—, Hugo Matz 6.—, .Friedrich Krakauer 6.— , Dr. D. Feuchtwang 5.—, Regina Blau 10.—. NikoIsburg: Tcltschcr Robert 20.—, Abeles Jakob 6. , Abeies Genovsfa 10.—, Abeles Mar 6.—, Dr. Adler 6.- , Bock Moriz 20.—, Drill Lotti 20.—, Eisler Ludwig 6.—, Fehl Mar 20.—, Finsches David 6.—, Fehl Ernestine 6.—, Grassel Ignaz 8.— , Hirsch Mar 6.—, Hohn Johann 6.—, Hirsch Jakob 6.— , Hirsch Julius 10.—, Dr. Knöpfmachsr 10.—, Kohn Gustav 6.—. Krakauer Hermann 6.—, Kohn Rafael 6.—, Dr. Heinrich Lederer 20.— , Dr. Lewin 6.—, Menzeles Siegmund 6. , Oser Hugo 6.—, Pater Joses 10.—, Pater Heinrich 6.—, Spitzer Jakob 20. , Spitzer Michael 6.—, Schlesinger Emil ]0.—, Teltscher Eugen 20. , Teltscher Leopold 20.—, Teltscher Wilhelm 6.—, Teltscher Bernhard 6.—, Dr. Richard Teltscher 10.—, Teltscher Felir 10.—, Weiß Leopold 20.—, Teltscher Oskar 10.—, Lampl Rudolf 20.—, Eisinger Berthold 6.—, Eisinger Wilhelm 6.—, Pisk Israel 6.—, Kohn Moriz 6.—, Sonnenmark Oskar 6.—, Finsches Walter 6.—, Paschkes Moriz 20.—, Abele- Gustav 20.—. Abeles Erwin 6.—, Deutsch Franz 20.—, Oser W. I. 10.—, Spitzer Siegmund 20.—, Toch Heinrich 10.—, Lemberger Emil 6.—, Lederer Joses 6.—, Kohn Johann 6.—, Kohn Mar 6.—, Krakauer Bernhard 6.—, Krakauer Samuel 10.—. Oser W. A. 6.—. Oser Adolf 6.—, Dr. Leopold Teltsch 6.—, Teltscher Adolf 6.—, Oser Ignaz 6.—, Sachs Michael 6.—, Epstein Alfred 6.—, Bisenz David 6.—, Arthur Fischer 10.—, Garnhast Franz 12.—, Eisler Eduard 6.—, Rochleder Franz 6.—, Pisk Gustav 20.—, Glogau Cäcilie 6.—, Anonym 10.—, 20.—, 50.—. Emanuel Maneles, Brünn 6.—, Frankfurter Adolf, Znaim 6.—, Friedländer Moriz, Szered 20.—, Dr. Emil Krakauer Komotau 6.—, Ignaz Rosenberg, Tracht 10.—, Teltscher Siegfried, Baden 6.—, Dr. Wilhelm Drill, Mauer 30.—, Eisler Jakob, Stetten 6.—, Skudetzki Leopold, Hollabrunn 10.—, Abeles Moriz, Fröllersdorf 10.—, Dr. Ritter Emanuel, Hollabrunn 10.—, Dr. S. Fischer. Krumau 3.—, Pisk Berthold, Mistelbach 10.—, Feßler Julius, Gänserndorf 6.—, Dr. M. Brunner, Brünn 6.—, Feldberg Wilhelm, Lundenburg 6.—, Bnai Brith, Brünn 40.—, Kohn Lazars Sohn, Brünn 6.—, Wolf Zrmels, Danzig 25.—, Pulgram Alois, Mannersdorf 6.—, Pollenz Josef, Mitzlitz 10.—, Knöpsmacher Leopold, Auspitz 6.— , Moriz und Cäcilie Golles, Abbazia 4.—, Pisk Samuel, Marchegg 6. , Koritschoner Julius, Raasdorf 100.--, Trebitsch Bernhard, Mistelbach 20.—, Dr. Zimels, Berlin 25.—, Kohn Franz, Pohrlitz 6.—. jfeuUleton* Aus dem Ghetto auf die Hohe der MUenfchaft. Die Erinnerungen des Professors Dr. Kisch. Die Erinnerungen des berühmten Marienbader Badearztes Universitätsprofessors Dr. Heinrich K i s ch, die er unter dem Titel „Erlebtes und Erstrebtes" soeben bei der Deutschen Verlagsanstalt, Stuttgart und Berlin, herausgegeben hat, bilden ein hochinteressantes Buch, welches jeden Leser lebhaft interessieren dürfte. Das Werk Professor Kisch' stellt sich übrigens als viel mehr dar, als die Memoiren aus der Praxis eines berühmten Badearztes. Es ist in vielerlei Hinsicht hochiliteressant und kann sich den Erinnerungen anderer bedeutender Mediziner, wie z. B. .Kußmauls oder v. Leydens, an die Seite stellen. Professor Kisch führt eine Überairs gewandte Feder, hat er doch als junger Mediziner in den Reihen der deutschen Journalisten Prags gestanden und zu einer Geschichte der Gestaltung der politischen Verhältnisse Prags finden sich sehr hübsche Beiträge in seinem Buch, ebenso solche zu einer Geschichte der Juden irr Prag; stammt doch Professor Kisch arrö einer nachweislich über vierhundert Jahre in der böhmischer, Landeshauptstadt angesiedelten Familie. Aus den, Ghetto ist er als Sohn eines arnren Volksschrillehrers hinausgezogen, um sich einen berühmten Namen zu rrrachen. Reich an Episoden aus der Geschichte seiner eigenen Familie sind seine Erinnerungen. Da ist beispielsweise eine reizvolle Erzählung von den, Großvater mütterlicherseits des Gelehrten. Professor Kisch schildert, wie er im Sommer gern mit seinen Büchern zeitig rnorgens am nahen Ufer der Moldau saß und studierte. ' :! Hier am Moldau-Ufer, fährt er fort, ging einige zwanzig Jahre früher, als ich dort meine täglichen Lernspaziergänge des Morgens vornahm, mein Großvater mütterlicherseits, Josef Mislap, häufig Promenieren und batte da ein Erlebnis, welches in unserer Familie oft besprochen wurde. Zeitig des Morgens am Ufer wandernd, bemerkte ,nein Großvater eines Tages einen elegant gekleideten Herrn in Mittleren Jahren, welcher mit düsterer Miene heftig gestikulierend auf und ab ging und endlich einen Anlauf nahm, um sich über die Böschung in den Fluß zu stürzen. Mein Großvater, ein kräftig gebauter Mann, sprang rasch hinzu, erfaßte den Unbekannten und hielt ihn fest umklammert, während er dem sich heftig dagegen Sträubenden vorhielt, doch nicht einen solchen vorzweislunasvollen Schritt zu tun, vielleicht könne ihm doch geholfen werden. „Laß mich ans, Jud". schrie der Lebensüberdrüssige, „mit mir ist kein Geschäft zu machen". „Vielleicht doch", erwiderte ruhig mein Großvater, indem er den Fremden von der Böschung wegzog, ihn sanft fortführte und ihn bat, sich seinen Kummer vom Herzen zu reden. Unschlüssig, aber doch schon mehr besänftigt, sagte der Fremde: „Mir ist nicht zu helfen, ich muß sterben, oder", fragte er höhnisch, „wollen Sie mir vielleicht ohne jedes Pfand und ohne daß ich meinen Namen nenne, fünfhundert Gulden leihen?" Fünfhundert Gulden war damals viel Geld, besonders viel für 'meinen Großvater, welcher sich zwar einer auskömmlichen Existenz erfreute, aber zahlreiche Kinder hatte. Er überlegte einen Augenblick und sagte dann p dem Fremden: „Jawohl, ich will es tun, kommen Sie mit mir. Ich habe tausend Gulden in Speziestalern liegen als Mitgift für meine Tochter, welche binnen Jahresfrist heiraten soll. Die Hälfte dieser Mitgift will ich gern geben, um ein Menschenleben zu retten. Das wird ihr Glück bringen." Erstaunt und beschämt ging der Fremde mit meinem Großvater in dessen naheaelegene Wolmung, nahm hier das Geld in Empfang, ohne seinen Namen zu nennen oder den Betrag schriftlich zu quittieren, nur mit der feierlichen Beteuerung: „Ich schwöre Ihnen, daß Sie das Geld in kurzen Zeit zurückerhalten werden, und bis dahin muß Sie das Bewußtsein trösten, einem Familienvater das Leben gerettet zu haben." Mein Großvater war, obgleich diese edle Tat ihn nicht gereute, doch in begreiflicher Spannung und Erregung, ob wirklich die Mitgift seiner Tochter um die Hälfte verkürzt bleiben werde. Es war jedoch kaum ein Vierteljahr vergangen, als der Fremde in die großväterliche Wohnung eintrat und seine

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